{"id":626050,"date":"2025-12-05T21:32:16","date_gmt":"2025-12-05T21:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/626050\/"},"modified":"2025-12-05T21:32:16","modified_gmt":"2025-12-05T21:32:16","slug":"neue-sicherheitsstrategie-usa-orten-unterdrueckung-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/626050\/","title":{"rendered":"Neue Sicherheitsstrategie: USA orten \u201eUnterdr\u00fcckung\u201c in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Die Sicherheitsstrategie ist ein zentrales Dokument, in dem die USA ihre au\u00dfen- und sicherheitspolitischen Leitlinien festlegen. Fr\u00fchere Strategien h\u00e4tten die nationalen Kerninteressen der USA nicht ber\u00fccksichtigt und die Verteidigung anderer L\u00e4nder auf den Schultern der US-Bev\u00f6lkerung abgeladen, l\u00e4sst Trump erkl\u00e4ren. Die Zeiten, in denen die USA \u201edie gesamte Weltordnung gest\u00fctzt\u201c h\u00e4tten, seien vorbei. Es gelte \u201eAmerica First\u201c \u2013 die USA zuerst.<\/p>\n<p>\u201eUnrealistische Erwartungen\u201c europ\u00e4ischer Politiker<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig scharf f\u00e4llt die Kritik an europ\u00e4ischen Regierungen im Umgang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine aus. Der Ukraine-Krieg habe den Effekt gehabt, Europas externe Abh\u00e4ngigkeiten zu vergr\u00f6\u00dfern. So w\u00fcrden etwa deutsche Chemiekonzerne riesige Anlagen in China bauen und dort russisches Gas nutzen, das sie zu Hause nicht mehr bek\u00e4men.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ischen Politikern wirft die Trump-Regierung \u201eunrealistische Erwartungen\u201c und eine politische Blockadehaltung im Ringen um Frieden mit Moskau vor. In mehreren L\u00e4ndern s\u00e4\u00dfen instabile Minderheitsregierungen an der Macht, \u201evon denen viele grundlegende Prinzipien der Demokratie mit F\u00fc\u00dfen treten, um Opposition zu unterdr\u00fccken\u201c.<\/p>\n<p>Keine kritischen Worte gegen\u00fcber Russland<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Mehrheit der Europ\u00e4er w\u00fcnsche sich Frieden, doch dieser Wunsch spiegle sich kaum in der Politik wider. Aus Sicht Washingtons erschwert das die Wiederherstellung von Stabilit\u00e4t auf dem Kontinent \u2013 einschlie\u00dflich einer neuen \u201estrategischen Stabilit\u00e4t mit Russland\u201c, die das Dokument ausdr\u00fccklich als Ziel nennt. Kritische Worte f\u00fcr den Kreml als Aggressor im Krieg gegen die Ukraine enth\u00e4lt der Text nicht.<\/p>\n<p>Trumps demokratischer Vorg\u00e4nger Joe Biden hatte in der 2022 vorgelegten US-Sicherheitsstrategie noch einen Schwerpunkt auf die Rivalit\u00e4t mit China gelegt, zudem wurde darin vor einem \u201egef\u00e4hrlichen Russland\u201c gewarnt.<\/p>\n<p>Mit China im \u201eWettbewerb\u201c<\/p>\n<p>In dem nun vorgelegten Papier geht es mit Blick auf Peking vor allem um den wirtschaftlichen Wettbewerb mit der Volksrepublik. Die USA h\u00e4tten China \u00fcber Jahrzehnte falsch eingesch\u00e4tzt, hei\u00dft es. Das Verh\u00e4ltnis m\u00fcsse wirtschaftlich neu austariert und die milit\u00e4rische Abschreckung im Indopazifik gest\u00e4rkt werden, um einen m\u00f6glichen Konflikt zu verhindern.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%206198%204132'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2749396_bigpicture_1059336_russland_china_putin_reise_body01_r.jpg\"  alt=\"Wladimir Putin und Xi Jinping\"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Sputnik\/Mikhail Metzel<\/p>\n<p>      China und Russland, im Bild die Pr\u00e4sidenten Xi Jinping und Wladimir Putin, werden in dem US-Papier kaum kritisch betrachtet<\/p>\n<p>Fokus auf \u201ewestliche Hemisph\u00e4re\u201c<\/p>\n<p>Zugleich macht das Dokument unmissverst\u00e4ndlich klar, dass der Hauptfokus der US-Sicherheitspolitik k\u00fcnftig in der \u201ewestlichen Hemisph\u00e4re\u201c liegen soll \u2013 gemeint sind die Migration aus Lateinamerika, der Kampf gegen angebliche \u201eTerroristen\u201c und Kartelle, die Drogen in die USA br\u00e4chten, sowie auf der Durchsetzung amerikanischer Interessen in der Region.<\/p>\n<p>Der Nahe Osten spielt in der neuen Strategie dagegen nur eine Nebenrolle \u2013 entsprechend knapp f\u00e4llt das Kapitel zur Region aus. Die Gegend habe ihren fr\u00fcheren strategischen Stellenwert verloren, vor allem weil die USA wieder mehr eigene Energie produzierten und viele Konflikte dort aus amerikanischer Sicht weniger unmittelbare Gefahren f\u00fcr die USA mit sich br\u00e4chten<\/p>\n<p>\u201ePatriotische Parteien geben Anlass zu Optimismus\u201c<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich Europa macht das US-Papier die Einwanderungspolitik als Problem aus, das den Kontinent ver\u00e4ndere und Konflikte erzeuge. \u201eWir m\u00f6chten, dass Europa europ\u00e4isch bleibt\u201c, hei\u00dft es in dem Dokument. Der Charakter und die Geschichte der einzelnen Staaten m\u00fcssten gewahrt und ihr Selbstbewusstsein gest\u00e4rkt werden. \u201eAnlass zu gro\u00dfem Optimismus\u201c gebe der wachsende Einfluss \u201epatriotischer europ\u00e4ischer Parteien\u201c.<\/p>\n<p>EU-Kommission weist Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck<\/p>\n<p>Die EU-Kommission weist in der neuen US-Sicherheitsstrategie enthaltene Passagen zur EU entschieden zur\u00fcck. Auf die Frage, ob die EU aus Sicht der Kommission eine Institution sei, die die politische Freiheit und Souver\u00e4nit\u00e4t untergrabe, mit ihrer Migrationspolitik den Kontinent sch\u00e4dige und die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung behindere, antwortete Chefsprecherin Paula Pinho mit einem klaren Nein.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wollte sie sich aber nicht zu der neuen US-Strategie \u00e4u\u00dfern: \u201eWir hatten jedoch noch keine Zeit, diese anzusehen und zu bewerten, daher sind wir derzeit nicht in der Lage, diese zu kommentieren\u201c, sagte die Sprecherin.<\/p>\n<p>Auch NATO-Politik wird thematisiert<\/p>\n<p>In Br\u00fcsseler NATO-Kreisen sorgt zudem eine Passage in der US-Sicherheitsstrategie f\u00fcr Beunruhigung, in der es hei\u00dft, die grundlegende US-Politik f\u00fcr Europa solle darauf abzielen, \u201eden Eindruck \u2013 und die Realit\u00e4t \u2013 einer sich st\u00e4ndig erweiternden NATO zu beenden\u201c. Das w\u00fcrde ein Ende des bisherigen Prinzips der \u201eoffenen T\u00fcr\u201c bedeuten.<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis wollte diesen Punkt in der US-Strategie auf Anfrage der dpa nicht kommentieren. Zu der US-Forderung nach einer ver\u00e4nderten Lastenteilung sagte ein Sprecher: \u201eAmerikas Verb\u00fcndete in Europa und Kanada erkennen die Notwendigkeit an, mehr in Verteidigung zu investieren und die Last im Bereich unserer gemeinsamen Sicherheit fairer zu verteilen.\u201c<\/p>\n<p>Berlin verbittet sich US-Ratschl\u00e4ge zu Demokratie<\/p>\n<p>Deutschlands Au\u00dfenminister Johann Wadephul reagierte zur\u00fcckhaltend auf die neue US-Sicherheitsstrategie: \u201eWir werden die neue Strategie der Vereinigten Staaten in allen Punkten intensiv auswerten, das konnten wir bisher nicht machen\u201c, sagte Wadephul am Freitag in Berlin. Die USA seien und blieben der wichtigste Verb\u00fcndete im NATO-B\u00fcndnis.<\/p>\n<p>Dabei gehe es aber vor allem um verteidigungs- und sicherheitspolitische Fragen. \u201eIch glaube, Fragen der Meinungs\u00e4u\u00dferungsfreiheit oder der Organisation unserer freiheitlichen Gesellschaften hier \u2013 jedenfalls in der Bundesrepublik Deutschland \u2013 geh\u00f6ren nicht dazu\u201c, betonte der CDU-Politiker. \u201eWir glauben auch nicht, dass irgendjemand uns dazu Ratschl\u00e4ge geben muss.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Sicherheitsstrategie ist ein zentrales Dokument, in dem die USA ihre au\u00dfen- und sicherheitspolitischen Leitlinien festlegen. 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