{"id":616,"date":"2025-03-31T19:58:08","date_gmt":"2025-03-31T19:58:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/616\/"},"modified":"2025-03-31T19:58:08","modified_gmt":"2025-03-31T19:58:08","slug":"wehrpflicht-oder-neuer-wehrdienst-welche-vorschlaege-gibt-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/616\/","title":{"rendered":"Wehrpflicht oder &#8222;neuer Wehrdienst&#8220;: Welche Vorschl\u00e4ge gibt es?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 31.03.2025 19:43 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Union will die R\u00fcckkehr zur Wehrpflicht, die SPD pl\u00e4diert hingegen f\u00fcr einen auf Freiwilligkeit basierenden &#8222;neuen Wehrdienst&#8220; &#8211; auch von den Gr\u00fcnen kommt ein Vorschlag. Worum es geht und wer welche Forderungen hat.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas schwedische Modell, ein Dienstjahr f\u00fcr Deutschland, Reaktivierung der Wehrpflicht von 2011: Sp\u00e4testens seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 diskutiert Deutschland \u00fcber die Wiedereinf\u00fchrung einer Wehrpflicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch in welcher Form? Das ist nicht nur in den aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD umstritten.<\/p>\n<p>    Warum diese Diskussion jetzt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit den Finanzpaket bekommt die Bundeswehr k\u00fcnftig mehr Mittel &#8211; Milliarden stehen f\u00fcr Investitionen in die R\u00fcstung bereit. Beim Personal k\u00f6nnte es allerdings Probleme geben. Die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva H\u00f6gl (SPD), sagte im <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/berlin-debatte-um-wehrpflicht-interview-eva-hoegl-spd-wehrbeauftragte-100.html\" title=\"Interview H\u00f6gl \" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschlandfunk<\/a>: &#8222;Die Bundeswehr muss vollst\u00e4ndig einsatzbereit aufgestellt werden, und daf\u00fcr braucht sie vor allem Personal.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, warnt vor einem Soldatenmangel. Eine personell gesicherte Verteidigungsf\u00e4higkeit Deutschlands wird seiner Ansicht nach ohne irgendeine Art von Verpflichtung in naher Zukunft nur schwer m\u00f6glich sein. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Breuer Anfang M\u00e4rz, derzeit fehlten der Bundeswehr rund 100.000 Soldaten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZivile Verb\u00e4nde verweisen zudem auf eine angespannte Lage im Bev\u00f6lkerungsschutz. Deutsches Rotes Kreuz, DLRG, Johanniter, Malteser und Arbeiter-Samariter-Bund teilten j\u00fcngst in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung mit, Deutschland sei in seiner aktuellen Verfassung dramatisch verwundbar. &#8222;Um einen zukunftssicheren Bev\u00f6lkerungsschutz aufzustellen, muss eine neue Bundesregierung dringend handeln&#8220;, hie\u00df es. Die Verb\u00e4nde fordern unter anderem eine F\u00f6rderung der Freiwilligendienste, nicht zuletzt zur Nachwuchsgewinnung.<\/p>\n<p>    Was fordert die Union?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Union kann sich die R\u00fcckkehr zu einer echten Wehrpflicht vorstellen. In ihrem Grundsatzprogramm fordert sie: &#8222;Deutschland muss sich den Realit\u00e4ten der ver\u00e4nderten Weltlage stellen und dabei auch seiner F\u00fchrungsverantwortung gerecht werden.&#8220; Um das Land, aber auch EU und NATO mit den Partnern zu verteidigen, spricht sich die Partei daf\u00fcr aus, die seit 2011 geltende Aussetzung der Wehrpflicht schrittweise zur\u00fcckzunehmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr die Union ist klar: &#8222;Bis zu dieser Umsetzung fordern wir zur St\u00e4rkung der personellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr die Einf\u00fchrung einer Kontingentwehrpflicht. Die Jahrzehnte der Friedensdividende sind vorbei.&#8220; Angesichts der sich ver\u00e4ndernden Bedrohungslage forderte etwa der CSU-Politiker Florian Hahn zuletzt mehr Tempo bei der Wiedereinf\u00fchrung einer Wehrpflicht. Die Aussetzung der Wehrpflicht passe nicht mehr zur aktuellen Gef\u00e4hrdungslage.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZudem will die Union ein verpflichtendes Dienstjahr f\u00fcr alle &#8211; M\u00e4nner und Frauen &#8211; einf\u00fchren. Wer nicht zur Bundeswehr m\u00f6chte, muss sein &#8222;Gesellschaftsjahr&#8220; bei sozialen, kulturellen oder \u00f6kologischen Einrichtungen ableisten &#8211; entsprechend dem fr\u00fcheren Zivildienst.<\/p>\n<p>    Was fordert die SPD?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGegen eine sofortige R\u00fcckkehr zur Wehrpflicht hatte sich Verteidigungsminister Boris Pistorius Anfang M\u00e4rz <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/pistorius-interview-tt-102.html\" title=\"Pistorius zum Finanzpaket: &quot;Wichtiger Schritt - aber noch kein Vertrag&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in den tagesthemen ausgesprochen<\/a>: &#8222;Wir haben gar keine Kasernen in der gro\u00dfen Zahl, die wir br\u00e4uchten, um alle Wehrpflichtigen eines Jahrgangs tats\u00e4chlich einziehen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer m\u00f6gliche CDU-Koalitionspartner SPD h\u00e4lt zwar ebenfalls einen neuen Wehrdienst f\u00fcr notwendig &#8211; aber flexibel sollte er sein. &#8222;Der neue Wehrdienst soll auf Freiwilligkeit basieren und sich dabei am Bedarf der Bundeswehr orientieren. Es m\u00fcssen z\u00fcgig die Grundlagen f\u00fcr eine Wehrerfassung geschaffen werden&#8220;, hei\u00dft es im SPD-Regierungsprogramm.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin entsprechender Gesetzentwurf, mit dem k\u00fcnftig alle wehrf\u00e4higen jungen M\u00e4nner verpflichtend erfasst werden sollten, wurde aufgrund der vorgezogenen Neuwahl nicht mehr verabschiedet. Die Idee: Man erfasst alle, die wehrf\u00e4hig sind, zieht aber nur die Zahl ein, die man ben\u00f6tigt und zuallererst die, die es selbst wollen. Als Vorbild diente der Ampelregierung das sogenannte schwedische Modell.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr f\u00fcr alle, wie von Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen, kann man sich in der SPD vorstellen &#8211; &#8222;nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch im sozialen Bereich, im kulturellen Bereich, im Umweltbereich&#8220;, so Wehrbeauftragte H\u00f6gl.<\/p>\n<p>    Was ist das schwedische Modell?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Schweden m\u00fcssen M\u00e4nner und Frauen bei Erreichen des 18. Lebensjahres einen Fragebogen zur Armee ausf\u00fcllen. Gemessen an den Antworten wird ein Anteil der jungen Menschen zur Musterung geladen, und wieder ein Anteil der Eingeladenen tats\u00e4chlich gezogen &#8211; im Normalfall sieben Prozent eines Jahrgangs, die ohnehin Interesse ge\u00e4u\u00dfert haben.<\/p>\n<p>    Welche anderen Vorschl\u00e4ge gibt es?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Gr\u00fcnen machen einen eigenen Vorschlag: Sie sprechen sich f\u00fcr einen verpflichtenden &#8222;Freiheitsdienst&#8220; aus. Die Fraktionschefin im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, und der innenpolitische Sprecher Florian Siekmann, pl\u00e4dierten am Sonntag in sozialen Netzwerken f\u00fcr einen Freiheitsdienst f\u00fcr alle im Alter zwischen 18 und 67 Jahren. Der sechsmonatige Dienst solle als Wehrdienst, beim Bev\u00f6lkerungsschutz oder als Gesellschaftsdienst abgeleistet werden. Schon abgeleistete Dienste oder bestimmte ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten sollen angerechnet werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie AfD spricht sich klar f\u00fcr eine Reaktivierung der Wehrpflicht aus. Parteichefin Alice Weidel forderte im Wahlkampf eine zweij\u00e4hrige Wehrpflicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Linke lehnt die Wehrpflicht dagegen kategorisch ab. Die Aussetzung unter Kanzlerin Angela Merkel sei &#8222;ein zivilisatorischer Fortschritt&#8220; gewesen, sagte Parteivorsitzende Ines Schwerdtner.\u00a0<\/p>\n<p>    Wie stehen Jugendliche zu einer m\u00f6glichen Dienstpflicht?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bereitschaft junger Menschen, sich \u00fcberhaupt auf eine Dienstpflicht einzulassen, scheint gering zu sein. Laut einer Yougov-Umfrage von Anfang M\u00e4rz bef\u00fcrworten zwar rund 58 Prozent der Deutschen eine Wehrpflicht. Die 18- bis 29-J\u00e4hrigen, im Zweifel selbst betroffen, lehnen eine Wehrpflicht aber zu 61 Prozent ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Deutsche Bundesjugendring hatte vergangenes Jahr erkl\u00e4rt, junge Menschen m\u00fcssten sich frei f\u00fcr einen Dienst oder dagegen entscheiden d\u00fcrfen, egal ob milit\u00e4risch oder zivil. Gleichzeitig sollten bereits bestehende Freiwilligendienste gest\u00e4rkt werden. Zudem kritisierten Verb\u00e4nde, an der Diskussion um eine Dienstpflicht w\u00fcrden junge Menschen zu wenig beteiligt.<\/p>\n<p>    Kann man zum Dienst an der Waffe gezwungen werden?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNein, in Deutschland muss niemand gegen seinen Willen an der Waffe dienen. Selbst in einem sogenannten Spannungs- oder Verteidigungsfall gilt zwar Artikel 12 des Grundgesetzes, wonach M\u00e4nner ab 18 Jahren zu einem Dienst &#8222;in den Streitkr\u00e4ften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband&#8220; verpflichtet werden k\u00f6nnen. Davor, am Ende unfreiwillig in den Krieg zu ziehen, sch\u00fctzt aber Artikel 4: &#8222;Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPersonen, die einen milit\u00e4rischen Einsatz nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren k\u00f6nnen, haben bereits jetzt die M\u00f6glichkeit, beim \u00f6rtlichen Karrierecenter der Bundeswehr einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen. Ein Weg, den laut Bundesamt f\u00fcr Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben im vergangenen Jahr 2.241 Menschen gegangen sind &#8211; mehr als doppelt so viele also noch 2022.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 31.03.2025 19:43 Uhr Die Union will die R\u00fcckkehr zur Wehrpflicht, die SPD pl\u00e4diert hingegen f\u00fcr einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":617,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[29,782,30,13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-616","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-deutschland","9":"tag-faq","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/616","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=616"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/616\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=616"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=616"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=616"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}