{"id":621394,"date":"2025-12-03T22:59:18","date_gmt":"2025-12-03T22:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/621394\/"},"modified":"2025-12-03T22:59:18","modified_gmt":"2025-12-03T22:59:18","slug":"was-eine-mutter-aus-nuernberg-beim-pfandsammeln-zu-hoeren-bekommt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/621394\/","title":{"rendered":"Was eine Mutter aus N\u00fcrnberg beim Pfandsammeln zu h\u00f6ren bekommt"},"content":{"rendered":"<p>                                &#8211;                                Wohnung weg und kein Strom: Mathilda R. aus N\u00fcrnberg und ihre 26-j\u00e4hrige Tochter leben in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen. Wie sie sich mit dem Sammeln von Pfandflaschen \u00fcber Wasser halten und warum das Frauenzimmer f\u00fcr sie ein wichtiger Anker ist.<\/p>\n<p>                Mathilda R. (Name ge\u00e4ndert) sammelt Pfand. Wo in N\u00fcrnberg sie mit ihrer 26-j\u00e4hrigen Tochter unterwegs ist, steht bewusst nicht in diesem Text. Beide gehen abends raus, dann sind die M\u00fclleimer voller. Auch rund um Fu\u00dfballspiele und Konzerte kommen einige Flaschen zusammen. \u201eIhh, das ist ja widerlich\u201c, wird der 55-j\u00e4hrigen Mutter gelegentlich an den Kopf geworfen. Einmal sei sie k\u00f6rperlich angegangen worden. \u201eAber ich kann mich wehren, so hilflos sind wir nicht.\u201c<\/p>\n<p>Das Duo gibt an, vor acht Jahren die Wohnung verloren zu haben, als daraus eine Ferienunterkunft gemacht wurde. Seit einiger Zeit \u00fcbernachten sie notd\u00fcrftig beim Ex-Partner der Mutter. Komfortabel ist das nicht: Die Frauen m\u00fcssen sich zu zweit ein Bett teilen, haben keinen eigenen Schl\u00fcssel, d\u00fcrfen gegen\u00fcber Beh\u00f6rden seine Adresse nicht angeben &#8211; und der Strom ist auch gesperrt.<\/p>\n<p>Ihnen wurde das N\u00fcrnberger Frauenzimmer empfohlen, ein Tagestreff f\u00fcr in Not geratene Frauen. \u201eEs ging uns erstmals darum, Strom zu bekommen\u201c, sagt Mathilda R. \u201eHier laden wir unsere Handys und Akkus auf.\u201c Die Einrichtung im Stadtteil Gostenhof feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag und hat montags, dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr ge\u00f6ffnet, am Freitag von 10 bis 14 Uhr. Unter der Woche ist die 55-J\u00e4hrige mit ihrer Tochter an allen vier Tagen vor Ort. \u201eAm Wochenende wird es immer kritisch\u201c, sagt sie mit Blick auf ihre Stromversorgung.<\/p>\n<p>                                                        \u201eFreude f\u00fcr alle\u201c unterst\u00fctzt das N\u00fcrnberger Frauenzimmer<\/p>\n<p>Die gelernte Hauswirtschaftlerin erz\u00e4hlt, dass sie fr\u00fcher in einer Gro\u00dfk\u00fcche Arbeit hatte. Doch dann habe ihr Knie Probleme gemacht. Wegen der fehlenden Adresse bekomme sie kein B\u00fcrgergeld, das Flaschenpfand sei ihr bescheidener Verdienst. Da ist es gut, dass sie die Waschmaschine des Frauenzimmers benutzen kann. Auch Gutscheine f\u00fcr Lebensmittel wurden ihr von der Einrichtung bereits ausgegeben.<\/p>\n<p>\u201eMan kommt unter Leute, man kann sich unterhalten\u201c, sagt Mathilda R. \u00fcber das Frauenzimmer. Manche w\u00fcrden etwas lesen, andere sich einfach nur ausruhen. Sie selbst malt gerne. Eines ihrer Plakate h\u00e4ngt im Schaufenster.<\/p>\n<p>\u201eWir bedr\u00e4ngen die Frauen nicht\u201c, sagt Heidi Wei\u00dfbeck, die die Anlaufstelle leitet. Man verfolge einen niederschwelligen, beziehungsorientierten Ansatz und erreiche jedes Jahr 120 bis 170 neue Frauen &#8211; zus\u00e4tzlich zu denen, die wie Mathilda F. und ihre Tochter schon l\u00e4nger hierherkommen. \u201eEs ist ganz wichtig, auf jede Frau individuell zuzugehen\u201c, sagt Bianca Frysztacki, die noch kein Jahr in der Einrichtung arbeitet. \u201eMan kann nicht alle \u00fcber einen Kamm scheren.\u201c<\/p>\n<p>                                                        Notleidende Frauen in N\u00fcrnberg: Einsamkeit und Stigmatisierung<\/p>\n<p>Im Hauptraum des Frauenzimmers gibt es eine K\u00fcche und vier Tische mit 24 Sitzpl\u00e4tzen. Die Besucherinnen des Tagestreffs k\u00f6nnen sich hier auch duschen und regelm\u00e4\u00dfig von einer Friseurin die Haare schneiden lassen. Einmal pro Woche ist die Schuldenberatung des Instituts f\u00fcr Soziale und Kulturelle Arbeit (ISKA) vor Ort. Jeden Monat wird ein kleiner Ausflug angeboten, zum Beispiel in den F\u00fcrther Stadtpark. Finanziert wird das Frauenzimmer von der Stadt, der Heilsarmee, dem Sozialdienst katholischer Frauen &#8211; und Spenden.<\/p>\n<p>\u201eViele Frauen kommen auch, weil sie einsam sind\u201c, sagt Wei\u00dfbeck. Aktuell w\u00fcrden sie vor allem die gestiegenen Lebensmittelpreise sowie die zunehmende Stigmatisierung von Armut sp\u00fcren. Als die Einrichtung in den 1990er Jahren entstanden ist, sei die Frauenbewegung sehr stark gewesen. \u201eDamals ist erkannt worden, dass Frauen eigene Unterst\u00fctzung und Beratung brauchen\u201c, sagt die Leiterin. \u201eEs war Frauenkampf.\u201c<\/p>\n<p>Die Weihnachtsaktion m\u00f6chte die wertvolle Arbeit des Frauenzimmers unterst\u00fctzen, insbesondere damit weiterhin Gutscheine f\u00fcr Lebens- und Arzneimittel ausgegeben werden k\u00f6nnen. Daneben soll eine kleine Spende an Mathilda F. samt Tochter gehen, unter anderem f\u00fcr die Kosten eines neuen Personalausweises. Wir danken allen, die f\u00fcr Fall 16 spenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8211; Wohnung weg und kein Strom: Mathilda R. aus N\u00fcrnberg und ihre 26-j\u00e4hrige Tochter leben in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":621243,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[772,3364,29,30,3783],"class_list":{"0":"post-621394","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nuernberg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115658120644004195","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/621394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=621394"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/621394\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/621243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=621394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=621394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=621394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}