{"id":615469,"date":"2025-12-01T11:39:22","date_gmt":"2025-12-01T11:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615469\/"},"modified":"2025-12-01T11:39:22","modified_gmt":"2025-12-01T11:39:22","slug":"leipzigs-umweltverbaende-fuehlen-sich-bei-parkpflegekonzepten-ausgebootet-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615469\/","title":{"rendered":"Leipzigs Umweltverb\u00e4nde f\u00fchlen sich bei Parkpflegekonzepten ausgebootet \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Auch so kann man Jubil\u00e4en feiern. In diesem Fall ein Zehnj\u00e4hriges: Denn schon 2015 beschloss der Stadtrat die Entwicklung eines neuen Pflegekonzepts f\u00fcr Leipzigs Parkanlagen. Die Leipziger Umweltverb\u00e4nde hatten l\u00e4ngst Alarm geschlagen, denn auch in Leipzig ist die Biodiversit\u00e4t l\u00e4ngst unter Druck, ist das Insektensterben \u00fcberall sp\u00fcrbar. Die Parks m\u00fcssten also ganz anders, viel schonender bewirtschaftet werden. 2017 musste der Stadtrat den Auftrag noch einmal erneuern. Und trotzdem haben die Umweltverb\u00e4nde 2025 das Gef\u00fchl, dass sich nicht wirklich etwas bewegt.<\/p>\n<p>Jedenfalls nicht schnell genug, auch wenn es inzwischen einzelne ver\u00e4nderte Bewirtschaftungsma\u00dfnahmen gibt und auch die Bl\u00fchwiesen in einzelnen Parks angelegt wurden, die ein wenig zur Insektenvielfalt beitragen.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2a2499aba0014dcabf85ae068d5eca30.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/12\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/12\/1\"\/><\/p>\n<p>Aber beauftragt hatte der Stadtrat die Verwaltung eigentlich damit, ordentliche Pflegehandb\u00fccher auch f\u00fcr die gro\u00dfen Parks zu entwickeln und die Umweltverb\u00e4nde mit einzubinden. Was ganz offensichtlich eine nicht so einfache Sache ist. Um Umweltb\u00fcrgermeister Heiko Rosenthal da zu zitieren, der am 26. November in der Einwohnerfragestunde Rede und Antwort stehen sollte: \u201eEs gibt da eine andere fachliche Einsch\u00e4tzung in der Amtsleitung.\u201c<\/p>\n<p>Womit er best\u00e4tigte, was Cornelius H\u00f6lzel, der f\u00fcr den BUND Leipzig nachfragte, auch schon vermutet hatte. So richtig reibungslos ist die Zusammenarbeit des Amtes f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser mit BUND Leipzig, NABU Leipzig und \u00d6kol\u00f6we n\u00e4mlich nicht. Und deshalb dauert die Ausarbeitung von Pflegehandb\u00fcchern f\u00fcr die Parks auch so lange.<\/p>\n<p>Sporadische Treffen bis 2022<\/p>\n<p>\u201eIm Jahr 2015\/17 wurde vom Leipziger Stadtrat beschlossen, ein Pflegekonzept f\u00fcr die Parkanlagen Clara-Zetkin-Park und Johannapark zu entwickeln. Dieses soll die Zielstellungen 1) Erholungsnutzen, 2) Denkmalschutz und 3) Biodiversit\u00e4t ber\u00fccksichtigen und Empfehlungen zur nachhaltigen Entwicklung und Pflege geben, welche auf alle Gr\u00fcnanlagen der Stadt \u00fcbertragbar sind\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027509&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2179738\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">hatte H\u00f6lzel in der Einwohneranfrage f\u00fcr den BUND Leipzig formuliert<\/a>.<\/p>\n<p>\u201eIm Jahr 2017 folgte eine Aktualisierung des Rats-Beschlusses und eine Erg\u00e4nzung zur Beteiligung der anerkannten Umweltverb\u00e4nde (VI-DS-03419). Seit 2019 finden diesbez\u00fcglich sporadische Treffen statt.<\/p>\n<p>Die beschr\u00e4nkte Beteiligung der Umweltverb\u00e4nde zum Parkpflegekonzept im Johannapark wurde bereits 2022 abgeschlossen. Die Umsetzung praktischer Ma\u00dfnahmen als\u00a0\u201aPilotprojekte\u2018\u00a0umfasst bisher lediglich zwei Neuanlagen von Wiesen im Johannapark sowie einige Geh\u00f6lzpflanzungen, welche aufgrund des Primats \u201aGartendenkmal\u2018 nur einen geringen Beitrag zur Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderung leisten.<\/p>\n<p>Eine Beteiligung der Umweltverb\u00e4nde hinsichtlich des Clara-Zetkin-Parks findet entgegen des Stadtratsbeschlusses \u00fcberhaupt nicht statt \u2013 obwohl die Umweltverb\u00e4nde dies regelm\u00e4\u00dfig anmahnen.\u201c<\/p>\n<p>Aus Amtssicht ein intensiver Beteiligungsprozess<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027736&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser war sich in seiner Antwort dann ziemlich sicher:<\/a> \u201eDie Naturschutzverb\u00e4nde wurden gem\u00e4\u00df Stadtratsbeschluss im Rahmen eines intensiven Prozesses beteiligt. Mit den vorhandenen Ressourcen sollte zun\u00e4chst das Pflegehandbuch der kleineren Gr\u00fcn- und Parkanlage fertiggestellt werden.\u201c<\/p>\n<p>Genau das aber bezweifelte H\u00f6lzel. Seit 2022 habe man aus dem Amt quasi gar kein Lebenszeichen mehr vernommen. Von einer intensiven Zusammenarbeit k\u00f6nne keine Rede sein. 2023 h\u00e4tten die Umweltverb\u00e4nde auch eine Liste vorgelegt mit heimischen Pflanzen, die vor dem Hintergrund von Klimawandel und Biodiversit\u00e4t in den Leipziger Parks gepflanzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber gerade hier hat das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser eigene Vorstellungen, worauf sich dann auch Rosenthals Aussage bezog. So recht will man also offensichtlich mit der Fachkompetenz der Leipziger Umweltverb\u00e4nde nicht arbeiten, schreibt auch die Handb\u00fccher f\u00fcr die Parks lieber hinter verschlossenen T\u00fcren.<\/p>\n<p>Eins soll zumindest 2026 endlich fertig werden: \u201eDas Pflegehandbuch Johannapark inkl. der Anlagen Fachbeitrag Biodiversit\u00e4t, Liste Geh\u00f6lze und Liste Beetpflanzen wird aktuell fertiggestellt und soll im Fr\u00fchjahr 2026 dem Stadtrat vorgelegt werden. Eine Nutzung f\u00fcr die Begr\u00fcnungssatzung ist damit nicht verbunden\u201c, erkl\u00e4rt das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser.<\/p>\n<p>Vielleicht was f\u00fcr den Naturschutzbeirat?<\/p>\n<p>Auf H\u00f6lzels Nachfrage, wann dann das Pflegehandbuch f\u00fcr den Clara-Zetkin-Park folgen w\u00fcrde, hatte Umweltb\u00fcrgermeister Heiko Rosenthal am 26. November keine Antwort. Und da auch andere Nachfragen von H\u00f6lzel offen blieben, lud Rosenthal die Umweltverb\u00e4nde zum Gespr\u00e4ch ein, vielleicht auch zum Gespr\u00e4ch im Naturschutzbeirat, wo dann der zust\u00e4ndige Amtsleiter s\u00e4\u00dfe.<\/p>\n<p>Eine zumindest erstaunliche Einladung, denn der Leipziger Naturschutzbeirat wurde ja auf Beschluss des Stadtrates extra 2012 gegr\u00fcndet, damit die \u201eUmweltverwaltung in wichtigen naturschutzrelevanten Fragen\u201c durch die anerkannten Naturschutzverb\u00e4nde beraten werden kann.<\/p>\n<p>Damals sagte Heiko Rosenthal selbst: \u201eHauptaufgabe ist es, die untere Naturschutzbeh\u00f6rde durch Vorschl\u00e4ge und Anregungen fachlich zu unterst\u00fctzen und Fehlentwicklungen in Natur und Landschaft entgegenzuwirken. Mit der besseren Darstellung der Position des Naturschutzes erh\u00f6ht sich auch die fachliche und inhaltliche Qualit\u00e4t von Verwaltungsentscheidungen.\u201c<\/p>\n<p>Genau das aber scheint nicht zu funktionieren. Die Anfrage aus dem BUND Leipzig war also auch ein gewisser Unmutshinweis, dass die versprochene Zusammenarbeit nicht wirklich funktioniert und schon gar nicht intensiv ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch so kann man Jubil\u00e4en feiern. 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