{"id":614914,"date":"2025-12-01T05:34:27","date_gmt":"2025-12-01T05:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614914\/"},"modified":"2025-12-01T05:34:27","modified_gmt":"2025-12-01T05:34:27","slug":"ausstellung-in-stuttgart-mehr-spieler-als-sammler-karl-iseles-leidenschaft-fuer-spielzeug-eisenbahnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/614914\/","title":{"rendered":"Ausstellung in Stuttgart: Mehr Spieler, als Sammler: Karl Iseles Leidenschaft f\u00fcr Spielzeug-Eisenbahnen"},"content":{"rendered":"<p>Man kann es sich gut vorstellen, wie gro\u00df die Augen des kleinen Karls regelm\u00e4\u00dfig wurden, wenn wieder eine der riesigen schwarzen Lokomotiven zischend und dampfend auf dem Bahnsteig einfuhr. \u201eDie Lokf\u00fchrer lehnten sich bei sch\u00f6nem Wetter immer l\u00e4ssig aus dem Fenster ihres F\u00fchrerhauses\u201c, erinnert sich Karl Isele, wenn er zur\u00fcck an seine Kindertage in S\u00fcdbaden denkt. \u201eCoole Typen, w\u00fcrde man heute sagen.\u201c<\/p>\n<p>Aus solchen Erinnerungen entstehen Leidenschaften. Jedenfalls die des heute 76-J\u00e4hrigen aus Merzhausen bei Freiburg. Der Vater und beide Gro\u00dfv\u00e4ter waren Eisenbahner. Lokf\u00fchrer, wie er es sich einst als Kind ertr\u00e4umt hatte, wurde Isele trotzdem nicht. \u201eMeine Leidenschaft hat sich stattdessen zur Modelleisenbahn hin entwickelt\u201c, sagt er. Als Eisenbahnerkind hatte er auch miterlebt, wie hart die Arbeit in den Dampflokomotiven war.<\/p>\n<p>Bahnen mit unterschiedlichen Spurbreiten und Herstellern <\/p>\n<p>Isele ist einer der Mitorganisatoren der Spielzeugeisenbahn-Schau, die am Wochenende im H\u00e4ussler-B\u00fcrgerforum zu bestaunen war. Die Veranstaltung, die die Eisenbahn-Abteilung der Sport- und Kulturgemeinschaft <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> Max Eyth-See (SKG) j\u00e4hrlich im Advent pr\u00e4sentiert, hat auch dieses Mal Hunderte gro\u00dfe und kleine Eisenbahn-Liebhaber nach Stuttgart-Vaihingen gelockt.<\/p>\n<p>Unter dem Titel \u201eAlte Spieleisenbahnen in Betrieb\u201c ist die Schau zugleich ein Stelldichein von Sammlern aus ganz Deutschland. \u201eSpieleisenbahnen\u201c deshalb, weil es sich bei den Bahnen unterschiedlichster Spurbreiten und Hersteller im Wortsinn nicht nur um Modellbahnen handelt. Denn nicht jede Lok und jeder Wagen, der hier zu bestaunen ist, hat es tats\u00e4chlich auch \u201ein gro\u00df\u201c gegeben.<\/p>\n<p>Iseles Herz schl\u00e4gt ganz besonders heftig f\u00fcr englische Eisenbahnen in Spurbreite 0, also Gro\u00dfspielbahnen mit 32 Millimetern Gleisbreite. \u201eSchon mit sechs Jahren habe ich eine solche Bahn geschenkt bekommen\u201c, erz\u00e4hlt er. Der Clou: Jahrzehnte sp\u00e4ter habe er die gleiche Startpackung von M\u00e4rklin aus den 50er-Jahren noch einmal bei einem Stuttgarter H\u00e4ndler gefunden. \u201eAus emotionalen Gr\u00fcnden ist das bis heute mein gr\u00f6\u00dfter Schatz\u201c, sagt er. Die Herstellung von Bahnen mit Spurbreite 0 habe M\u00e4rklin dann kurz darauf aufgegeben, was die Beschaffung weiterer Teile zun\u00e4chst erschwerte.<\/p>\n<p>Weil es kaum etwas Vergleichbares zur Eisenbahnabteilung der SKG gibt, sind in dem Stuttgarter Verein Spielzeugeisenbahn-Enthusiasten aus ganz Baden-W\u00fcrttemberg organisiert. Ihre allj\u00e4hrlich durchgef\u00fchrte Schau hat sich in diesem Jahr \u00fcber eine Fl\u00e4che von mehr als 700 Quadratmetern erstreckt. Zu sehen waren seltene Eisenbahnen und Kulissen aus den Jahren 1895 bis etwa Mitte der 1960er-Jahre.<\/p>\n<p>Rarit\u00e4ten aus den 1930er Jahren <\/p>\n<p>Rarit\u00e4ten sind auch Iseles Echt-Dampf-Loks der englischen Firma Bassett-Lowke aus den 1930er-Jahren. Sie werden mit Spiritus beheizt und mittels Dampfkraft angetrieben. \u201eIm Optimalfall kann man damit eine halbe Stunde lang fahren\u201c, erkl\u00e4rt er. 80 bis 90 Lokomotiven, die er meist auf Auktionen ersteigert, nennt der Sammler sein Eigen. Dazu kommen rund 400 Wagen aller Art.<\/p>\n<p>\u201eIch bin aber immer noch mehr Spieler als Sammler\u201c, betont Isele. Seine Rarit\u00e4ten zeigt er \u00f6ffentlich gemeinsam in einer Gruppe mit drei anderen Spurbreite-0-Sammlern etwa f\u00fcnf Mal im Jahr. Strom, Dampf und Uhrwerk bilden die Antriebsarten ihrer Lokomotiven.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.57694fc1-0f33-4a36-a279-33802e748d02.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Schau lockt Freunde und Sammler aus ganz Baden-W\u00fcrttemberg an.    Foto: Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung f\u00fcr Kenner d\u00fcrfte am Wochenende im H\u00e4ussler-B\u00fcrgerforum die Fahrt eines M\u00e4rklin Rocket-Zugs aus dem Jahr 1902 gewesen sein. \u201eDavon\u201c, so erkl\u00e4rt SKG-Mitglied L\u00fcder Hugendubel, \u201esind weltweit nur f\u00fcnf Exemplare bekannt und nur einer f\u00e4hrt.\u201c Hagen von Ortloff beschreibt in einer Folge seiner bekannten SWR-Fernsehserie \u201eEisenbahnromantik\u201c, dass in den 1980er-Jahren eine Rocket-Modell f\u00fcr rund 100 000 Mark seinen Besitzer gewechselt hatte.<\/p>\n<p>Im Original war der Rocket eine fr\u00fche Dampflok, die George Stephenson 1829 in England hergestellt hatte. Wie der echte Rocket ist auch das Modell in Spurbreite 1 dampfbetrieben. Wie einst beim kleinen Karl am Bahnhof wurden am Wochenende im Vaihinger B\u00fcrgerforum manche Augen ziemlich gro\u00df, als sich der Zug zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder in Gang setzte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Man kann es sich gut vorstellen, wie gro\u00df die Augen des kleinen Karls regelm\u00e4\u00dfig wurden, wenn wieder eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":614915,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,145987,3364,29,30,122965,145988,1441],"class_list":{"0":"post-614914","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-bilder_box","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-modelleisenbahn","14":"tag-spielzeug-eisenbahn","15":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115642688070965998","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/614914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=614914"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/614914\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/614915"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=614914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=614914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=614914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}