{"id":622412,"date":"2025-12-04T09:42:26","date_gmt":"2025-12-04T09:42:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/622412\/"},"modified":"2025-12-04T09:42:26","modified_gmt":"2025-12-04T09:42:26","slug":"die-kamenzer-strasse-12-bekommt-doch-noch-denkmalschutz-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/622412\/","title":{"rendered":"Die Kamenzer Stra\u00dfe 12 bekommt doch noch Denkmalschutz \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>In der j\u00fcngeren Vergangenheit machte das Geb\u00e4ude des ehemaligen KZ-Au\u00dfenlagers \u201eHASAG Leipzig\u201c in der Kamenzer Stra\u00dfe immer wieder Schlagzeilen, weil sich hier Rechtsextreme einmieteten und ein Kampfsportzentrum betrieben und regelm\u00e4\u00dfig Rechtsrockkonzerte veranstalteten. Dem sollte eine Petition einen Riegel vorschieben.<\/p>\n<p>Denn das Geb\u00e4ude war Teil des KZ-Au\u00dfenlagers Buchenwald auf dem Gel\u00e4nde der HASAG. Ein Kapitel, an das die Arbeit der Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr Zwangsarbeit Leipzig (GfZL) erinner, die sich jetzt \u00fcber eine Reaktion der Leipziger Denkmalschutzbeh\u00f6rde freuen kann.<\/p>\n<p>Denn das Geb\u00e4ude Kamenzer Stra\u00dfe 12 wird unter Denkmalschutz gestellt. Das gab die Stadt Leipzig in der vergangenen Woche bekannt. Der Denkmalschutz wird nach einer \u201eerneuten bauhistorischen Pr\u00fcfung des Objektes Kamenzer Stra\u00dfe 12\u201c erteilt. Diese Pr\u00fcfung hatte der Stadtrat 2024 auf Initiative der Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr Zwangsarbeit Leipzig (GfZL) beschlossen.<\/p>\n<p>In einer Petition <a href=\"https:\/\/www.zwangsarbeit-in-leipzig.de\/erklaerung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">thematisierte sie die Nutzung des ehemaligen KZ-Geb\u00e4udes durch Neonazis <\/a>und forderte die \u00dcbernahme des Geb\u00e4udes in die \u00f6ffentliche Hand sowie die Erhaltung und denkmalpflegerische Untersuchung der historischen Bausubstanz. Die Petition hatten 2022 mehr als 1.500 Menschen unterzeichnet.<\/p>\n<p>Nun liegen der Stadt die Ergebnisse des neuen Gutachtens vor. Darin wird das Geb\u00e4ude in der Kamenzer Stra\u00dfe 12 zu einem \u201eZeugnis von nationalem und internationalem Rang mit hoher Bedeutung f\u00fcr Sachsen und Leipzig\u201c erkl\u00e4rt. Das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Sachsen hat daraufhin entschieden, das Geb\u00e4ude jetzt doch unter Denkmalschutz zu stellen, nachdem es die Denkmalw\u00fcrdigkeit zun\u00e4chst nicht feststellen konnte.<\/p>\n<p>Die Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr Zwangsarbeit Leipzig begr\u00fc\u00dft diesen Schritt ausdr\u00fccklich.<\/p>\n<p>\u201eDie Nutzung des fr\u00fcheren KZ-Gel\u00e4ndes durch Neonazis ist unw\u00fcrdig und nicht hinnehmbar. Auch wenn es bedauerlich ist, dass es bisher nicht gelang, das Geb\u00e4ude in \u00f6ffentliche Hand zu \u00fcberf\u00fchren, ist der Denkmalschutz ein wichtiger Meilenstein. Dadurch wird die Bedeutung des Objekts anerkannt und sichergestellt, dass die historische Bausubstanz erhalten bleibt\u201c, erkl\u00e4rt Anne Friebel, Mitarbeiterin der GfZL.<\/p>\n<p>\u201eWir danken den Erstunterzeichner\/-innen und den 1.500 Unterst\u00fctzer\/-innen unserer Petition und w\u00fcnschen uns, dass die Ergebnisse der Untersuchung einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden und die Stadt Leipzig das Gutachten ver\u00f6ffentlicht.\u201c<\/p>\n<p>Die von der Stadt Leipzig ver\u00f6ffentlichte Aussage, die Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr Zwangsarbeit Leipzig sei seit April 2025 mit dem Eigent\u00fcmer des Geb\u00e4udes in Kontakt und verhandele \u00fcber eine m\u00f6gliche Einmietung, weist die Gedenkst\u00e4tte freilich ausdr\u00fccklich zur\u00fcck. \u201eUnter den derzeitigen Bedingungen ist eine Einmietung oder ein Austausch mit dem Privateigent\u00fcmer f\u00fcr uns v\u00f6llig ausgeschlossen\u201c, so Anne Friebel.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Kamenzer Stra\u00dfe 10 und 12<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zwangsarbeit-in-leipzig.de\/de\/zwangsarbeit-in-leipzig\/ns-zwangsarbeit\/kz-aussenlager-hasag-leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">In der Kamenzer Stra\u00dfe 10 und 12 befand sich zwischen Juni 1944 und April 1945 das KZ-Au\u00dfenlager \u201eHASAG Leipzig\u201c.<\/a><\/p>\n<p>Mit mehr als 5.000 weiblichen KZ-Gefangenen war es das gr\u00f6\u00dfte Frauenau\u00dfenlager des KZ Buchenwald. Zudem wurde im Herbst 1944 ein Lager f\u00fcr 700 m\u00e4nnliche KZ-Gefangene eingerichtet. Die hier inhaftierten Frauen und M\u00e4nner wurden gezwungen, f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften s\u00e4chsischen R\u00fcstungskonzern HASAG (Hugo Schneider AG) Waffen und Munition herzustellen.<\/p>\n<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Werksgel\u00e4nde der HASAG von der Sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Die Baracken des Au\u00dfenlagers wurden demontiert, die Fabrikhallen ger\u00e4umt und die meisten Geb\u00e4ude gesprengt \u2013 doch das Geb\u00e4ude in der Kamenzer Stra\u00dfe 12 blieb erhalten. In der DDR nutzte der VEB ABUS F\u00f6rderanlagen Leipzig das Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude in der Kamenzer Stra\u00dfe 12 ist das einzige heute noch erhaltene bauliche Relikt eines KZ-Au\u00dfenlagers in Leipzig und damit ein Ort von herausragender historischer Bedeutung. Seit 2007 ist das Gel\u00e4nde in Privatbesitz und fiel wiederholt durch neonazistische Aktivit\u00e4ten wie Rechtsrock-Konzerte oder rechtsradikal motivierte Kampfsporttrainings auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der j\u00fcngeren Vergangenheit machte das Geb\u00e4ude des ehemaligen KZ-Au\u00dfenlagers \u201eHASAG Leipzig\u201c in der Kamenzer Stra\u00dfe immer wieder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":622413,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,3536,29,147407,30,147408,138785,71,147409,859],"class_list":{"0":"post-622412","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-denkmalschutz","10":"tag-deutschland","11":"tag-gedenkstaette-fuer-zwangsarbeit","12":"tag-germany","13":"tag-hasag","14":"tag-kamenzer-strasse","15":"tag-leipzig","16":"tag-ns-zwangsarbeit","17":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115660648975390675","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/622412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=622412"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/622412\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/622413"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=622412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=622412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=622412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}