{"id":616167,"date":"2025-12-01T18:24:24","date_gmt":"2025-12-01T18:24:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/616167\/"},"modified":"2025-12-01T18:24:24","modified_gmt":"2025-12-01T18:24:24","slug":"verhandlungen-auch-russland-ist-reif-fuer-einen-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/616167\/","title":{"rendered":"Verhandlungen: (Auch) Russland ist reif f\u00fcr einen Frieden!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>So viel diplomatische Bewegung war selten: Am Montag reist der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj nach Paris, Donald Trumps Sondergesandter Steve Witkoff soll zeitnah nach Moskau fliegen. Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass nicht nur die Ukraine reif f\u00fcr einen Frieden w\u00e4re \u2013 sondern auch Russland.<\/strong><\/p>\n<p>Dass die ukrainische Gesellschaft, die seit 2014 (Annexion Krim) in Aufruhr bzw. im Krieg ist, reif f\u00fcr einen  einigerma\u00dfen gerechten Frieden w\u00e4re, ist schon l\u00e4nger klar. Die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten sind immens. Die Unterst\u00fctzung im (ehemaligen) Westen ist nicht so konsequent, wie sie sein k\u00f6nnte. Ebenso die Sanktionen, die der Westen gegen Russland verh\u00e4ngt hat. So wird beispielsweise durch L\u00e4nder wie Ungarn weiter \u00d6l bezogen, Frankreich kauft in Russland nach wie vor Uran, um seine Atomkraftwerke zu betreiben. Und die eingefrorenen russischen Verm\u00f6gen in Europa sind noch immer nicht f\u00fcr die Ukraine nutzbar gemacht. Stattdessen belasten die EU-L\u00e4nder ihre eigenen Haushalte f\u00fcr die Ukraine-Hilfen, was den Aufstieg populistischer Bewegungen erleichtert.<\/p>\n<p>In der allgemeinen Wahrnehmung steht Russland besser da<\/p>\n<p>In der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung steht Russland besser da als die Ukraine. Das ist allerdings ein Trugschluss. Beide Seiten sind nach bald vier Jahren Krieg v\u00f6llig ersch\u00f6pft. Ja, Russland hat theoretisch mehr Menschen, die es an der Front verheizen kann. Und zu Beginn des Kriegs hatte es deutlich mehr Kriegsmaterial. Die Kriege im 21. Jahrhundert werden aber nicht mehr zwangsl\u00e4ufig \u00fcber \u201ePanzer-Z\u00e4hlen\u201c entschieden. Und auch aus dem (extrem langsamen) Vorr\u00fccken Russlands an einigen Frontabschnitten sollte man keine falschen Schl\u00fcsse ziehen: Die Ukraine hat schon immer lieber ein St\u00fcckchen Land aufgegeben, als kalt l\u00e4chelnd sinnlos Tausende Menschen in den Tod zu schicken, wie Putin es tut.<\/p>\n<p>Dabei hat Russland inzwischen auch Probleme, \u201efrische Soldaten\u201c zu finden. Und bezahlte S\u00f6ldner sind auf Dauer teuer. Und die Ukraine greift gezielt seit einigen Monaten die Energie-Export-Infrastruktur Russlands an. Aber das sind wom\u00f6glich noch nicht mal die gr\u00f6\u00dften Probleme des Kreml. Vor einigen Wochen k\u00fcndigte Wladimir Putin an, die Mehrwertsteuer in Russland zu erh\u00f6hen. Der Staatshaushalt \u00e4chzt unter der \u201emilit\u00e4rischen Spezialoperation\u201c. Nun wurde bekannt, dass Russland im gro\u00dfen Stil plant, seine Goldreserven auf den M\u00e4rkten loszuschlagen. Auch dies ein Zeichen, wie sehr Russland in Wahrheit unter Druck steht.<\/p>\n<p>Der Kreml wird wirtschaftlich in die Zange genommen<\/p>\n<p>Das hat zwei Gr\u00fcnde: Zum einen die westlichen Sanktionen. Der US-Pr\u00e4sident hat k\u00fcrzlich gezielte Sanktionen gegen die russischen \u201eGelddruck-Maschinen\u201c Rosneft und Lukoil (zwei staatliche \u00d6l-Konzerne) verh\u00e4ngt. Das Jaulen im Kreml war deutlich zu vernehmen. Kein Wunder: Die Konzerne finanzieren neben para-milit\u00e4rischen Verb\u00e4nden vor allem den Angriffskrieg gegen die Ukraine.<\/p>\n<p>Der zweite Grund d\u00fcrfte den Kreml wom\u00f6glich aber noch mehr besorgen: China l\u00e4sst sich seine Unterst\u00fctzung des russischen Krieges immer teurer bezahlen und kassiert kr\u00e4ftig ab. Wie die (unabh\u00e4ngige) \u201eMoscow\u00a0Times\u201c berichtet, sind die Preise f\u00fcr kriegswichtige G\u00fcter (oft \u201edual use\u201c) aus China in den vergangenen Jahren massiv angestiegen. Diese G\u00fcter, die chinesischen Exportkontrollen unterliegen, sind zwischen 2021 und 2024 im Schnitt um 87 Prozent teurer geworden. F\u00fcr Russland. Gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern sind die Preise im selben Zeitraum nur um neun Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Zu einem m\u00f6glichen Frieden ist es ein langer Weg<\/p>\n<p>Nachdem Russland in den vergangenen Jahren keinerlei Anzeichen gezeigt hat, einen Frieden anzustreben \u2013 au\u00dfer mit viel gutem Willen nach der Niederlage vor Kiew 2022, was zu den Istanbul-Verhandlungen f\u00fchrte\u00a0\u2013, k\u00f6nnte die jetzige Gemengelage das Kalk\u00fcl im Kreml \u00e4ndern. Daf\u00fcr spricht, dass sich Russland zumindest Gespr\u00e4chen mit den USA nicht mehr komplett verweigert. Und Trump scheint Putin auch mit der Aussicht auf Wirtschafts-Deals locken zu wollen.<\/p>\n<p>Das Problem dabei ist, dass diese Deals wom\u00f6glich weniger im Interesse der USA, der Europ\u00e4er oder gar der Ukraine sind, sondern vielmehr im Sinne des Trump-Clans und der Kleptokraten in Russland. Daf\u00fcr spricht, dass der US-Au\u00dfenminister Marco Rubio immer seltener \u201eim Bilde\u201c \u00fcber die Verhandlungen ist und stattdessen die aufs Engste mit den Trumps verbundenen Witkoff und Jared Kushner (Trumps Schwiegersohn) die Verhandlungen mit Russland f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.mopo.de\/news\/panorama\/ruestungsumsaetze-erreichen-neuen-hoechststand-besonders-in-deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">R\u00fcstungsums\u00e4tze erreichen neuen H\u00f6chststand \u2013 besonders in Deutschland<\/a><\/p>\n<p>K\u00f6nnte Europa einer auf diese Art ausgedealten Vereinbarung zustimmen? Ja, wenn es die Ukraine auch tut und es Sicherheitsgarantien gibt, die den Namen auch verdienen. Das ist m\u00f6glich \u2013 aber noch ein weiter Weg. An einen Frieden noch in diesem Jahr glaubt selbst in der russischen \u00d6ffentlichkeit fast niemand.<\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" class=\"vg_wort_pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/vgzm.1021513-mopo-1711119.gif\" alt=\"\" style=\"width: 1px; height: 1px; position: absolute; pointer-events: none;\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"So viel diplomatische Bewegung war selten: Am Montag reist der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj nach Paris, Donald Trumps&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":616168,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-616167","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115645715237731568","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/616167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=616167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/616167\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/616168"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=616167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=616167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=616167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}