{"id":620790,"date":"2025-12-03T17:07:16","date_gmt":"2025-12-03T17:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/620790\/"},"modified":"2025-12-03T17:07:16","modified_gmt":"2025-12-03T17:07:16","slug":"energiewende-in-deutschland-droht-ins-stocken-zu-geraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/620790\/","title":{"rendered":"Energiewende in Deutschland droht ins Stocken zu geraten"},"content":{"rendered":"<p>Trotz internationaler Beschl\u00fcsse bleibt die Energiewende in Deutschland z\u00e4h. Warum Politik und Industrie jetzt gegensteuern m\u00fcssen.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/panthermedia_B250472176_7360x49121-e1764774943922-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Trotz internationaler Beschl\u00fcsse bleibt die Energiewende in Deutschland z\u00e4h. Warum Politik und Industrie jetzt gegensteuern m\u00fcssen. Foto: PantherMedia \/ AndrewLozovyi\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Trotz internationaler Beschl\u00fcsse bleibt die Energiewende in Deutschland z\u00e4h. Warum Politik und Industrie jetzt gegensteuern m\u00fcssen. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: PantherMedia \/ AndrewLozovyi<\/p>\n<p>Die entt\u00e4uschenden Ergebnisse der internationalen Klimaschutzkonferenz COP 30 im brasilianischen Bel\u00e9m, der Aufschub von Klimaschutzma\u00dfnahmen und das Bremsen beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland \u2013 das veranlasst zu der Frage: Wie kann, wie wird es mit der Energiewende in Deutschlasnd weitergehen?<\/p>\n<p>Energiewende braucht nach COP30 politischen Mut und neue Leitlinien<\/p>\n<p>In Bezug auf die Energiewende und die Transformation Deutschlands wie auch international zur Klimaneutralit\u00e4t machen sich angesichts mancher Ank\u00fcndigungen aus dem Regierungslager derzeit eher Attentismus und Pessimismus breit. Bundesumwelt- und Klimaschutzminister Carsten Schneider mag sich dem aber nicht anschlie\u00dfen. Auf einer Fachkonferenz des Berliner Tagesspiegels am 3. Dezember verwies er auf nationale und internationale Festlegungen.<\/p>\n<p>Auf der Weltklimakonferenz COP30 in Bel\u00e9m habe die Weltgemeinschaft bis auf das Ausscheren der USA zusammengestanden. \u201eEs gab keine Obstruktion\u201c, so Schneider. <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/umwelt\/cop30-warum-aus-belem-noch-was-werden-koennte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entt\u00e4uschung habe es gegeben, weil es keine Einigung auf den Vorschlag des brasilianischen Pr\u00e4sidenten Lula da Silva f\u00fcr einen Ausstiegspfad aus den fossilen Energien gegeben habe.<\/a><\/p>\n<p>\u201eWeil eine Reihe von L\u00e4ndern wie Saudi-Arabien oder Nigeria damit noch gut Geld verdient.\u201c Es gebe \u201eunterschiedliche Geschwindigkeiten\u201c, sagte der Bundesumweltminister, \u201edoch die L\u00e4nder, die schneller vorangehen, werden den Takt vorgeben, auch bei Technologien und Arbeitspl\u00e4tzen\u201c.<\/p>\n<p>Deutschland ringt um Kurs bei Klimazielen<\/p>\n<p>\u201eDie Umstellung zur klimaneutralen Gesellschaft ist im Gange\u201c, so Schneider. F\u00fcr die Mobilit\u00e4t wolle man an dem EU-weiten Ziel der Flottenneutralit\u00e4t bis 2035 festhalten. \u201eDas ist eine sportliche Aufgabe, aber ein zentraler Punkt, den ich in der Bundesregierung verteidigen werde\u201c, betonte der Umweltminister unter Verweis auf die Rekord-Neuzulassungen bei Elektroautos in Deutschland.<\/p>\n<p>Noch weiterhin hocheffiziente Verbrenner-Motoren zuzulassen, wie die Ministerpr\u00e4sidenten es wollen w\u00fcrden, sei nicht die Haltung der Bundesregierung. \u201eDer Autobereich in Deutschland ist sehr r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt\u201c, kritisierte der Minister. \u201eIn diesem Land sind mir zu viele Def\u00e4tisten unterwegs. Die Zukunft ist elektrisch.\u201c Schneider hofft auch auf eine europ\u00e4ische Batterieproduktion.<\/p>\n<p>Man solle die wirtschaftlichen Chancen der Transformation nutzen, die Kosten und Vorteile m\u00fcssten aber gerecht verteilt werden. Die soziale Ausgestaltung, wie etwa die Verbraucherpreise, sei in der Vergangenheit zu wenig ber\u00fccksichtigt worden. \u201eWir werden bis M\u00e4rz 2026 ein Klimaschutzprogramm vorlegen\u201c, k\u00fcndigte der Minister an. Die Mengen an erneuerbaren Energien sollten fortgeschrieben, der Netzausbau forciert werden.<\/p>\n<p>Transformation verlangt mehr Systemdenken<\/p>\n<p>Es gehe heute um die \u201eOrientierung der Energiepolitik f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre\u201c, unterstrich Christian Schmidt, zust\u00e4ndiger Abteilungsleiter im Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWE). Dabei seien die Herausforderungen gro\u00df angesichts der Ziele, 60 % CO2-Minderung bis 2030 zu erreichen und bis dahin den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf 80 % zu steigern. Aktuell steuere man auf 60 % zu.<\/p>\n<p>Schmidt verwies auf <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/energie\/energiewende-monitoringbericht-thematisiert-das-preisschild\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Ergebnisse des Mitte September vorgelegten Energiewendemonitorings,<\/a> das die \u201eLeitplanken\u201c f\u00fcr die weitere Entwicklung darstelle. \u201eDer Erfolg der Energiewende bemisst sich nicht nur an den Ausbauzahlen. Wir m\u00fcssen systemischer denken, die Erneuerbaren st\u00e4rker auf Marktintegration und Netzvertr\u00e4glichkeit ausrichten.\u201c Dazu k\u00f6nnten regional differenzierte Baukostenzusch\u00fcsse beitragen. Auch sollten die Netzkapazit\u00e4ten besser ausgenutzt werden.<\/p>\n<p>EEG-Novelle soll Investitionen in deutsche Energiewende ankurbeln<\/p>\n<p>\u201eWir wollen Anfang 2026 eine EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz)-Novelle ins Kabinett bringen\u201c, k\u00fcndigte der Ministeriumsvertreter an. Dabei solle auch der Biomasse Raum gegeben werden. Damit mehr Preissignale bei den Erneuerbaren ankommen, will die Politik auch einen neuen Investitionsrahmen schaffen, \u201eder p\u00fcnktlich zum 1. 1. 2027 in Kraft treten kann\u201c, wie Schmidt erkl\u00e4rt. Damit sollen unter anderem Contracts for Difference (CfDs) als Verg\u00fctung eingef\u00fchrt werden. <a href=\"https:\/\/www.vdi-nachrichten.com\/technik\/energie\/ppa-negative-strompreise-fordern-energiewende-heraus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eAuch langfristige PPAs (Direktlieferungsvertr\u00e4ge) bieten ein hervorragendes Vehikel\u201c, meint Schmidt.<\/a><\/p>\n<p>Was den angestrebten Kapazit\u00e4tsmarkt f\u00fcr die Versorgungssicherheit betrifft, \u201eliegt unser Fokus aktuell auf Kraftwerks-Ausschreibungen\u201c, sagte er. Dazu habe es monatelange Verhandlungen mit der EU-Kommission gegeben. Ende des Jahres wolle man Klarheit haben, so der Ministeriumsvertreter. Stromspeicher sollten \u201enetzdienlich oder netzneutral\u201c eingesetzt werden, da d\u00fcrfe es \u201ekeinen zu gro\u00dfen Wildwuchs geben\u201c, betonte Schmidt. Derzeit gebe es einen enormen Zuwachs. F\u00fcr die Netzbetreiber m\u00fcsse angesichts der Konkurrenz bei den Netzanschl\u00fcssen ein Regime geschaffen werden.<\/p>\n<p>Energierechtler fordern klare Leitplanken f\u00fcr Energiewende in Deutschland<\/p>\n<p>Thorsten M\u00fcller, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Umweltenergierecht, geht davon aus, dass der Schwerpunkt der EEG-Novelle die Synchronisierung des Netzausbaus mit dem Erneuerbaren-Ausbau sein wird. Er verweist zugleich darauf, dass das EEG in den 23 Jahren seines Bestehens ein \u201eH\u00f6chstma\u00df an Finanzierungssicherheit\u201c gegeben und insbesondere neue Akteure in der Erzeugung adressiert habe. \u201eOhne diese gr\u00fcne S\u00e4ule lie\u00dfe sich der Erfolg nicht erkl\u00e4ren\u201c, so der Energierechtsexperte. Zuk\u00fcnftige Handlungsfelder sieht er neben dem Netz- und Erneuerbaren-Ausbau in der Verbrauchssteuerung. Flexibilisierungspotenziale m\u00fcssten aktiviert werden.<\/p>\n<p>Bei einer Neuregelung der Verg\u00fctung sieht er es als entscheidend an, dass die Risiko-Absicherung nicht wegf\u00e4llt. Der Think Tank Agora Energiewende pl\u00e4diert daher f\u00fcr eine Kombination von PPAs mit CfDs.<\/p>\n<p>Den Kurs der EU, den Mitgliedsl\u00e4ndern freie Wahl der Technologien zu lassen, h\u00e4lt Energierechtler M\u00fcller f\u00fcr einen \u201eWeg, der industriepolitisch scheitern wird. ,Mehr Markt\u2018 ist genauso wie ,Technologieoffenheit\u2018 eine Einheit stiftende Leerformel.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trotz internationaler Beschl\u00fcsse bleibt die Energiewende in Deutschland z\u00e4h. Warum Politik und Industrie jetzt gegensteuern m\u00fcssen. 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