{"id":614859,"date":"2025-12-01T05:02:18","date_gmt":"2025-12-01T05:02:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614859\/"},"modified":"2025-12-01T05:02:18","modified_gmt":"2025-12-01T05:02:18","slug":"asyl-fuer-diktatoren-wie-bashar-al-asad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614859\/","title":{"rendered":"Asyl f\u00fcr Diktatoren wie Bashar al-Asad"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Um den fr\u00fcheren syrischen Herrscher ist es still geworden. Ein Jahr nach seinem Sturz stellt sich die Frage, ob er f\u00fcr den Kreml nur noch ein l\u00e4stiger Gast ist. Doch der Schutz f\u00fcr entmachtete Verb\u00fcndete hat in Russland Tradition.<\/p>\n<p>Jana Kehl01.12.2025, 05.11 Uhr<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/d8a4c28f-1908-45db-8be3-4232d0e5c5e9.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"3989\" height=\"2659\" alt=\"Wladimir Putin ist nicht der Erste im Kreml, der Diktatoren wie Bashar al-Asad Asyl gew\u00e4hrt.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>Wladimir Putin ist nicht der Erste im Kreml, der Diktatoren wie Bashar al-Asad Asyl gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Valery Sharifulin \/ Sputnik \/ EPA<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d10\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Seit dem Sturz seines Regimes und seiner Flucht nach Russland ist der syrische Diktator Bashar al-Asad nur noch ein Phantom. Er l\u00e4sst sich nie in der \u00d6ffentlichkeit blicken, gibt keine Interviews und verzichtet auf jegliche Kommentare zu den Entwicklungen in seiner Heimat. \u00dcber den Alltag Asads, seiner Frau und seiner Kinder gibt es deshalb nur Ger\u00fcchte.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Asad wird durch den russischen Geheimdienst von der \u00d6ffentlichkeit abgeschirmt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d12\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In diesem Vorgehen ist der Kreml ge\u00fcbt. Asad ist einer von mehreren Potentaten, die \u00abaus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden\u00bb in Russland Schutz erhalten haben. Gerade im Fall des gest\u00fcrzten syrischen Diktators d\u00fcrfte dieser Schutz aber erhebliche Ressourcen des russischen Inlandgeheimdienstes in Anspruch nehmen. Asad werden international Kriegsverbrechen wie der Einsatz von Giftgas gegen die eigene Bev\u00f6lkerung vorgeworfen. Ebenfalls liegt seit September <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/npasyria.com\/en\/130224\/\" rel=\"nofollow noopener\">ein Haftbefehl<\/a> der syrischen Justizbeh\u00f6rden vor.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d13\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das Verm\u00f6gen des Asad-Clans wird von der amerikanischen Regierung auf <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.state.gov\/bureau-of-near-eastern-affairs\/releases\/2022\/04\/report-to-congress-on-the-estimated-net-worth-and-known-sources-of-income-of-syrian-president-bashar-assad-and-his-family-members-section-6507-of-the-national-defense-authorization-act-for-fiscal-year?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">1 bis 2 Milliarden Dollar<\/a> gesch\u00e4tzt, womit dieser wohl auch in Russland f\u00fcr seinen Lebensunterhalt aufkommen kann. Was den Aufenthaltsstatus und die Sicherheit Asads betrifft, ist der geflohene Diktator aber von der Gunst des Putin-Regimes abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d14\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch welchen Nutzen hat der Kreml davon, Asad und anderen Exilanten Schutz zu gew\u00e4hren? Und sie dabei verstummen zu lassen? Die Fragen stellen sich umso mehr, als das russische \u00abAsylsystem\u00bb einer paradoxen Logik folgt: Zwar kann Russland damit als Schutzmacht auftreten, aber zugleich zeigt sich mit jedem Umsturz in befreundeten L\u00e4ndern die Grenze russischen Einflusses.<\/p>\n<p>Keine Lebensversicherung<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d21\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wladimir Putin ist nicht der erste Kremlf\u00fchrer, der seinesgleichen sch\u00fctzt. Auch in der Sowjetunion kam dieses System zum Zug. Am bekanntesten ist der Fall von Matyas Rakosi. Der stalinistische Diktator in Ungarn war 1956 von der eigenen Partei abgesetzt worden, kurz vor dem ungarischen Volksaufstand floh er in die Sowjetunion. Obwohl man auch dort von Stalins Politik abkommen wollte, wurde ihm bis zu seinem Tod Asyl gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d22\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Im Fall Rakosis kam der sowjetische Schutz einer Lebensversicherung gleich. \u00c4hnliche langfristige Garantien scheint es f\u00fcr gest\u00fcrzte Machthaber im modernen Russland zu geben. So befindet sich der mittlerweile 80-j\u00e4hrige fr\u00fchere Pr\u00e4sident von Kirgistan, Askar Akajew, bereits seit zwanzig Jahren in Moskau. Auch der 75-j\u00e4hrige Wiktor Janukowitsch, der seine Macht infolge der Maidan-Revolution von 2014 verlor, darf seinen Lebensabend in Moskau verbringen. Der ehemalige ukrainische Pr\u00e4sident besitzt mittlerweile sogar die russische Staatsb\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/52cb8c47-2eb7-491d-8b9d-c43c091362f8.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2000\" height=\"1333\" alt=\"Im M\u00e4rz 2005 besetzten Demonstranten in Kirgistan mehrere Regierungsgeb\u00e4ude. Der damalige Pr\u00e4sident Askar Akajew sah sich gezwungen, sein Land zu verlassen.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Im M\u00e4rz 2005 besetzten Demonstranten in Kirgistan mehrere Regierungsgeb\u00e4ude. Der damalige Pr\u00e4sident Askar Akajew sah sich gezwungen, sein Land zu verlassen.<\/p>\n<p>Vladimir Isachenkov \/ AP<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d40\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dennoch gew\u00e4hrt Russland politischen Fl\u00fcchtlingen in der Regel kein politisches Asyl, sondern nur eine <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/russland-und-syrien-asads-verbindungen-zu-moskau-ld.1861874\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vor\u00fcbergehende Aufenthaltsbewilligung<\/a>, die j\u00e4hrlich erneuert werden muss. Dabei handelt es sich lediglich um eine Duldung, durch welche eine Abschiebung rechtlich verz\u00f6gert wird. Die russische Regierung hat kaum ein propagandistisches Interesse an ihren Exilanten. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die russische Regierung am Machterhalt loyaler Autokraten interessiert ist \u2013 und deren Sturz f\u00fcr Russland im Grunde eine geopolitische Niederlage darstellt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/daa72089-6efa-4b82-a741-4d160c27e205.jpeg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"3000\" height=\"1726\" alt=\"Auch Wiktor Janukowitsch, der 2014 als Pr\u00e4sident der Ukraine infolge des Maidan-Aufstands abgesetzt worden war, fl\u00fcchtete nach Russland.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Auch Wiktor Janukowitsch, der 2014 als Pr\u00e4sident der Ukraine infolge des Maidan-Aufstands abgesetzt worden war, fl\u00fcchtete nach Russland.<\/p>\n<p>Sergei Karpukhin \/ Reuters<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d42\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Schliesslich gibt es auch einen prominenten Fall, in dem der Kreml einen einstigen Verb\u00fcndeten fallengelassen hat: Erich Honecker, den letzten Machthaber der DDR. Obwohl er sich in den 1980er Jahren gegen die Reformpolitik unter Michail Gorbatschow gestellt hatte, wurde er nach der deutschen Wende nach Moskau ausgeflogen. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Wiedervereinigung Deutschlands wuchs jedoch der politische Druck auf Moskau. Honecker wurde 1992 durch die russischen Beh\u00f6rden ausgeliefert und kurzzeitig ins Gef\u00e4ngnis von Moabit in Westberlin gebracht. Von dort aus f\u00fchrte ihn seine Asyl-Odyssee weiter nach Chile, wo Honecker wenige Monate nach der Ankunft verstarb.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/73161425-0f65-49de-a080-7e3355ad56b4.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"1818\" height=\"1212\" alt=\"Michail Gorbatschow (vorne links) und Erich Honecker (vorne rechts) auf der Ehrentrib\u00fcne anl\u00e4sslich der Milit\u00e4rparade zum 40-j\u00e4hrigen Bestehen der DDR im Jahr 1989.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Michail Gorbatschow (vorne links) und Erich Honecker (vorne rechts) auf der Ehrentrib\u00fcne anl\u00e4sslich der Milit\u00e4rparade zum 40-j\u00e4hrigen Bestehen der DDR im Jahr 1989.<\/p>\n<p>Imago<\/p>\n<p>Milit\u00e4rbasen als Druckmittel?<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d51\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der russische Umgang mit Honecker bleibt aber bis anhin eine Ausnahme. Eine Auslieferung zeichnet sich im Fall Asads nicht ab. Laut Ulrich Schmid, Professor f\u00fcr Osteuropastudien an der Universit\u00e4t St.\u00a0Gallen, hat dies vor allem aussenpolitische Gr\u00fcnde: Wladimir Putin begreife sich als Vorreiter einer neuen Weltordnung abseits Europas und der Vereinigten Staaten. Das Asylsystem f\u00fcr gest\u00fcrzte Potentaten sei ein Mosaikstein der Strategie, mit welcher der Kreml diese neue Weltordnung zu stabilisieren versuche. \u00abMit der Abschiebung Asads w\u00fcrde Putin seiner Reputation in den Kreisen autorit\u00e4rer Herrscher schaden\u00bb, sagt Schmid.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d52\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Im Fall Asads hat Syrien aber theoretisch ein wichtiges Druckmittel: die russische Marinebasis Tartus am Mittelmeer sowie den russischen Luftwaffenst\u00fctzpunkt Hmeimim in der N\u00e4he von Latakia. \u00abWenn Putin Gefahr l\u00e4uft, diese Milit\u00e4rbasen zu verlieren, ist eine Auslieferung Asads m\u00f6glich\u00bb, sagt Schmid. Bei <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/russland-und-gaza-krieg-grenzen-von-putins-weltordnung-ld.1907354\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einem Treffen<\/a> zwischen Putin und dem neuen syrischen Machthaber Ahmed al-Sharaa Mitte Oktober wollten aber beide Seiten eine derartige Eskalation vermeiden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1a3010c9-4dc6-4fbf-9df9-fcd982f41593.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6236\" height=\"4020\" alt=\"Mitte Oktober empfing Wladimir Putin den neuen syrischen Machthaber Ahmed al-Sharaa im Kreml.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Mitte Oktober empfing Wladimir Putin den neuen syrischen Machthaber Ahmed al-Sharaa im Kreml.<\/p>\n<p>Sergey Bobylev \/ Imago<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d54\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Marcel Dirsus, Politikwissenschafter und Autor des Buchs \u00abWie Diktatoren st\u00fcrzen\u00bb, macht im \u00abNew Statesman\u00bb jedoch auf <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.newstatesman.com\/international-politics\/2024\/12\/bashar-al-assad-will-find-no-peace-in-moscow\" rel=\"nofollow noopener\">einen weiteren Faktor<\/a> aufmerksam, der eine Auslieferung beg\u00fcnstigen k\u00f6nnte: Asad sei nicht nur vom jetzigen russischen Pr\u00e4sidenten abh\u00e4ngig, sondern auch von einem Nachfolger Putins. Letzterer k\u00f6nne die Auslieferung als einen einfachen Weg betrachten, um die internationale Gemeinschaft zu beschwichtigen, schreibt Dirsus. Ulrich Schmid zeigt sich demgegen\u00fcber zur\u00fcckhaltender. Viele der gest\u00fcrzten Machthaber und ihre Familie h\u00e4tten vor oder auch nach ihrer Flucht Gesch\u00e4ftsbeziehungen in Russland aufgebaut. \u00abSofern ein grundlegender Machtwechsel im Kreml ausbleibt, d\u00fcrfte ein Post-Putin-Regime diese Gesch\u00e4fte aufrechterhalten wollen.\u00bb<\/p>\n<p>Finanziell eingebettet<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d56\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Durch diese Gesch\u00e4ftsbeziehungen landen entmachtete Potentaten und ihre Familien zumindest in finanzieller Hinsicht weich in Russland. Dies zeigt sich etwa im Fall der Familie Janukowitsch: Der Sohn des entmachteten ukrainischen Pr\u00e4sidenten handelt mit Kohle aus dem russisch besetzten Donbass. Der Handel l\u00e4uft laut einem unabh\u00e4ngigen russischen <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/istories.media\/stories\/2025\/02\/04\/sin-svergnutogo-prezidenta-ukraini-viktora-yanukovicha-zarabativaet-milliardi-na-prodazhe-uglya-iz-okkupirovannikh-territorii\/\" rel=\"nofollow noopener\">Rechercheportal<\/a> \u00fcber eine Firma mit Sitz in Russland.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d57\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch durch Immobilienk\u00e4ufe sind viele Autokraten in Russland abgesichert. Wenn es um deren Besitz von Liegenschaften und m\u00f6gliche Wohnorte geht, wird h\u00e4ufig Barwitscha genannt \u2013 eine Vorortssiedlung im \u00abVilleng\u00fcrtel\u00bb westlich von Moskau. Nach der Flucht Asads kursierten schnell Ger\u00fcchte, der gest\u00fcrzte syrische Langzeitherrscher residiere ebenfalls in dieser Siedlung. Zwar soll Asad eine Villa ausserhalb Moskaus besitzen, laut Recherchen der \u00abZeit\u00bb ist aber <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/43\/baschar-al-assad-moskau-russland-syrien-familie-wladimir-putin\" rel=\"nofollow noopener\">vor allem das Gesch\u00e4ftsviertel Moskwa City<\/a> der Lebensmittelpunkt seines Clans. Bereits 2019 wurde bekannt, dass Verwandte Asads in diesem Finanzviertel zwanzig Wohnungen im damaligen Wert von 40 Millionen Dollar erworben hatten.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbb085d58\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Auch kremlfreundliche Politiker, die nach wie vor an der Macht sind, investieren in Russland. Dies gilt etwa f\u00fcr Bidsina Iwanischwili, der als Drahtzieher hinter Georgiens Regierungspolitik wahrgenommen wird. Entgegen seinen Behauptungen h\u00e4lt er laut <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/transparency.ge\/en\/post\/oligarch-bidzina-ivanishvili-real-ruler-georgia-and-architect-georgias-pro-russian-shift\" rel=\"nofollow noopener\">Transparency International<\/a> ein Unternehmen in Russland, das offiziell in der Immobilienbranche t\u00e4tig ist. Nicht auszuschliessen ist, dass Iwanischwili und andere russlandfreundliche Politiker bei solchen Gesch\u00e4ften das Szenario einer Flucht aus ihrem Heimatland zumindest im Hinterkopf haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Um den fr\u00fcheren syrischen Herrscher ist es still geworden. 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