{"id":614310,"date":"2025-11-30T23:07:02","date_gmt":"2025-11-30T23:07:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614310\/"},"modified":"2025-11-30T23:07:02","modified_gmt":"2025-11-30T23:07:02","slug":"fehlende-arzneimittel-warum-sich-eltern-bevorraten-sollten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614310\/","title":{"rendered":"Fehlende Arzneimittel &#8211; Warum sich Eltern bevorraten sollten"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Hannover\/Duderstadt. Lieferengp\u00e4sse bei Medikamenten sind seit einiger Zeit ein Dauerbrennerthema &#8211; es kann von heute auf morgen kommen, dass ein Medikament von der Apotheke nicht beschafft werden kann. \u201eEin Lieferengpass k\u00fcndigt sich nicht an\u201c, sagt Frank Germeshausen, stellvertretender Landesvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen, der in Duderstadt eine Apotheke betreibt. <\/p>\n<p>Mit Blick auf den Winter und damit einhergehenden Erk\u00e4ltungskrankheiten r\u00e4t Germeshausen daher gerade jungen Eltern, sich zu bevorraten. Auch wenn es im Moment keine Knappheit bei Fiebers\u00e4ften f\u00fcr Kinder gebe, anders als noch vor drei Jahren: \u201eWenn ich in meinen Schrank gucke, ist das eigentlich ein Thema von fr\u00fcher.\u201c\u00a0 <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Komplizierte Suche nach Alternativen <\/p>\n<p>Vielmehr seien derzeit vor allem einige Psychopharmaka nicht lieferbar. Zwar gebe es in der Regel auch Alternativprodukte, aber die Patienten, etwa an Depression erkrankte Menschen, seien daran gew\u00f6hnt, regelm\u00e4\u00dfig und immer das gleiche Medikament zu bekommen.\u00a0 <\/p>\n<p>\u201eWenn Sie jemanden haben, der wirklich Psychopharmaka braucht, der nun die Medikamente anders nehmen muss, weil er eine andere St\u00e4rke oder eine andere Dosierung bekommt, ist das f\u00fcr diese Person schon erst einmal ein schwieriger Einschnitt\u201c, erkl\u00e4rt Germeshausen. In vielen F\u00e4llen gebe es eine L\u00f6sung, die zusammen mit den \u00c4rzten gefunden werde. Den meisten Praxen sei die Situation bekannt und sie seien sehr kooperativ, sagt der Apotheker. <\/p>\n<p>Lieferengp\u00e4sse seit Jahren Alltag f\u00fcr Apotheken <\/p>\n<p>Von einem Lieferengpass ist die Rede, wenn eine bestimmte Arznei \u00fcber einen Zeitraum von zwei Wochen nicht im \u00fcblichen Umfang an die Apotheken geliefert wird, erl\u00e4utert die Sprecherin der Apothekerkammer Niedersachsen, Panagiota Fyssa. Solche Engp\u00e4sse geh\u00f6ren schon seit Jahren zum Alltag der Apotheken. \u201eIn Deutschland sind alle Apotheken gleich von den Lieferengp\u00e4ssen verschiedener Arzneimittel betroffen &#8211; in der Stadt genauso wie auf dem Land oder in Niedersachsen wie in Bayern\u201c, erkl\u00e4rt Fyssa. <\/p>\n<p>\u201eDer Gro\u00dfhandel bekommt pl\u00f6tzlich irgendein Medikament nicht mehr und kann es uns nicht mehr liefern\u201c, berichtet Apotheker Germeshausen. Mitunter sei die Arznei in manchen Apotheken noch f\u00fcr eine oder zwei Wochen vorr\u00e4tig, in anderen Apotheken aber nicht.\u00a0 <\/p>\n<p>Absprache mit Nachbarapotheken <\/p>\n<p>Es sei nicht m\u00f6glich, dass Apotheken untereinander ihren Medikamentenbestand austauschen, betont Germeshausen. Aus Sicherheitsgr\u00fcnden werde jede Medikamentenpackung bei der Anlieferung in ein System eingescannt. Damit k\u00f6nne dem Kunden die Echtheit des Medikaments garantiert werden: \u201eDas d\u00fcrfen wir nicht einfach in eine andere Apotheke geben.\u201c <\/p>\n<p>In einer Kleinstadt wie Duderstadt allerdings frage man bei Kollegen in anderen Apotheken nach, ob bestimmte Medikamente vorr\u00e4tig seien, und schicke die Kundinnen und Kunden gegebenenfalls dorthin. \u201eAls Apotheken sehen wir uns als Dienstleister der Kunden\u201c, sagt Germeshausen. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Apotheken ist das mit recht aufwendiger Mehrarbeit verbunden: Laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverb\u00e4nde (ABDA) wenden die meisten Apothekenteams 20 bis 30 Stunden pro Woche auf, um die Engp\u00e4sse mit \u00c4rzten, Gro\u00dfh\u00e4ndlern und Patienten zu managen. Das sei doppelt so viel wie im europ\u00e4ischen Durchschnitt (10,6 Stunden pro Woche).\u00a0 <\/p>\n<p>Aktuell mehr als 550 Medikamente nicht lieferbar <\/p>\n<p>Derzeit bestehen nach Informationen des Bundesinstituts f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei Humanarzneimitteln mehr als 550 Lieferengp\u00e4sse, ausgenommen sind Impfstoffe. Diese Engp\u00e4sse k\u00f6nnen von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten variieren, erkl\u00e4rt Fyssa. Einige dieser Engp\u00e4sse dauern den Herstellern zufolge bis ins erste oder zweite Quartal, in einigen F\u00e4llen sogar bis Ende 2026. <\/p>\n<p>Laut ABDA wurden im Jahr 2024 insgesamt 892 verschiedene rezeptpflichtige Arzneimittel gemeldet. Seit 2022 habe das Bundesgesundheitsministerium insgesamt sieben Versorgungsm\u00e4ngel erkl\u00e4rt, die bis 2025 andauerten, darunter Folins\u00e4ure, ein Mittel, das bei der Chemotherapie zur Behandlung bestimmter Tumore ben\u00f6tigt wird. Auch bei Salbutamol, einem Medikament gegen Atemwegserkrankungen, gab es Engp\u00e4sse, und selbst Kochsalzl\u00f6sung war schwer zu beschaffen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Hannover\/Duderstadt. 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