{"id":615336,"date":"2025-12-01T10:16:17","date_gmt":"2025-12-01T10:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615336\/"},"modified":"2025-12-01T10:16:17","modified_gmt":"2025-12-01T10:16:17","slug":"stuttgarter-weihnachtsmarkt-tee-kalte-finger-und-kundengespraeche-alltag-am-weihnachtsmarktstand-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615336\/","title":{"rendered":"Stuttgarter Weihnachtsmarkt: Tee, kalte Finger und Kundengespr\u00e4che: Alltag am Weihnachtsmarktstand &#8211; Stuttgart"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t   \t\t\t\t\t \t\t\t\t   \t      \t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Stuttgarter Weihnachtsmarkt: Tee, kalte Finger und Kundengespr\u00e4che: Alltag am Weihnachtsmarktstand\" title=\"Stuttgarter Weihnachtsmarkt: Tee, kalte Finger und Kundengespr\u00e4che: Alltag am Weihnachtsmarktstand\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.36ed2be2-1b5d-474a-8a93-f60d12bc54eb.original700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tIn zweiter Generation: Christian Tinz f\u00fchrt jetzt den Stand seiner Mutter auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt weiter.\u00a0Foto: Ferdinando Iannone\t\t\t<\/p>\n<p>Was geh\u00f6rt eigentlich dazu, einen Weihnachtsmarktstand zu betreiben? Ein traditionsreicher Stand am Schillerplatz gew\u00e4hrt einen Einblick hinter den Verkaufstresen.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/thema\/Weihnachtsmarkt\" title=\"Weihnachtsmarkt\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weihnachtsmarkt<\/a> l\u00e4dt wieder ein. Es glitzert, es duftet, und tausende Besucherinnen und Besucher schieben sich zwischen den St\u00e4nden hindurch. Aber wie ist es eigentlich, so einen Stand zu betreiben, beim Weihnachtsmarkt nicht nur zu gucken, sondern zu arbeiten? Einer der das wei\u00df, ist Christian Tinz. Er verkauft Weihnachtswachsschmuck und Springerle \u2013 und verbringt daf\u00fcr viele Stunden in seiner kleinen Holzh\u00fctte am Schillerplatz.<\/p>\n<p>F\u00fcr Christian Tinz ist es erst die zweite Saison, doch der Stand selbst ist eine Institution. Seit 1974 steht er an derselben Stelle gegen\u00fcber des Alten Schlosses. Aufgebaut hat ihn damals Christians Mutter, Irmgard Tinz, gelernte Wachsbildnerin aus Alt\u00f6tting. \u00dcber 50 Jahre lang hat sie hier in der Adventszeit ihre Wachsmodel und Springerle verkauft. Jetzt f\u00fchrt Tinz weiter, was seine Mutter jahrzehntelang gepr\u00e4gt hat: ein seltener Handwerksberuf, viel Geduld \u2013 und vor allem Leidenschaft.<\/p>\n<p>Dick einpacken, das ist wichtig <\/p>\n<p> F\u00fcr ihn beginnt der Arbeitstag jeden Morgen um 11 Uhr. Bis 21 Uhr bleibt er an seinem Platz, am Wochenende sogar bis 22 Uhr. \u201eDick einpacken, das ist auf jeden Fall wichtig\u201c, sagt er und lacht. Unter der Woche ist Christian meistens allein im <a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/thema\/Verkauf\" title=\"Verkauf\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verkauf<\/a>, Angestellte einstellen, das w\u00fcrde sich nicht lohnen. Am Wochenende hilft seine Frau Suna Tinz und auch Mutter Irmgard Tinz ist weiterhin ein wichtiges Bestandsteil.<\/p>\n<p>Hauptberuflich ist Christian Kaminfeger. Der Weihnachtsmarkt ist f\u00fcr ihn ein Herzensprojekt \u2013 ein aufwendiges, aber erf\u00fcllendes. Seine Frau Suna Tinz wei\u00df, dass nicht jeder f\u00fcr die Arbeit auf dem Weihnachtsmarkt gemacht ist: \u201eIch finde, man muss der Typ daf\u00fcr sein. Dieses Marktleben \u2013 das muss man irgendwie im Blut haben.\u201c <\/p>\n<p>Mikrokosmos Weihnachtsmarkt <\/p>\n<p>Zwischen den St\u00e4nden entwickelt sich in all den Wochen ein eigener Mikrokosmos. Man kennt sich, man hilft sich, man teilt Tee, Kuchen \u2013 und kalte Finger. \u201eMan sieht sich jeden Tag. Man hilft sich, wenn jemand etwas braucht. Das ist das Sch\u00f6ne \u2013 dass es immer die gleichen sind\u201c, sagt Christian Tinz. <\/p>\n<p>Auch die Kundinnen und Kunden kommen Jahr f\u00fcr Jahr wieder. Sehr zur Freude der Standbetreiber. \u201eEs ist sch\u00f6n, jedes Jahr wieder bekannte Gesichter zu sehen\u201c, erz\u00e4hlt er. Manche besuchen sogar nur diesen Stand \u2013 um neue Springerle-Model zu kaufen oder einfach, um \u201eHallo\u201c zu sagen. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.59c5c3b5-1cc0-4b65-a11d-c33e8ffcd89e.original1024.media.jpeg\"\/>     \u201eNein, das ist keine Schokolade\u201c \u2013 auf den ersten Blick verwechseln viele Besucher den Weihnachtswachsschmuck mit S\u00fc\u00dfwaren.    Foto: Leif Piechowski    <\/p>\n<p>\u00a0Leerlauf hat er kaum an seinem Stand: Waren ordnen, aufr\u00e4umen, mit den Kunden sprechen, Springerle erkl\u00e4ren. Gerade letztes passiert oft. Viele Besucher fragen zuerst, ob die Wachsmodel aus Schokolade seien. Andere erkennen die traditionellen Motive sofort wieder \u2013 Erinnerungen an die Gro\u00dfm\u00fctter, an die Weihnachtsb\u00e4ckereien, an die Kindheit. <\/p>\n<p>Hergestellt wird der Wachsschmuck schon lange vor dem ersten Advent. \u201eIm Fr\u00fchjahr f\u00e4ngt die Produktion an. Im Sommer geht wegen der Hitze fast nichts\u201c, erz\u00e4hlt er. <\/p>\n<p>Bis ein Wachsbild fertig ist, hat man es mehrmals in der Hand. Es wird gegossen, die R\u00e4nder werden glatt gearbeitet, Patina aufgetragen und wieder entfernt, am Ende poliert und mit Reispapier hinterlegt. Das ist eine Menge Arbeit.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.2b3c8e3d-2b9b-41b1-b4ac-9f5f85c70ab8.original1024.media.jpeg\"\/>     Irmgard Tinz auf dem Weihnachtsmarkt 2019: Zwischen selbstgebackenen Springerle ist sie in ihrem Element.    Foto: Leif Piechowski    <\/p>\n<p>Aber f\u00fcr Christian Tinz lohnt es sich. Auf dem Weihnachtsmarkt erlebt man viel \u2013 wie \u00fcberall dort, wo Menschen sich begegnen. Besonders viel los ist meist am letzten Adventswochenende. Da kann es dann auch mal hektisch werden. \u201eDa f\u00e4llt auch dem Letzten ein, dass er mal Weihnachtsgeschenke besorgen sollte\u201c, sagt Tinz und schmunzelt.<\/p>\n<p> Das Verm\u00e4chtnis seiner Mutter <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Christian Tinz heute den Verkauf \u00fcbernimmt, ist die Geschichte des Standes ohne seine Mutter nicht zu erz\u00e4hlen. Irmgard Tinz backt bis heute Springerle \u2013 morgens und abends, wie sie es seit Jahrzehnten tut. Viele ihrer Kundinnen und Kunden kennen sie pers\u00f6nlich, manche kaufen \u201eihre\u201c Springerle seit ihrer Kindheit. Sie ist eine der letzten ihrer Art, eine der letzten traditionellen Wachsbildnerinnen im s\u00fcddeutschen Raum. <\/p>\n<p>Alles stellt sie bis heute nach alter Handwerkskunst her. \u201eHandarbeit\u201c \u2013 ein Wort, das am Schillerplatz noch Gewicht hat. Und eines, das wieder gefragt ist: \u201eMan merkt, dass die Menschen wieder Wert auf Handgemachtes legen\u201c, sagt ihr Sohn, \u201edas ist wirklich sch\u00f6n\u201c.\ufeff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In zweiter Generation: Christian Tinz f\u00fchrt jetzt den Stand seiner Mutter auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt weiter.\u00a0Foto: Ferdinando Iannone&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":615337,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[22083,1634,3364,29,30,617,146126,1441,843,8497,102074,146127],"class_list":{"0":"post-615336","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-alltag","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-handwerk","14":"tag-springerle","15":"tag-stuttgart","16":"tag-verkauf","17":"tag-weihnachtsmarkt","18":"tag-weihnachtsmaerkte","19":"tag-weihnachtsstaende"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115643796798138378","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/615336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=615336"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/615336\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/615337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=615336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=615336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=615336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}