{"id":625003,"date":"2025-12-05T11:21:16","date_gmt":"2025-12-05T11:21:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625003\/"},"modified":"2025-12-05T11:21:16","modified_gmt":"2025-12-05T11:21:16","slug":"ausstellung-in-wuppertal-der-wunsch-nach-uneindeutigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625003\/","title":{"rendered":"Ausstellung in Wuppertal: Der Wunsch nach Uneindeutigkeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eNicht die einzelnen Werke allein machen die Kunst\u201c, so der Philosoph Andreas Steffens \u00fcber Ike Vogt, \u201esondern das Gef\u00fcge, in dem sie zueinander in Beziehung stehen.\u201c Wer seine Worte zu der K\u00fcnstlerin vorab gelesen hatte, konnte sich dann selbst am Kn\u00fcpfen solcher Beziehungen versuchen: Auch der Blick jedes Betrachters ist der K\u00fcnstlerin wichtig. \u201eMatching Imagine. Mixed Media\u201c hei\u00dft ihre Ausstellung in der Bandfabrik.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was sich wie f\u00fcr wen f\u00fcgt, kann naturgem\u00e4\u00df variieren. Im Raum h\u00e4ngen Fotos wie auch gerahmte Schriftz\u00fcge; wie sie gruppiert sind, regt dazu an, Zusammenh\u00e4nge zu suchen. Der Satz \u201eIch wei\u00df nicht, was hier anwesend ist\u201c unter vage verortbaren Detailfotos von Gr\u00fcnzeug und vielleicht einem Hosenbein \u2013 passende Beschreibung der Ratlosigkeit? Vogt, die auf keiner \u201eAufl\u00f6sung\u201c besteht, schl\u00e4gt vor, das Unklare darin zu begr\u00fc\u00dfen &#8211; als Vieldeutigkeit.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch auch wenn es kein \u201erichtig\u201c und \u201efalsch\u201c geben mag, war zumindest der Ursprung einst klar: Den Impuls gaben je reale Vorg\u00e4nge, betont Vogt. Im Nebenraum voll stark reduzierter Zeichnungen schien das f\u00fcr den Betrachter etwas schwer vorstellbar &#8211; doch auf die Frage, ob denn auch hier Konkretes zugrunde lag, erwiderte sie: \u201eJa \u2013 und wenn es Empfindungen sind.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">So pr\u00e4gt denn ganz bewusstes Kombinieren den Aufbau &#8211; zuvor Vereinzeltes soll im Ensemble wirken und so Momente spiegeln. Der Besucher darf und soll dabei Offenheit vorfinden, und Vogt setzt daf\u00fcr gezielt auf Vagheit: Die Ver-Uneindeutigung nutzt sie als Mittel, damit die \u00d6ffnung gelingt. \u201eDass es aus einem ganz anderen Kontext stammt, sieht man gar nicht mehr\u201c, stellt sie zufrieden fest, denn erst dann stehe es zum freien Assoziieren bereit.<\/p>\n<p>Fasziniert von<br \/>asiatischer Kalligrafie      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine \u00e4ltere Textzeile, \u201emeinst du mein du\u201c, traf nun auf eine als Hintergrund montierte Fl\u00e4che und eine als zwei Kopfh\u00e4lften lesbare Skizze. Zwei Teile des eigenen Selbst, meint sie, k\u00f6nne man darin nun lesen &#8211; durch die neue Verbindung zwischen Worten und Bild. F\u00fcr sich liegen einzelne Elemente bei ihr oft schon gesammelt bereit, die dann zusammengebracht werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Wunsch nach Uneindeutigkeit ergab dann wohl auch den Grund f\u00fcr die erheblich abstrakten Beitr\u00e4ge der Schau, deren Genre laut Steffens f\u00fcr Vogt zentral ist: Zeichnungen, teils dick aus Tusche, teils schmal und filigran. Fasziniert von asiatischer Kalligrafie sei sie besonders wegen deren \u00e4sthetischer \u201eSparsamkeit\u201c. Als Unterlage wiederum hatte sie ein spezielles Papier, das japanische \u201eSumi-e\u201c-Papier, f\u00fcr sich entdeckt, und zwar wegen seiner Transparenz. Diese Eigenschaft erkannte man dann auch an den Bildern: Was auch Ergebnis eines helleren Pinselstrichs h\u00e4tte sein m\u00f6gen, schien in Wahrheit aus der R\u00fcckseite durch. Bei diesem Ausstellungsteil war leicht nachzuvollziehen, dass Vogt, Absolventin der D\u00fcsseldorfer Kunstakademie, mit dem \u201eInformel\u201c von einer hoch abstrakten Kunststr\u00f6mung gepr\u00e4gt ist. Und dennoch: Im Moment der Sch\u00f6pfung, im Kopf der Sch\u00f6pferin herrschte Konkretion.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine weitere Bemerkung Steffens\u2018 aus der aufgedruckten Vorrede kl\u00e4rte sich vor Ort, und zwar zu dem Langerfelder Kulturort selbst: Dass dieser \u201eherausfordernd\u201c sei, mochte nicht einleuchten, bezog man ihn auf die durchaus konventionelle Raumaufteilung. Gemeint waren aber vielmehr die Vorh\u00e4nge: Bei den hier h\u00e4ufigen Konzerten wird aus Akustikgr\u00fcnden schweres, schwarzes Tuch vor die W\u00e4nde gezogen &#8211; auch vor die Bilder. Freilich, so Vogt und ihr gleichfalls anwesender Kollege Harald Hilscher, der hier zuletzt ausgestellt hatte: Entdeckt ein Musikgast dann doch ein St\u00fcck aus der Schau, wird er vielleicht neugierig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eNicht die einzelnen Werke allein machen die Kunst\u201c, so der Philosoph Andreas Steffens \u00fcber Ike Vogt, \u201esondern das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":625004,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[147952,2076,147953,101349,3364,29,30,147949,147951,4819,147950,14067,37127,1209,28129,4418],"class_list":{"0":"post-625003","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-andreas-steffen","9":"tag-ausstellung","10":"tag-ausstellungsteil","11":"tag-bandfabrik","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-ike","16":"tag-imagine","17":"tag-kuenstlerin","18":"tag-matching","19":"tag-media","20":"tag-mixed","21":"tag-nordrhein-westfalen","22":"tag-vogt","23":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115666700507082118","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=625003"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625003\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/625004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=625003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=625003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=625003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}