{"id":622149,"date":"2025-12-04T07:02:12","date_gmt":"2025-12-04T07:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/622149\/"},"modified":"2025-12-04T07:02:12","modified_gmt":"2025-12-04T07:02:12","slug":"hamburg-medikamente-im-job-was-arbeitnehmer-offenlegen-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/622149\/","title":{"rendered":"Hamburg | Medikamente im Job: Was Arbeitnehmer offenlegen m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Nicht nur auf der gro\u00dfen B\u00fchne wird es zum Problem, wenn das Denken und die Reaktionen schwerfallen. Thomas Gottschalk ist mit dem Hintergrund seiner Verwirrung an die \u00d6ffentlichkeit gegangen. Aber: Nicht jeder, der starke Medikamente nimmt, m\u00f6chte das mitteilen. M\u00fcssen Arbeitnehmer das denn? Prof. Michael Fuhlrott, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht und Mitglied im Verband deutscher Arbeitsrechtsanw\u00e4lte (VDAA), gibt Antworten.\u00a0<\/p>\n<p>Bin ich verpflichtet, dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass ich Medikamente nehme?\u00a0<\/p>\n<p>Michael Fuhlrott: Grunds\u00e4tzlich ist Gesundheit Privatangelegenheit. Den Arbeitgeber geht die erst mal nichts an. Nehmen Besch\u00e4ftigte Medikamente ein, die sich auf ihre Arbeitsf\u00e4higkeit auswirken, kommt es darauf an, welchen Job sie haben. Ein B\u00fcromitarbeiter, der aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente vielleicht etwas m\u00fcder als ohne Medikamenteneinnahme ist, muss das nicht zwingend seiner F\u00fchrungskraft mitteilen.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Mitarbeiterin, die Maschinen bedient oder Kraftfahrzeuge bewegt und bei der Medikamenteneinwirkungen Auswirkungen auf die Sicherheit haben k\u00f6nnen, ist dagegen in jedem Fall verpflichtet, dies ihrem Arbeitgeber mitzuteilen.<\/p>\n<p>Wer entscheidet, ob ich arbeiten kann?<\/p>\n<p>Fuhlrott: Im Zweifel muss der Arbeitnehmer dazu seinen Arzt befragen. Der ist verpflichtet, \u00fcber die Folgen der Medikamente aufzukl\u00e4ren. Wom\u00f6glich wird der Arzt den Arbeitnehmer auch direkt arbeitsunf\u00e4hig schreiben, etwa weil das verschriebene Medikament mit der T\u00e4tigkeit nicht vereinbar ist.<\/p>\n<p>Bin ich verpflichtet zu sagen, welche Medikamente ich nehme?<\/p>\n<p>Fuhlrott: Der Arbeitgeber muss in der Lage sein, sich ein genaues Bild \u00fcber das \u00abRisikopotential\u00bb zu machen. Eine Option kann es daher sein, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer anweist, sich betriebs\u00e4rztlich untersuchen zu lassen und dort auch mitzuteilen, welches Medikament er nimmt.<\/p>\n<p>So kann dann der Betriebsarzt eine valide Aussage treffen und dem Arbeitgeber mitteilen, welcher Einsatz des Mitarbeiters m\u00f6glich ist. Daf\u00fcr muss dann nicht zwingend der Medikamentenname dem Arbeitgeber offenbart werden.<\/p>\n<p>Was passiert, wenn ich Fehler mache und nicht gesagt habe, dass ich Medikamente nehme?<\/p>\n<p>Fuhlrott: Problematisch wird es bei sicherheitsrelevanten Themen. Hat ein Arbeitnehmer verschwiegen, dass er Medikamente nimmt, die sein sicheres Handeln beeinflussen und jemand anderes kommt zu Schaden, ist das ein Fall f\u00fcr eine K\u00fcndigung. Dies kann f\u00fcr den Arbeitnehmer sogar strafrechtliche Folgen haben \u2013 etwa unter dem Aspekt fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung oder fahrl\u00e4ssige K\u00f6rperverletzung.<\/p>\n<p>Anders kann es in einem B\u00fcrojob aussehen: Machen Besch\u00e4ftigte dort Fehler, weil sie etwa vergesslicher sind oder ihre Leistungsf\u00e4higkeit beeintr\u00e4chtigt ist, kann die Medikamenteneinnahme dazu f\u00fchren, dass Fehlverhalten zu entschuldigen ist. Voraussetzung ist aber auch hier, dass der das Medikament verschreibende Arzt den betroffenen Arbeitnehmer f\u00fcr arbeitsf\u00e4hig angesehen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Nicht nur auf der gro\u00dfen B\u00fchne wird es zum Problem, wenn das Denken und die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":622150,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[1140,6442,125186,630,4941,29,30,141,692,638,18115,624,1009,137402],"class_list":{"0":"post-622149","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-arbeit","9":"tag-arbeitsrecht","10":"tag-arbeitsunfaehigkeit","11":"tag-beruf","12":"tag-cjab","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-gesundheit","16":"tag-hamburg","17":"tag-krankheiten","18":"tag-medikamente","19":"tag-ratgeber","20":"tag-recht","21":"tag-tmn2701"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115660019865982189","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/622149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=622149"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/622149\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/622150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=622149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=622149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=622149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}