{"id":622757,"date":"2025-12-04T13:09:22","date_gmt":"2025-12-04T13:09:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/622757\/"},"modified":"2025-12-04T13:09:22","modified_gmt":"2025-12-04T13:09:22","slug":"erhoehtes-sonnensturm-risiko-dlr-beobachtet-weltraumwetter-in-echtzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/622757\/","title":{"rendered":"Erh\u00f6htes Sonnensturm-Risiko \u2013 DLR beobachtet Weltraumwetter in Echtzeit"},"content":{"rendered":"<p>4. Dezember 2025 | Gro\u00dfe Sonnenfleckenregionen entdeckt<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/image-1000-526dde2a119bca3263881dc35fbd1211.jpeg\" alt=\"\"  \/><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAD\/ACwAAAAAAQABAAACADs=\" alt=\"\" class=\"blurhash\" data=\"{&quot;hash&quot;:&quot;LrETL.fk1Jayf6a|bHjt9_jZ-9fk&quot;,&quot;punch&quot;:1,&quot;ratio&quot;:1.778125,&quot;width&quot;:32,&quot;height&quot;:18,&quot;canvasStyle&quot;:{&quot;width&quot;:&quot;100%&quot;,&quot;height&quot;:&quot;auto&quot;}}\"\/><\/p>\n<p>Aufnahme der gro\u00dfen Sonnenfleckenregionen vom 3. Dezember 2025<\/p>\n<p>Am 28. November 2025 hat ein riesiger Sonnenfleckenkomplex begonnen, den s\u00fcd\u00f6stlichen Sonnenrand zu passieren (helle Region in der linken unteren H\u00e4lfte des Bildes). Er besteht aus drei aktiven Regionen: AR 4298, 4294 und 4296. In den n\u00e4chsten ein bis zwei Tagen k\u00f6nnte ein Sonnenflare auftreten und gegebenenfalls eine Plasmawolke Richtung Erde aussto\u00dfen. Sollten diese Bedingungen erf\u00fcllt werden, k\u00f6nnte ein geomagnetischer Sturm auftreten \u2013 mit der M\u00f6glichkeit, dass bei klarem Himmel Polarlichter auch in Deutschland sichtbar werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/image-1000-a52b03986e8e2d726586263a436efc56.jpeg\" alt=\"\"  \/><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAD\/ACwAAAAAAQABAAACADs=\" alt=\"\" class=\"blurhash\" data=\"{&quot;hash&quot;:&quot;LsOxj0jZ0ij[jZfQa}f60ifkI;ay&quot;,&quot;punch&quot;:1,&quot;ratio&quot;:1,&quot;width&quot;:32,&quot;height&quot;:32,&quot;canvasStyle&quot;:{&quot;width&quot;:&quot;100%&quot;,&quot;height&quot;:&quot;auto&quot;}}\"\/><\/p>\n<p>Aufnahme der drei aktiven Sonnenfleckenregionen AR 4292, 4294, 4296 des Solar Dynamics Observatory<\/p>\n<p>Am 28. November 2025 hat ein riesiger Sonnenfleckenkomplex begonnen, den s\u00fcd\u00f6stlichen Sonnenrand zu passieren. Er besteht aus drei aktiven Regionen: AR 4298, 4294 und 4296, die auf diesem Wei\u00dflichtbild des Helioseismic and Magnetic Imager (HMI) auf dem 2010 gestarteten Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA zu sehen sind. AR 4294 ist der gr\u00f6\u00dfte des Trios und einer der gr\u00f6\u00dferen des laufenden Sonnenzyklus. Er hat eine Sonnenfleckenfl\u00e4che, die mindestens zehnmal so gro\u00df ist wie die gesamte Erdoberfl\u00e4che, und seine L\u00e4nge entspricht 14 Erddurchmessern oder fast 180.000 Kilometern. Die Region ist so gro\u00df, dass sie immer noch das Potenzial f\u00fcr ein starkes Ereignis der M- oder sogar X-Klasse hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/larger.png\" alt=\"\"  \/><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAD\/ACwAAAAAAQABAAACADs=\" alt=\"\" class=\"blurhash\" data=\"{&quot;hash&quot;:&quot;LBSPX_t7~qt7%MxuM{RjRjxuofRj&quot;,&quot;punch&quot;:1,&quot;ratio&quot;:0.77767695,&quot;width&quot;:32,&quot;height&quot;:42,&quot;canvasStyle&quot;:{&quot;width&quot;:&quot;100%&quot;,&quot;height&quot;:&quot;auto&quot;}}\"\/><\/p>\n<p>Standardschema eines Sonnensturms<\/p>\n<p>Eine Magnetfeldschleife auf der Sonnenoberfl\u00e4che wird durch magnetische Rekonnexion zerteilt: Der obere Teil wird samt eingeschlossenem Plasma abgesto\u00dfen (Massenauswurf) und der untere Teil wird auf die Sonne zur\u00fcckgeschleudert. Beim Auftreffen auf die Sonne entsteht R\u00f6ntgenstrahlung (das sogenannte Flare).<\/p>\n<ul>\n<li>Mehrere besonders gro\u00dfe und aktive Sonnenfleckenregionen sind derzeit auf der Sonnenscheibe sichtbar.<\/li>\n<li>Es besteht eine erh\u00f6hte Wahrscheinlichkeit, dass in den n\u00e4chsten Tagen ein Sonnenflare auftritt und gegebenenfalls eine Plasmawolke Richtung Erde ausgesto\u00dfen wird \u2013 mit der M\u00f6glichkeit, dass Polarlichter in Deutschland zu sehen sind.<\/li>\n<li>Die aktiven Regionen sind zusammengenommen so gro\u00df, wie die Sonnenfleckenregion, die 1859 zum st\u00e4rksten Sonnensturm der letzten Jahrhunderte f\u00fchrte.<\/li>\n<li>Das DLR-Institut f\u00fcr Solar-Terrestrische Physik analysiert \u00c4nderungen in der Sonnenaktivit\u00e4t und m\u00f6gliche Auswirkungen auf das Weltraumwetter in Echtzeit.<\/li>\n<li>Schwerpunkte: Raumfahrt, Sicherheit, Weltraumwetter<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am vergangenen Wochenende sind am \u00f6stlichen Sonnenhorizont mehrere besonders aktive Sonnenfleckenregionen erschienen. Zusammengenommen erreichen sie eine Gr\u00f6\u00dfe, die mit der jener Sonnenfleckenregion vergleichbar ist, die der britische Astronom Richard Carrington am 1. September 1859 beobachtete und die zum st\u00e4rksten Sonnensturm der letzten Jahrhunderte f\u00fchrte. Das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) beobachtet die Situation mit besonderer Aufmerksamkeit. \u00c4nderungen in der Sonnenaktivit\u00e4t und m\u00f6gliche Auswirkungen auf das Weltraumwetter werden in Echtzeit analysiert, um Fr\u00fchwarnungen und n\u00f6tige Schutzma\u00dfnahmen rechtzeitig zu erm\u00f6glichen.&#13;<\/p>\n<p>M\u00f6glicher Ablauf in den kommenden Tagen&#13;<\/p>\n<p>Die sogenannten \u201eaktiven Regionen\u201c sind durch intensive, komplexe Magnetfelder gekennzeichnet und gelten in der Sonnenphysik als Hauptquellen von starken Sonneneruptionen \u2013 etwa Flares und koronalen Massenausw\u00fcrfen. Mit dem Auftauchen der aktiven Regionen AR 4294, 4296 und 4298 und ihrer vergleichbaren Gr\u00f6\u00dfe zur Carrington-Region steigen die Chancen auf Sonneneruptionen merklich. &#13;<\/p>\n<p>Derzeit bewegen sich die Sonnenflecken von der Erde aus betrachtet auf die Mitte der Sonnenscheibe zu. Sollten in den kommenden Tagen starke Eruptionen auftreten, k\u00f6nnten diese \u2013 je nach Ausrichtung und St\u00e4rke \u2013 zumindest teilweise auf die Erde gerichtet sein. Dabei s\u00e4he der Ablauf typischerweise so aus:&#13;<\/p>\n<ul>\n<li>Zuerst kommt es zu einem hellen Sonnenflare mit starker R\u00f6ntgen- und UV-Strahlung, der vor allem die Ionosph\u00e4re beeinflusst.&#13;<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ein bis zwei Tage sp\u00e4ter k\u00f6nnte eine Plasmawolke folgen, die das Erdmagnetfeld streifen oder treffen k\u00f6nnte \u2013 mit der Gefahr eines geomagnetischen Sturms. Dann k\u00f6nnten bei klarem Himmel auch in Deutschland Polarlichter sichtbar werden.&#13;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auswirkungen auf Technik und Infrastruktur&#13;<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr, wie gravierend solche Sonnenst\u00fcrme sein k\u00f6nnen, liefert das Carrington-Ereignis von 1859: Beim Nachzeichnen von Sonnenflecken entdeckt der Hobbyastronom Richard Carrington eine gewaltige Eruption auf der Sonne. Etwa 20 Stunden sp\u00e4ter traf der daraus resultierende geomagnetische Sturm die Erde \u2013 bis heute das st\u00e4rkste wissenschaftlich beobachtete Weltraumwetterereignis. Polarlichter, die normalerweise auf die hohen n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Breiten begrenzt sind, wurden weltweit \u2013 selbst in Regionen nahe des \u00c4quators \u2013 beobachtet. In Mitteleuropa und Nordamerika kam es zu massiven St\u00f6rungen der damals vorhandenen Telegrafensysteme; in einigen F\u00e4llen sorgten induzierte Spannungen sogar f\u00fcr Br\u00e4nde. &#13;<\/p>\n<p>Heute ist unsere Infrastruktur deutlich empfindlicher: Satelliten, Navigation (GPS), Kommunikation, Stromnetze und viele weitere Technologien k\u00f6nnten bei einem extrem starken Sturm empfindlich gest\u00f6rt werden. &#13;<\/p>\n<p>Weltraumwetterforschung im DLR&#13;<\/p>\n<p>Das umfangreiche Spektrum der am Weltraumwetter beteiligten Vorg\u00e4nge wird am DLR-Institut f\u00fcr Solar-Terrestrische Physik in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern erforscht. Hier wird der Bogen gespannt von der Grundlagenforschung an den physikalischen Prozessen bis hin zu den anwendungsorientierten Konzepten zur Reduzierung der Auswirkungen auf anf\u00e4llige Technologien. Das Ziel: durch zeitnahe, genaue und zuverl\u00e4ssige Beobachtungen und Vorhersagen die nationalen Infrastrukturen zu sch\u00fctzen und betroffene Industrien zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Links<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"4. Dezember 2025 | Gro\u00dfe Sonnenfleckenregionen entdeckt Aufnahme der gro\u00dfen Sonnenfleckenregionen vom 3. Dezember 2025 Am 28. 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