{"id":619818,"date":"2025-12-03T07:08:13","date_gmt":"2025-12-03T07:08:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/619818\/"},"modified":"2025-12-03T07:08:13","modified_gmt":"2025-12-03T07:08:13","slug":"pflegekosten-in-stuttgart-belastung-fuer-betroffene-steigt-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/619818\/","title":{"rendered":"Pflegekosten in Stuttgart: Belastung f\u00fcr Betroffene steigt weiter"},"content":{"rendered":"<p>Bewohner von Pflegeheimen m\u00fcssen noch tiefer in die Tasche greifen. Die Eigenanteile in Einrichtungen der Stadt Stuttgart steigen um einige hundert Euro. Und nicht nur dort.<\/p>\n<p>Dass in Pflegeheimen die Zuzahlungen der Betroffenen seit Jahren steigen, ist seit Langem ein Aufregerthema. Eine L\u00f6sung ist nicht in Sicht \u2013 im neuen Jahr wachsen die Belastungen weiter. Das zeigt die Kostenentwicklung beim st\u00e4dtischen Eigenbetriebs Leben und Wohnen (ELW). Dort werden die Preise im Januar im Schnitt um 5,9 Prozent erh\u00f6ht. In einigen der insgesamt acht Pflegeheime des ELW steigt damit der Eigenanteil f\u00fcr die Bewohner erstmals \u00fcber 4000 Euro im Monat.<\/p>\n<p>\u201eWir sind ganz zufrieden und hoffen, dass die Rechnung aufgeht\u201c, sagt Marc Bischoff. Zufrieden ist der ELW-Chef damit, dass die Kassen die unter anderem durch weitere Tariferh\u00f6hungen entstehenden Mehrkosten anerkannt haben. Doch die acht H\u00e4user mit insgesamt 782 Pl\u00e4tzen m\u00fcssen zu fast 97 Prozent ausgelastet sein, nur dann steigt das Budget des ELW durch die Preiserh\u00f6hung auch um 2,6 Millionen Euro. <\/p>\n<p>Die Marke von 4000 Euro ist \u00fcberschritten <\/p>\n<p>Und der ELW-Chef wei\u00df: F\u00fcr die Bewohner und ihre Angeh\u00f6rigen seien die Zuzahlungen heute \u201eeine Riesenbelastung\u201c. Die Marke von 4000 Euro nach Abzug der Leistungen der Pflegeversicherung wird dabei in kleinen Heimen \u00fcberschritten. So im Haus Hasenberg (4050 Euro), einer Einrichtung mit 50 Pl\u00e4tzen, wo die Betroffenen im ersten Jahr nun noch mal rund 200 Euro pro Monat mehr bezahlen m\u00fcssen als bisher. In der Seniorenpflege des Generationenhauses Heslach kommt man sogar auf 4144 Euro im Monat. <\/p>\n<p>In gr\u00f6\u00dferen Pflegeheimen liegt der ELW bei den Eigenanteilen noch um die 3800 Euro, sie haben eine bessere Kostenstruktur. Die genannten Zuzahlungen gelten im ersten Jahr. Der tats\u00e4chliche Eigenanteil h\u00e4ngt jeweils auch von der Dauer des Pflegeheimaufenthalts ab. Im zweiten, dritten und vierten Jahr, also je l\u00e4nger die Pflege anh\u00e4lt, werden die Bewohner durch einen 2022 eingef\u00fchrten Leistungszuschlag um circa 800, 1300 und 2000 Euro im Monat entlastet.<\/p>\n<p>Dabei ist die jetzige Steigerung der Eigenanteile im Vergleich sogar moderat, die Gehaltszunahme mit plus 2,8 Prozent im kommenden Jahr ist weit geringer als in fr\u00fcheren Jahren. Bei einem Personalkostenanteil von 85 Prozent f\u00e4llt aber auch das ins Gewicht, neben gestiegenen Sachkosten etwa f\u00fcr Energie. Die Zunahme d\u00fcrfte viele Bewohner und ihre Familien finanziell \u00fcberfordern, wie in den zur\u00fcckliegenden Jahren. So hat sich seit 2021 in den Heimen des ELW der Anteil der Menschen, die ganz oder teilweise auf Sozialhilfe angewiesen sind, von 20 auf 40 Prozent verdoppelt.<\/p>\n<p>Bei anderen Heimtr\u00e4gern ist die Lage nicht viel anders. Da jeder selbst mit Pflegekassen und Sozialhilfetr\u00e4gern die ein Jahr geltenden Kostens\u00e4tze verhandelt, teils auch zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr, steigen deren Preise nicht alle sofort Anfang Januar. Beim Wohlfahrtswerk f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg, von dessen rund 20 Einrichtungen einige in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> sind, werde die Preiserh\u00f6hung \u201eMitte 2026 erfolgen\u201c, erkl\u00e4rte Sprecherin Sonja John. Deshalb k\u00f6nne man noch keine Zahlen nennen. Im vergangenen Jahr aber lag die Preiserh\u00f6hung im Schnitt bei 6,2 Prozent. In den Stuttgarter H\u00e4usern variierte das Plus zwischen 4,5 und 8,3 Prozent.<\/p>\n<p>Die Entgelte f\u00fcr die Einrichtungen der Diak Altenhilfe werden \u201eim Fr\u00fchjahr neu verhandeln\u201c, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Annette Attanasio. Im laufenden Jahr h\u00e4tten die Steigerungen je nach Einrichtung zwischen 3,7 und 7,3 Prozent gelegen. Zur Diak Altenhilfe geh\u00f6ren in Stuttgart etwa das Pflegezentrum Bethanien in M\u00f6hringen sowie der Paulinenpark in Mitte. F\u00fcr das kommende Jahr habe man \u201enoch keine konkreten Berechnungen\u201c, so Annette Attanasio. Wegen der bekannten Kostensteigerungen sei jedoch \u201eerneut mit Erh\u00f6hungen zu rechnen\u201c. <\/p>\n<p>So kostet ein Tag etwa im Haus Maria des Pflegezentrums Bethanien 195 Euro, macht 5864 Euro im Monat, abz\u00fcglich der Leistungen der Pflegekasse im ersten Jahr bei Pflegestufe drei ergibt sich eine Zuzahlung von 4173 Euro. 2025 stiegen die monatlichen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kosten\" title=\"Kosten\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kosten<\/a> in diesem Fall um 307 Euro. \u201eDavon entfallen 218 Euro auf den Eigenanteil der Bewohnerinnen und Bewohner, der verbleibende Teil wird durch die Pflegekassen getragen\u201c, erl\u00e4utert die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Diak Altenhilfe. <\/p>\n<p>\u00c4hnlich bei der Caritas, die f\u00fcnf H\u00e4user in Stuttgart betreibt. Dort steht eine Preiserh\u00f6hung erst wieder im Juli an. Zwar liegen auch bei diesem Tr\u00e4ger die Zuzahlungen im ersten Jahr zumeist noch unter 4000 Euro. Im Falle etwa des noch recht neuen Hauses Martinus wird diese Marke aber im ersten Jahr mit fast 4300 Euro Eigenanteil pro Monat schon deutlich \u00fcberschritten. Im Haus Barbara der Caritas komme man im erste Jahr auf rund 4100 Euro. In beiden F\u00e4llen wegen des hohen Investitionskostenanteils. <\/p>\n<p>Angesichts dieser jedes Jahr aufs Neue auftretenden Kostensteigerungen fordert Marc Bischoff eine grundlegende Reform. \u201eDie Pflege muss anders finanziert werden\u201c, betont der ELW-Chef. Er vertritt die Position des sogenannten \u201eSockel-Spitze-Tauschs\u201c. Zur Entlastung der Pflegebed\u00fcrftigen sieht dieser vor, dass nicht mehr die Pflegeversicherung den geringeren und festgelegten Sockelbetrag \u00fcbernimmt, sondern die Spitze der Kosten, w\u00e4hrend die Betroffenen einen k\u00fcnftig f\u00fcr sie deutlich niedrigeren Festbetrag bezahlen. <\/p>\n<p>In die Politik eingebracht hat das Konzept die Initiative Pro\u2009Pflegereform, deren Sprecher bis zu seinem Ruhestand k\u00fcrzlich lange Jahre der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Evangelischen Heimstiftung, Bernhard Schneider, war. Weil Marc Bischoff nicht davon ausgeht, dass ein einfacher Tausch der Kostenanteile erreichbar ist, pl\u00e4diert er daf\u00fcr, die Zuzahlungen der Pflegebed\u00fcrftigen wenigstens auf beispielsweise 2000 Euro oder etwas dar\u00fcber festzuschreiben und die dynamische Hauptlast der Pflegeversicherung zu \u00fcbertragen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bewohner von Pflegeheimen m\u00fcssen noch tiefer in die Tasche greifen. 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