{"id":617145,"date":"2025-12-02T04:37:26","date_gmt":"2025-12-02T04:37:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617145\/"},"modified":"2025-12-02T04:37:26","modified_gmt":"2025-12-02T04:37:26","slug":"europa-morgen-land-bewegende-lesung-mit-fikri-anil-altintas-mannheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617145\/","title":{"rendered":"\u201eEuropa Morgen Land\u201c: Bewegende Lesung mit Fikri Anil Altintas &#8211; Mannheim"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Am Abend des ersten Adventssonntags bewegte Fikri Anil Altintas im Port 25 mit Fragen nach Zugeh\u00f6rigkeit, Heimat und Herkunft.<\/b><\/p>\n<p>Fikri Anil Altintas hat in seinem vor zwei Jahren ver\u00f6ffentlichten Deb\u00fctroman \u201eIm Morgen w\u00e4chst ein Birnbaum\u201c, auf den in diesem Jahr \u201eZwischen uns liegt August\u201c folgte, seine eigene Familiengeschichte in Fragmenten aufgeschrieben. Die Schl\u00fcsselfigur in seinem Leben wie in seinen Texten ist sein Vater. \u201eNachts, wenn mein Vater keinem begegnet und keiner zuschaut, sitzt er auf der roten Couch im Wohnzimmer und schreibt, wenn er sich seiner Einsamkeit bewusst ist und sprechen kann, ohne, dass wir es h\u00f6ren\u201c, beschreibt Fikri Anil Altintas seine Kindheit. Der Schriftsteller und Aktivist ist 1992 in Wetzlar geboren, doch eng mit der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"T\u00fcrkei\" data-rtr-id=\"459e6ab333c1d94d4d39d9cf11a4e7ceb17dc0e2\" data-rtr-score=\"23.796116504854368\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"13\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/tuerkei?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcrkei<\/a> verwurzelt, aus der seine Eltern ausgewandert sind. In der neuen Heimat <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Deutschland\" data-rtr-id=\"6c48d7d5b099c64b41367070a52ae27833560fd5\" data-rtr-score=\"5.757281553398058\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"4\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/deutschland?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> sei der Vater nie richtig angekommen, hat sein Sohn irgendwann begriffen. <\/p>\n<p>Der heute 76-j\u00e4hrige T\u00fcrkischlehrer macht seiner Sehnsucht nach der T\u00fcrkei in selbst verfassten Gedichten Luft. Ganz zuf\u00e4llig traf Altintas auf diese Texte, die sein Vater auf <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Facebook\" data-rtr-id=\"47e0b3e1a25a8c8ea5d799a0bc2d6e74a811615d\" data-rtr-score=\"10.20873786407767\" data-rtr-etype=\"organisation\" data-rtr-index=\"7\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/facebook?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Facebook<\/a> mit der \u00d6ffentlichkeit geteilt hat. Der Familie gegen\u00fcber habe er seine Trauer nie gezeigt, erz\u00e4hlt der Autor. Stattdessen habe er sich zum Weinen zur\u00fcckgezogen oder im Keller lange gelesen. \u201eMit liebender Wut\u201c antwortet der Berliner Autor nun in seiner Autobiografie mit autofiktionalen Elementen \u2013 einem Buch zwischen Essay und Roman \u2013 auf die Gedichte. So begegnen Vater und Sohn nun beide einer lesenden \u00d6ffentlichkeit. <\/p>\n<p>Momente der Sprachlosigkeit<\/p>\n<p>Das Ringen mit Momenten der Sprachlosigkeit machte das famili\u00e4re Zusammenleben oft emotional undurchl\u00e4ssig. Und man fragt sich: Ist der direkte, ehrliche Vater, der lieber \u00fcber aufw\u00fchlende Ereignisse hinwegsieht und nicht beim Zweifeln gesehen werden m\u00f6chte, eigentlich ein gutes (m\u00e4nnliches) Vorbild? Fikri Anil Altintas hat sich an ihm immer wieder gerieben. Im Gespr\u00e4ch mit Moderator Adrian Bohn und dem Mannheimer Publikum reflektiert der Autor sein Aufwachsen als Junge t\u00fcrkisch-muslimischer Herkunft und das Gef\u00fchl, nicht richtig dazuzugeh\u00f6ren \u2013 und den Umstand, dass er trotzdem nicht in die T\u00fcrkei ziehen wollte. Er wagte seinen eigenen Weg, studierte Politikwissenschaft, spricht heute an Schulen mit Jungen \u00fcber Vorstellungen von M\u00e4nnlichkeit \u2013 wobei er gleichzeitig den Wunsch hat, sich nicht vom Vater zu entfremden: demjenigen, der die Grundsteine seiner Identit\u00e4t gelegt hat. <\/p>\n<p>\u201eEin Birnbaum war es, der mich zu dem Mann machte, der ich heute bin. Mein Vater schenkte ihn mir, er stand rechts neben unserem Sommerhaus in der T\u00fcrkei, in unserem Garten\u201c, hei\u00dft es im Buch. Im Er\u00f6ffnungssatz stellt Altintas bereits alle Variablen seiner (Lebens-)Geschichte vor, so auch eine Herkunft, die ihm seine Eltern mitgegeben haben. Der Birnbaum ist best\u00e4ndig, er schenkt Halt. Das Buch er\u00f6ffnete  Gespr\u00e4che zwischen Vater und Sohn und schuf die M\u00f6glichkeit f\u00fcr neue Begegnungen. <\/p>\n<p class=\"rhp-closing-headline\">Termin<\/p>\n<p class=\"rhp-closing-credits\">Die Reihe \u201eEuropa Morgen Land\u201c wird am Sonntag, 26. Januar, 17 Uhr, mit einer Lesung von Valery Tscheplanowa in der Stadtb\u00fccherei Frankenthal fortgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Abend des ersten Adventssonntags bewegte Fikri Anil Altintas im Port 25 mit Fragen nach Zugeh\u00f6rigkeit, Heimat und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":617146,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1845],"tags":[1634,3364,29,548,663,3934,291,146475,30,13,4060,2096,14,15,12,143,12978],"class_list":{"0":"post-617145","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-mannheim","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-facebook","15":"tag-fikri-anil-altintas","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-lokal","19":"tag-mannheim","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-tuerkei","24":"tag-wetzlar"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115648125007540701","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/617145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=617145"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/617145\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/617146"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=617145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=617145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=617145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}