{"id":623554,"date":"2025-12-04T21:06:31","date_gmt":"2025-12-04T21:06:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/623554\/"},"modified":"2025-12-04T21:06:31","modified_gmt":"2025-12-04T21:06:31","slug":"aufruestung-made-in-europe-europa-staerkt-eigene-ruestungsindustrie-und-irritiert-washington","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/623554\/","title":{"rendered":"Aufr\u00fcstung Made in Europe: Europa st\u00e4rkt eigene R\u00fcstungsindustrie \u2013 und irritiert Washington"},"content":{"rendered":"<p>Um aufzur\u00fcsten kauft Europa Waffen, doch bei wem? Nach Beginn der gro\u00dfangelegten russischen Invasion der Ukraine verk\u00fcndete der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Zeitwendene: Deutschland soll neben der energetischen Unabh\u00e4ngigkeit auch eine schlagkr\u00e4ftigeren eigenen Sicherheits- und Verteidigungsf\u00e4higkeit haben. <\/p>\n<p>Seitdem wird aufger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Aktuell sieht der Haushaltsentwurf f\u00fcr 2026 Verteidigungsausgaben von insgesamt rund 108,2 Milliarden Euro vor. Das verteilt sich auf 82,7 Milliarden Euro im regul\u00e4ren Wehretat und 25,5 Milliarden Euro aus dem Sonderverm\u00f6gen Bundeswehr. <\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der Beschaffungsauftr\u00e4ge soll an europ\u00e4ische Hersteller flie\u00dfen. Lediglich etwa acht Prozent sollen in den USA eingekauft werden, wie Euronews <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2025\/09\/28\/deutschland-waffen-merz-trump-usa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bereits im September berichtete<\/a>.<\/p>\n<p>Der stellvertretende US-Au\u00dfenminister Christopher Landau kritisierte bei einem NATO-Treffen europ\u00e4ische L\u00e4nder daf\u00fcr, dass sie ihre eigene R\u00fcstungsindustrie \u00fcber US-Lieferanten stellen, wie Politico zuerst berichtete. Er forderte Europa auf, seine Verteidigungsausgaben in einsatzf\u00e4hige Kapazit\u00e4ten umzusetzen und keine US-Firmen vom Markt auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Zwischen 2020 und 2024 wurden mehr als dreimal so viele Waffen aus den USA nach Europa, einschlie\u00dflich der Ukraine, importiert wie in den f\u00fcnf Jahren zuvor. Der Anteil der US-Waffenexporte nach Europa stieg von 13 auf 35 Prozent. Deutschland erh\u00f6hte seine Importe um 334 Prozent, mit rund 70 Prozent die aus den USA stammten.<\/p>\n<p>&#8222;Wo Deutschland seine R\u00fcstungsg\u00fcter kauft, sollte in erster Linie davon abh\u00e4ngen, was der Bundeswehr die beste F\u00e4higkeit verschafft&#8220;, sagte der ehemalige US-General Ben Hodges vor kurzem im <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/11\/25\/reduzierung-us-truppen-deutschland-schutz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit Euronews<\/a>.<\/p>\n<p>Obwohl Berlin zu lokalen R\u00fcstungsorganisationen greift, k\u00f6nnen \u2013 oder wollen \u2013 diese nicht all das herstellen, was die Armee braucht. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise der F35-Kampfjet, von dem mit dem Sonderverm\u00f6gen 35 St\u00fcck von dem US-R\u00fcstungskonzern Lockheed Martin, gekauft wurden.<\/p>\n<p>Aufgrund der hochkomplexen und vertraulichen Technologien des Kampfflugzeugs ist eine Produktion au\u00dferhalb der USA nicht m\u00f6glich. Zus\u00e4tzlich verhindern spezielle Fertigungsanlagen, gesetzliche Exportbeschr\u00e4nkungen (ITAR) und strategische Interessen eine Herstellung des Kampfjets im Ausland.<\/p>\n<p>Zur Debatte stand bereits, ob europ\u00e4ische Jets, wie beispielsweise der schwedische <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/next\/2025\/04\/18\/kann-der-schwedische-gripen-kampfjet-die-amerikanische-f-35-ersetzen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gripen<\/a>, den F-35 ersetzen kann. Doch auch das ist nicht so einfach, wie es klingt: <\/p>\n<p>Berichten zufolge ist der F-35A \u2013 also das Modell, dass auch die Bundeswehr erhalten wird \u2013 zertifiziert, die US-Atombombe B61-12 zu tragen. Damit ist der Jet in der Lage, sowohl konventionelle als auch nukleare Waffen zu tragen, und wird im Rahmen der NATO-Nuklearteilung als potenzielle Nachfolgeplattform f\u00fcr \u00e4ltere nuklearf\u00e4hige Flugzeuge wie den Tornado betrachtet.<\/p>\n<p>Als Teil der nuklearen Teilhabe hat die USA Atomwaffen in B\u00fcchel in Rheinland-Pfalz stationiert, wo sich der Fliegerhorst B\u00fcchel, die Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 der Bundeswehr befindet. Zwar gilt es als ein offenes Geheimnis, dass dort die Atombomben stationiert sind, best\u00e4tigt wurde das von den USA offiziell jedoch bislang noch nicht.<\/p>\n<p>Von 2, zu 3,5 zu 5 Prozent<\/p>\n<p>Dass Europa im Bereich der Verteidigung auf eigenen Beinen stehen muss, hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump bereits vor seiner ersten Amtszeit gefordert. Genau wie eine m\u00f6gliche US-Unterst\u00fctzung im B\u00fcndnisfall, die er auch 2016 bereits infragegestellt hatte. <\/p>\n<p>&#8222;Ich will nicht ausgenutzt werden&#8220;, so Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 2016. &#8222;Wir sch\u00fctzen L\u00e4nder, und dann kommen diese dummen Leute, Sie sagen: &#8218;Aber wir haben einen Vertrag.&#8216; Ich sagte: &#8218;Ja, die haben auch einen Vertrag \u2013 die m\u00fcssen zahlen.'&#8220;<\/p>\n<p>Vergangenes Jahr hat Deutschland erstmals das Zwei-Prozent-Ziel der NATO erreicht, wonach alle Mitgliedstaaten dauerhaft mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) f\u00fcr Verteidigung ausgeben sollen. Trump forderte dieses Jahr jedoch Verteidigungsausgaben im Wert von 5 Prozent des BIPs. Geeinigt haben sich die Mitgliedsstaaten im Juni dieses Jahres jedoch auf 3,5 Prozent. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird Deutschland diese Zahl voraussichtlich im Jahr 2029 erreichen.<\/p>\n<p>Eigenen <a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/deutschland-investiert-in-verteidigung-und-staerkt-das-buendnis-6045046\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Angaben<\/a> zufolge plant das Ministerium f\u00fcr 2026 Ausgaben von \u00fcber 108 Milliarden Euro f\u00fcr die Bundeswehr, einschlie\u00dflich Material, Ausr\u00fcstung, Infrastruktur und Personalaufwuchs, mit einer steigenden Tendenz auf rund 152 Milliarden Euro im Jahr 2029, was einer Verdreifachung gegen\u00fcber 2023 entspricht.<\/p>\n<p>Der Bundestag beschloss den Verteidigungsetat 2026 Ende November: dort werden 82,69 Milliarden Euro aus dem Einzelplan 14 und 25,51 Milliarden Euro aus dem Sonderverm\u00f6gen Bundeswehr bereitgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Um aufzur\u00fcsten kauft Europa Waffen, doch bei wem? 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