{"id":623256,"date":"2025-12-04T18:07:23","date_gmt":"2025-12-04T18:07:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/623256\/"},"modified":"2025-12-04T18:07:23","modified_gmt":"2025-12-04T18:07:23","slug":"eu-militaerausschuss-europa-braucht-einheitliche-drohnenstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/623256\/","title":{"rendered":"EU-Milit\u00e4rausschuss: Europa braucht einheitliche Drohnenstrategie"},"content":{"rendered":"<p>Will Europa sich verteidigen, so kann es sich im NATO-B\u00fcndnis mit den USA zusammentun oder die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten m\u00fcssten aktiv werden. Eine gemeinsames Heer der Europ\u00e4ischen Union gibt es bisher nicht.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Europas Au\u00dfengrenzen von mehr als 3.000 Kilometern L\u00e4nge gesch\u00fctzt werden und welche Rolle spielt dabei die EU, die NATO und der russische Angriffskrieg in der Ukraine? Der Chef des EU-Milit\u00e4rausschusses gibt Antworten im Interview mit Euronews.<\/p>\n<p>Zuletzt im Gespr\u00e4ch war eine gemeinsame Drohnenstrategie der EU-Mitgliedsl\u00e4nder. Doch dabei gehe es weder um Mauern noch um spezifische Grenzen, stellt der Chef des EU-Milit\u00e4rausschusses, General Clancy, klar. &#8222;Es geht vielmehr um eine paneurop\u00e4ische Reaktion auf die hybriden Bedrohungen, die wir beobachten&#8220;, so Clancy. <\/p>\n<p>Hybride Bedrohungen auf europ\u00e4ischem Boden<\/p>\n<p>Ein Faktor der hybriden Bedrohung ist der massive Einsatz von Drohnen geworden. In vielen F\u00e4llen konnte bisher nicht aufgekl\u00e4rt werden, welche Akteure beispielsweise hinter den Drohnensichtungen \u00fcber dem M\u00fcnchener Flughafen oder \u00fcber Kraftwerken und einer U-Bootwerft in Kiel.<\/p>\n<p>Drohnen kommen auch im Krieg in der Ukraine sowohl an der Front als auch in den Hinterlandgebieten zum Einsatz. General Clancy erkl\u00e4rt die Drohnen im Gespr\u00e4ch mit Euronews zu Waffen und spricht die Drohnensichtungen in <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/09\/23\/drohnen-flughafen-kopenhagen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>D\u00e4nemark<\/strong><\/a>, <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/11\/04\/drohnen-belgien-russland-spionage\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Belgien<\/strong> <\/a>und <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/09\/10\/drohnen-polen-russland-artikel-4-nato\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Polen<\/strong> <\/a>an. &#8222;Wir haben sie in vielen baltischen Staaten gesehen&#8220;, erg\u00e4nzt der Chef des EU-Milit\u00e4rausschusses. Es handle sich um ein gesamteurop\u00e4isches Problem. Das erfordere eine neue Verteidigungsstrategie.<\/p>\n<p>Alle milit\u00e4rischen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen der EU m\u00fcssten zur Verteidigung bereit sein. Zu diesem Zweck sollten die EU und das NATO-B\u00fcndnis enger zusammenarbeiten, so Clancy. &#8222;Die Kommando- und Kontrollstruktur der NATO und die Rolle der NATO in Bezug auf die Verteidigung und Abschreckung in Europa sind unantastbar&#8220;, stellt Clancy trotzdem klar.<\/p>\n<p>&#8222;Die Beziehungen zwischen der EU und der NATO m\u00fcssen gest\u00e4rkt werden. Es besteht ein Bedarf an Koh\u00e4renz. Es ist notwendig, Dopplungen in der Sicherheitsarbeit zu beseitigen, soweit dies praktisch m\u00f6glich ist&#8220;, so Clancy. Bei genauerer Betrachtung stehe im Vordergrund, Verbindungen zwischen allen betroffenen Parteien herzustellen, um Ressourcen zu sparen und sinnvoll einzusetzen, &#8222;sowohl finanziell, als auch hinsichtlich unserer Reaktionsf\u00e4higkeit&#8220;.<\/p>\n<p>Europas Drohnenabwehr-Initiative<\/p>\n<p>Um besser auf hybride Bedrohungen reagieren zu k\u00f6nnen, habe die EU die Drohnenabwehrinitiative ins Leben gerufen, sagt Clancy. Sie zielt darauf ab, die Widerstandsf\u00e4higkeit Europas gegen\u00fcber neuen milit\u00e4rischen und hybriden Bedrohungen zu st\u00e4rken und gleichzeitig die strategische Autonomie und Einsatzbereitschaft zu verbessern. <\/p>\n<p>&#8222;Bei der Initiative zur Drohnenabwehr geht es darum, eine gr\u00f6\u00dfere Koh\u00e4renz zwischen der Zivilgesellschaft, dem Milit\u00e4r und den Verb\u00fcndeten in diesem Fall zu schaffen&#8220;, sagte er. Es m\u00fcsse erkannt werden, welche Drohnen unbeabsichtigt ins Visier geraten und welche Drohnen gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnten, weil sie als Waffe eingesetzt werden sollen.<\/p>\n<p>Die Initiative schafft ein mehrschichtiges Netzwerk, das feindliche Drohnen erkennen, verfolgen und neutralisieren kann und gleichzeitig Pr\u00e4zisionsangriffe durch fortschrittliche Drohnenplattformen erm\u00f6glicht. Sie st\u00fctzt sich weitgehend auf die Erfahrungen der Ukraine im Kriegseinsatz und wird eng mit der geplanten Drohnenallianz mit der Ukraine verbunden sein.<\/p>\n<p>Aufgrund seiner Doppelfunktion k\u00f6nnte die Drohnenabwehrinitiative auch in zivilen Bereichen wie Grenzschutz und Katastrophenhilfe eingesetzt werden. Es soll im Fr\u00fchjahr 2026 eingef\u00fchrt werden, bis Ende 2026 seine erste Einsatzf\u00e4higkeit erreichen und bis Ende 2027 voll funktionsf\u00e4hig sein.<\/p>\n<p>&#8222;Gesamteurop\u00e4isches Problem&#8220;<\/p>\n<p>Die Erfahrungen im Ukrainekrieg sowie die vergangenen Vorf\u00e4lle \u00fcber Flugh\u00e4fen und kritischer Infrastruktur m\u00fcssen also gesamtheitlich betrachtet werden.<\/p>\n<p>&#8222;Dies ist ein gesamteurop\u00e4isches Problem. Hybride Bedrohungen kennen keine Grenzen. Sie machen keinen Unterschied, wenn es um b\u00f6swillige Akteure oder vors\u00e4tzliche Handlungen in diesem Bereich geht&#8220;, so Clancy. &#8222;Es geht also darum, einen koh\u00e4renten Ansatz in ganz Europa zu schaffen&#8220;. Er betonte allerdings auch, dass die erste Verantwortung nat\u00fcrlich weiterhin bei den einzelnen Mitgliedstaaten liege.<\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine habe zu einer Kombination aus Stellungskrieg und massiven Drohneneins\u00e4tzen gef\u00fchrt. Das habe eine bedeutende Vorw\u00e4rtsbewegung der Front verhindert, sagt Clancy. &#8222;Wenn uns dieser Krieg etwas gelehrt hat, dann ist es, dass man niemals vorhersagen kann, wie der n\u00e4chste Krieg aussehen wird&#8220;, f\u00fcgt er hinzu. Die Vorbereitung sei daher ganz essenziell. <\/p>\n<p>&#8222;Wir m\u00fcssen dar\u00fcber nachdenken, was die n\u00e4chste Innovation, die n\u00e4chste Entwicklung des Konflikts sein wird. Hybride Bedrohungen setzen einzelne Mitgliedstaaten unter Druck und \u00fcben Druck auf verschiedene Aspekte wie die Wirtschaft, das Milit\u00e4r, die politischen Strukturen aus&#8220;, so Clancy. Spionage und Informationskriegsf\u00fchrung seien Teil des Krieges in der Ukraine.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcsse sich Europa auf die n\u00e4chste Entwicklungsstufe des Krieges vorbereiten. Dabei m\u00fcsse sichergestellt werden, dass die EU \u00fcber die notwendigen Ressourcen f\u00fcr Forschung, Entwicklung und Innovation verf\u00fcge, f\u00fcgte Clancy hinzu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Will Europa sich verteidigen, so kann es sich im NATO-B\u00fcndnis mit den USA zusammentun oder die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":623257,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,10068,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12,1712,686],"class_list":{"0":"post-623256","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-drohnen","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-ukraine-krieg","21":"tag-verteidigungspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115662634692572130","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=623256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623256\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/623257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=623256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=623256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=623256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}