{"id":615942,"date":"2025-12-01T16:14:16","date_gmt":"2025-12-01T16:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615942\/"},"modified":"2025-12-01T16:14:16","modified_gmt":"2025-12-01T16:14:16","slug":"mehr-als-ein-dutzend-silvester-verfahren-nicht-abgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/615942\/","title":{"rendered":"Mehr als ein Dutzend Silvester-Verfahren nicht abgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Einen Monat vor Silvester besch\u00e4ftigen noch immer Straftaten vom vergangenen Jahreswechsel die Justiz. Bei der Staatsanwaltschaft Berlin sind 15 Verfahren offen, wie Sprecher Michael Petzold auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dazu z\u00e4hlen etwa die Ermittlungen zu Explosionen sogenannter Kugelbomben in Sch\u00f6neberg und Tegel. Insgesamt wurden den Angaben nach 576 Verfahren zu silvestertypischen Delikten nach dem vergangenen Jahreswechsel in Berlin eingeleitet.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In 83 F\u00e4llen erhob die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben eine Anklage. In 45 F\u00e4llen beantragte sie eine Bestrafung per Strafbefehl, also ohne m\u00fcndliche Verhandlung vor Gericht. Neunmal beantragte die Beh\u00f6rde ein sogenanntes vereinfachtes Jugendverfahren, bei dem ein Jugendrichter \u00fcber Ma\u00dfnahmen entscheidet.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein Gro\u00dfteil der F\u00e4lle (343) wurde eingestellt &#8211; h\u00e4ufig, weil die T\u00e4ter nicht ermittelt werden konnten. In vielen F\u00e4llen aber auch, weil es um Jugendliche ging, die erstmals aufgefallen waren und die Straftat nicht erheblich war. Teils wurden aber auch Verfahren mit anderen Ermittlungsverfahren gegen identische Verd\u00e4chtige verbunden oder wegen des Wohnsitzes an andere Staatsanwaltschaften in Deutschland abgegeben.<\/p>\n<p>Weitere Verd\u00e4chtige zu Kugelbomben<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Als komplex stellen sich die Ermittlungen dar, die nach der Silvesternacht f\u00fcr Schlagzeilen sorgten: Nach der Explosion sogenannter Kugelbomben in der Vorbergstra\u00dfe in Sch\u00f6neberg ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen gegen 13 mutma\u00dfliche T\u00e4ter, wie Sprecher Petzold sagte.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zuletzt hatte es Ende Juli Durchsuchungen bei drei Verd\u00e4chtigen im Alter von 18, 24 und 26 Jahren gegeben. \u201eDie Auswertung der sichergestellten elektronischen Datentr\u00e4ger dauert an\u201c, so Sprecher Petzold.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bei der heftigen Detonation waren in der Silvesternacht vor einem Jahr nach Polizeiangaben f\u00fcnf Menschen verletzt worden. Zahlreiche H\u00e4userfassaden wurden schwer besch\u00e4digt, Fenster gingen massenhaft zu Bruch.\u00a0<\/p>\n<p>Bleibende Sch\u00e4den bei Opfern<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch im Fall eines illegalen B\u00f6llers, der im Bottroper Weg in Tegel explodierte, dauern die Ermittlungen gegen einen Jugendlichen laut Staatsanwaltschaft an. Bei dem damals 17-J\u00e4hrigen gab es bereits im Januar eine Durchsuchung.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Er steht im Verdacht, am 1. Januar kurz nach Mitternacht inmitten einer Menschenmenge \u201eden pyrotechnischen Gegenstand in einem Abschussrohr aus Glasfaserkunststoff gez\u00fcndet zu haben\u201c, wie es seinerzeit von Polizei und Staatsanwaltschaft hie\u00df. Ein siebenj\u00e4hriger Junge wurde lebensgef\u00e4hrlich verletzt und musste bis heute mehrfach operiert werden. Ein 41-j\u00e4hriger Mann erlitt Verletzungen an Bein und Hand, auch er wurde mehrmals operiert. In beiden F\u00e4llen sind bleibende gesundheitliche Sch\u00e4den zu erwarten.<\/p>\n<p>Influencer besch\u00e4ftigt Justiz weiter<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch der Fall eines Influencers, der eine Silvesterrakete auf eine Berliner Wohnung abgeschossen hat und damit bundesweit Aufmerksamkeit erlangte, ist f\u00fcr die Justiz nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Berlin will das Urteil des Landgerichts nicht akzeptieren und hat dagegen Revision eingereicht. Dar\u00fcber ist bisher nicht entschieden worden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Landgericht hatte den Influencer am 9. April wegen Sachbesch\u00e4digung zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Anders als die Staatsanwaltschaft war sie nicht von einer versuchten schweren Brandstiftung und versuchter gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung ausgegangen. Aus Sicht des Gerichts lie\u00df sich keine vors\u00e4tzliche Tat beweisen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der damals 23-J\u00e4hrige aus dem Westjordanland hatte Berlin besucht. Kurze Zeit nach der Verurteilung verlie\u00df er Deutschland, um nach Hause zu reisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einen Monat vor Silvester besch\u00e4ftigen noch immer Straftaten vom vergangenen Jahreswechsel die Justiz. 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