{"id":617993,"date":"2025-12-02T13:07:13","date_gmt":"2025-12-02T13:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617993\/"},"modified":"2025-12-02T13:07:13","modified_gmt":"2025-12-02T13:07:13","slug":"bayerische-kammerphilharmonie-spielt-ravel-hindemith-und-musik-von-manuela-kerer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/617993\/","title":{"rendered":"Bayerische Kammerphilharmonie spielt Ravel, Hindemith \u2013 und Musik von Manuela Kerer"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wieder <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/spielzeit-2025-26-das-plant-die-bayerische-kammerphilharmonie-111376017\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">hat die Bayerische Kammerphiharmonie in ihrem Jubil\u00e4umsjahr<\/a> f\u00fcr all diejenigen, die \u00fcber die Kirchturmspitze und den Tellerrand hinaush\u00f6ren m\u00f6chten, ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Programm konzipiert: Kompositionen der 45-j\u00e4hrigen italienischen Manuela Kerer, k\u00fcnftige Leiterin der M\u00fcnchner Biennale, sowie von Paul Hindemith. Und dazu bot die Kammerphilharmonie mit Sitz in Augsburg unter ihrem Jahresmotto \u201eunerh\u00f6rt\u201c noch das fr\u00fche Streichquartett <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/literatur-musik-und-mehr-von-rainer-maria-rilke-bis-thomas-mann-das-sind-die-grossen-kultur-jubilaeen-2025-104417699\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">des heuer 150-j\u00e4hrigen Maurice Ravel<\/a>.\n  <\/p>\n<p>            Die Kammerphilharmonie spielt Musik von Manuela Kerer<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eUnerh\u00f6rt\u201c, das darf man im Fall von Manuela Kerer \u2013 ohne jegliche Polemik \u2013 dreifach behaupten. \u201eUnerh\u00f6rt\u201c im Sinne von \u201ekaum im Konzertsaal zu vernehmen\u201c, \u201eunerh\u00f6rt\u201c im Sinne der Darbietung von neuen, unbekannten Kl\u00e4ngen (f\u00fcr die im Grunde Spielanweisungen erst formuliert werden mussten) und \u201eunerh\u00f6rt\u201c durchaus auch im Sinne eines m\u00f6glichen entr\u00fcsteten Ausrufs aus den H\u00f6rerreihen. Denn Manuela Kerer nutzt f\u00fcr ihre Werkidee einer musikalischen Sprachverwirrung ja durchaus auch scharfe, schneidende, klirrende, nicht unbedingt wohlklingende Streicher-Timbres \u2013 derart nervenzerrende Sprach-Unverst\u00e4ndlichkeiten illustrierend.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/friedberger-advent-stargeigerin-sophie-heinrich-spielt-musik-aus-dem-hohen-norden-112903725\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">\u201eGeriebene\u201c Glissandi, flatternde Flageolett-Griffe, ger\u00e4uschhaftes Klopfen des Bogens<\/a>: All das flie\u00dft in ihre Musik ein, die schlie\u00dflich aber leise, fern, geheimnisvoll, mystisch und \u00e4sthetisch ber\u00fcckend in einem gro\u00dfen Raumklang endet. Die Kammerphilharmonie verteilte sich im Kleinen Goldenen Saal. Und man musste an die soeben 90 Jahre alt gewordene gro\u00dfe Vaterfigur der Neuen Musik denken, an Helmut Lachenmann mit seiner lebenslangen Ausdehnung musikalischer und klanglicher Kategorien. Genaues H\u00f6ren ist gefordert \u2013 sowie das den Ohren angeschlossene Hirn.\n  <\/p>\n<p>            Alexander Schimpf konzertiert als Solist des Abends<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Folgte Hindemith, der wiederum das den Ohren angeschlossene Empfinden aktiviert. Denn auch, wenn seine Ballettkomposition \u201eDie vier Temperamente\u201c abstrakte Musik darstellt, also einen Tanz ohne Handlung und Inhalt, ist das Auditorium ja doch versucht, in der Variationenkomposition die Darstellung der vier menschlichen Temperamente musikalisch nachzuvollziehen. Also die Ged\u00e4mpftheit des Melancholikers, die Fr\u00f6hlichkeit des Sanguinikers (Dreiertakt!), den schwer in die G\u00e4nge kommenden Phlegmatiker und den aufbrausenden Choleriker.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/kultur\/die-bayerische-kammerphilharmonie-verknuepft-in-einem-konzert-kompositionen-von-weinberg-und-schostakowitsch-112438219\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Das gelang auch beim Spiel der Kammerphilharmonie<\/a>, obwohl Hindemiths eingeschalteter schwungvoller Tanz im phlegmatischen Teil denn doch etwas \u00fcberraschte. Unwillk\u00fcrlich trat im virtuos-grollenden cholerischen Finale dann Beethoven und seine massive Emphase vors innere Auge \u2013 eine gro\u00dfe sinfonische Steigerung der Kammerphilharmonie, brodelnd und durchaus auch massiv wiedergegeben. Wobei Alexander Schimpf als Solist am Fl\u00fcgel seinen schwierigen Part geboten sachlich, motorisch, spielerisch schnurrend beitrug.\n  <\/p>\n<p>            Bayerische Kammerphilharmonie gl\u00e4nzt im Goldenen Saal<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Teils massiv wirkte in der Akustik des Kleinen Goldenen Saal aber auch das f\u00fcr Streichorchester bearbeitete Streichquartett F-Dur von Maurice Ravel, das Alexander Schimpfs glasklarer Interpretation von Maurice Ravels \u201ePavane pour une infante defunte\u201c folgte. Wie Sch\u00f6nbergs \u201eVerkl\u00e4rte Nacht\u201c ist dieses Streichquartett ein Aufbruch in die klassische Moderne der Musik, wen auch auf anderem Pfad. S\u00fcffig-sinfonisch pr\u00e4sentierte es die Bayerische Kammerphilharmonie \u2013 als perpetuum mobile im zweiten Satz \u201eAssez vif\u201c, schw\u00e4rmerisch, raffiniert-luxuri\u00f6s im dritten Satz \u201eTres lent\u201c, geballt leidenschaftlich im Finale, das denn als Zugabe wiederholt wurde. Ein Abend voll (neuer) Eindr\u00fccke, abermals ein Abend mit Gewinn.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    R\u00fcdiger Heinze<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Kammerphilharmonie<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Paul Hindemith<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wieder hat die Bayerische Kammerphiharmonie in ihrem Jubil\u00e4umsjahr f\u00fcr all diejenigen, die \u00fcber die Kirchturmspitze und den Tellerrand&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":617994,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[146638,680,772,28031,3364,29,548,663,3934,30,13,72293,146636,146639,146637,123786,14,15,137246,12,53977],"class_list":{"0":"post-617993","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-alexander-schimpf","9":"tag-augsburg","10":"tag-bayern","11":"tag-biennale","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europe","17":"tag-germany","18":"tag-headlines","19":"tag-helmut-lachenmann","20":"tag-kammerphilharmonie","21":"tag-kirchturmspitze","22":"tag-manuela-kerer","23":"tag-maurice-ravel","24":"tag-nachrichten","25":"tag-news","26":"tag-paul-hindemith","27":"tag-schlagzeilen","28":"tag-schoenberg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115650130757104525","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/617993","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=617993"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/617993\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/617994"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=617993"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=617993"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=617993"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}