{"id":614521,"date":"2025-12-01T01:19:16","date_gmt":"2025-12-01T01:19:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614521\/"},"modified":"2025-12-01T01:19:16","modified_gmt":"2025-12-01T01:19:16","slug":"raetsel-um-uv-ueberschuss-bei-protosternen-heisse-gase-um-heranwachsende-sterne-leuchten-staerker-als-sie-duerften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614521\/","title":{"rendered":"R\u00e4tsel um UV-\u00dcberschuss bei Protosternen &#8211; Hei\u00dfe Gase um heranwachsende Sterne leuchten st\u00e4rker als sie d\u00fcrften"},"content":{"rendered":"<p>Spurensuche in naher Sternenwiege<\/p>\n<p>Um das zu kl\u00e4ren, haben die Astronomen eine besonders nahe und prominente Sternenwiege ins Visier genommen: Rho Ophiuchi. Diese sternbildende Molek\u00fclwolke liegt nur rund 450 Lichtjahre von uns entfernt und enth\u00e4lt neben mehrere hei\u00dfen, hellen Jungsternen auch einige noch in ihren Staubkokons steckende Protosterne. F\u00fcnf dieser Sterne und ihre Ausstr\u00f6me haben Skretas und seine Kollegen mit dem im mittleren Infrarot arbeitenden MIRI-Spektrometer des James-Webb-Teleskops untersucht.<\/p>\n<p>Die MIRI-Aufnahmen best\u00e4tigten: Vier der f\u00fcnf Protosterne und ihre Jets zeigen einen \u00dcberschuss an Strahlung von angeregtem molekularem Wasserstoff und ionisierten Gasen. Diese Strahlung ist zu stark, um allein durch Kollisionen schneller Teilchen zu entstehen, wie eine \u00dcberpr\u00fcfung mithilfe von zwei verschiedenen Modellen ergab. \u201eDie Modelle zeigen, dass ein Einfluss starker UV-Strahlung n\u00f6tig ist, um die beobachteten Werte zu erkl\u00e4ren\u201c, schreiben die Astronomen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/p\/r\/protosternuv3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/p\/r\/protosternuv3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/p\/r\/protosternuv3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/p\/r\/protosternuv3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-309475\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/protosternuv3g-300x248.jpg\" alt=\"UV-Intensit\u00e4t\" width=\"300\" height=\"248\"  \/><\/a>Trotz des unterschiedlich starken UV-Strahlungseinfalls aus ihrer Umgebung zeigen die Wasserstoff-Ausstr\u00f6me der f\u00fcnf Protosterne (orange) kaum Unterschiede. \u00a9 Skretas et al.\/ Astronomy &amp; Astrophysics, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC-by 4.0<\/a>\n<\/p>\n<p>Benachbarte Jungsterne scheiden aus<\/p>\n<p>Aber woher kommt diese \u00fcbersch\u00fcssige UV-Strahlung? \u201eEine M\u00f6glichkeit w\u00e4re, dass die UV-Strahlung von den massereichen Jungsternen in der N\u00e4he stammt\u201c, sagt Skretas\u2018 Kollege Friedrich Wyrowski. Zwei solcher Jungsterne liegen in der N\u00e4he der f\u00fcnf untersuchten Protosterne. Wenn ihre UV-Strahlung die Quelle ist, m\u00fcssten sich die Emissionen der Protostern-Jets mit steigender Entfernung zu diesen UV-Quellen verringern. Denn die f\u00fcnf Protosternen liegen unterschiedlich weit von den beiden Jungsternen entfernt.\n<\/p>\n<p>Doch das ist nicht der Fall: \u201eObwohl die St\u00e4rke des UV-Felds je nach Protostern-Position signifikant variiert, gibt es nur kleine Unterschiede in den Anregungszust\u00e4nden\u201c, berichten die Astronomen. \u201eDas deutet darauf hin, dass weder diese UV-Quellen noch die Umgebungsbedingungen eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr die Anregung des molekularen Wasserstoffs spielen.\u201c Mit anderen Worten: Das r\u00e4tselhaft starke Leuchten der Wasserstoffwolken und Protostern-Kegel scheint nicht auf einen externen Einfluss zur\u00fcckzugehen.\n<\/p>\n<p>Was bleibt dann?<\/p>\n<p>Doch was ist es dann? Bisher k\u00f6nnen die Astronomen dar\u00fcber nur spekulieren. Sie halten es aber f\u00fcr wahrscheinlich, dass die n\u00f6tige Energie f\u00fcr die Anregung der Protostern-Gase aus dessen Ausstr\u00f6men selbst stammt. \u201eSchockwellen bei der Akkretion von Material auf den Protosternen oder Schocks entlang der protostellaren Jets sind die wahrscheinlichsten Quellen f\u00fcr die UV-Strahlung, die die Wasserstoffgase anregt\u201c, schreiben Skretas und seine Kollegen.\n<\/p>\n<p>Das aber bedeutet, dass bei diesen Prozessen rund um die Sternbildung mehr Energie freigesetzt wird als bislang angenommen. Sollte sich dies best\u00e4tigen, m\u00fcssen die Modelle zur Sternbildung entsprechend umgeschrieben werden. \u201ein jedem Fall ist mehr Forschung n\u00f6tig, sowohl in Form von Beobachtungen, die die UV-Feldst\u00e4rke st\u00e4rker eingrenzen als auch bei den beschreibenden Modellen\u201c, erkl\u00e4ren die Astronomen. (Astronomy &amp; Astrophysics, 2025; <a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/articles\/aa\/abs\/2025\/11\/aa54977-25\/aa54977-25.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1051\/0004-6361\/202554977<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Astronomy &amp; Astrophysics, Max-Planck-Institut f\u00fcr Radioastronomie<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>1. Dezember 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Spurensuche in naher Sternenwiege Um das zu kl\u00e4ren, haben die Astronomen eine besonders nahe und prominente Sternenwiege ins&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":614522,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[145874,3251,29,30,25082,104410,145875,145876,190,189,139505,194,191,33102,5702,193,192],"class_list":{"0":"post-614521","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-anregung","9":"tag-astronomie","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-james-webb-teleskop","13":"tag-jets","14":"tag-ophiuchi","15":"tag-protostern","16":"tag-science","17":"tag-science-technology","18":"tag-sternenwiege","19":"tag-technik","20":"tag-technology","21":"tag-uv-strahlung","22":"tag-wasserstoff","23":"tag-wissenschaft","24":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115641685904775703","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/614521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=614521"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/614521\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/614522"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=614521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=614521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=614521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}