{"id":625217,"date":"2025-12-05T13:25:13","date_gmt":"2025-12-05T13:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625217\/"},"modified":"2025-12-05T13:25:13","modified_gmt":"2025-12-05T13:25:13","slug":"volksbuehne-frankfurt-begeistert-mit-operette-die-schoene-helena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625217\/","title":{"rendered":"Volksb\u00fchne Frankfurt begeistert mit Operette &#8222;Die sch\u00f6ne Helena&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eWillkommen zu unserem Weihnachtsm\u00e4rchen!\u201c, begr\u00fc\u00dfte Michael Quast, Chef der Volksb\u00fchne im Gro\u00dfen Hirschgraben, wie immer h\u00f6chstpers\u00f6nlich das Premierenpublikum. Und auch wenn Jacques Offenbachs frivole Op\u00e9ra bouffe \u201eDie sch\u00f6ne Helena\u201c alles andere als betulich vorweihnachtlich daherkommt, ist es doch durchaus m\u00e4rchenhaft, was der Tausendsassa Quast und seine begeisterte Truppe mit dieser f\u00fcr Volksb\u00fchnenverh\u00e4ltnisse Monsterproduktion (Ko-Regie Sarah Gro\u00df, musikalische Leitung Rhodri Britton)\u00a0geschafft hat. Der obligatorische Dank an die vielen Sponsoren war mehr als berechtigt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Denn da sitzen allein schon sechs Musiker unter der Leitung von Britton am Klavier auf der B\u00fchne und entfachen mit dieser reduzierten Besetzung einen satten Operettenklang, der nat\u00fcrlich immer mal wieder absichtsvoll schr\u00e4g und jazzartig daherkommt, als Arienbegleitung fungiert, immer mal aber auch mit ein paar Cellostreichern oder Fl\u00f6tenges\u00e4usel ironisch das Geschehen kommentiert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u00dcberhaupt liegt von Beginn an ein h\u00f6chst am\u00fcsanter, ironischer Grundton \u00fcber dem Abend, vor allem, wenn Ulrike Kinbach und Gabriel Spagna als auf ein Duo reduzierter Chor nach antikem Vorbild die vergangene Handlung beurteilen und die kommende vergeblich warnend vorwegnehmen.<\/p>\n<p>Ein h\u00f6chst am\u00fcsanter Grundton<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Denn wir befinden uns mit Jacques Offenbachs 1864 in Paris und bald danach auch in Wien erfolgreich uraufgef\u00fchrter Operette nat\u00fcrlich in der griechischen Antike und erleben mit, wie die G\u00f6ttin Venus durch ihren t\u00f6richten Sch\u00f6nheitswettbewerb den gro\u00dfen Krieg um Troja ausl\u00f6st. Denn sie hat dem trojanischen Prinzen Paris (Sam Michelson) versprochen, dass er die sch\u00f6nste Frau der Welt bekommt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dummerweise ist diese sch\u00f6ne Helena (Ingrid El Sigai) noch mit dem recht senilen Sparta-K\u00f6nig Menelaos (Michael Quast) verheiratet. Nat\u00fcrlich gelingt es dem listigen Paris, die sehr bereitwillige, ehefrustrierte Helena zu entf\u00fchren, und die Griechen, allen voran der kampfbereite Achilles (Melissa Breitenbach), der herrlich korrupte Jupiterpriester Kalchas (Jochen D\u00f6ring) und der virile Chef Agamemnon (Eric Lenke), schauen bedr\u00f6ppelt in die R\u00f6hre.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Michael Quast und Rainer Dachselt haben einmal mehr aus dem Libretto von Henri Meilhac und Ludivic Hal\u00e9vy einen manchmal derbhumorigen, oft auch anspielungsreich-feinsinnigen Text destilliert. Mal wird mit Bandwurms\u00e4tzen \u00d6konomiesprache parodiert, mal an griechischen Nationalstolz appelliert, dann wieder wollen sie, um n\u00f6tige Opfergaben zu erhalten, EU-Mittel beantragen. Das geht kunterbunt durcheinander und enth\u00e4lt zahllose kleine Gags.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wie schon in der vorherigen Erfolgsoperette \u201eDie Gro\u00dfherzogin von Gerolstein\u201c sind auch dieses Mal wieder Anna Sophia Blerschs Kost\u00fcme ein Spa\u00df f\u00fcr sich. Hemmungslos eklektisch werden da Togen mit Brustpanzern, Dragqueen-Fummel mit wilden Frisuren kombiniert, die Gesichter ausdrucksstark kom\u00f6diantisch geschminkt. Dass man hier gesanglich keine Opernqualit\u00e4t erwarten darf, versteht sich von selbst, aber besonders Ingrid El Sigai und Sam Michelson tragen ihre zarten Liebesarien (\u201eEs ist ein Traum, nur ein Traum!\u201c) \u00fcberzeugend und in diesem Fall ganz ohne parodistisches Gezwinker vor, und wenn das ganze Dutzend Darsteller im Chor singt, kommt richtig Stimmung auf. Man kann die Volksb\u00fchne zu diesem etwas anderen Weihnachtsm\u00e4rchen nur begl\u00fcckw\u00fcnschen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Weitere Vorstellungen am 6., 12., 13., 20., 27. und 29. Dezember in der Volksb\u00fchne Frankfurt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWillkommen zu unserem Weihnachtsm\u00e4rchen!\u201c, begr\u00fc\u00dfte Michael Quast, Chef der Volksb\u00fchne im Gro\u00dfen Hirschgraben, wie immer h\u00f6chstpers\u00f6nlich das Premierenpublikum.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":625218,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1829],"tags":[29,2050,2051,30,2052],"class_list":{"0":"post-625217","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankfurt-am-main","8":"tag-deutschland","9":"tag-frankfurt","10":"tag-frankfurt-am-main","11":"tag-germany","12":"tag-hessen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115667188192461416","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625217","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=625217"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625217\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/625218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=625217"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=625217"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=625217"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}