{"id":624615,"date":"2025-12-05T07:37:14","date_gmt":"2025-12-05T07:37:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/624615\/"},"modified":"2025-12-05T07:37:14","modified_gmt":"2025-12-05T07:37:14","slug":"immer-mehr-leipziger-buergergeldempfaenger-rutschen-in-die-wohnkostenluecke-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/624615\/","title":{"rendered":"Immer mehr Leipziger B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger rutschen in die Wohnkostenl\u00fccke + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Die Mieten in Leipzig steigen. Und das f\u00fchrt auch dazu, dass immer mehr Menschen, die auf Transfers angewiesen sind, zu hohe Mieten gegen\u00fcber dem Regelsatz haben. Sie werden dann in der Regel aufgefordert, Miete bzw. Betriebskosten zu senken. Die Zahl der Betroffenen steigt immer weiter an. Das Ergebnis ist dann: Entweder zahlen sie die \u201eWohnkostenl\u00fccke\u201c aus dem eh schon knappen Regelbedarf. Oder die Stadt muss immer mehr Geld aufbringen, um ihnen unter die Arme zu greifen. Die Linksfraktion hat dazu aktuelle Zahlen abgefragt.<\/p>\n<p>\u201eZunehmend m\u00fcssen immer mehr Bedarfsgemeinschaften Wohnkosten aus dem Regelbedarf bestreiten. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit einer sogenannten Wohnkostenl\u00fccke steigt weiter an. Hierzu besteht zur <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/VO020?VOLFDNR=2024731\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antwort VIII-F-00994-AW-01<\/a> weiterer Informationsbedarf\u201c, hatte <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027545&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2180939\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Linksfraktion in ihrer Anfrage<\/a> in Bezug auf das Jobcenter festgestellt.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/044b0ee88c144ef19d46e0c32f87a6fd.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/12\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/12\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Am 26. November fragte Linke-Stadtrat Enrico Stange dazu nach. Denn die Zahlen, die ihm das Sozialamt dazu liefern konnte, sind nicht vollst\u00e4ndig und umfassen letztlich nur die F\u00e4lle direkt aus dem Jobcenter, nicht die Gesamtzahl aus dem Bereich der Arbeitsagentur Leipzig. Dazu hat der Oberb\u00fcrgermeister den Auftrag, diese Frage direkt mit der Arbeitsagentur zu kl\u00e4ren. Im Januar, so OBM Burkhard Jung, g\u00e4be es dazu ein Spitzengespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Immer mehr Bedarfsgemeinschaften mit zu hohen Kaltmieten<\/p>\n<p>Aber auch die Zahlen aus dem Jobcenter sprechen eine klare Sprache, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027673&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie das Sozialamt mitteilte<\/a>: \u201eVon 31.572 Bedarfsgemeinschaften insgesamt wurden bei 29.119 Bedarfsgemeinschaften Kosten der Unterkunftsart Miete anerkannt. Davon wiesen 2.915 Bedarfsgemeinschaften eine Differenz zwischen laufenden, tats\u00e4chlichen und anerkannten KdU (Nettokaltmiete) auf. Die durchschnittliche Differenz zwischen den monatlichen laufenden tats\u00e4chlichen und anerkannten KdU belief sich in diesen F\u00e4llen auf 108,22 Euro je Bedarfsgemeinschaft.<\/p>\n<p>Daten f\u00fcr 2025 liegen nur bis Juli 2025 vor. Eine statistische Vergleichbarkeit mit den Jahreswerten f\u00fcr 2024 ist daher nicht gegeben. Alternativ wird eine Auswertung bereitgestellt, die Daten aus Juli 2024 und Juli 2025 gegen\u00fcberstellt.\u201c<\/p>\n<p>Danach wurden im Juli 2024 bei insgesamt 31.680 Bedarfsgemeinschaften die Kosten der Unterkunft bei 29.330 Bedarfsgemeinschaften anerkannt. Bei 3.655 Bedarfsgemeinschaften \u00fcberstiegen die Wohnkosten die KdU-Richtwerte. Im Juli 2025 waren die Zahlen schon deutlich angestiegen: Von 31.111 Bedarfsgemeinschaften wurde 28.029 die Kosten der Unterkunft anerkannt. Bei 4.135 aber \u00fcberstiegen die Wohnkosten deutlich die Richtwerte. Und zwar im Schnitt um 132 Euro (im Vorjahr waren es noch 124 Euro).<\/p>\n<p>Was die Stadt zwingt, die Kosten der Unterkunft in n\u00e4chster Zeit wieder anzuheben.<\/p>\n<p>Der Wettlauf zwischen Mieten und KdU<\/p>\n<p>Denn gerade bei den Wohnkosten wird deutlich, dass eine Erh\u00f6hung der Kosten der Unterkunft meist auch wieder eine Erh\u00f6hung des Mietniveaus nach sich zieht. Ein Zusammenhang, dem die Stadt sich nicht entziehen kann, wie Sozialb\u00fcrgermeisterin Dr. Martina M\u00fcnch best\u00e4tigte. Das w\u00fcrde nur gelingen, wenn es der Stadt gelingen w\u00fcrde, gen\u00fcgend neue Wohnungen mit Mietpreisbindung zu bauen. Aber es entstehen schlicht zu wenige, wie Martina M\u00fcnch betonte.<\/p>\n<p>Und das wird zum Problem, wie Enrico Stange feststellte. Denn dann bleiben die B\u00fcrgergeldbezieher in den \u201ezu teuren\u201c Wohnungen in der Regel auf im Schnitt 108 Euro im Monat sitzen. Wie oft und wie lange, das weist die Statistik des Jobcenters nicht aus, auch nicht, ob es den Empf\u00e4ngern gelang, die Miete gesenkt zu bekommen oder ob sie die Differenz aus dem B\u00fcrgergeld bestritten.<\/p>\n<p>Auch immer mehr Leipziger in Grundsicherung betroffen<\/p>\n<p>Aber die abgefragten Zahlen der beiden Anfragen der Linksfraktion machen sichtbar, wie die steigenden Mieten und Betriebskosten das Leben gerade derjenigen Leipziger immer mehr belasten, die eigentlich keine Spielr\u00e4ume haben, das irgendwie abzufedern. In den Kosten der Unterkunft stecken ja nicht nur die Kaltmieten, sondern auch die Betriebskosten, die ja ebenfalls deutlich gestiegen sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/betriebskosten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-640531 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/betriebskosten.jpg\" alt=\"Die Betriebskostennachzahlungen durch das Leipziger Sozialamt von Januar bis September 2025. Grafik: Stadt Leipzig\" width=\"2250\" height=\"1266\"  \/><\/a>Betriebskostennachzahlungen durch das Leipziger Sozialamt von Januar bis September 2025. Grafik: Stadt Leipzig<\/p>\n<p>Zahlen dazu <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027674&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hat die Linksfraktion auch zum Sozialamt nachgefragt<\/a>, das f\u00fcr viele einkommensarme Haushalte die letzte Anlaufstelle ist, wenn ihnen die Betriebskosten \u00fcber den Kopf wachsen. Hier sind es vor allem, die Leipziger mit \u201eGrundsicherung im Alter\u201c, die betroffen sind. Hier waren es von Januar bis September 2025 immerhin 558 Haushalte, die mit Mietsenkungsaufforderungen durch das Sozialamt betroffen waren, deren Wohnkosten also \u00fcber den \u201eAngemessenheitswerten\u201c lagen.<\/p>\n<p>Da landet der Leipziger nach einem Arbeitsleben sowieso schon in einer eh schon knappen \u201eGrundsicherung\u201c, bekommt dann aber trotzdem \u00c4rger, weil seine Miete zu hoch ist.<\/p>\n<p>Und es ist ja nicht nur die Miete, die den Betroffenen \u00c4rger macht. Immer mehr Haushalte k\u00f6nnen ihre Betriebskosten nicht mehr bezahlen. Und dann muss das Sozialamt tats\u00e4chlich einspringen und die Betriebskosten ausgleichen.<\/p>\n<p>Die Linksfraktion hatte das Thema gesondert abgefragt: \u201eIn wie vielen F\u00e4llen hat das Sozialamt im Jahr 2024 sowie in den Monaten Januar bis einschlie\u00dflich September 2025 Betriebskostennachzahlungen \u00fcbernommen? (Bitte aufstellen nach Anzahl nach Gr\u00f6\u00dfenklassen der jeweiligen Kosten\u00fcbernahme bis 200 Euro, bis 400 Euro, bis 600 Euro, bis 800 Euro, bis 1.000 Euro, \u00fcber 1.000 Euro!)\u201c<\/p>\n<p>Die Antwort des Sozialamtes: \u201eIm Zeitraum Januar 2025 bis September 2025 hat das Sozialamt Betriebskostennachzahlungen in 1.686 F\u00e4llen \u00fcbernommen.\u201c<\/p>\n<p>Und da wird es dann teuer. In 100 F\u00e4llen musste das Amt \u00fcber 1.000 Euro ausgleichen. Das ist die Kehrseite einer Sozialpolitik, bei der Politiker glauben, sie k\u00f6nnten bei \u201edenen da ganz unten\u201c immer weiter sparen und sie mit Daumenschrauben zu noch mehr Verzicht zwingen. Die Kosten f\u00fcr Wohnen und Heizen fallen aber trotzdem an und die Kommunen werden zur letzten Rettungsinstanz, bevor die Betroffenen dann auch noch mit K\u00fcndigung und Wohnungslosigkeit konfrontiert werden. Ein Problem, das in Leipzig ebenfalls zunimmt.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Mieten in Leipzig steigen. 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