{"id":621613,"date":"2025-12-04T01:22:15","date_gmt":"2025-12-04T01:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/621613\/"},"modified":"2025-12-04T01:22:15","modified_gmt":"2025-12-04T01:22:15","slug":"aus-fuer-die-vierte-neutrino-sorte-resultate-des-katrin-experiments-engen-den-raum-fuer-sterile-neutrinos-drastisch-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/621613\/","title":{"rendered":"Aus f\u00fcr die vierte Neutrino-Sorte? &#8211; Resultate des KATRIN-Experiments engen den Raum f\u00fcr &#8222;sterile&#8220; Neutrinos drastisch ein"},"content":{"rendered":"<p>KATRIN und 36 Millionen Elektronen<\/p>\n<p>Jetzt kommt ein weiteres Neutrino-Experiment ins Spiel: KATRIN (Karlsruhe Tritium Neutrino). Diese 70 Meter lange Anlage am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie dient eigentlich dazu, die <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/physik\/sind-neutrinos-leichter-als-gedacht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neutrino-Masse<\/a> so genau wie m\u00f6glich zu bestimmen. Daf\u00fcr messen hochsensible Spektrometer das Energiespektrum von Elektronen, die beim Betazerfall von radioaktivem Tritium freiwerden. Dies verr\u00e4t, wie viel Energie und Masse die ebenfalls erzeugten Neutrinos haben.<\/p>\n<p>Genau diese Messmethode l\u00e4sst sich aber auch nutzen, um nach einer vierten Neutrino-Sorte zu suchen: \u201eEin solches steriles Neutrino w\u00fcrde im beobachteten Elektronenspektrum eine zweifache Spur hinterlassen: einen erkennbaren Knick und eine allgemeine Verzerrung\u201c, erkl\u00e4ren die Physiker der KATRIN-Kollaboration. F\u00fcr ihre aktuelle Studie haben sie daher die Energiespektren von mehr als 36 Millionen Elektronen ausgewertet, die im Laufe von 259 Messtagen detektiert und gemessen wurden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/4\/n\/4neutrino4g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/4\/n\/4neutrino4g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/4\/n\/4neutrino4g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/4\/n\/4neutrino4g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-309670\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/4neutrino4g-300x195.jpg\" alt=\"Ausschlussbereiche f\u00fcr sterile Neutrinos\" width=\"300\" height=\"195\"  \/><\/a>Die neuen KATRIN-Daten (schwarz\/grau schattiert) schlie\u00dfen sterile Neutrinos in vielen zuvor aufgrund von Detektor-Anomalien vermutete Energiebereichen aus. \u00a9 KATRIN Collaboration\n<\/p>\n<p>\u201eKein signifikantes Signal\u201c<\/p>\n<p>Das Ergebnis: \u201eEs wurde bei der KATRIN-Suche kein signifikantes Signal von sterilen Neutrinos gefunden\u201c, berichten die Physiker. Sie haben weder einen erkennbaren Knick im Energiespektrum der Elektronen, noch eine breitere Verzerrung des Spektrums nachgewiesen. Weil das KATRIN-Experiment die Energien der freigesetzten Elektronen mit sub-Elektronenvolt-Pr\u00e4zision und sehr geringem Hintergrundrauschen misst, sei die Zuverl\u00e4ssigkeit dieser Ergebnisse hoch, erkl\u00e4rt das Team.\n<\/p>\n<p>Damit schlie\u00dfen die Resultate des KATRIN-Experiments nun gro\u00dfe Teile des Energie- und Masse-Bereichs aus, in dem sich die sterilen Neutrinos verbergen k\u00f6nnten. Die Masse der hypothetischen Teilchen kann demnach nicht zwischen einem Elektronenvolt und mehrere hundert Elektronenvolt liegen. Einige der Anomalien anderer Neutrino-Experimente lagen in diesem Bereich. Doch solche leichten sterilen Neutrinos seien damit konsequent ausgeschlossen, sagt Koautor Thierry Lasserre vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Kernphysik in Heidelberg\n<\/p>\n<p>Raum f\u00fcr sterile Neutrinos drastisch geschrumpft<\/p>\n<p>Das bedeutet: Der Bereich, in dem sich sterile Neutrinos noch verstecken k\u00f6nnten, ist nun deutlich kleiner \u2013 und die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr die Existenz dieser vierten Neutrino-Sorte ist stark gesunken. In Zukunft k\u00f6nnte das KATRIN-Experiment sogar noch striktere Grenzen f\u00fcr die umstrittenen Teilchen setzen: \u201eBis zum Abschluss der Datenerfassung im Jahr 2025 wird KATRIN mehr als 220 Millionen Elektronen im relevanten Bereich aufgezeichnet haben, wodurch sich die Statistik um mehr als das Sechsfache erh\u00f6ht\u201c, sagt Kathrin Valerius vom Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie.\n<\/p>\n<p>Im Jahr 2026 wird das KATRIN-Experiment zudem einem zus\u00e4tzlichen Detektor aufger\u00fcstet, der die Reichweite von KATRIN auch auf gr\u00f6\u00dfere Massen der sterilen Neutrinos ausweiten kann. Eine solche Neutrino-Sorte im Kiloelektronenvolt-Massenbereich gilt als ein m\u00f6glicher Kandidat f\u00fcr die noch immer unentdeckten Teilchen der Dunklen Materie. (Nature, 2025; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-025-09739-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1038\/s41586-025-09739-9<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Nature, Max-Planck-Institut f\u00fcr Kernphysik<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>4. Dezember 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"KATRIN und 36 Millionen Elektronen Jetzt kommt ein weiteres Neutrino-Experiment ins Spiel: KATRIN (Karlsruhe Tritium Neutrino). 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