{"id":615891,"date":"2025-12-01T15:48:27","date_gmt":"2025-12-01T15:48:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615891\/"},"modified":"2025-12-01T15:48:27","modified_gmt":"2025-12-01T15:48:27","slug":"sprengel-museum-in-hannover-zeigt-love-you-to-infinity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615891\/","title":{"rendered":"Sprengel Museum in Hannover zeigt Love you to infinity"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Im Sprengel-Museum lachen die Blumen: Sie haben bunte Bl\u00e4tter, kleine Augen und ein breites L\u00e4cheln im Gesicht. In verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen ziehen sie sich \u00fcber eine vier Meter hohe Wand \u2013 und als wenn das noch nicht genug Farbe w\u00e4re, stehen davor zwei Blumenskulpturen und lenken winkend die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Doch die Fratze der \u00fcberdimensionalen Pflanze macht schnell klar, dass mehr hinter dem kindlich-fr\u00f6hlichen Schein liegen muss.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ihr Sch\u00f6pfer ist der japanische K\u00fcnstler Takashi Murakami (geboren 1962), der nicht nur f\u00fcr seine Emoji-Blumen bekannt ist, sondern auch f\u00fcr seine \u00c4sthetik, bei der er traditionelle japanische Kunst mit zeitgen\u00f6ssischen Themen aus der Popkultur verbindet. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seine Werke sind nun mit Arbeiten von Yayoi Kusama (1929) und Niki de Saint Phalle (1930\u20132002) in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/hannover\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hannover<\/a> zu sehen\u00a0\u2013 es ist zum ersten Mal, dass die drei K\u00fcnstler in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen sind. Als Kunstikonen sind sie l\u00e4ngst auch in der Popkultur angekommen\u00a0\u2013 und so \u00fcberrascht es kaum, dass \u201eLove you for infinity\u201c, so der Titel der Schau, schon jetzt als Blockbuster-Ausstellung gilt. Seit der Er\u00f6ffnung im September wurde so viel Publikum angezogen, dass das Museum sogar seine Besuchszeiten verl\u00e4ngert hat. Ein sch\u00f6ner Erfolg: Denn mit der bildgewaltigen und aufwendig inszenierten Schau feiert das Sprengel-Museum ein besonderes Jubil\u00e4um. Vor 25\u00a0Jahren hat es mehr als 400\u00a0Arbeiten von Niki de Saint Phalle geschenkt bekommen und besitzt seitdem die weltweit gr\u00f6\u00dfte \u00f6ffentliche Sammlung der Malerin. Doch statt einer einfachen Retrospektive hat sich das Team f\u00fcr eine Gegen\u00fcberstellung jener drei Positionen entschieden. Und die passen nicht nur \u00e4sthetisch, sondern auch inhaltlich gut zusammen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gleich am Anfang des Rundgangs stellen sich die drei Kunststars mit ihren Markenzeichen vor: Neben Murakamis Emoji-Flowers ist da ein mit Punkten besetzter K\u00fcrbis von Yayoi Kusama und die bunte Nana \u201eGwendolyn\u201c von Niki de Saint Phalle. Insgesamt sind es 120\u00a0Exponate, die auf 2000\u00a0Quadratmetern entdeckt werden k\u00f6nnen. Unterteilt sind sie in Themenr\u00e4ume, die mal von Liebe, mal von Sexualit\u00e4t, von gro\u00dfen Utopien oder dem Bezug zum Kommerz handeln. Immer wieder lernen die Besucher dabei auch Neues oder entdecken fast Vergessenes: Niki, so wird die K\u00fcnstlerin kurz genannt, ist zwar heute vor allen Dingen f\u00fcr die Nana Figuren ber\u00fchmt, bekannt wurde sie aber in den 1960er-Jahren mit ihren \u201eSchie\u00dfbildern.\u201c Sie schoss auf Farbbeutel, die sich in Objekten und Skulpturen verbargen\u00a0\u2013 und rebellierte damit gegen traditionelle Kunstformen. \u00dcberhaupt wird auch ein Blick hinter die augenscheinlich fr\u00f6hliche Fassade der drei Ikonen geworfen. Kusama lebt freiwillig in einer Psychiatrie, seit ihrer Kindheit leidet sie unter anderem an Halluzinationen. Dass sie viele Gegenst\u00e4nde mit ihren ber\u00fchmten \u201ePolka Dots\u201c versieht, liegt auch daran, dass sie ihnen damit das Furchterregende nehmen m\u00f6chte. In Drachen-Kreationen stellt Niki sich ihren \u00c4ngsten und Murakami schafft Figuren, die in ihrer Niedlichkeit zugleich verst\u00f6rend wirken.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zum Abschluss gibt es ein gro\u00dfes Finale: Wer den letzten Raum betritt, findet sich in der Unendlichkeit wieder. Mit einem Spiegelboden, in denen sich die Skulpturen verdoppeln, bekommen die Besucher einen Eindruck davon, was es hei\u00dft, keinen Anfang und kein Ende zu kennen. F\u00fcr noch mehr Unendlichkeitsgef\u00fchl k\u00f6nnen sie eine Minute lang einen Infinity Room von Yayoi Kusama betreten\u00a0\u2013 sie hat mehrere solcher Installationen geschaffen. Und weil diese sich so gut f\u00fcr <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/instagram\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instagram<\/a> fotografieren lassen, wurde sie damit zum Social-Media-Star.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Raus aus der Unendlichkeit erfahren die Besucher, wie es im Inneren von Nikis Skulpturen aussieht. Ihr glitzernder Totenkopf \u201eSkull\u201c wird nicht umsonst \u201eMeditation Room\u201c genannt. Niki l\u00e4dt nicht nur zum Betreten, sondern auch zum Platznehmen und Philosophieren \u00fcber Leben und Tod ein. Entstanden ist die Arbeit, als sie sich intensiv mit dem Tod auseinandersetzte\u00a0\u2013 damals n\u00e4mlich waren einige ihrer Bekannten an Aids gestorben. Umso tr\u00f6stender die Botschaft, mit der sie die Besucher aus der Ausstellung entl\u00e4sst. Gleich unter dem \u201eExit-Schild\u201c h\u00e4ngt ein Bild von ihr mit der Zeile: \u201eDer Tod existiert nicht, das Leben ist ewig.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Sprengel-Museum lachen die Blumen: Sie haben bunte Bl\u00e4tter, kleine Augen und ein breites L\u00e4cheln im Gesicht. 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