{"id":625617,"date":"2025-12-05T17:15:18","date_gmt":"2025-12-05T17:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625617\/"},"modified":"2025-12-05T17:15:18","modified_gmt":"2025-12-05T17:15:18","slug":"fuer-den-klimaschutz-setzen-deutschland-und-europa-auf-ccs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/625617\/","title":{"rendered":"F\u00fcr den Klimaschutz setzen Deutschland und Europa auf CCS"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Klimaschtz nutzen Deutschland und Europa verschiedene Instrumente. Neben dem Emissionshandel spielt CCS eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/47722994-1-e1764949531578-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Organizations or companies develop carbon credit business virtual screen. Reduce CO2 emissions. Sustainable business development concept.\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>F\u00fcr die Reduktion der CO2-Emissionen werden in Deutschland und Europa bei der Energieerzeugung verschiedene Instrumente genutzt. Neben dem Emissionshandel spielt die Abscheidung und Einlagerung von CO2 (CCS) eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: aoo3771\/Smarterpix<\/p>\n<p>Da in der Industrie auch bei weitestm\u00f6glicher Dekarbonisierung der ben\u00f6tigten Energie und der Produktionsprozesse Restemissionen bleiben, f\u00fchrt aus Sicht von Experten kein Weg an der Abscheidung und Einlagerung von CO2 (CCS) vorbei \u2013 weshalb auch in Deutschland der Gesetzgeber den Weg daf\u00fcr frei gemacht hat. Die Regelungen sind erst k\u00fcrzlich in Kraft getreten. \u201eCCS und CCU (Abscheidung und Nutzung) kommt f\u00fcr die Dekarbonisierung eine gro\u00dfe Bedeutung zu\u201c, unterstrich Frank Wetzel, Staatssekret\u00e4r im Bundeswirtschafts- und Energieministerium (BMWE) am 4. Dezember bei einer Konferenz des Weltenergierates in Berlin. \u201eDie CCS-Technologien beweisen sich zurzeit.\u201c CCS k\u00f6nne auch kosteng\u00fcnstiger sein. Da, wo dies der Fall sei, \u201emuss sie genutzt werden\u201c, so der Regierungsvertreter.<\/p>\n<p>EU- Kommission mit Pl\u00e4nen und Regelungen f\u00fcr CCS<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:52024DC0062\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Die EU-Kommission hat in ihrer Industrial Carbon Management Strategie vom Februar 2024 vorgesehen<\/a>, einen EU-Binnenmarkt f\u00fcr CO2-Management zu schaffen. <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:140:0114:0135:de:PDF\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Eine Richtlinie (CCS Directive) f\u00fcr den sicheren Speicherbetrieb gibt es bereits seit 2009<\/a>, mit dem Ziel, Risiken f\u00fcr Gesundheit und Umwelt zu vermeiden. Nun sollen Investitionen der Mitgliedsstaaten in CCS besser koordiniert werden. Gesetzesentw\u00fcrfe, die einen Rahmen f\u00fcr die Transport- und Speicherinfrastruktur setzen, wie auch Planungs- und Marktmechanismen, sollen 2026 pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/DE\/Dossier\/net-zero-industry-act.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Im Net Zero Industry Act der EU<\/a> ist unter einer Vielzahl \u201esauberer\u201c Technologien, die zur Erreichung der Klimaneutralit\u00e4t eingesetzt und weiter ausgebaut werden sollen, (unter anderem erneuerbare Energien, Batterien und W\u00e4rmepumpen) auch CCS aufgef\u00fchrt. Bis 2030 soll demnach in der EU eine Speicherkapazit\u00e4t von 50 Mio. t realisiert werden.<\/p>\n<p>Den Aufbau der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette will man durch vereinfachte administrative Verfahren wie auch Finanzierungsinstrumente f\u00f6rdern. Dabei spielt bereits jetzt das europ\u00e4ische Emissionshandelssystem (ETS) eine Rolle. Denn wenn Anlagen einen Teil ihrer Treibhausgasemissionen verringern, indem sie sie abscheiden und dauerhaft speichern, kann dies bei der Zahl der ben\u00f6tigten CO2-Zertifikate angerechnet werden. Um Anreize f\u00fcr Investitionen zu schaffen, soll die Integration in das ETS noch weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>Norwegen als CCS-Vorreiter in Europa<\/p>\n<p>Weltweit waren 2004 nach Angaben des Global CCS Institutes 65 CCS-Anlagen in Betrieb, die H\u00e4lfte davon in den USA und Kanada, 16 in China. 42 Anlagen befanden sich im Bau, mehrere Hundert in Planung und Entwicklung. In Europa sind Norwegen, D\u00e4nemark und die Niederlande f\u00fchrend bei der Nutzung von CCS. \u201eIn Norwegen sind wir 1996 gestartet\u201c, berichtet Grete Tveit, Vizepr\u00e4sidentin von Low Carbon Solutions bei Equinor. In dem Northern Light-Projekt, ein Joint Venture zusammen mit Shell und TotalEnergies soll CO2 aus ganz Europa unter der Nordsee eingespeichert werden.<\/p>\n<p>Geplant ist, die Lagerkapazit\u00e4t von derzeit 1,5 Mio. t bis 2028 auf 5,8 Mio. t und sp\u00e4ter bis auf 30 bis 50 Mio. t zu erh\u00f6hen, so Tveit. \u201eDaf\u00fcr soll eine Pipeline von Belgien nach Norwegen gebaut werden, in die auch Deutschland und Frankreich CO2 einspeisen k\u00f6nnen\u201c, sagt sie. Die Norwegerin betont, die Speicherung sei sicher, das k\u00f6nne man nach 30 Jahren Erfahrung und regelm\u00e4\u00dfigem Monitoring sagen. \u201eDas CO2 wird 2600 m unter den Meeresboden verpresst\u201c, und es gebe dar\u00fcber eine geologische Deckschicht. Auch in D\u00e4nemark sieht man seit l\u00e4ngerem CCS als wichtige S\u00e4ule der Dekarbonisierung und als Gesch\u00e4ftsmodell an und will bis 2030 eine Transport-Infrastruktur errichten.<\/p>\n<p>Grenz\u00fcberschreitende Kooperation f\u00fcr den Infrastrukturaufbau<\/p>\n<p>Neben den Kooperationen von Unternehmen ist dabei die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit wie auch die Unterst\u00fctzung durch die Regierungen in Europa fundamental, <a href=\"https:\/\/www.vdi-nachrichten.com\/technik\/energie\/in-rotterdam-entsteht-ein-endlager-fuer-co2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">was sich auch an dem Projekt Delta-Rhine-Corridor (DRC) zeigt<\/a>: Damit sollen in Kooperation von BASF, Gasunie, OGE und Shell ein Wasserstoff- und ein CO2-Pipelinenetz mit einer L\u00e4nge von etwa 700 km zwischen Deutschland und den Niederlanden aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt daf\u00fcr ist der Hafen von Rotterdam. Die niederl\u00e4ndische Regierung und die Landesregierung NRW unterst\u00fctzen das Projekt politisch. Dadurch w\u00fcrde den Industrieunternehmen die Erreichung der Emissionsminderungsziele erleichtert und Wasserstoff, den Betriebe einsetzen m\u00f6chten, zu ihnen transportiert werden k\u00f6nnen. Die EU steuert f\u00fcr das Vorhaben Finanzmittel aus dem Topf f\u00fcr die Projekte von allgemeinem Interesse (PCI \u2013 Projects of Common Interest) bei.<\/p>\n<p>Klimaschutz und Emissionshandel<\/p>\n<p>Seit 20 Jahren (2005\u20132025) gibt es in der EU eine Bepreisung von CO2-Emissionen durch die Einf\u00fchrung des Europ\u00e4ischen Emissionshandelssystems (ETS). Dieses umfasst die emissionsintensive Industrie, in Deutschland unterliegen dem ETS 1 Betreiber von gro\u00dfen Energie- und energieintensiven Industrieanlagen wie auch Flug- und Schifffahrtsunternehmen.<\/p>\n<p>Um sie nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig mit Kosten f\u00fcr die Zertifikate zu belasten und eine Abwanderung ins Ausland zu verhindern, gibt es einen bestimmten Anteil kostenfreier Emissionsberechtigungen (Zuteilung). Entsprechend einer festgelegten und sinkenden Obergrenze (Cap) ist die Zahl der Zertifikate insgesamt degressiv angelegt, um eine kontinuierliche Minderung der Emissionen bis 2040 zu erreichen. In Deutschland flie\u00dfen die Einnahmen aus dem Verkauf der Zertifikate in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) zur Finanzierung von Klimaschutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>EU-weit ist die Einbeziehung weiterer Sektoren wie Verkehr und Geb\u00e4ude geplant, die 2027 durch den ETS 2 erfolgen sollte. Dies wurde nun um ein Jahr verschoben.<\/p>\n<p>Zum 1. Oktober 2023 hat die EU einen CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) eingef\u00fchrt, der nach einer Einf\u00fchrungsphase ab 1. Januar 2026 voll angewandt werden soll. Damit sollen deutsche Produkte, deren Herstellung Klimaschutzma\u00dfnahmen unterworfen ist, im internationalen Wettbewerb mit Waren aus Staaten, in denen dies nicht der Fall ist, bessergestellt werden. Ein Ziel dabei ist auch, die Verlagerung von Produktion aus Deutschland in solche L\u00e4nder (Carbon Leakage) zu verhindern. Der CBAM steht in Verbindung mit dem ETS, die freie Zuteilung von Emissionsberechtigungen (Zertifikaten) wird verringert. Waren, die unter den CBAM fallen, m\u00fcssen angemeldet werden.<\/p>\n<p>L\u00f6sungen f\u00fcr CCS-Finanzierung gesucht<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist die Finanzierung von CCS eine Herausforderung und sollte daher nach Ansicht von Equinor-Managerin Tveit auf viele Akteure verteilt werden. \u201eDie Privatwirtschaft alleine kann nicht die Strukturen aufbauen. Es braucht eine Orchestrierung\u201c, betont auch Alexandra Decker, Vorstandsmitglied des Zementkonzerns Cemex.<\/p>\n<p>Die Onshore-Speicherung w\u00fcrde laut Oliver Grundmann von Dentons Europe und Co-Vorsitzender des Fachbeirates der Carbon Management Allianz, nur ein Viertel der Kosten f\u00fcr die Offshore-Speicherung betragen, doch sind die M\u00f6glichkeiten daf\u00fcr regional sehr begrenzt. In Deutschland k\u00f6nnte es F\u00f6rderung durch die Einbeziehung von CCS in Klimaschutzvertr\u00e4ge der Unternehmen geben. \u201eWir arbeiten sehr intensiv daran\u201c, sagte BMWE-Staatssekret\u00e4r Wetzel.<\/p>\n<p>Fazit: Man hat sich auch in Deutschland und Europa auf den Weg gemacht, doch sind f\u00fcr den Aufbau einer CCS-Wirtschaft noch eine ganze Reihe von Punkten zu bearbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr den Klimaschtz nutzen Deutschland und Europa verschiedene Instrumente. 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