{"id":624897,"date":"2025-12-05T10:18:11","date_gmt":"2025-12-05T10:18:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/624897\/"},"modified":"2025-12-05T10:18:11","modified_gmt":"2025-12-05T10:18:11","slug":"vw-setzt-in-dresden-auf-forschung-statt-luxuskarossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/624897\/","title":{"rendered":"VW setzt in Dresden auf Forschung statt Luxuskarossen"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der lichtdurchflutete Veranstaltungssaal der Volkswagen-Fabrik in <a data-rtr-index=\"9\" title=\"Dresden\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/dresden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dresden<\/a> bildet das Herz des Standorts. Ringsherum fahren Autokarossen \u00fcber eine Produktionslinie, die unteren Etagen des Fahrzeugturms sind zu sehen \u2013 ein vollautomatisches Hochregal, \u00e4hnlich den ber\u00fchmten Autot\u00fcrmen in Wolfsburg, in denen Neuwagen geparkt und f\u00fcr die Auslieferung bereitgestellt werden. Seit einem knappen Vierteljahrhundert produziert VW in Dresden Fahrzeuge und \u00fcbergibt sie an Kunden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Konzernpatriarch Ferdinand Pi\u00ebch und Kanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD) hatten die \u201e<a data-rtr-index=\"0\" title=\"Gl\u00e4serne Manufaktur\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/glaeserne-manufaktur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gl\u00e4serne Manufaktur<\/a>\u201c einst pers\u00f6nlich eingeweiht. Doch das Luxusmodell Phaeton, f\u00fcr das die Fabrik konzipiert war, setzte sich nie durch, und f\u00fcr die sp\u00e4ter dort gebauten Massenmodelle war das Werk eigentlich zu klein. Am Donnerstag hat das Management den 230 Besch\u00e4ftigten nun inmitten des hellen Saals vorgestellt, wie die Produktion enden und k\u00fcnftig Forschung stattfinden soll. VW will Aufbruchsstimmung verbreiten \u2013 doch zugleich wird sp\u00fcrbar: Hier endet eine \u00c4ra.<\/p>\n<p>Entscheidung \u201enicht leicht gemacht\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Man habe sich die Entscheidung, k\u00fcnftig keine Autos mehr in Dresden zu bauen, \u201enicht leicht gemacht\u201c, sagte der Wolfsburger VW-Manager Thomas Sch\u00e4fer am Vormittag auf einer Betriebsversammlung am Standort. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei der Beschluss jedoch \u201ezwingend erforderlich\u201c gewesen, f\u00fcgte er hinzu, soll hei\u00dfen: In der aktuell angespannten Finanzlage kann sich der Konzern nicht mehr leisten, Werke weiterzubetreiben, die eigentlich nicht gebraucht werden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Sachsens Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer (CDU) bezeichnete die Umbr\u00fcche in Dresden als \u201eEinschnitt\u201c, betonte aber gleichzeitig, dass nun die Grundlage f\u00fcr etwas Neues gelegt werde. Die Arbeitnehmer wiederum scheinen sich mehr oder weniger zerknirscht in ihr Schicksal zu f\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Eigentlich h\u00e4tte VW den Standort am liebsten ganz geschlossen. Insofern d\u00fcrfte der jetzt geplante Weg mit Forschungskooperation, Museum und Auslieferung von Autos nicht die schlechteste L\u00f6sung sein. Der Unmut ist aber weiter mit H\u00e4nden zu greifen. Die am Donnerstag verk\u00fcndete Allianz mit der Technischen Universit\u00e4t sei nur ein \u201eLetter of Intent\u201c, eine Absichtserkl\u00e4rung, die mit Leben gef\u00fcllt werden m\u00fcsse, betonte die IG Metall am Donnerstag. F\u00fcr die geplante Kooperation seien noch \u201ekeinerlei finanzielle Punkte gekl\u00e4rt\u201c, und es gebe weiter eine Ungewissheit, die viele Besch\u00e4ftigte \u201ew\u00fctend\u201c mache. Die Gewerkschaft, so viel ist klar, will den Druck hochhalten, bis alle aus ihrer Sicht offenen Punkte gekl\u00e4rt sind.<\/p>\n<p>Zentrale Technologiefelder jetzt im Fokus<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wie VW im Anschluss an die nicht \u00f6ffentliche Betriebsversammlung mitteilte, gibt es nach langem Ringen ein Konzept f\u00fcr die k\u00fcnftige Nutzung der Geb\u00e4ude und der Anlagen. Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der TU Dresden wolle das Unternehmen dort vom kommenden Jahr an einen \u201eInnovationscampus f\u00fcr zentrale Technologiefelder\u201c aufbauen, darunter K\u00fcnstliche Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik und Chip-Design. \u00dcber die n\u00e4chsten sieben Jahre w\u00fcrden 50 Millionen Euro in Forschung, Technologieentwicklung und in vier neue Stiftungsprofessuren investiert, hei\u00dft es. Dar\u00fcber hinaus bleibe die Manufaktur als Auslieferungsstandort und \u201eErlebniswelt von Volkswagen\u201c erhalten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die TU Dresden zeigt sich erfreut \u00fcber die neuen Perspektiven und k\u00fcndigt an, die Fl\u00e4chen nach dem Vorbild der \u201eStation F\u201c in Paris neu zu gestalten, einem ber\u00fchmten Gr\u00fcnderzentrum f\u00fcr junge Unternehmen, das dort in einer ehemaligen G\u00fcterumschlagshalle entstanden ist. Autos werden in Dresden k\u00fcnftig nicht mehr gebaut, allenfalls eine kleine Showfertigung bleibt erhalten, in der ein einzelnes Fahrzeug hinter der Glasscheibe entsteht, um Besuchern die Arbeit in der Autobranche nahezubringen. 550 Besch\u00e4ftigte hatten in der Spitze an dem Standort gearbeitet, jetzt sind es weniger als die H\u00e4lfte. F\u00fcr etwa 60 Mitarbeiter w\u00fcrden noch Aufgaben gesucht, hie\u00df es am Donnerstag vom Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Ende der Produktion in Dresden ist Teil eines Sparpakets, auf das sich die IG Metall und das VW-Management um Konzernchef Oliver Blume im vergangenen Jahr nach hartem Machtkampf geeinigt hatten. 35.000 Stellen fallen an Standorten in Niedersachsen, Hessen und Sachsen bis 2030 weg, die Kapazit\u00e4t der Werke wird reduziert. Im Konzern gab es sogar Bestrebungen, ein komplettes Gro\u00dfwerk dichtzumachen, etwa Emden oder Zwickau. Doch am Ende kam der Kompromiss heraus, laut dem alle Standorte die Kosten senken m\u00fcssen, aber keiner ganz schlie\u00dft. Der Konzern betont, eine gute L\u00f6sung gefunden zu haben. Doch in der Branche geht die Sorge um, dass das Paket zu klein war und sp\u00e4testens in ein paar Jahren wieder eine Schlie\u00dfungsdebatte um Zwickau oder Emden entbrennt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Betriebsratschefin Daniela Cavallo betonte am Donnerstag in Dresden, dass niemand gezwungen werde, das Unternehmen zu verlassen. Jeglicher Stellenabbau m\u00fcsse sozialvertr\u00e4glich \u00fcber Altersteilzeit oder Aufhebungsvertr\u00e4ge laufen. Auch in Sachsen gelte die Besch\u00e4ftigungssicherung bis 2030. Besch\u00e4ftigte in Dresden k\u00f6nnten zudem nach Zwickau, Chemnitz oder an andere Standorte wechseln. Wer freiwillig nach Wolfsburg gehe, k\u00f6nne sogar eine Wechselpr\u00e4mie von 30.000 Euro erhalten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Cavallo steht ihrerseits unter Druck, n\u00e4chstes Jahr stehen die Betriebsratswahlen an. Und die Stimmung in der Belegschaft ist alles andere als gut, wie auch eine in dieser Woche bekanntgewordene Umfrage in der Belegschaft zeigt. In Dresden geht nun alles schnell. \u00dcbern\u00e4chste Woche soll das letzte Auto vom Band laufen, ein ID.3, der seit einigen Jahren in kleiner St\u00fcckzahl hier hergestellt wird. N\u00e4chstes Jahr beginnt die Kooperation mit der Uni. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der lichtdurchflutete Veranstaltungssaal der Volkswagen-Fabrik in Dresden bildet das Herz des Standorts. 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