{"id":617625,"date":"2025-12-02T09:27:30","date_gmt":"2025-12-02T09:27:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617625\/"},"modified":"2025-12-02T09:27:30","modified_gmt":"2025-12-02T09:27:30","slug":"wie-koennten-die-200-tiefgaragenplaetze-im-kaufhaus-held-zur-quartiersgarage-werden-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617625\/","title":{"rendered":"Wie k\u00f6nnten die 200 Tiefgaragenpl\u00e4tze im Kaufhaus Held zur Quartiersgarage werden? + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Was f\u00e4ngt man mit alten Kaufh\u00e4usern an, wenn das Kaufhaus-Zeitalter im Grunde vorbei ist? Auch in Lindenau, wo das ehemalige Kaufhaus Held an Zeiten erinnert, in denen die Lindenauer ihren eigenen Einkaufstempel direkt vor der Nase hatten. Und nach 1990 hatten auch die neuen Eigent\u00fcmer des markanten Geb\u00e4udes an der Merseburger Stra\u00dfe Pl\u00e4ne, hier wieder ein Kaufhaus unter dem alten Namen in Betrieb zu setzen. Pl\u00e4ne, die dann aber scheiterten.<\/p>\n<p>Heute steht das teuer sanierte Kaufhaus leer und 200 extra geschaffene Stellpl\u00e4tze in der Tiefgarage sind ungenutzt. Da m\u00fcsse man doch was machen, fand die SPD-Fraktion.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/61325de7898d40a6913374a6f342e6fd.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/12\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/12\/1\"\/><\/p>\n<p>Und so <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2026478&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2180207\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schrieb die SPD-Fraktion <\/a>einen Antrag, der vor allem die m\u00f6gliche Nutzung der 200 Tiefgaragenpl\u00e4tze als Quartiersgarage f\u00fcr Lindenau ins Spiel brachte. Daf\u00fcr rezitierte SPD-Stadtr\u00e4tin Pia Heine dann auch extra Herbert Gr\u00f6nemeyers Lied \u201eMambo\u201c: \u201eIch drehe schon seit Stunden\/hier so meine Runden \u2026\u201c<\/p>\n<p>Denn auch in Lindenau herrscht in einige Quart\u00b5ieren Parkplatznot. Da k\u00f6nnte eine Quartiersgarage mit 200 Stellpl\u00e4tzen tats\u00e4chlich f\u00fcr Entspannung sorgen, fand die SPD-Fraktion: \u201eDas zweite Kaufhaus Held in Lindenau an der Kreuzung L\u00fctzner\/Merseburger Stra\u00dfe steht seit vielen Jahren leer. Jegliche Bem\u00fchungen aus der B\u00fcrgerschaft, dem einstmals prachtvollen Geb\u00e4ude eine sinnvolle (Zwischen-)Nutzung zu geben, sind bisher am Eigent\u00fcmer gescheitert.<\/p>\n<p>Aus dem Protokoll einer B\u00fcrgersprechstunde des OBM vom 12.10.2021 geht hervor, dass \u201aderzeit rund 200 Kfz-Stellpl\u00e4tze\u2018\u00a0in der Tiefgarage ungenutzt leer stehen. Auch damals wurde angeregt, diese als Quartiersgarage zu reaktivieren, was jedoch nicht weiterverfolgt wurde. Daher m\u00f6chte die SPD-Fraktion einen neuen Vorsto\u00df wagen und dieses Potenzial f\u00fcr eine Entlastung des \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenraums im umliegenden Viertel heben.<br \/>Der Leerstand des alten Kaufhauses Held ist insgesamt sehr bedauerlich.<\/p>\n<p>Nicht nur aus historischen Gr\u00fcnden, sondern auch im Sinne der Stadtentwicklung w\u00fcrde eine Wiederbelebung dieses ehemals prestigetr\u00e4chtigen Ensembles das Viertel bereichern. Wenn es sich bei den oberirdischen Etagen vielleicht auch etwas schwieriger gestaltet, so sollte aber doch wenigstens die Tiefgarage mit vergleichsweise wenig Aufwand wiederhergestellt und nutzbar gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass seitens des Eigent\u00fcmers \u00fcberhaupt kein Interesse an einer Entwicklung des Geb\u00e4udes im Sinne der Stadtgesellschaft besteht, sollten vorsorglich auch alle M\u00f6glichkeiten gepr\u00fcft werden, die einen weiteren spekulativen Leerstand effektiv unterbinden. F\u00fcr Wohnungen gibt es mit dem Zweckentfremdungsverbot bereits ein Rechtsmittel dagegen und nicht zuletzt \u00a714 GG Abs. 2 gilt auch f\u00fcr Eigentum von Gewerbeimmobilien uneingeschr\u00e4nkt.\u201c<\/p>\n<p>Schwierige Gespr\u00e4che<\/p>\n<p>Die Begr\u00fcndung aus dem Antrag benennt dann freilich auch schon die Punkte, die es der Stadt schon in der Vergangenheit schwer machten, mit dem Eigent\u00fcmer der Immobilie zu einer Einigung zu kommen, auch wenn es zuletzt \u2013 so Wirtschaftsb\u00fcrgermeister Clemens Sch\u00fclke \u2013 eher um einen m\u00f6glichen Kauf der Immobilie ging. Aber f\u00fcr einen Kauf hat die Stadt gar kein Geld.<\/p>\n<p>Doch ein Problem sei auch \u2013 so Sch\u00fclke \u2013 dass die 200 Stellpl\u00e4tze vertraglich an den Betrieb des Kaufhauses gebunden seien. Ob sie da ohne Kaufhausbetrieb herauszul\u00f6sen w\u00e4ren, bezweifelte denn auch FDP-Stadtrat Sven Morlok.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Stadtrat-Beigeordneter-Clemens_Schuelke-CDU-00004608.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-640036 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Stadtrat-Beigeordneter-Clemens_Schuelke-CDU-00004608.jpg\" alt=\"Herr Clemens Sch\u00fclke (CDU), Beigeordneter f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Digitales, im Leipziger Stadtrat am 26.11.2025. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Clemens Sch\u00fclke (CDU), Beigeordneter f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Digitales, im Leipziger Stadtrat am 26.11.2025. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Dr. Tobias Peter f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027654&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erg\u00e4nzungsantrag der Gr\u00fcnen-Fraktion<\/a> warb, dann mit dem Eigent\u00fcmer des Geb\u00e4udes auch \u00fcber m\u00f6gliche Zwischennutzungen zu reden. Denn solche Zwischennutzungen in leer stehenden Leipziger Gewerbeimmobilien h\u00e4tten bislang immer positive Erfahrungen gezeitigt und oft auch eine tragf\u00e4hige Dauernutzung zur Folge gehabt.<\/p>\n<p>Aber Clemens Sch\u00fclke hat wohl recht: Wenn sich der heutige Eigent\u00fcmer der Immobilie \u00fcberhaupt schwertut, mit der Stadt zu Vereinbarungen zu kommen, kann man ihn auch nicht mit Stadtratsbeschl\u00fcssen binden. Dann kann man nur versuchen, mit ihm in Gespr\u00e4chen vielleicht zu gemeinsamen L\u00f6sungen zu kommen, ohne \u2013 wie Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung betonte \u2013 \u201ezu hohe Erwartungen zu wecken\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Stadtrat-Tobias_Peter-Gruene-00004598.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-640055 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Stadtrat-Tobias_Peter-Gruene-00004598.jpg\" alt=\"Herr Dr. Tobias Peter (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 26.11.2025. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Tobias Peter (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 26.11.2025. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Also schlug das Liegenschaftsamt als Beschlussformulierung vor: \u201eDer Oberb\u00fcrgermeister setzt sich mit dem Eigent\u00fcmer des ehemaligen Kaufhauses Held (zuvor Kaufhaus Max Sachse, sp\u00e4ter Firma Hollenkamp &amp; Co.) in der L\u00fctzner Stra\u00dfe 45-47\/Ecke Merseburger Stra\u00dfe in Verbindung und wirkt darauf hin, dass die Tiefgarage dieses Objektes wieder \u00f6ffentlich nutzbar gemacht wird. Das Ziel dieser Gespr\u00e4che ist die Entwicklung einer Quartiersgarage an der Schnittstelle von Lindenau\/Alt-Lindenau.\u201c<\/p>\n<p>Leipzig hat keine Druckmittel<\/p>\n<p>Aber dass dies ohne eine Wiedernutzbarmachung des Geb\u00e4udes schwerlich zu bewerkstelligen ist,<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027006&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> gesteht das Liegenschaftsamt in der Stellungnahme zumindest zu<\/a>, auch wenn es auf Seiten der Stadt daf\u00fcr kein rechtliches Druckmittel gibt: \u201eDie weitere Forderung des Antrags, rechtliche Schritte gegen spekulativen Leerstand zu pr\u00fcfen, ist inhaltlich nachvollziehbar, jedoch in der praktischen Umsetzung mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Gewerbliche Immobilien unterliegen nicht denselben gesetzlichen Regelungen wie Wohnraum, sodass eine direkte Einflussnahme durch die Kommune stark eingeschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n<p>Zwar verweist Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes auf die Sozialbindung des Eigentums, doch bietet dieser Grundsatz keine konkrete rechtliche Grundlage f\u00fcr eine verpflichtende Nutzung gewerblicher Objekte. Der Stadt Leipzig stehen derzeit keine wirksamen rechtlichen Instrumente zur Verf\u00fcgung, um gegen gewerblichen Leerstand vorzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Aber auch wenn es am Ende \u201enur\u201c der Verwaltungsstandpunkt war, der abgestimmt wurde und mit 34:27 Stimmen eine klare Mehrheit fand, war der Beschluss eben doch eine Aufforderung an die Verwaltungsspitze, noch einmal in Gespr\u00e4che mit dem Eigent\u00fcmer zu gehen und vielleicht sogar beides wieder in Nutzung zu bringen \u2013 die 200 Tiefgaragenstellpl\u00e4tze und die R\u00e4ume des Kaufhauses, auch wenn es wohl nie wieder ein Kaufhaus wird.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was f\u00e4ngt man mit alten Kaufh\u00e4usern an, wenn das Kaufhaus-Zeitalter im Grunde vorbei ist? 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