{"id":616027,"date":"2025-12-01T17:02:20","date_gmt":"2025-12-01T17:02:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/616027\/"},"modified":"2025-12-01T17:02:20","modified_gmt":"2025-12-01T17:02:20","slug":"sipri-bericht-ruestungsumsaetze-grosse-profiteure-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/616027\/","title":{"rendered":"Sipri-Bericht \u2013 R\u00fcstungsums\u00e4tze: Gro\u00dfe Profiteure in Europa"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img314935\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/314935.jpeg\" alt=\"Artilleriemunitionherstellung im brandneuen Werk von Rheinmetall in Unterl\u00fc\u00df\"\/><\/p>\n<p>Artilleriemunitionherstellung im brandneuen Werk von Rheinmetall in Unterl\u00fc\u00df<\/p>\n<p>Foto:  IMAGO\/Noah Wedel<\/p>\n<p>Der am Montag ver\u00f6ffentlichte Bericht des <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190896.sipri-milliarden-fuer-das-militaer-schlechte-neue-ruestungswelt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri<\/a> zu den 100 gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungsfirmen zeigt: <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1191942.sipri-bericht-nukleares-wettruesten-toedliche-truempfe.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Waffenhandel ist in diesen Zeiten das lukrativste Gesch\u00e4ft<\/a>. Laut dem Report erh\u00f6hten sich die Ums\u00e4tze der 100 gr\u00f6\u00dften Unternehmen der Branche im vergangenen Jahr erneut um knapp sechs Prozent. Sie erreichten mit insgesamt 679 Milliarden US-Dollar (585,57 Milliarden Euro) eine neue Rekordmarke.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190856.ruestungskosten-sipri-zahlen-weltweite-militaerausgaben-auf-rekordniveau.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcberdurchschnittlich wuchsen die Einnahmen der 26 gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Unternehmen<\/a> mit Ausnahme Russlands, n\u00e4mlich um 13 Prozent auf 151 Milliarden US-Dollar (130 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahr. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1181676.militaerausgaben-sipri-bericht-die-ruestungsspirale-kennt-kein-ende.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Innerhalb Europas wiederum profitierten die deutschen Firmen am st\u00e4rksten<\/a>. Die vier deutschen Unternehmen in der Sipri-Liste \u2013 Rheinmetall, Diehl, Thyssen Krupp Marine Systems und Hensoldt \u2013 hatten sogar ein Umsatzplus von 36 Prozent und nahmen mit Waffendeals 14,9 Milliarden Dollar (12,9 Milliarden Euro) ein.<\/p>\n<p>Deutscher Primus ist Rheinmetall mit 8,2 Milliarden Dollar Umsatz (plus 47 Prozent). Das Unternehmen r\u00fcckte in der Top-100-Liste um sechs R\u00e4nge auf Platz 20 vor. Das Unternehmen ist gr\u00f6\u00dfter Auftragnehmer des Bundes bei Munition und Panzern. Konzernchef Armin Papperger hatte im Februar 2024 angek\u00fcndigt, die Produktion von Artilleriemunition mindestens zu verdoppeln. Eine neue Munitionsfabrik am Hauptsitz Unterl\u00fc\u00df wurde im August er\u00f6ffnet, eine weitere in Litauen soll im kommenden Jahr die Produktion aufnehmen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>Allein 39 der 100 gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungskonzerne befinden sich in den USA. Auf sie entfiel fast die H\u00e4lfte des Umsatzes.<\/p>\n<p>&#13;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Prozentual wuchs der R\u00fcstungsumsatz von Diehl noch st\u00e4rker als bei Rheinmetall, n\u00e4mlich um 53 Prozent auf 2,11 Milliarden Dollar. Thyssen Krupp nahm 2,29 Milliarden Dollar ein (plus zw\u00f6lf Prozent), Hensoldt 2,24 Milliarden Dollar (plus 18 Prozent).<\/p>\n<p>Sipri-Forscherin Jade Guiberteau Ricard sagte der Nachrichtenagentur AFP, die besonders starke Erh\u00f6hung der Ums\u00e4tze in Europa stehe im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und der \u00bbWahrnehmung der Bedrohung durch Russland\u00ab. Neben der Nachfrage nach Waffen durch die Ukraine sorge auch das Wiederauff\u00fcllen von Best\u00e4nden in jenen L\u00e4ndern, die der Ukraine Waffen liefern, f\u00fcr wachsende Ums\u00e4tze. Dazu komme der Ausbau der eigenen milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten in Europa.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte prozentuale Umsatzsteigerung verzeichnete \u00fcbrigens mit der Czechoslovak Group ein tschechisches Unternehmen. Seine Einnahmen wuchsen um 193 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar gegen\u00fcber 2023. Es liefert Munition an die Ukraine, finanziert wird dies vom tschechischen Staat.<\/p>\n<p>Das Umsatzwachstum der gro\u00dfen R\u00fcstungskonzerne in den USA war demgegen\u00fcber unterdurchschnittlich. Es lag bei durchschnittlich 3,8 Prozent. Sipri begr\u00fcndete dies mit \u00bbweit verbreiteten Verz\u00f6gerungen und Budget\u00fcberschreitungen\u00ab, insbesondere bei der Entwicklung und Produktion zentraler US-R\u00fcstungsg\u00fcter wie dem hochmodernen Kampfjet vom Typ F-35, U-Booten der Columbia-Klasse und der Interkontinentalrakete Sentinel.<\/p>\n<p>Allerdings entfiel mit 334 Milliarden Dollar immer noch fast die H\u00e4lfte der Ums\u00e4tze auf die gro\u00dfen US-Unternehmen. 39 der Top 100 unter den Herstellern von Kriegsger\u00e4t befinden sich in den Vereinigten Staaten. Branchenprimus Lockheed Martin verzeichnete 2024 allein einen Umsatz von 64,65 Milliarden Dollar ein. Platz 2 und 3 der Sipri-Rangliste werden von den US-Konzernen RTX und Northrop Grumman gehalten. Erstmals tauchte in der Aufz\u00e4hlung auch das Raumfahrtunternehmen Space X (Platz 77) von Multimilliard\u00e4r Elon Musk auf: Die R\u00fcstungseinnahmen des Unternehmens haben sich innerhalb eines Jahres auf 1,8 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.<\/p>\n<p>Auch die beiden gr\u00f6\u00dften russischen R\u00fcstungskonzerne steigerten ihre Ums\u00e4tze laut <a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/media\/press-release\/2025\/sipri-top-100-arms-producers-see-combined-revenues-surge-states-rush-modernize-and-expand-arsenals\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sipri-Report<\/a> im Vergleich zum Vorjahr trotz internationaler Sanktionen deutlich. Die Gesamteinnahmen des Unternehmens Rostec und der Werftengruppe United Shipbuilding Corporation wuchsen demnach um 23 Prozent auf insgesamt 31,2 Milliarden Dollar. Dies ist vor allem auf die wegen des Krieges gegen die Ukraine anhaltend hohe inl\u00e4ndische Nachfrage zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Asien und Ozeanien verzeichnete Sipri demgegen\u00fcber um 1,2 Prozent gesunkene Einnahmen, was das Institut \u00bbfast ausschlie\u00dflich\u00ab auf einen zehnprozentigen Umsatzr\u00fcckgang der acht gr\u00f6\u00dften chinesischen Hersteller zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Israels Krieg im Gazastreifen trug derweil ma\u00dfgeblich zu den um 16 Prozent auf 16,2 Milliarden Dollar gestiegenen Ums\u00e4tzen der drei israelischen Konzerne in der Sipri-Liste bei. Zugleich blieb die internationale Nachfrage nach israelischen R\u00fcstungsg\u00fctern gro\u00df. \u00bbDie wachsende Kritik an Israels Vorgehen in Gaza scheint wenig Auswirkungen auf das Interesse an israelischen Waffen zu haben\u00ab, konstatierte Sipri-Expertin Subaida Karim. Viele Staaten h\u00e4tten auch 2024 neue Bestellungen bei den israelischen Unternehmen aufgegeben.<\/p>\n<p>Nach Angaben von Sipri-Expertin Guiberteau Ricard steht die R\u00fcstungsbranche auch vor Herausforderungen, \u00bbdie sich auf die Kosten und Liefertermine auswirken k\u00f6nnten\u00ab. \u00bbInsbesondere die Abh\u00e4ngigkeit von kritischen Mineralien d\u00fcrfte die europ\u00e4ischen Aufr\u00fcstungspl\u00e4ne erschweren\u00ab, sagte sie. So h\u00e4tten das transeurop\u00e4ische Unternehmen Airbus und der franz\u00f6sische Konzern Safran bis 2022 die H\u00e4lfte ihres Titanbedarfs mit russischen Importen gedeckt. Nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine h\u00e4tten sie sich neue Lieferanten suchen m\u00fcssen. Auch die chinesischen Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr kritische Mineralien k\u00f6nnten den Konzernen Probleme bereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Artilleriemunitionherstellung im brandneuen Werk von Rheinmetall in Unterl\u00fc\u00df Foto: IMAGO\/Noah Wedel Der am Montag ver\u00f6ffentlichte Bericht des Stockholmer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":616028,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,411,14,6000,15,307,12,317,64],"class_list":{"0":"post-616027","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-israel","17":"tag-nachrichten","18":"tag-nahost","19":"tag-news","20":"tag-russland","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-ukraine","23":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115645392999093322","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/616027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=616027"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/616027\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/616028"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=616027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=616027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=616027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}