{"id":613970,"date":"2025-11-30T19:34:23","date_gmt":"2025-11-30T19:34:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/613970\/"},"modified":"2025-11-30T19:34:23","modified_gmt":"2025-11-30T19:34:23","slug":"natalie-huenigs-feministisches-soloprogramm-zum-abschied-vom-alten-rock-cafe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/613970\/","title":{"rendered":"Natalie H\u00fcnigs feministisches Soloprogramm zum Abschied vom Alten Rock Caf\u00e9"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Eine Schauspielerin, die sich und ihrem Liederabend im Alten Rock Caf\u00e9 den Zusatz \u201eAlte wei\u00dfe Frau\u201c schenkt, verspricht Ironie, Standup, Tabubr\u00fcche. Natalie H\u00fcnig darf das. Und sie h\u00e4lt ihr Versprechen. In einer Mischung aus pers\u00f6nlicher, politischer und witziger R\u00fcckschau auf ihr eigenes Leben und die letzten 40 Jahre feministischer Erfolge pr\u00e4sentiert sie im Alten Rock-Caf\u00e9 in Kriegshaber ein \u00fcberraschendes, unterhaltsames, politisches Manifest. Der Abend wurde von ihr selbst, Max Sauer und Tamara Steber konzipiert und war<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/Eroeffnung-Das-alte-Rock-Caf-wird-neue-Spielstaette-fuers-Staatstheater-Augsburg-id61120871.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> nach genau vier Jahren Betrieb<\/a> die letzte Premiere in dieser Studiospielst\u00e4tte des Augsburger Staatstheaters.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein angemessener Showdown. Laut, frech, rotzig &#8211; politische Flashbacks, die die Erfolge feministischer Theorie, Politik und Kultur in Erinnerung rufen und feiern. In wechselnden Kost\u00fcmen und stimmgewaltig performt H\u00fcnig mal mit, mal ohne E-Gitarre auf der kleinen B\u00fchne die gro\u00dfen Bandleaderinnen und S\u00e4ngerinnen des letzten Jahrhunderts: Aretha Franklin, Annie Lennox, Melissa Etheridge. Mit gro\u00dfartiger Stimme und Pr\u00e4senz r\u00f6hrt sie die gro\u00dfen Hits der 80er und 90er Jahre &#8211; laut H\u00fcnig \u201edie Jahre meiner musikalischen und feministischen Sozialisation.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Erst zum Mond, dann zum weiblichen Geschlecht<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Schamfreiheit ist angesagt. In den Text-Intermezzi geht es um die Klitoris und warum, wer diese kennt, die Welt ver\u00e4ndern, Macht, Hierarchien und Patriarchat in Frage stellen kann. Nat\u00fcrlich wird vor allem \u00fcber K\u00f6rper gesprochen oder besser: \u00fcber die Art und Weise, wie die Kulturgeschichte K\u00f6rper ordnet. W\u00e4hrend der Penis schon in der Antike Bildhauer und Wissenschaftler besch\u00e4ftigte, gilt die Klitoris in der bildlichen Darstellung meist als Pfui, wenigstens aber als Tabuzone. \u201eOder wie kommt es, dass die Klitoris zum ersten Mal 1998 beschrieben wurde, lange, nachdem wir auf den Mond geflogen sind?\u201c Ein paar Erfolge kann er also vorweisen, der Feminismus. Allerdings, so H\u00fcnig, redet das weibliche Geschlecht noch immer eher \u00fcber Fett und Falten statt \u00fcber Macht und Politik. Und leider f\u00fchren junge Frauen mit langen Fingern\u00e4geln den Feminismus heute nicht mehr als gemeinsame Sache, sondern viel zu oft als individuellen Sch\u00f6nheitsimperativ.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Und so ist es bis heute Standard, dass Frauenk\u00f6rper in der \u00d6ffentlichkeit wie selbstverst\u00e4ndlich kommentiert werden k\u00f6nnen. Nach einer Theater-Vorstellung, bei der ein Portrait von H\u00fcnig auf eine Leinwand gebeamt worden war, lobte ein Zuschauer \u2013 und das scheint real passiert zu sein: Sie sei aber mutig, dass sie sich in dem Alter noch von so nah filmen lasse. Einer Kollegin musste den von der Kost\u00fcmbildnerin vorgeschriebenen Pushup-BH tragen, ihr Busen sei einfach zu klein f\u00fcr eine Kom\u00f6die.\n  <\/p>\n<p>            Eine ungew\u00f6hnliche pers\u00f6nliche Geschichte<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dramaturgischer H\u00f6hepunkt und eigentlich logischer Tabubruch, zumal auf einer B\u00fchne, die keine zwei Meter von den Zuschauerreihen entfernt ist: H\u00fcnig strippt. Also nicht ganz, aber bis auf die Unterw\u00e4sche. Zieht einfach alles aus, w\u00e4hrend aus dem Off eine Stimme ihre pers\u00f6nliche Geschichte in Neun-Jahres-Schritten erz\u00e4hlt. Vom alleinerziehenden Vater, Fu\u00dfballtraining in Duisburg, von der j\u00fcdischen Gro\u00dfmutter bei Partisanen in polnischen W\u00e4ldern und vom Umzug zur Stiefmutter ins Allg\u00e4u, wo die sich wunderte, dass das M\u00e4dchen mit neun Jahren noch keine Puppe besa\u00df. Diese Stiefmutter war \u00c4rztin mit eigener Praxis, immer unterwegs, pr\u00e4gend f\u00fcr Heranwachsende. Eine starke Lebensgeschichte wie f\u00fcr diesen Abend gemacht, mit kritischem Blick auf Sehnsucht, Selbstsucht und Bewunderung f\u00fcr \u201ealte wei\u00dfe Frauen\u201c.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ganz zum Schluss covern H\u00fcnig und ihre musikalischen Mitstreiter noch ein Lied der S\u00e4ngerin Noa, ein kleines Manifest f\u00fcr eine Israelin, die f\u00fcr ihre ausgleichende Haltung im aufgew\u00fchlten Nahostkonflikt von vielen Seiten bedroht wird.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eAlte wei\u00dfe Frau\u201c \u2013 schon der Titel h\u00e4ngt im Raum wie ein augenzwinkernder Zwischenruf. Die Vorstellung war ein kalkulierter, fr\u00f6hlich herausgebr\u00fcllter Affront gegen eine Welt, die auf Frauen und weibliches Altern wie auf eine Art Betriebsst\u00f6rung schaut. Natalie H\u00fcnig und ihre musikalischen Sidekicks\u00a0Stefan Leibold (Piano), Tilman Herpichb\u00f6hm (Schlagzeug) und Philipp Heuermann (Bass) brachten das Alte Rock Caf\u00e9 noch einmal geh\u00f6rig zum Beben. Seitens des Staatstheaters ist geplant, dass der Liederabend auch <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/augsburg-kurz-vor-der-sommerpause-staatstheater-augsburg-verliert-erneut-eine-spielstaette-110567606\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">ohne Rock Caf\u00e9<\/a> zur\u00fcck in den Spielplan findet, im Fr\u00fchjahr 2026. Der Spielort steht allerdings momentan noch nicht fest.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefanie Schoene<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Politik<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Spielst\u00e4tte<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Schauspielerin, die sich und ihrem Liederabend im Alten Rock Caf\u00e9 den Zusatz \u201eAlte wei\u00dfe Frau\u201c schenkt, verspricht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":613971,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1846],"tags":[145729,33007,680,772,3364,29,548,663,3934,11393,30,13,145256,80,145727,73406,14,15,16,12,89359,145728],"class_list":["post-613970","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-augsburg","tag-annie-lennox","tag-aretha-franklin","tag-augsburg","tag-bayern","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-feminismus","tag-germany","tag-headlines","tag-kriegshaber","tag-kultur","tag-max-sauer","tag-melissa-etheridge","tag-nachrichten","tag-news","tag-politik","tag-schlagzeilen","tag-spielstaette","tag-tamara-steber"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115640327628235660","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/613970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=613970"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/613970\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/613971"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=613970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=613970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=613970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}