{"id":625412,"date":"2025-12-05T15:18:19","date_gmt":"2025-12-05T15:18:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625412\/"},"modified":"2025-12-05T15:18:19","modified_gmt":"2025-12-05T15:18:19","slug":"rki-daten-deutsche-haben-wenig-gesundheitskompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625412\/","title":{"rendered":"RKI-Daten: Deutsche haben wenig Gesundheitskompetenz"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/fussgaengerzone-142.jpg\" alt=\"Auf der Einkaufsstra\u00dfe und Fu\u00dfg\u00e4ngerzone sind zahlreiche Menschen unterwegs\" title=\"Auf der Einkaufsstra\u00dfe und Fu\u00dfg\u00e4ngerzone sind zahlreiche Menschen unterwegs | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.12.2025 15:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Neue Daten des Robert Koch-Instituts zeigen: Ein Gro\u00dfteil der Deutschen ist mit der Verantwortung f\u00fcr die eigene Gesundheit \u00fcberfordert. Und in manchen Bereichen klafft die soziale Schere immer weiter auf.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Krankheitssymptome deuten und Gesundheitsinformationen aus Sozialen Medien einordnen k\u00f6nnen, Impfentscheidungen treffen und \u00fcber die Bedeutung von Sport Bescheid wissen: Erstaunlich vielen Menschen in Deutschland f\u00e4llt es schwer, f\u00fcr ihre eigene Gesundheit Sorge zu tragen. Das zeigen die Befragungsdaten aus dem ersten Jahr der L\u00e4ngsschnittstudie <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Themen\/Forschung-und-Forschungsdaten\/Sentinels-Surveillance-Panel\/Panel\/faktenblaetter.html?nn=16776990\" title=\"Studie: Gesundheit in Deutschland\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">&#8222;Gesundheit in Deutschland&#8220;<\/a> des Robert Koch-Instituts (RKI).<\/p>\n<p>    Alle Bildunsgschichten betroffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vier von f\u00fcnf Erwachsene weisen demnach eine geringe &#8222;allgemeine Gesundheitskompetenz&#8220; auf. &#8222;Auch Menschen mit mittlerem &#8211; und einige auch mit hohem &#8211; Bildungsniveau stehen vor diesem Problem&#8220;, sagt die RKI-Gesundheitswissenschaftlerin Susanne Jordan. &#8222;Dann haben wir ja auch noch gezielte Falschinformationen, und hinzu kommt auch, dass unser Gesundheitswesen sehr komplex ist.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Selbst die Grundlagen f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung sind offenbar nicht weit genug verbreitet. \u00dcber die H\u00e4lfte der M\u00e4nner verf\u00fcgt den Daten zufolge nicht \u00fcber das Wissen und die M\u00f6glichkeiten, f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung zu sorgen; bei den Frauen sind es noch etwas mehr als ein Drittel. &#8222;Und ich muss es mir auch leisten k\u00f6nnen&#8220;, erg\u00e4nzt Judith Fuchs vom Fachgebiet &#8222;K\u00f6rperliche Gesundheit&#8220; beim RKI. &#8222;Ein gro\u00dfer Korb frisches Gem\u00fcse ist mittlerweile durchaus eine Investition, das muss man immer im Hinterkopf behalten.&#8220;<\/p>\n<p>    Soziale Ungleichheit versch\u00e4rft sich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Erkenntnisse sind besonders gravierend, wenn man den zweiten gro\u00dfen Befund der Studienreihe in den Blick nimmt: Die gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland ist nach wie vor hoch und hat sich in manchen Bereichen zuletzt noch verst\u00e4rkt. &#8222;Wir sehen, dass sich dieses Muster \u00fcber ein sehr, sehr breites Spektrum von Gesundheit und Krankheit zeigt&#8220;, sagt Jens Hoebel, der sich beim RKI mit den sozialen Einflussfaktoren auf die Gesundheit befasst.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Damit liegt Deutschland nach seiner Einsch\u00e4tzung im europ\u00e4ischen Vergleich im Mittelfeld. Wer wenig verdient, in einem insgesamt schlechteren Wohnumfeld lebt oder einen niedrigen Bildungsstatus hat, leidet deutlich h\u00e4ufiger unter schlechter Gesundheit als privilegiertere Menschen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das gilt sowohl f\u00fcr die psychische als auch die k\u00f6rperliche Gesundheit. So wurde in der niedrigen Bildungsgruppe doppelt so h\u00e4ufig Diabetes festgestellt als bei h\u00f6her Gebildeten. Ein \u00e4hnliches Verh\u00e4ltnis gibt es bei Depressions- und Angstsymptomatiken. Auch chronische Krankheiten und andere k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkungen werden deutlich h\u00e4ufiger berichtet.<\/p>\n<p>    Bei der Vorsorge schneidet Deutschland nicht gut ab<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der gerade erst ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.aok.de\/pp\/public-health\/index\" title=\"Public Health Index\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Public Health Index der AOK<\/a> zeigt, dass die Bundesrepublik in der politischen Gesundheitsvorsorge deutlich hinterherhinkt. Im L\u00e4ndervergleich landet Deutschland in drei von vier Bereichen auf den hinteren R\u00e4ngen: Das betrifft Tabak, Alkohol und Ern\u00e4hrung. Bei Bewegung belegt Deutschland Rang 10 von 18, zusammen mit \u00d6sterreich. Insgesamt landet Deutschland damit auf Rang 17.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Gleichzeitig ist zu beobachten, dass erste L\u00e4nder die Gesundheitskompetenzf\u00f6rderung auf die politische Agenda gehoben haben&#8220;, sagt Susanne Jordan und verweist auf das Beispiel \u00d6sterreich. &#8222;Die haben ja sogar vor einigen Jahren ein Gesundheitsziel &#8218;Gesundheitskompetenz&#8216; etabliert.&#8220; In einer vergleichenden OECD-Studie von 2019 gelang es \u00d6sterreich daraufhin, Deutschland in diesem Bereich zu \u00fcberholen.\u00a0<\/p>\n<p>    Bessere Informationen, h\u00f6here Zusatzsteuern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was helfen k\u00f6nnte, ist aus Sicht der RKI-Forschenden relativ klar: Bessere Informations- und Bildungsangebote f\u00fcr den Gesundheitsbereich zum Beispiel, um Patienten mehr einbinden zu k\u00f6nnen: &#8222;Bin ich in der Lage zu verstehen, was mir gerade erkl\u00e4rt wurde, bin ich in der Lage nachzufragen? Traue ich mich nachzufragen, wei\u00df ich genug, um nachfragen zu k\u00f6nnen? Da liegt einfach vieles im Argen&#8220;, erl\u00e4utert RKI-Wissenschaftlerin Judith Fuchs.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch auch Ma\u00dfnahmen, die eine gesunde Lebensweise leichter machen, wie eine Zuckersteuer oder eine Erh\u00f6hung der Tabaksteuer seien wirksam: &#8222;Das sind so Dinge, die halte ich zumindest nicht f\u00fcr ganz ausgereizt.&#8220;<\/p>\n<p>    Pr\u00e4vention f\u00e4ngt beim Wohnen an<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sozialepidemiologe Jens Hoebel verweist auf strukturelle Pr\u00e4vention: stadtplanerische Ma\u00dfnahmen zum Beispiel, um Luftverschmutzung und L\u00e4rmbelastung zu verringern, aber auch Armutsbek\u00e4mpfung. Verkehrsberuhigte &#8222;Superblocks&#8220; wie in Barcelona gelten als Vorzeigeprojekt.\u00a0Tats\u00e4chlich habe das Wohnumfeld eine besondere Bedeutung: &#8222;Auch Menschen mit gleichem Bildungsstand und gleichem Einkommen weisen einen schlechteren Gesundheitszustand auf, wenn sie in sozio\u00f6konomisch stark benachteiligten Wohngegenden leben&#8220;, so Hoebel.<\/p>\n<p>    Mehrheit f\u00fchlt sich gesund<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu den guten Nachrichten aus der RKI-Panelbefragung geh\u00f6rt aber auch, dass zwei Drittel der Menschen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut einsch\u00e4tzen. Das verbleibende Drittel l\u00e4sst sich Judith Fuchs zufolge auch mit der Demografie erkl\u00e4ren: &#8222;Es hat uns nicht so sehr \u00fcberrascht, denn es ist \u00fcberall zu sehen, je \u00e4lter die Menschen werden, desto mehr sind sie beeintr\u00e4chtigt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dazu k\u00e4men &#8222;Polikrisen&#8220;: Die Sorgen durch Klimawandel, Kriege und anhaltende Versorgungsdebatten machten den Menschen psychisch und k\u00f6rperlich zu schaffen. Aber auch bei der Einsch\u00e4tzung der allgemeinen Gesundheit zeigt sich eine deutliche soziale Schere. Nicht mal die H\u00e4lfte der geringer Gebildeten h\u00e4lt die eigene Gesundheit f\u00fcr gut. Besonders deutlich werden die Belastungen dort, wo junge Menschen in den Blick genommen werden. Mehr als ein Drittel der Befragten unter 29 Jahren berichtet \u00fcber ein niedriges psychisches Wohlbefinden.<\/p>\n<p>    Mehr Datenpower in neuer Studie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die neue RKI-Studienreihe &#8222;Gesundheit in Deutschland&#8220; schlie\u00dft eine gro\u00dfe L\u00fccke in der \u00dcberwachung der \u00f6ffentlichen Gesundheit. Mehr als 40.000 Menschen ab 16 Jahren sind in dem Panel registriert und werden viermal im Jahr zu verschiedenen Indikatoren online und per Papierfragebogen befragt. Weil sie zuf\u00e4llig nach Daten der Einwohnermelde\u00e4mter ausgew\u00e4hlt wurden, lassen ihre Antworten feink\u00f6rnige statistische Erkenntnisse auf Wohnortebene zu &#8211; auch, um der Gesundheitspolitik eine bessere Grundlage liefern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.12.2025 15:07 Uhr Neue Daten des Robert Koch-Instituts zeigen: Ein Gro\u00dfteil der Deutschen ist mit der Verantwortung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":625413,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[29,141,1189,13,14,15,16256,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-625412","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-deutschland","9":"tag-gesundheit","10":"tag-gesundheitssystem","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-rki","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115667633558917020","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=625412"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625412\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/625413"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=625412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=625412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=625412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}