{"id":618262,"date":"2025-12-02T15:43:17","date_gmt":"2025-12-02T15:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/618262\/"},"modified":"2025-12-02T15:43:17","modified_gmt":"2025-12-02T15:43:17","slug":"moegliche-polarlichter-in-dieser-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/618262\/","title":{"rendered":"M\u00f6gliche Polarlichter in dieser Woche"},"content":{"rendered":"<p>M\u00f6gliche Polarlichter in dieser Woche &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Himmelsschauspiel: Erneut Polarlichter \u00fcber Deutschland?<\/p>\n<p>Heftige Ausbr\u00fcche auf der Sonne haben in der Nacht auf Montag Kommunikationssysteme in Australien gest\u00f6rt und im hohen Norden wom\u00f6glich f\u00fcr Polarlichter gesorgt. Grund daf\u00fcr ist eine historisch gro\u00dfe Gruppe an Sonnenflecken, die ins Sichtfeld der Erde rotierte. Geomagnetische St\u00fcrme k\u00f6nnten auch in den kommenden N\u00e4chten auftreten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Polarlichter in der Erdatmosph\u00e4re leuchten purpurfarben\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_0971.jpg\" title=\"Polarlichter in der Erdatmosph\u00e4re leuchten purpurfarben\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Ronny Rohloff (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Diese Polarlichter nahm Ronny Rohloff am 18.\u00a0April 2025 \u00fcber Striegistal in Sachsen auf. Mit etwas Gl\u00fcck k\u00f6nnten auch in dieser Woche wieder Polarlichter \u00fcber Deutschland zu sehen\u00a0sein. <\/p>\n<p>Auf der Sonne kommt es immer wieder zu heftigen Ausbr\u00fcchen: den koronalen Massenausw\u00fcrfen (englisch: coronal mass ejections, CMEs). Dabei ziehen Magnetfelder gro\u00dfe Mengen von Materie aus der Sonnenoberfl\u00e4che und transportieren sie weit in den interplanetaren Raum hinaus. Als \u00bbSonnenst\u00fcrme\u00ab k\u00f6nnen sie die Erde treffen. Allerdings sind sie \u00e4hnlich wie das irdische Wetter schwer vorherzusagen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spaceweather.com\/\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Der Website \u00bbSpaceweather\u00ab zufolge<\/a> sorgte in der Nacht auf Montag, den 1.\u00a0Dezember eine gewaltige Fleckengruppe an der S\u00fcdostkante der Sonnenscheibe f\u00fcr eine starke Eruption. Teilchen des Sonnenwinds ionisierten die obere Erdatmosph\u00e4re und verursachten einen kurzeitigen Ausfall des Kurzwellenfunks direkt \u00fcber Australien. Leichte Polarlichterscheinungen waren vermutlich in Regionen h\u00f6herer Breite wie Kanada, Alaska, Skandinavien und Island zu beobachten\u00a0\u2013 f\u00fcr Deutschland bestand keine M\u00f6glichkeit der Sichtung. Das k\u00f6nnte sich in den kommenden N\u00e4chten \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Nach aktuellen Modellen des <a href=\"https:\/\/www.swpc.noaa.gov\/products\/wsa-enlil-solar-wind-prediction\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">NOAA\/Space Weather Prediction Center (SWPC)<\/a> wird die Sto\u00dffront eines CMEs die Erde am 3.\u00a0Dezember streifen. In diesem Szenario sind geomagnetische St\u00fcrme am 3.\u00a0und 4.\u00a0Dezember nicht ausgeschlossen\u00a0\u2013 auch f\u00fcr niedrigere Breiten besteht damit eine erh\u00f6hte Wahrscheinlichkeit Polarlichter beobachten zu k\u00f6nnen. Ob und in welchem Ausma\u00df Mitteleuropa betroffen w\u00e4re, bleibt allerdings offen und h\u00e4ngt stark von der exakten Einschlagsrichtung und dem lokalen Magnetfeldverlauf ab.<\/p>\n<p>Wie das Leuchten in der Atmosph\u00e4re entsteht<\/p>\n<p>Wenn die Sonnenst\u00fcrme unseren Planeten erreichen, wechselwirken die solaren Partikel mit der Erdatmosph\u00e4re\u00a0\u2013 und es kommt zu Polarlichtern, in unseren Breiten auch Nordlichter genannt (Aurora borealis). Das sind auff\u00e4llige Leuchterscheinungen, die weite Teile des Himmels mit einem farbenpr\u00e4chtigen Glimmen erf\u00fcllen. Die Farbe h\u00e4ngt von den chemischen Elementen ab, die von den Sonnenpartikeln zum Leuchten angeregt werden. So strahlen Polarlichter von Stickstoff blau sowie violett und solche von Sauerstoff gr\u00fcn und rot.<\/p>\n<p>Sonneneruptionen werden je nach ihrer maximalen Intensit\u00e4t den Strahlungsklassen\u00a0A, B, C, M und X zugeordnet. CMEs machen sich als Flares im elektromagnetischen Spektrum vom Radio- bis in den R\u00f6ntgenbereich bemerkbar. Jede dieser Klassen ist mit den Ziffern\u00a01 bis 10 nochmals unterteilt. Ein Flare mit der Bezeichnung X10 ist das st\u00e4rkste R\u00f6ntgenflare.<\/p>\n<p>F\u00fcr jenen in der Nacht auf Montag meldete das <a href=\"https:\/\/www.spaceweatherlive.com\/en\/reports\/noaa-swpc-alerts-watches-and-warnings.html\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">NOAA\/Space Weather Prediction Center (SWPC)<\/a> um 03:49\u00a0Uhr\u00a0MEZ eine von St\u00e4rke X1,9. Doch zur \u00dcberraschung der Astronomen kam der Sonnenausbruch aus der Region des kleinen und harmlos wirkenden Sonnenflecks AR\u00a04295 und nicht etwa aus der deutlich prominenteren Gruppe weiter s\u00fcdlich.<\/p>\n<p>Die NASA-Marsmission \u00bbPerseverance\u00ab hatte die beiden Sonnenflecken AR\u00a04294 und AR\u00a04296 bereits vor einigen Tagen von Mars aus gesichtet, kurz bevor beide in das Sichtfeld der Erde weiter rotierten. Der Mars steht n\u00e4mlich <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/interaktive-planetengrafik-action-im-sonnensystem\/1891840\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">zurzeit fast auf der gegen\u00fcberliegenden Seite zur Sonne<\/a>. Inzwischen ist die Fleckengruppe vollst\u00e4ndig von der Erde aus zu sehen, wie ebenfalls <a href=\"https:\/\/soho.nascom.nasa.gov\/sunspots\/\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Bilder der Raumsonde SOHO<\/a> zeigen.<\/p>\n<p>Der Sonnenfleckenkomplex z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften der vergangenen zehn Jahre: In seiner l\u00e4ngsten Ausdehnung misst er etwa 180\u00a0000\u00a0Kilometer und umfasst mehrere dunkle Kernbereiche, von denen mindestens f\u00fcnf gr\u00f6\u00dfer sind als die Erde selbst. Das Magnetfeld der zwei eng stehenden Haputfelcken ist hochgradig instabil und speichert enorme Energiemengen. Wissenschaftler erwarten daher in den kommenden Tagen neben moderaten Aktivit\u00e4ten auch weitere Klasse-X-Eruptionen.<\/p>\n<p>Vergleiche mit dem historischen \u00bbCarrington-Fleck\u00ab am 1.\u00a0September 1859 zeigen, dass die aktuelle Gruppe in der Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe ann\u00e4hernd an das Ereignis von 1859 heranreicht. Dieser produzierte damals einen blendenden Klasse X45-Flare\u00a0\u2013 zwei Tage sp\u00e4ter folgte ein geomagnetischer Sturm, der als das Carrington Event in die Geschichte einging.<\/p>\n<p>Polarlichter selbst beobachten<\/p>\n<p>Es ist grunds\u00e4tzlich schwierig, Polarlichter vorherzusagen, sowohl ob sie auftreten als auch wann und wo. Zudem muss das irdische Wetter mitspielen. Die Prognose f\u00fcr diese Woche sagt gr\u00f6\u00dftenteils bew\u00f6lkten bis wechselnd bew\u00f6lkten Himmel voraus. Klarer Himmel f\u00fcr gute Polarlichtsicht ist also schwierig und nur mit etwas Gl\u00fcck zu bekommen.<\/p>\n<p>Vom Beobachtungsstandort aus sollte man nach Norden schauen. Wenn nichts oder kaum etwas zu sehen ist, kann es sich lohnen, eine Aufnahme mit dem Smartphone zu machen. Polarlichter wirken auf Handyfotos oft viel farbiger und kr\u00e4ftiger, weil Smartphones mit speziellen Nachtmodi und l\u00e4ngerer Belichtungszeit arbeiten. Die Kamera sammelt das schwache Licht \u00fcber mehrere Sekunden. Polarlichter wirken auf dem Foto dann ausdrucksvoll und bunt, w\u00e4hrend wir sie mit blo\u00dfem Auge manchmal nur als grauen oder blassen Schein sehen.<\/p>\n<p>Senden Sie uns gerne Ihre gelungenen Fotos von Polarlichtern\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/leserbilder\/astronomie\/\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">f\u00fcr die Rubrik \u00bbLeserbilder\u00ab<\/a>.<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Simon Misof\" class=\"full\" src=\"\/js_css\/assets\/img\/jpg\/user.png\"\/><\/p>\n<p> ist Astrophysiker und Redakteur f\u00fcr Astronomie. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/b7aa4e373ffe4fdfb402dc9cee338236.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00f6gliche Polarlichter in dieser Woche &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltHimmelsschauspiel: Erneut Polarlichter \u00fcber Deutschland? 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