{"id":619330,"date":"2025-12-03T02:15:14","date_gmt":"2025-12-03T02:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/619330\/"},"modified":"2025-12-03T02:15:14","modified_gmt":"2025-12-03T02:15:14","slug":"eu-einig-ueber-komplettverzicht-auf-gas-aus-russland-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/619330\/","title":{"rendered":"EU einig \u00fcber Komplettverzicht auf Gas aus Russland"},"content":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel (dpa) &#8211; Die EU will bis sp\u00e4testens Ende 2027 vollkommen unabh\u00e4ngig von russischem Erdgas sein. Das sieht eine Einigung zwischen Vertretern der Regierungen der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments vor, die vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs erzielt wurde.\u00a0<\/p>\n<p>Demnach soll die Einfuhr von russischem Gas \u00fcber Pipelines auf Grundlage von langfristigen Vertr\u00e4gen bis sp\u00e4testens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Ausnahmen sind f\u00fcr Binnenl\u00e4nder vorgesehen, die nach Abschluss kurzfristiger Vertr\u00e4ge noch zwei Monate l\u00e4nger Erdgas aus Russland beziehen d\u00fcrfen. Ein Verbot f\u00fcr den Import von russischem Fl\u00fcssigerdgas (LNG) soll im Einklang mit dem 19. Sanktionspaket der EU schon ab Januar 2027 gelten.<\/p>\n<p>Noch kein Ausstiegsplan f\u00fcr \u00d6lexporte\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr russische \u00d6lexporte in die Slowakei und Ungarn soll die EU-Kommission laut der in Br\u00fcssel erzielten Einigung im n\u00e4chsten Jahr einen Plan f\u00fcr den Ausstieg bis Ende 2027 vorlegen. Die beiden Staaten beziehen als einzige in der EU noch Roh\u00f6l aus Russland und sind auch in hohem Ma\u00dfe von russischen Erdgaslieferungen abh\u00e4ngig. Schon mehrfach haben Ungarn und die Slowakei weitreichende Pl\u00e4ne zur Unterst\u00fctzung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland blockiert.<\/p>\n<p>Die neuen Regeln sollen bereits bestehende Sanktionen mit Einfuhrbeschr\u00e4nkungen erg\u00e4nzen und sicherstellen, dass sich die EU-Staaten langfristig unabh\u00e4ngig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem soll es der vollst\u00e4ndige Importstopp der Rohstoffgro\u00dfmacht Russland erschweren, ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter zu finanzieren.<\/p>\n<p>Die Einigung soll auch rechtliche Sicherheit schaffen. Denn w\u00e4hrend die Sanktionen gegen Moskau alle sechs Monate verl\u00e4ngert werden m\u00fcssen und Einstimmigkeit unter den Mitgliedstaaten erfordern, sollen die nun vorgesehenen rechtlichen \u00c4nderungen dauerhaft gelten.\u00a0<\/p>\n<p>Allerdings enth\u00e4lt die Einigung eine Art Sicherheitsklausel, falls die Versorgungssicherheit eines oder mehrerer Mitgliedstaaten ernsthaft gef\u00e4hrdet sein sollte. Unter diesen Umst\u00e4nden k\u00f6nnte die EU-Kommission den betroffenen EU-L\u00e4ndern erlauben, Einfuhrverbote f\u00fcr Gas auszusetzen. Nur wenn ein Mitgliedstaat den Notstand ausruft, sind dann zeitlich begrenzte Lieferungen erlaubt.<\/p>\n<p>Russland macht Milliardengewinne mit Energielieferungen\u00a0<\/p>\n<p>Auch nach knapp vier Jahren Krieg erwirtschaftet Russland mit Energielieferungen in die EU weiterhin Milliardengewinne. So f\u00fchrten EU-Staaten nach offiziellen Zahlen im Jahr 2024 immer noch 52\u00a0Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland ein, was rund einem F\u00fcnftel aller Einfuhren entsprach. Hinzu kamen 13\u00a0Millionen\u00a0Tonnen Roh\u00f6l und mehr als 2.800\u00a0Tonnen Uran in angereicherter Form oder als Kernbrennstoff.<\/p>\n<p>Im ersten Halbjahr 2025 importierte die EU nach Daten der EU-Statistikbeh\u00f6rde Eurostat Fl\u00fcssigerdgas im Wert von fast 4,5 Milliarden Euro aus Russland. Im vergangenen Jahr war demnach nat\u00fcrliches und verarbeitetes Gas im Wert von 15,6 Milliarden Euro von dort importiert worden. Zum Vergleich: Aus den USA kam Gas im Wert von 19,1 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Importstopp soll Verbraucher kaum treffen<\/p>\n<p>Einer Analyse der EU-Kommission w\u00fcrde der Komplettverzicht auf russisches Gas kein Risiko f\u00fcr die Versorgungssicherheit bedeuten. Auf dem Weltmarkt gebe es gen\u00fcgend andere Anbieter, hei\u00dft es aus Br\u00fcssel. Verbraucher m\u00fcssten sich demnach keine gro\u00dfen Sorgen \u00fcber steigende Gaspreise machen.\u00a0<\/p>\n<p>Die CDU-Politikerin Andrea Wechsler, Abgeordnete im EU-Parlament, lobte das neue Regelwerk. Es schaffe durch strenge Herkunftskontrollen Transparenz &#8211; und erg\u00e4nzende Instrumenten stellten sicher, dass m\u00f6gliche Umgehungen wie indirekte Lieferwege fr\u00fchzeitig erkannt und verhindert w\u00fcrden.\u00a0<\/p>\n<p>Die EU will die Importe auf Grundlage des europ\u00e4ischen Handels- und Energierechts verbieten. Mitte Juni hatte die EU-Kommission daf\u00fcr Vorschl\u00e4ge vorgelegt. Die nun erzielte Einigung muss noch formell vom Europ\u00e4ischen Parlament und den Mitgliedstaaten im Rat best\u00e4tigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Br\u00fcssel (dpa) &#8211; Die EU will bis sp\u00e4testens Ende 2027 vollkommen unabh\u00e4ngig von russischem Erdgas sein. Das sieht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":619324,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,1149,1137,548,663,30,8221,4046,1209,307,625,4418],"class_list":{"0":"post-619330","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-energie","11":"tag-erdgas","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-germany","15":"tag-konflikte","16":"tag-krieg","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-russland","19":"tag-verbraucher","20":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115653229040993489","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/619330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=619330"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/619330\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/619324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=619330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=619330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=619330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}