{"id":621366,"date":"2025-12-03T22:45:17","date_gmt":"2025-12-03T22:45:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/621366\/"},"modified":"2025-12-03T22:45:17","modified_gmt":"2025-12-03T22:45:17","slug":"von-der-ukraine-nach-tschechien-dianas-neuanfang-als-aerztin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/621366\/","title":{"rendered":"Von der Ukraine nach Tschechien: Dianas Neuanfang als \u00c4rztin"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch wurde in Zhytomyr geboren und habe in Vinnytsia Medizin studiert\u201c, erz\u00e4hlt Diana. \u201eEs war ein friedliches Studentenleben \u2013 lange Tage des Lernens und viele schlaflose N\u00e4chte. Nach dem vierten Jahr mussten wir unser Studium online zu Ende bringen \u2013 erst wegen der Pandemie, dann wegen des Krieges.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Einmarsch in die Ukraine \u00e4nderte sich Dianas Leben als Medizinstudentin \u00fcber Nacht. Zwei Wochen nach ihrem Abschluss war sie gezwungen, das Land zu verlassen, und zog nach Tschechien.<\/p>\n<p>Als frisch zugelassene \u00c4rztin war sie motiviert, ihr Wissen anzuwenden und den Menschen in Tschechien zu helfen, ihre Gesundheit zu verbessern, was jedoch nicht einfach war. Um in einem neuen Land als \u00c4rztin arbeiten zu k\u00f6nnen, musste sie eine zus\u00e4tzliche Berufsausbildung absolvieren und das Zulassungsverfahren durchlaufen. Als sie per E-Mail von einem neuen Workshop erfuhr, der vom Institut f\u00fcr medizinische Postgraduiertenausbildung (IPVZ) mit Unterst\u00fctzung von WHO\/Europa organisiert wurde, meldete sie sich sofort an.<\/p>\n<p>\u201eIch habe mich wirklich darauf gefreut\u201c, sagt Diana. \u201eEs war eine gute Gelegenheit, einige der Professoren und \u00c4rzte zu treffen, die diese Pr\u00fcfungen abnehmen, und zu verstehen, worauf sie Wert legen. Durch die Ausbildung wurde mir klar, dass wir als \u00c4rzte aus der Ukraine weiterhin arbeiten und den Menschen helfen k\u00f6nnen, und dass es Menschen gibt, die uns brauchen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDa braucht jemand deine Hilfe\u201c<\/p>\n<p>Der von WHO\/Europa, der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) und dem IPVZ durchgef\u00fchrte Workshop wird im Rahmen des von der Europ\u00e4ischen Union (EU) finanzierten Projekts EU4Health kostenlos angeboten. Er soll \u00c4rzten und medizinischen Fachkr\u00e4ften aus der Ukraine bei der Vorbereitung auf die Zulassungspr\u00fcfungen helfen, die sie f\u00fcr die Arbeit im tschechischen Gesundheitssystem ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Diana nahm an den Pr\u00fcfungen teil und bestand sie, sodass sie ihre \u00e4rztliche Zulassung erhielt. Sie begann ihre Arbeit am Krankenhaus von Znojmo im S\u00fcden Tschechiens auf der Station f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eAm Anfang war alles neu \u2013 das System, die Sprache, sogar die medizinische Terminologie. Aber die Menschen haben mir geholfen zu verstehen, wie die Dinge funktionieren. Das hat den entscheidenden Unterschied ausgemacht\u201c, sagt Diana.<\/p>\n<p>Das Krankenhaus verf\u00fcgt auch \u00fcber ein Zentrum f\u00fcr die Behandlung von Endometriose, eine Entbindungsstation und eine W\u00f6chnerinnenstation, die sowohl tschechische als auch ukrainische Patientinnen aufnimmt. \u201eHier habe ich meine wahre Leidenschaft entdeckt\u201c, f\u00fcgt sie hinzu. \u201eVorher dachte ich daran, wie mein Vater in die Chirurgie zu gehen, aber dann wurde mir klar, dass ich mit Frauen und Familien arbeiten wollte, um in solch bedeutsamen Momenten f\u00fcr sie da zu sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch finde, dass die Kommunikation mit den Patientinnen sehr gut funktioniert. Ich spreche flie\u00dfend Tschechisch, sie verstehen mich und ich verstehe sie auch. Ich versuche, meiner Arbeit eine menschliche Note zu geben, indem ich alles mit Liebe und Mitgef\u00fchl angehe. Um drei Uhr geweckt zu werden, ist manchmal unangenehm, aber dann erinnerst du dich daran, dass da jemand wirklich deine Hilfe braucht. Dieser Gedanke gibt dir die Kraft, aufzustehen und der Patientin zu helfen.\u201c<\/p>\n<p>Berufliche und pers\u00f6nliche Entwicklung<\/p>\n<p>Diana ist eine von fast 200 vertriebenen Gesundheitsfachkr\u00e4ften aus der Ukraine, die ihre F\u00e4higkeiten in den nationalen Gesundheitssystemen der an dem Projekt beteiligten Aufnahmel\u00e4nder weiter aus\u00fcben. Im November 2025 nahm sie gemeinsam mit der WHO und der IOM an der Konferenz der European Public Health Association (EUPHA) in Helsinki teil und erz\u00e4hlte dort pers\u00f6nlich ihre Geschichte.<\/p>\n<p>Durch dieses gemeinsame Projekt erhalten \u00c4rzte, Pflegekr\u00e4fte und andere Fachkr\u00e4fte des Gesundheitswesens \u2013 Menschen, die \u00fcber das Wissen und die F\u00e4higkeiten verf\u00fcgen, um jeden Tag Leben zu sch\u00fctzen und zu retten \u2013 Unterst\u00fctzung bei der Vorbereitung auf Pr\u00fcfungen zur Anerkennung von Qualifikationen, bei der Vermittlung von Informationen \u00fcber ihre Rechte und Anspr\u00fcche und beim Zugang zu Schulungen, die sie ben\u00f6tigen, um ihren Beruf in ihrem Aufnahmeland offiziell aus\u00fcben zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Indem sie ihnen die M\u00f6glichkeit gibt, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, tr\u00e4gt die WHO zur St\u00e4rkung der Gesundheitssysteme bei und sorgt daf\u00fcr, dass ihr Fachwissen weiterhin Leben retten kann. Das Projekt erm\u00f6glicht es ihnen, sich sowohl beruflich als auch menschlich weiterzuentwickeln, sodass sie eines Tages ihre F\u00e4higkeiten und Erfahrungen zur Unterst\u00fctzung der Ukraine und ihrer Bev\u00f6lkerung einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Projekt \u201eVerbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung von Fl\u00fcchtlingen und Vertriebenen aus der Ukraine, die in den EU-Mitgliedstaaten vor\u00fcbergehenden Schutz genie\u00dfen\u201c wird von der EU im Rahmen des Arbeitsprogramms von EU4Health 2023 finanziert. Es l\u00e4uft von 2023 bis 2025 in zehn L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Region: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Republik Moldau, Rum\u00e4nien, Slowakei, Tschechien und Ungarn.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eIch wurde in Zhytomyr geboren und habe in Vinnytsia Medizin studiert\u201c, erz\u00e4hlt Diana. \u201eEs war ein friedliches Studentenleben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":621367,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-621366","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115658065549246168","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/621366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=621366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/621366\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/621367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=621366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=621366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=621366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}