{"id":626871,"date":"2025-12-06T05:48:24","date_gmt":"2025-12-06T05:48:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/626871\/"},"modified":"2025-12-06T05:48:24","modified_gmt":"2025-12-06T05:48:24","slug":"us-deportationen-nach-eswatini-unmut-ueber-geheimen-millionendeal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/626871\/","title":{"rendered":"US-Deportationen nach Eswatini: Unmut \u00fcber geheimen Millionendeal"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/eswatini-justizvollzugsanstallt-100.jpg\" alt=\"Die Matsapha-Justizvollzugsanstalt in Matsapha, in der N\u00e4he von Mbabane, Eswatini.\" title=\"Die Matsapha-Justizvollzugsanstalt in Matsapha, in der N\u00e4he von Mbabane, Eswatini. | AP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 06.12.2025 05:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>In Eswatini sorgt der Deal f\u00fcr Angst und Unmut: Das kleine Land in Afrika nimmt abgeschobene Straft\u00e4ter aus den USA auf und kassiert daf\u00fcr offenbar Millionen. Ein Versto\u00df gegen die Verfassung?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-ueberbach-112.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Ueberbach\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/ueberbach-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Matsapha-Gef\u00e4ngnis am Rande von Eswatinis Hauptstadt Mbabane ist f\u00fcr seine miserablen Haftbedingungen ber\u00fcchtigt. Zahlreiche Regierungsgegner sind hier eingesperrt. Inzwischen sitzen in dem Hochsicherheitstrakt aber auch mindestens 15 verurteilte Schwerverbrecher, die von den USA in das kleine K\u00f6nigreich im S\u00fcdosten Afrikas deportiert wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einer Nacht- und Nebelaktion hatte Eswatini, das fr\u00fchere Swasiland, im Juli zun\u00e4chst 5 Straft\u00e4ter aufgenommen, die aus Vietnam, Jamaika, Kuba, Laos und dem Jemen stammen. Im Oktober sind 10 weitere dazugekommen. Die M\u00e4nner sollen, wie es aus Washington hei\u00dft, &#8222;so einzigartig barbarisch&#8220; sein, dass ihre Heimatl\u00e4nder sie nicht zur\u00fccknehmen wollen.<\/p>\n<p>    Nachbarn sorgen sich um Sicherheit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut Eswatinis Regierung geht von den H\u00e4ftlingen aber keine Gefahr aus, weil sie in gesicherten Isolationsbereichen untergebracht sind. In der Nachbarschaft der Haftanstalt w\u00e4chst trotzdem die Angst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch B\u00fcrgerrechtler in Eswatini bef\u00fcrchten, dass ihr Land nicht darauf vorbereitet ist, solche Verbrecher sicher zu betreuen. Prince Bailey von der Oppositionsbewegung United Democratic Front etwa fragt sich, warum sein Land es zugelassen habe, &#8222;dass man es als M\u00fcllhalde f\u00fcr Menschen missbraucht, die die US-F\u00fchrung nicht f\u00fcr w\u00fcrdig h\u00e4lt, in ihrem Land zu leben?&#8220;<\/p>\n<p>    F\u00fcnf Millionen Dollar von den USA<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eswatinis Regierung will von der Kritik nichts wissen. Sie erkl\u00e4rt stattdessen, man sei gemeinsam mit der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration dabei, eine Weiterreise der M\u00e4nner in ihre Herkunftsl\u00e4nder zu organisieren. Ein Straft\u00e4ter aus Jamaika soll bereits in den Karibikstaat ausgeflogen worden sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Inzwischen wurde bekannt: Eswatini hat sich auf einen Geheimdeal mit den USA eingelassen. Das Land kassiert im Gegenzug f\u00fcr die Unterbringung der ausl\u00e4ndischen Kriminellen &#8211; wie der Finanzminister des Landes best\u00e4tigt &#8211; mehr als f\u00fcnf Millionen Dollar. Umgerechnet sind das rund 4,4 Millionen Euro &#8211; f\u00fcr ein armes Land wie Eswatini sehr viel Geld.<\/p>\n<p>    Vorw\u00fcrfe mangelnder Transparenz<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die das Abkommen nach eigenen Angaben einsehen konnte, hat sich Eswatini zur Aufnahme von bis zu 160 Straft\u00e4tern verpflichtet. Die Bev\u00f6lkerung f\u00fchlt sich dabei \u00fcbergangen und will wissen, wie dieses Abkommen zustande gekommen ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zakithi Sibandze, die Pr\u00e4sidentin der Landfrauengemeinschaft, verlangt von der Regierung mehr Transparenz. Sie verweist darauf, dass laut Verfassung des Landes das Parlament dar\u00fcber diskutieren und zustimmen m\u00fcsse &#8211; erst dann d\u00fcrften solche Abkommen unterzeichnet werden.<\/p>\n<p>    Millionen direkt an K\u00f6nig Mswati III.?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch genau das ist ganz offensichtlich nicht passiert. Stattdessen wurde das Geheim-Abkommen am Parlament vorbei und hinter dem R\u00fccken des Generalstaatsanwalts eingef\u00e4delt &#8211; und zwar von K\u00f6nig Mswati III. h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Davon ist jedenfalls Zweli Martin Dlamini \u00fcberzeugt, Chefredakteur des investigativen Online-Magazins Swaziland News.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dlamini bef\u00fcrchtet, dass die Millionen aus Washington in der Privatschatulle des Monarchen verschwinden. K\u00f6nig Mswati III. ist der letzte absolutistische Herrscher der Welt und f\u00fcr seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt. Er besitzt zahlreiche Pal\u00e4ste, zwei Privatjets und eine gro\u00dfe Flotte an Luxusautos.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Der eswatinische K\u00f6nig Mswati III. bei der UN-Vollversammlung im September 2025.\n                    <\/p>\n<p>    Abgeordnete haben kaum Einfluss<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei geh\u00f6rt Eswatini zu den am wenigsten entwickelten L\u00e4ndern der Welt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. 70 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze. Parteien gibt es nicht, bei Wahlen treten die Kandidaten als Einzelpersonen an. Der politische Einfluss der Abgeordneten ist eher gering. Das letzte Wort liegt immer beim K\u00f6nig, Proteste gegen die politische F\u00fchrung werden, wie zuletzt vor vier Jahren, mit gro\u00dfer H\u00e4rte unterdr\u00fcckt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">B\u00fcrgerrechtler wie Mphandlana Shongwe verstehen sich als eine Art au\u00dferparlamentarische Opposition. Er kritisiert das umstrittene Abschiebeabkommen auch \u00f6ffentlich mit deutlichen Worten: &#8222;Wir verurteilen diese Aktion der USA, dieses Machtgehabe, auf das Sch\u00e4rfste. Und sollte daf\u00fcr Geld geflossen sein, dann lehnen wir auch das entschieden ab.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehrere Menschenrechtsorganisationen haben inzwischen vor dem obersten Gericht des Landes Klage eingereicht, um weitere Deportationen zu verhindern. Mit einem Urteil wird in einigen Monaten gerechnet. Der \u00c4rger in der Bev\u00f6lkerung \u00fcber den geheimen Deal d\u00fcrfte aber auch bis dahin noch l\u00e4ngst nicht verraucht sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 06.12.2025 05:34 Uhr In Eswatini sorgt der Deal f\u00fcr Angst und Unmut: Das kleine Land in Afrika&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":626872,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[81358,13,14,15,12,10,8,9,11,64,103,104],"class_list":{"0":"post-626871","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-eswatini","9":"tag-headlines","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-schlagzeilen","13":"tag-top-news","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-topmeldungen","16":"tag-topnews","17":"tag-usa","18":"tag-welt","19":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626871","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=626871"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626871\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/626872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=626871"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=626871"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=626871"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}