{"id":62577,"date":"2025-04-26T10:46:08","date_gmt":"2025-04-26T10:46:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/62577\/"},"modified":"2025-04-26T10:46:08","modified_gmt":"2025-04-26T10:46:08","slug":"meuten-memorial-auf-dem-lindenauer-markt-eingeweiht-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/62577\/","title":{"rendered":"\u201eMeuten Memorial\u201c auf dem Lindenauer Markt eingeweiht \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Wann wird Unangepasstheit zu Opposition, wann Opposition zu Widerstand? Die oppositionellen Jugendgruppen \u201eMeuten\u201c aus Leipzig und \u00bbEdelwei\u00dfpiraten\u00ab aus Duisburg widersetzen sich dem NS-Regime. Kurz vor dem 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die Stadt Leipzig und das Theater der Jungen Welt (TdJW) am Donnerstag, 24. April, den neuen Gedenkort \u201eMeuten Memorial\u201c am Lindenauer Markt eingeweiht.<\/p>\n<p>Es ist der Ausgangspunkt der gro\u00dfen<a href=\"http:\/\/www.theaterderjungenweltleipzig.de\/hauptnavigation\/wann-und-was\/sounds-of-resistance\/sounds-of-resistance-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Theaterkooperation \u201eSounds of Resistance\u201c,<\/a> die sich mit Jugendlichen aus Ost und West der Erinnerung und der Gegenwart widmet. Das Leipziger Jugendparlament hatte den Gedenkort initiiert. Der Stadtrat beschloss daraufhin 2022, einen Gedenkort f\u00fcr die Leipziger \u201eMeuten\u201c zu erschaffen.<\/p>\n<p>Das erinnerungskulturelle Projekt ist auch eine Auseinandersetzung mit gegenw\u00e4rtigen politischen Ereignissen.<\/p>\n<p>\u201eDas \u2018Meuten Memorial\u2019 ist kein stilles Denkmal, sondern ein Ort mit lautem, jungem Herzschlag \u2013 gewachsen aus der Initiative junger Menschen, erm\u00f6glicht von vielen Generationen, verbunden im gemeinsamen Wollen, ein wichtiges Kapitel Leipziger Geschichte zu erinnern. Dass hier am Lindenauer Markt aus einer Idee des Jugendparlaments ein lebendiger Gedenkort f\u00fcr die Leipziger Meuten entstehen konnte, zeigt: Erinnerung entfaltet ihre Kraft dann am st\u00e4rksten, wenn sie gemeinsam gestaltet wird \u2013 generations\u00fcbergreifend, zugewandt und zukunftsoffen\u201c, sagt Winnie Karnofka, Intendantin des Theaters der Jungen Welt.<\/p>\n<p>\u201eDer Gedenkort w\u00fcrdigt den Mut der Leipziger \u203aMeuten\u2039 und macht sichtbar, wie wertvoll und notwendig, damals wie heute, der kritische Widerspruch junger Stimmen f\u00fcr unsere Demokratie ist.\u201c<\/p>\n<p>Und weiter betont so: \u201eF\u00fcr ein Theater war es eine besondere Herausforderung, einen Gedenkort im \u00f6ffentlichen Raum mitzugestalten \u2013 im Spannungsfeld von k\u00fcnstlerischem Ausdruck, erinnerungskultureller Verantwortung und der Frage: Wie bleibt Erinnerung offen, wandelbar, jung?\u201c<\/p>\n<p>Theatrales Gro\u00dfprojekt: \u201eSounds of Resistance\u201c<\/p>\n<p>Um einen Entwurf f\u00fcr den ma\u00dfgeblich vom Referat Strategische Kulturpolitik der Stadt Leipzig finanzierten Gedenkort zu erarbeiten, wandte sich die Stadt Leipzig an das Theater der Jungen Welt (TDJW). Das Team um Intendantin Winnie Karnofka initiierte mit der Jungen Oper am Rhein D\u00fcsseldorf\/Duisburg das vierteilige Projekt \u201eSounds of Resistance\u201c, das sich \u00fcbergeordnet mit dem Thema des jugendlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus besch\u00e4ftigt. Es entstand im engen Austausch mit dem Dezernat Kultur, dem Jugendparlament sowie dem Stadtbezirksbeirat Leipzig Alt-West.<\/p>\n<p>\u201eDas Denkmal f\u00fcr die Leipziger \u203aMeuten\u2039 zeigt, wie Erinnerungskultur Gedenken und Jugendliche im Heute einbinden kann\u201c, erkl\u00e4rte Hannah Lilly Lehmann, Sprecherin des Jugendparlamentes. \u201eErinnerung muss mehr sein als nur Plaketten, sie muss zum Mitmachen und Nachdenken anregen. Die \u201aMeuten\u2018 waren junge Menschen, die aktiv gegen Faschismus und Unterdr\u00fcckung k\u00e4mpften. Ihr Mut bleibt Vorbild \u2013 f\u00fcr Jung und Alt.\u201c<\/p>\n<p>Laufschrift mit historischen Zitaten und Botschaften von Jugendlichen<\/p>\n<p>Das \u201eMeuten Memorial\u201c wurde im Rahmen des TdJW-Projekts \u201eSounds of Resistance\u201c mit den Designern Marvin Schwark und Ezra Dilger vom Kollektiv Plus X entworfen. Es besteht aus Findlingen, die einem Porphyrsteinbruch in Rochlitz entstammen. In die Steine ist eine Laufschrift aus historischen Zitaten sowie aktuellen Botschaften von Jugendlichen eingefasst.<\/p>\n<p>\u201eRochlitzer Porphyr ist als ein Material der Machtarchitektur in Leipzig zum Beispiel auch in der Thomaskirche sowie im Alten Rathaus verbaut\u201c, sagt Dramaturg Florian Heller. \u201eMit der Auswahl des Steins zeigen wir, dass \u201aMeuten\u2018 als jugendliche Widerstandsgruppen im Nationalsozialismus ein fester Platz in der Hierarchie der Gedenkkultur zusteht.\u201c<\/p>\n<p>Schulen k\u00f6nnen mitgestalten<\/p>\n<p>Ab der kommenden Spielzeit wird regelm\u00e4\u00dfig eine Leipziger Schulklasse f\u00fcr die wechselnde Laufschrift des Memorials verantwortlich. \u201eAuf diese Art soll der Gedenkort ver\u00e4nder\u00adbar bleiben und stets aktuell auf zeitgen\u00f6ssische Eindr\u00fccke junger Menschen reagieren k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Heller.<\/p>\n<p>Unter k\u00fcnstlerischer Leitung von Regisseur und Musiker Schorsch Kamerun entstanden au\u00dferdem die musiktheatralen Performances \u201eWilde B\u00fchne: Meuten Memorial Movement\u201c und \u201eHouse of Resistance\u201c mit Beteiligung von Jugendlichen und B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern aus Leipzig sowie D\u00fcsseldorf und Duisburg. Ein digitales Klangarchiv sammelt die Ergebnisse und kann in Zukunft durch neue Projekte auch durch Schulklassen und andere Gruppen erweitert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wann wird Unangepasstheit zu Opposition, wann Opposition zu Widerstand? 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