{"id":617880,"date":"2025-12-02T12:04:17","date_gmt":"2025-12-02T12:04:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617880\/"},"modified":"2025-12-02T12:04:17","modified_gmt":"2025-12-02T12:04:17","slug":"tusk-in-berlin-droht-europa-ein-sicherheits-loch-an-der-ostflanke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617880\/","title":{"rendered":"Tusk in Berlin: Droht Europa ein Sicherheits-Loch an der Ostflanke?"},"content":{"rendered":"<p>  Von&amp;nbsp<a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/profile\/2854\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Diana Resnik<\/a>&amp;nbsp&amp;&amp;nbsp<b>Franziska M\u00fcller<\/b><\/p>\n<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            02\/12\/2025 &#8211; 12:42 MEZ\n            <\/p>\n<p>Der polnische Ministerpr\u00e4sident Donald Tusk hat Berlin besucht \u2013 zu den 17. Deutsch-Polnischen Regierungskonsultationen. Das Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz fand vor dem Hintergrund der russischen Aggression in der Ukraine statt, die jetzt auch Polen erreichte. Erst k\u00fcrzlich haben russische Kampfjets Luftalarm in Polen ausgel\u00f6st. Polen braucht Deutschland. Doch zwischen ihnen herrscht Misstrauen, insbesondere von der polnischen Seite. <\/p>\n<p>Merz betont die Wichtigkeit des Zusammenhalts: &#8222;Gerade in diesen Zeiten, in denen die Einheit Europas so unter Druck steht, d\u00fcrfen wir uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir m\u00fcssen und wir werden zusammenstehen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Polen-Experte Dr. Kai-Olaf Lang beschreibt die deutsch-polnische Beziehung als &#8222;paradox&#8220;. Daran d\u00fcrfte auch dasTreffen der beiden Staatschefs nichts ge\u00e4ndert haben. Denn das Misstrauen hat tiefere Wurzeln. <\/p>\n<p>&#8222;Deutschlandpolitik mit angezogener Handbremse&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt innenpolitische Hemmschuhe, sodass man in Deutschland das Gef\u00fchl hat, Polen macht eine Deutschlandpolitik mit angezogener Handbremse&#8220;, so Lang zu Euronews. <\/p>\n<p>Laut Lang sieht sich Polen als regionale F\u00fchrungsmacht im \u00f6stlichen Mitteleuropa. &#8222;Seit Februar 2022 ist man in Warschau der Auffassung, dass das Gewicht Polens noch einmal gestiegen ist&#8220;, so Lang. <\/p>\n<p>Beim Treffen in Berlin verweist Tusk auf die urspr\u00fcnglich vorhandenen Differenzen:&#8220;Es hat mich in den letzten Jahren einige Zeit gekostet, unsere deutschen Partner davon zu \u00fcberzeugen, die Sicherheit in diesem Teil Europas als gemeinsame Aufgabe zu betrachten&#8220;, sagt der polnische Ministerpr\u00e4sident. <\/p>\n<p>Polen will mehr Mitsprache in Sicherheitsfragen<\/p>\n<p>Polen will st\u00e4rker in Sicherheitsfragen mit einbezogen werden. Doch die Realit\u00e4t scheint anders auszusehen. &#8222;In Polen wiederum hat sich der Eindruck vertieft, Deutschland habe zwar eine Rhetorik der Einbindung und der Aufwertung Polens, aber wenn es dann wirklich drauf ankomme, dann werde Polen eben nicht ber\u00fccksichtigt&#8220;, sagt Lang. <\/p>\n<p>Bei wichtigen Gespr\u00e4chen \u00fcber die Sicherheit Europas und beim Dialog mit den Vereinigten Staaten \u00fcber die Zukunft der europ\u00e4ischen Sicherheit habe es eine gewisse Entt\u00e4uschung gegeben, bemerkt Lang. In Polen g\u00e4be es den Eindruck, dass Deutschland st\u00e4rker auf Polen h\u00e4tte zugehen sollen. <\/p>\n<p>Zuletzt wurde der US-Ukraine-Friedensplan \u00fcber die K\u00f6pfe der Polen hinweg diskutiert &#8211; inklusive des Punktes 9 \u2013 mit der Stationierung europ\u00e4ischer Kampfjets auf polnischem Gebiet. Tusk macht deutlich: Entscheidungen \u00fcber die Sicherheit in Europa d\u00fcrfen nicht \u00fcber Polen hinweg entschieden werden. <\/p>\n<p>Kann sich die &#8222;paradoxe&#8220; Nachbarschaft dennoch zu einer starken deutsch-polnischen Sicherheitspartnerschaft entwickeln? <\/p>\n<p>Deutsch-polnischer Barometer: Nur ein Drittel der Polen zeigt Sympathie f\u00fcr Deutsche<\/p>\n<p>Laut dem deutsch-polnischen <a href=\"https:\/\/www.deutsch-polnisches-barometer.de\/de\/publikation\/gemeinsame-herausforderungen-unterschiedliche-sichtweisen-deutsch-polnisches-barometer-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Barometer<\/a> zeigt nur ein Drittel der Polen (32 Prozent) Sympathie f\u00fcr seine Nachbarn in Deutschland. Und das d\u00fcrfte nicht nur an den Reparationsforderungen liegen. <\/p>\n<p>&#8222;Aus deutscher Sicht ist die Frage von Reparationszahlungen rechtlich abgeschlossen&#8220;, sagt Lang. Schon beim Staatsbesuch des polnischen Pr\u00e4sidenten Karol Nawrocki im Oktober hatten sowohl Merz als auch der deutsche Pr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier die Forderung nach Reparationen abgelehnt.<\/p>\n<p>Die Aufarbeitung der Vergangenheit sei dennoch wichtig, betont Merz. Als Zeichen hat Deutschland Polen wertvolle Kulturg\u00fcter zur\u00fcckgegeben. Dazu geh\u00f6ren 73 bis zu 800 Jahre alte Pergamenturkunden des Deutschen Ordens aus dem Geheimen Staatsarchiv Preu\u00dfischer Kulturbesitz sowie der Kopf des Heiligen Jakobus des \u00c4lteren. <\/p>\n<p>Doch die jetzige polnische Regierung stehe innenpolitisch unter Druck, sagt Lang. Denn sie m\u00fcsse H\u00e4rte gegen\u00fcber Deutschland demonstrieren. F\u00fcr die nationalkonservative Opposition und auch f\u00fcr Nawrocki sei Deutschland ein Rivale. Die Opposition wirft Donald Tusk und seinen Mitstreitern vor, sie seien viel zu nachgiebig gegen\u00fcber Deutschland. <\/p>\n<p>&#8222;Wir wissen, wo es Meinungsunterschiede gibt&#8220;, sagt Tusk. Doch der polnische Ministerpr\u00e4sident sieht auch Fortschritte der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Schl\u00fcsselthemen wie infrastrukturellen Investitionen und der gemeinsamen Arbeit zugunsten der Unterst\u00fctzung der Ukraine, wo Deutschland und Polen &#8222;Hand in Hand gehen&#8220;, sagt Tusk. <\/p>\n<p>Diese Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen sei eine der besten Garantien daf\u00fcr, dass sich Deutsche und Polen in Europa sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen, so Tusk. Einigkeit gebe es unter anderem in der Energiepolitik und dem Bestreben, sich von Energielieferungen aus Russland unabh\u00e4ngig zu machen. Vor einigen Jahren w\u00e4re das unvorstellbar gewesen, erinnert Tusk. <\/p>\n<p>Auch Investitionen in die Infrastruktur seien ein wichtiges Zeichen unserer Zeit. &#8222;Es geht auch um die Stra\u00dfenverbindungen, um Br\u00fccken \u00fcber die Oder, damit die NATO im Falle einer russischen Aggression reagieren kann&#8220;, sagt Tusk. Damit diese Reaktionen wirklich z\u00fcgig erfolgen k\u00f6nnen, ben\u00f6tige man mehr strukturelle Verbindungen und Kommunikationsverbindungen zwischen Polen und Deutschland.<\/p>\n<p>Doch der polnische Ministerpr\u00e4sident will nicht leugnen: &#8222;Ich rechne mit noch mehr.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspDiana Resnik&amp;nbsp&amp;&amp;nbspFranziska M\u00fcller Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 02\/12\/2025 &#8211; 12:42 MEZ Der polnische Ministerpr\u00e4sident Donald Tusk hat Berlin besucht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":617881,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,37829,548,663,158,3934,3935,775,13,14,15,12,1712],"class_list":{"0":"post-617880","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-tusk","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-friedrich-merz","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-ukraine-krieg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115649882719408493","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/617880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=617880"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/617880\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/617881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=617880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=617880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=617880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}