{"id":625589,"date":"2025-12-05T16:58:13","date_gmt":"2025-12-05T16:58:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625589\/"},"modified":"2025-12-05T16:58:13","modified_gmt":"2025-12-05T16:58:13","slug":"kampf-der-monokultur-steinhagens-junger-foerster-und-die-zukunft-des-waldes-haller-kreisblatt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625589\/","title":{"rendered":"Kampf der Monokultur: Steinhagens junger F\u00f6rster und die Zukunft des Waldes | Haller Kreisblatt"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Steinhagen. Das f\u00fcr Naturliebhaber Wichtigste vorab: Man kann auch in Herbst und Winter sicher im Teutoburger Wald, in der Patthorst und den anderen Gebieten in Steinhagen und Umgebung wandern, radeln und spazieren. Des \u00d6fteren k\u00f6nnten dem Baumfreund dabei aber Kettens\u00e4genger\u00e4usche entgegenklingen. Derzeit sind relativ viele Pflegeeins\u00e4tze geplant, erkl\u00e4rt der Revierf\u00f6rster. Zwei Vollerntemaschinen, sogenannte Harvester, hat er im Einsatz, um auch in den W\u00e4ldern der Patthorst, des Str\u00f6hens und Brockhagens durchzuforsten.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Solange man mit Vernunft unterwegs sei, m\u00fcsse man sich in den kommenden Monaten keine besonderen Sorgen machen &#8211; obwohl die W\u00e4lder angeschlagen sind. \u201eNat\u00fcrlich rate ich keinem, bei Sturm in den Wald zu gehen\u201c, sagt Marius Wagemeyer.<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">Im Januar 2007 ver\u00e4nderte der verheerende Sturm Kyrill das Aussehen des Teutoburger Waldes nachhaltig. Mit Windgeschwindigkeiten bis 225 km\/h zerst\u00f6rte er gro\u00dfe Fl\u00e4chen. In diesem Kontext lernten viele Menschen in der Region erstmals den Begriff \u201eBorkenk\u00e4fer\u201c kennen. In den folgenden Jahren begann der Kampf mit dem Plagegeist, lange gingen Fachleute noch davon aus, dass Buchdrucker und Co. unter Kontrolle zu halten sind. Sp\u00e4testens 2020 war dann klar: Die Zeit der Fichten im Teuto ist vorbei. Der Klimawandel hat sie ausradiert.<\/p>\n<p>F\u00f6rster ber\u00e4t 250 Forstbesitzer im Altkreis Halle<\/p>\n<p><a class=\"article-detail-image use-fancybox\" href=\"https:\/\/www.haller-kreisblatt.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xSWdmNXhZTDhxZlFST2svV2VlU25wYmNqb0FGd0RJVGNRVk40Z2c4b2FOWHovRGtMY0NuV3EzK2lRbFlQVUJjbHExUGVqNExZcG5JRWg2S3JiQzhCLzFWSUhTUmx5VnFldFRNMWFaVnpkS3c9\/251203-1634-683481194.jpg\" rel=\"article-detail-image-overlay noopener\" title=\"Der fr\u00fchrere F\u00f6rster Johannes-Otto L\u00fcbke pflanzte in den vergangenen Jahren Esskastanien (Bild), aber auch Wildkirschen und Douglasien. - \u00a9 Archiv\/Anke Schneider\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" itemprop=\"image\" class=\"media-object img-responsive\" width=\"500\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/251203-1634-683481194.jpg\" alt=\"Der fr\u00fchrere F\u00f6rster Johannes-Otto L\u00fcbke pflanzte in den vergangenen Jahren Esskastanien (Bild), aber auch Wildkirschen und Douglasien. - \u00a9 Archiv\/Anke Schneider\"\/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Der fr\u00fchrere F\u00f6rster Johannes-Otto L\u00fcbke pflanzte in den vergangenen Jahren Esskastanien (Bild), aber auch Wildkirschen und Douglasien.<br \/>\n(\u00a9 Archiv\/Anke Schneider)<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Der eigentlich nicht heimische Nadelbaum, der im vergangenen Jahrhundert aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden extrem h\u00e4ufig gepflanzt wurde, machte rund ein Drittel der Gesamtbest\u00e4nde im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Revierf\u00f6rsters aus &#8211; und fiel ann\u00e4hernd komplett den K\u00e4fern, Trockenheit und Stress zum Opfer. Begriffe wie \u201eKahlschlag\u201c und \u201eKalamit\u00e4t\u201c pr\u00e4gten die Debatte genauso wie die S\u00fcdh\u00e4nge des Teutos.<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Seitdem sind f\u00fcnf Jahre vergangenen. Der 31-j\u00e4hrige Marius Wagemeyer hat die Nachfolge des umtriebigen Revierf\u00f6rsters Johannes-Otto L\u00fcbke \u00fcbernommen. Die meisten Kahlfl\u00e4chen wurden mit Landesf\u00f6rderung aufgeforstet. Wo das nicht geschehen ist, hat die Naturverj\u00fcngung begonnen. Die Wunden des Waldes beginnen sich zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p id=\"absatz8\"><b class=\"bold\">Wie am Mittelmeer?<\/b> <a href=\"https:\/\/www.haller-kreisblatt.de\/lokal\/steinhagen\/24126510_Wie-am-Mittelmeer-Steinhagen-erwaermt-sich-schneller-als-der-Rest-der-Welt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Steinhagen erw\u00e4rmt sich schneller als der Rest der Welt<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Wobei eine augenscheinliche Brache auch ihre Berechtigung haben kann, wie der junge Forstfachmann erkl\u00e4rt. \u201eDie Fl\u00e4chen sind ja nicht tot, wenn da zum Beispiel Brombeeren wachsen. So eine Sukzession kann \u00f6kologisch wertvoller sein als ein reiner Buchenwald\u201c, sagt Wagemeyer. Am Ende werde sich der Wald ohnehin durchsetzen, das dauere nur eben einige Jahrzehnte.<\/p>\n<p>Fichte ist in Steinhagen und der Nachbarschaft fast pass\u00e9<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Wagemeyer kennt die Fl\u00e4chen, auf denen die rund 250 Forstbesitzer der Gegend nachgepflanzt haben. Wer auf den alten F\u00f6rster h\u00f6rte, setzte sehr kleinteilig vor allem trockenheitsresistente B\u00e4ume. \u201eJohannes-Otto L\u00fcbke hat viel Esskastanie gepflanzt\u201c, sagt dessen Nachfolger. Auch Wildkirschen geh\u00f6ren zum neuen Teutoburger Wald. Genauso wie die Douglasie &#8211; die der F\u00f6rster aber mit gemischten Gef\u00fchlen sieht. \u201eDas ist gerade ein Modebaum. Er w\u00e4chst schnell, das Holz ist teuer\u201c, erl\u00e4utert Wagemeyer. F\u00fcr die finanziell gesch\u00e4digten Waldbauern ein Geschenk, besteht bei der Douglasie aber dasselbe Problem wie zuvor bei der Fichte: W\u00fcrden ganze Bereiche damit voll gepflanzt, h\u00e4tten Sch\u00e4dlinge leichtes Spiel. Das gelte es zu verhindern.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">Tats\u00e4chlich liege eine St\u00e4rke des Teutos auch darin, dass es so viele Privateigent\u00fcmer gibt. Da jeder etwas anders plane, seien die Pflanzungen recht abwechslungsreich. Die eine Baumart, die alle Probleme des Klimawandels l\u00f6se, gebe es nicht. Gro\u00dfe Abwechslung m\u00fcsse die L\u00f6sung sein. \u201eDie Mischung ist das Sicherste.\u201c Der einzige Baum, der weder gef\u00f6rdert noch gesetzt wird, ist die Fichte. \u201eIch kenne nur einen Waldbesitzer, der noch Fichte gepflanzt hat\u201c, sagt Marius Wagemeyer.<\/p>\n<p id=\"absatz12\"><b class=\"bold\">Lesen Sie auch:<\/b> <a href=\"https:\/\/www.haller-kreisblatt.de\/lokal\/werther\/23825773_Ueberflutungen-nach-Starkregen-Werther-saeuft-in-diesem-Winter-mehrfach-ab.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Werther s\u00e4uft gleich mehrfach ab<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"em_text\">W\u00e4hrend man sich an den Gedanken gew\u00f6hnt hat, dass der skandinavische Nadelbaum in OWL ausstirbt, geht es jetzt dem zweitwichtigsten Baum des Teutoburger Waldes an den Kragen: der Buche. \u201eBuchenw\u00e4lder sind f\u00fcr die Region typisch. Aber reine Best\u00e4nde sterben gerade teilweise fl\u00e4chig ab, da gibt es schlimme Bilder\u201c, wei\u00df der Fachmann. Ausl\u00f6ser ist die sogenannte \u201eBuchenkomplexkrankheit\u201c. Geschw\u00e4chte B\u00e4ume werden von Pilzen oder Sch\u00e4dlingen befallen und beginnen von der Krone aus abzusterben. Seit dem fortschreitenden Klimawandel ein wachsendes Problem.<\/p>\n<p>Was wird aus der Buche im Teutoburger Wald?<\/p>\n<p id=\"absatz14\" class=\"em_text\">\u201eVor einigen Jahren wurde fast nur Buche gepflanzt, weil man dachte, das w\u00e4re die bestangepasste Baumart\u201c, berichtet der F\u00f6rster. Fehlanzeige, wie man heute wei\u00df. Allerdings verj\u00fcnge sich die Buche gut, so dass unter einer lichten Krone oft junge Buchen nachkommen.<\/p>\n<p id=\"absatz15\" class=\"em_text\">Wie es mit dem Heimatbaum der Region weitergeht, will Marius Wagemeyer trotzdem nicht prophezeien. \u201eDas wei\u00df man nicht so richtig.\u201c Immerhin waren sich die Fachleute vor wenigen Jahren noch einig, dass auch die Fichte im Teuto sicher nicht aussterben wird. \u00dcberhaupt k\u00f6nne man f\u00fcr jede Baumart einen Sch\u00e4dling aufz\u00e4hlen, der ihr gef\u00e4hrlich wird. Da gibt es den L\u00e4rchenbock, die Ru\u00dfrindenkrankheit des Ahorns, den Schlauchpilz, der die Ulme aussterben l\u00e4sst, und viele mehr.<\/p>\n<p id=\"absatz16\" class=\"em_text\">Der Klimawandel ver\u00e4ndert unsere W\u00e4lder stetig. Was bleibt, ist der Versuch gegenzusteuern. Wer indes glaubt, zu wissen, wie der Teutoburger Wald in 50 Jahren aussehen werde, d\u00fcrfte sich noch wundern.<\/p>\n<p id=\"absatz17\"><b class=\"bold\">Aktuelle <\/b><b class=\"wixui-rich-text__text x193iq5w xeuugli x13faqbe x1vvkbs x1xmvt09 x1lliihq x1s928wv xhkezso x1gmr53x x1cpjm7i x1fgarty x1943h6x xudqn12 x3x7a5m x6prxxf xvq8zen xo1l8bm xzsf02u x1yc453h bold\">Nachrichten bekommen Sie t\u00e4glich \u00fcber den <\/b><a aria-label=\"Link WhatsApp-Kanal des HK\" href=\"https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029VagU0FW1SWsxhmHz2v0q\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" title=\"https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029vagu0fw1swsxhmhz2v0q\">WhatsApp-Kanal des HK<\/a><\/p>\n<p class=\"nw-text-xl nw-uppercase nw-font-bold\" style=\"font-size:24px !important; line-height:32px; padding-bottom: 0px;   margin-bottom: 0 \">INFORMATION<\/p>\n<p class=\"nw-text-lg nw-font-bold nw-pb-2\" style=\"font-size:20px !important; line-height:28px; padding-bottom: 8px; font-weight:700;\">Seit einem Jahr der neue F\u00f6rster<\/p>\n<p>Marius Wagemeyer hat am 1. November 2024 die Leitung des Forstbetriebsbezirks Halle von Johannes-Otto L\u00fcbke \u00fcbernommen. Der Bezirk erstreckt sich \u00fcber Gebiete der Kommunen Halle, Steinhagen und Werther. Wagemeyer hat Forstwirtschaft in Erfurt studiert und war zuletzt in Hessen in der Kommunalwald-Betreuung t\u00e4tig. Der 31-J\u00e4hrige stammt aus Lichtenau in der N\u00e4he von Paderborn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Steinhagen. 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