{"id":624029,"date":"2025-12-05T01:40:24","date_gmt":"2025-12-05T01:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/624029\/"},"modified":"2025-12-05T01:40:24","modified_gmt":"2025-12-05T01:40:24","slug":"bremen-und-goettingen-brustkrebsbefunde-fehlerhaft-unnoetige-therapien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/624029\/","title":{"rendered":"Bremen und G\u00f6ttingen: Brustkrebsbefunde fehlerhaft, unn\u00f6tige Therapien"},"content":{"rendered":"<p>\n            Stand: 04.12.2025 19:46 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Nach unn\u00f6tigen Behandlungen von Brustkrebs-Patientinnen in Bremen ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Es geht um den Verdacht der fahrl\u00e4ssigen K\u00f6rperverletzung in 34 F\u00e4llen.<\/p>\n<p class=\"\">Die Ermittlungen richteten sich bisher aber nicht gegen eine konkrete Person, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bremen. Laut dem Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) soll eine \u00c4rztin aus G\u00f6ttingen bei 34 Frauen Gewebeproben falsch interpretiert haben. Die betroffenen Patientinnen h\u00e4tten im Zuge der falschen Befunde eine Antik\u00f6rpertherapie und in einigen F\u00e4llen eine Chemotherapie erhalten, obwohl dies nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Sie wurden nach Angaben des Klinikverbunds \u00fcberversorgt. Ihre Prognose habe sich durch die falsche Behandlung vermutlich nicht verschlechtert. &#8222;Allerdings sind sowohl die Antik\u00f6rpertherapie als auch die Chemotherapie mit zum Teil massiven Nebenwirkungen und m\u00f6glichen Langzeitfolgen verbunden&#8220;, r\u00e4umte die Geno ein. Zuerst hatte <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/regional\/bremen\/rb-falsche-befunde-bei-brustkrebs-dutzende-bremerinnen-betroffen-102.html\" title=\"Bremen: Falsche Befunde bei Brustkrebs: Dutzende Bremerinnen betroffen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;buten un binnen&#8220;<\/a> berichtet.<\/p>\n<p>\n            <strong>Video:<\/strong><br \/>\n            Dutzende Brustkrebs-Patientinnen unn\u00f6tig behandelt (3 Min)\n        <\/p>\n<p>    Gyn\u00e4kologe bemerkt Behandlungsfehler<\/p>\n<p class=\"\">Die falschen Befunde soll nach Angaben des Klinikverbunds eine \u00c4rztin ausgestellt haben, die in der Pathologie des Klinikums Bremen-Mitte f\u00fcr die Bewertung von Gewebeproben verantwortlich war. Zwischen Oktober 2024 und November 2025 soll sie dort einen spezifischen Marker falsch interpretiert haben. Betroffen seien auch Patientinnen anderer Krankenh\u00e4user, f\u00fcr die das Institut entsprechende Befunde erstellt, hie\u00df es. Aufgefallen sei die Fehlerserie einem Gyn\u00e4kologen: Dieser habe bei zwei seiner Patientinnen festgestellt, dass der Tumor nicht wie erwartet auf die Behandlung ansprach. Daraufhin habe er die Befunde \u00fcberpr\u00fcfen lassen.<\/p>\n<p>    Zust\u00e4ndige \u00c4rztin von Aufgabe entbunden<\/p>\n<p class=\"\">Der Klinikverbund kontrollierte daraufhin eigenen Angaben zufolge alle Untersuchungen der \u00c4rztin. &#8222;Wir haben den Vorfall umfassend aufgearbeitet&#8220;, sagte eine Geno-Sprecherin. Mehr als 500 Befunde wurden laut &#8222;buten un binnen&#8220; \u00fcberpr\u00fcft. In 34 F\u00e4llen seien die Ergebnisse falsch gewesen. Alle betroffenen Patientinnen wurden laut dem Klinikverbund informiert. Die \u00c4rztin sei zudem von ihrer Aufgabe entbunden worden.<\/p>\n<p>    \u00c4rztin auch am Universit\u00e4tsklinikum G\u00f6ttingen t\u00e4tig<\/p>\n<p class=\"\">Wie Klinikchef Johann Ockenga in einem <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/ndr1niedersachsen\/nachrichten-aus-studios-braunschweig-und-goettingen,audio-347790.html\" title=\"Nachrichten aus den Studios Braunschweig und G\u00f6ttingen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit Radio Bremen<\/a> sagte, wurde die &#8222;erfahrene Fach\u00e4rztin&#8220; am Universit\u00e4tsklinikum G\u00f6ttingen ausgebildet. Daher sei man davon ausgegangen, &#8222;dass sie wirklich auf hohem Niveau unterwegs war.&#8220; Der Klinikchef entschuldigte sich im Interview bei den Betroffenen. Bei einer fachlich ausgebildeten Kollegin werde nicht jeder Fall kontrolliert. &#8222;Es gibt qualit\u00e4tssichernde Ma\u00dfnahmen, sogenannte Ringversuche, wo Proben eingeschickt werden, die befundet werden und dann von jemand anderem auch befundet werden. Da war nie etwas auff\u00e4llig&#8220;, sagte Ockenga. Die Klinik werde die Konsequenzen f\u00fcr den Fehler tragen. Um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden, werde man zus\u00e4tzliche Kontrollen einf\u00fchren, etwa ein Vier-Augen-Prinzip.<\/p>\n<p>    \u00c4rztin auch in G\u00f6ttingen freigestellt<\/p>\n<p class=\"\">Die \u00c4rztin arbeitete sowohl in Teilzeit in\u00a0Bremen als auch in der Pathologie an der Universit\u00e4tsmedizin\u00a0G\u00f6ttingen. Dort sei sie aber nicht in die Befundung von\u00a0Brustkrebs\u00a0eingebunden gewesen, sondern in einem anderen Bereich t\u00e4tig gewesen, teilte eine Sprecherin mit. Trotzdem wurden ihren Angaben zufolge alle von der \u00c4rztin bearbeiteten F\u00e4lle zwischen Oktober 2024 und November 2025 sorgf\u00e4ltig \u00fcberpr\u00fcft. Auff\u00e4lligkeiten h\u00e4tten sich keine ergeben. An der Universit\u00e4tsmedizin\u00a0G\u00f6ttingen\u00a0gebe es allerdings &#8211; anders als bisher in\u00a0Bremen\u00a0&#8211; auch das Vier-Augen-Prinzip. Die \u00c4rztin sei auch in G\u00f6ttingen bis Weihnachten\u00a0freigestellt worden, um die Hintergr\u00fcnde im Rahmen des Qualit\u00e4tsmanagementsystems transparent und umfassend aufzuarbeiten, sagte die Sprecherin.<\/p>\n<p>    Bremer Politik fordert Aufarbeitung<\/p>\n<p class=\"\">Auch die Bremer Politik \u00e4u\u00dferte sich zu dem Vorfall. Bremens Gesundheitssenatorin, Claudia Bernhard (Linke), forderte eine schnelle Aufkl\u00e4rung auf allen Ebenen, um Fehldiagnosen zuk\u00fcnftig auszuschlie\u00dfen. Der Vorfall habe zu einem Vertrauensverlust in das Bremer Gesundheitssystem gef\u00fchrt, betonte die Politikerin. Zudem fordert die Linke eine umfassende psychologische und medizinische Betreuung der betroffenen Frauen sowie eine angemessene Entsch\u00e4digung. Auch die Bremer Oppositionsparteien CDU, FDP und B\u00fcndnis Deutschland betonten am Mittwoch die Wichtigkeit einer Aufarbeitung der Strukturen und Abl\u00e4ufe im Gesundheitswesen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/sachsenross-100.webp\" alt=\"Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universit\u00e4t\" title=\"Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universit\u00e4t. | Thorsten Schier \/ Fotolia\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Was in Niedersachsen wichtig ist, h\u00f6ren Sie in den Nachrichten von NDR 1 Niedersachsen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/regionalbs100.webp\" alt=\"Der Braunschweiger Dom von oben.\" title=\"Der Braunschweiger Dom von oben. | NDR, Julius Matuschik\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Was in Ihrer Region wichtig ist, h\u00f6ren Sie in den Regional-Nachrichten auf NDR 1 Niedersachsen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/sachsenross-100.webp\" alt=\"Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universit\u00e4t\" title=\"Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universit\u00e4t. | Thorsten Schier \/ Fotolia\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Was in Niedersachsen wichtig ist, h\u00f6ren Sie in den Nachrichten von NDR 1 Niedersachsen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/sachsenross-100.webp\" alt=\"Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universit\u00e4t\" title=\"Sachsenross in Hannover vor der Leibniz Universit\u00e4t. | Thorsten Schier \/ Fotolia\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Was in Niedersachsen wichtig ist, h\u00f6ren Sie in den Nachrichten von NDR 1 Niedersachsen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/klinikum-106.webp\" alt=\"Der Eingang des Klinikums Bremen-Mitte vom Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord.\" title=\"Der Eingang des Klinikums Bremen-Mitte vom Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord. | picture alliance\/dpa, Sina Schuldt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Eine \u00c4rztin soll Gewebeproben Dutzender Frauen falsch beurteilt haben &#8211; mit teils gravierenden gesundheitlichen Folgen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/strahlentherapie-106.webp\" alt=\"Ein medizinisches Ger\u00e4t zur Strahlentherapie.\" title=\"Ein medizinisches Ger\u00e4t zur Strahlentherapie. | Strahlentherapie MVZ, Christoph Steegmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Es beruht auf einer simplen Idee, verspricht aber eine gezieltere und sicherere Behandlung. Jetzt ist es in der Testphase.<\/p>\n<p>        Schlagw\u00f6rter zu diesem Artikel<\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/ratgeber\/gesundheit\/krebs,krebs283.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krebs<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.12.2025 19:46 Uhr Nach unn\u00f6tigen Behandlungen von Brustkrebs-Patientinnen in Bremen ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. 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