{"id":619616,"date":"2025-12-03T05:13:13","date_gmt":"2025-12-03T05:13:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/619616\/"},"modified":"2025-12-03T05:13:13","modified_gmt":"2025-12-03T05:13:13","slug":"2029-koennte-russland-wirklich-die-nato-angreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/619616\/","title":{"rendered":"2029: K\u00f6nnte Russland wirklich die NATO angreifen?"},"content":{"rendered":"<p>Mit der gro\u00dfangelegten russischen <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/tag\/russische-invasion-der-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Invasion der Ukraine<\/a> w\u00e4chst der Druck auf Deutschland, seine eingerostete Verteidigungsindustrie auf Vordermann zu bringen. Worte wie &#8222;Kriegst\u00fcchtigkeit&#8220; sind inzwischen mehrmals gefallen, sowie die Forderung, dass die &#8222;Bundeswehr die konventionell st\u00e4rkste Armee Europas&#8220; werden soll. <\/p>\n<p>Vor wenigen Jahren war das noch undenkbar.<\/p>\n<p>Russlands Maximalforderungen in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine und der sich langsam andeutende R\u00fcckzug der Amerikaner aus der NATO sind ein ewig l\u00e4utender Weckruf f\u00fcr die Europ\u00e4er, die sich mehr und mehr gezwungen sehen, sich selbst um ihre Sicherheit zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Um m\u00f6glichst schnell verteidigungsf\u00e4hig \u2013 und somit auch kriegst\u00fcchtig \u2013 zu werden, sieht der Haushalt der Bundesregierung eine Steigerung des <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2025\/12\/02\/europa-diese-lander-geben-am-meisten-furs-militar-aus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verteidigungsetats<\/a> bis 2029 auf fast 153 Milliarden Euro vor.<\/p>\n<p>Die Zahl 2029 wird h\u00e4ufig als Anhaltspunkt genommen. Bis dahin sollen die <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/04\/28\/weltweit-auf-4-platz-deutschland-hat-die-hochsten-militarausgaben-seit-1990\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verteidigungsausgaben <\/a>auf rund 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) steigen und die Bundeswehr &#8222;kriegst\u00fcchtig&#8220; werden, da demnach in diesem Jahr auch ein m\u00f6glicher russischer Angriff auf NATO-Gebiet stattfinden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Bei der Eventreihe &#8222;Zeitenwende on Tour&#8220; der <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/02\/14\/auf-der-munchner-sicherheitskonferenz-2025-geht-es-um-die-zukunft-europas\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz<\/a> Ende November <a href=\"https:\/\/x.com\/MunSecConf\/status\/1995143169244352954?s=20\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer\">erkl\u00e4rte<\/a> der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, dass &#8222;das Jahr sich niemand einfach ausgedacht hat&#8220;, sondern es auf &#8222;sauberen Analysen&#8220; beruht. &#8222;Das hei\u00dft nicht&#8220;, erg\u00e4nzte Breuer, &#8222;dass Russland dann angreifen wird, aber es wird dazu in der Lage sein.&#8220;<\/p>\n<p>2029: Das Jahr, in dem viel passieren k\u00f6nnte<\/p>\n<p>Die Warnung, dass ein russischer Angriff 2029 m\u00f6glich ist, basiert auf einer NATO-Analyse aus dem Jahr 2023, dem &#8222;Joint Threat Assessment&#8220;. <\/p>\n<p>Dort hei\u00dft es, dass Russland innerhalb von drei bis f\u00fcnf Jahren in der Lage sein k\u00f6nnte, einen gro\u00dfangelegten Krieg zu f\u00fchren. <\/p>\n<p>Laut einer <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/wdr\/russland-nato-militaer-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Recherche des WDR<\/a> wurde f\u00fcr dieses Assessment mittels Aufkl\u00e4rungssatelliten erfasst, welche Aktivit\u00e4ten Russland derzeit entfaltet, darunter etwa die Produktionsmengen und Rekrutierungsstrategien. Dabei wurde sich ausschlie\u00dflich auf nachrichtendienstliche Informationen gest\u00fctzt. <\/p>\n<p>Diese Einsch\u00e4tzung kam 2023 zu dem Ergebnis, dass Russland in f\u00fcnf Jahren \u2013 also bis 2028 \u2013 in der Lage w\u00e4re, eine Armee von 1,5 Millionen Soldaten einschlie\u00dflich der n\u00f6tigen Ausr\u00fcstung aufzustellen und damit einen solchen Angriff durchzuf\u00fchren, erkl\u00e4rte der Sicherheitsexperte Professor Dr. Carlo Masala im Podcast von Paul Ronzheimer. <\/p>\n<p>&#8222;2024 sind Verteidigungsminister <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/tag\/boris-pistorius\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Boris Pistorius<\/a> und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, mit diesem Joint Threat Assessment an die \u00d6ffentlichkeit gegangen&#8220;, erg\u00e4nzt er und f\u00fcgt seine Einsch\u00e4tzung hinzu, dass man die Bev\u00f6lkerung offenbar nicht verschrecken wollte, &#8222;indem man 2024 direkt von 2028 gesprochen h\u00e4tte&#8220;. <\/p>\n<p>&#8222;Kriegst\u00fcchtig&#8220; bis 2029<\/p>\n<p>Sowohl die Bundeswehr als auch der Bundesnachrichtendienst (BND) erkannten schnell, dass eine \u00e4ltere Analyse verwendet wurde. Eine Korrektur blieb jedoch aus. Dem WDR zufolge hie\u00df es intern im Verteidigungsministerium, die Aussage k\u00fcnftig &#8222;vorsichtiger zu formulieren&#8220; und stattdessen den allgemeineren Ausdruck &#8222;bis zum Ende der Dekade&#8220; zu verwenden.<\/p>\n<p>Kaum noch Austausch zwischen Deutschland und den USA<\/p>\n<p>Die USA verf\u00fcgen \u00fcber das gr\u00f6\u00dfte Milit\u00e4r weltweit. Zur\u00fcckzuf\u00fchren ist das in erster Linie auf die enormen Budgets, fortschrittliche Technologie sowie die Gr\u00f6\u00dfe der Marine und Luftwaffe. Zwar gibt es andere L\u00e4nder, die mehr Soldaten haben, doch werden sie von den USA mit ihrem globalen Einfluss und den hohen Verteidigungsausgaben \u00fcberstiegen.<\/p>\n<p>Bislang hat sich Deutschland auf die bisherige transatlantische Freundschaft und Weltordnung verlassen. Der Inspekteur des Heeres, Dr. Christian Freuding sagte im <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/magazine\/2026\/01\/german-militarism-european-security\/684951\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Interview<\/a> mit dem Atlantic, dass er US-Verteidigungsbeamte fr\u00fcher &#8222;Tag und Nacht&#8220; erreichen konnte, doch inzwischen sei der Austausch &#8222;abgebrochen&#8220;. <\/p>\n<p>Um amerikanische Positionen zu verstehen, verlasse sich Freuding inzwischen auf die deutsche Botschaft in Washington, &#8222;wo jemand versucht, jemanden im Pentagon zu finden&#8220;.<\/p>\n<p>Der nachlassende R\u00fcckhalt aus den USA kommt aus Sicht deutscher Sicherheitsexperten der Bundeswehr zur denkbar ung\u00fcnstigen Zeit: W\u00e4hrend sie t\u00e4glich russische Truppenbewegungen verfolgen und einsch\u00e4tzen m\u00fcssen, ob Putin noch in diesem Jahrzehnt einen Angriff auf ein NATO-Land wagen k\u00f6nnte, steht zugleich die Frage im Raum, ob ein US-amerikanischer Pr\u00e4sident Europa verteidigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Erst vor kurzem sagte der US-Botschafter beim B\u00fcndnis, dass er sich in der Zukunft w\u00fcnsche, dass Deutschland die F\u00fchrungsrolle von den USA in der NATO \u00fcbernimmt. Experten sehen darin weitere Anzeichen, dass die USA sich langfristig von der NATO zur\u00fcckziehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Aufr\u00fcstung: personell sowie materiell<\/p>\n<p>Um einen m\u00f6glichen russischen Angriff auf NATO-Gebiet abzuschrecken, muss die Bundeswehr also bis 2029 &#8222;kriegst\u00fcchtig&#8220; werden. Das hei\u00dft: Die Truppe soll sowohl personell als auch materiell deutlich gest\u00e4rkt und modernisiert werden. <\/p>\n<p>Aktuell verf\u00fcgt die Bundeswehr \u00fcber rund 181.000 bis 182.000 aktive Soldatinnen und Soldaten, offiziell soll sie auf etwa 203.000 wachsen.<\/p>\n<p>Um das zu erreichen, hat die Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den freiwilligen Wehrdienst wiedereingesetzt. Junge M\u00e4nner und Frauen ab dem Jahrgang 2008 erhalten Post von der Bundeswehr, bei der sie zur Musterung eingeladen werden. Verpflichtet zur Antwort sind jedoch nur die M\u00e4nner. <\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/08\/27\/freiwilligkeit-statt-pflicht-bundeskabinett-beschliesst-neuen-wehrdienst\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wehrdienst<\/a> bleibt zwar zun\u00e4chst freiwillig, jedoch wurden klare Zielmarken f\u00fcr den Personalaufbau der Bundeswehr definiert. Sollte diese Zahl nicht erreicht werden, kann der Bundestag eine Bedarfswehrpflicht beschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Dienst soll durch attraktive Ausbildungsangebote, h\u00f6here Bezahlung und moderne Technik, wie Drohnen-Ausbildung, aufgewertet werden und so freiwillige Rekruten anziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit der gro\u00dfangelegten russischen Invasion der Ukraine w\u00e4chst der Druck auf Deutschland, seine eingerostete Verteidigungsindustrie auf Vordermann zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":619617,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,1179,685,13,1435,14,1159,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-619616","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-boris-pistorius","11":"tag-bundeswehr","12":"tag-headlines","13":"tag-krieg-in-der-ukraine","14":"tag-nachrichten","15":"tag-nato","16":"tag-news","17":"tag-russia","18":"tag-russian-federation","19":"tag-russische-foederation","20":"tag-russland","21":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115653928817047974","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/619616","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=619616"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/619616\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/619617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=619616"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=619616"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=619616"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}