{"id":626905,"date":"2025-12-06T06:09:44","date_gmt":"2025-12-06T06:09:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/626905\/"},"modified":"2025-12-06T06:09:44","modified_gmt":"2025-12-06T06:09:44","slug":"ein-obdach-fuer-den-letzten-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/626905\/","title":{"rendered":"Ein Obdach f\u00fcr den letzten Weg"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eBitte, lasst mich hier nicht verrecken\u201c \u2013 Streetworkerin Lena S\u00f6hnchen von der Diakonie Wuppertal &#8211; Soziale Teilhabe kennt S\u00e4tze wie diese, wenn sie mit schwer kranken wohnungslosen Menschen dar\u00fcber spricht, wo und wie sie medizinische Hilfe bekommen k\u00f6nnen. \u201eViele haben Angst, dass sie alleine irgendwo auf der Stra\u00dfe sterben\u201c, sagt sie. \u201eAlle w\u00fcnschen sich f\u00fcr ihren letzten Weg ein Dach \u00fcber dem Kopf, ein Bett und auch jemanden, der bei ihnen ist, wenn es zu Ende geht.\u201c<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Genau darum soll sich die 31-j\u00e4hrige Sozialarbeiterin in Wuppertal k\u00fcmmern. Seit einem Jahr ist sie zusammen mit einer Kollegin im Auftrag der Stadt f\u00fcr die Unterbringung schwer kranker oder sterbender obdachloser Menschen unterwegs \u2013 und kennt all die H\u00fcrden, die sich auftun, wenn eine Pflege- oder gar Palliativversorgung gebraucht wird.<\/p>\n<p>Die H\u00fcrden der B\u00fcrokratie      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIn Wuppertal haben wir die Besonderheit, dass es sogenannte Notbetten in st\u00e4dtischen station\u00e4ren Pflegeheimen gibt, die schwerkranke obdachlose Menschen schnell aufnehmen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Lena S\u00f6hnchen. \u201eAber wenn sie keine Krankenversicherung haben und auch nicht beim Jobcenter gemeldet sind, wird es schwierig, denn dann stellt sich die Frage, wer die pflegerische und medizinische Versorgung zahlt.\u201c<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Viel Recherche und B\u00fcrokratie ist n\u00f6tig, um f\u00fcr wohnungslose Menschen ein Obdach, einen Arzt, ambulanten Pflegedienst, einen Heim- oder Hospizplatz zu finden. So hat Lena S\u00f6hnchen schon f\u00fcr eine wohnungslose, an Krebs erkrankte Frau in der Notunterkunft eine Chemotherapie organisiert und f\u00fcr einen sterbenskranken jungen Obdachlosen einen Platz im Pflegeheim.<\/p>\n<p>Scham und Misstrauen \u00fcberwinden      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAber es braucht mehr als die medizinische Versorgung\u201c, stellt sie fest. Denn wohnungslose Menschen haben oft Probleme, sich an die vorgegebene Tagesstruktur anzupassen. Hinzu kommen Scham und Misstrauen. \u201eDas f\u00fchrt nicht selten dazu, dass sie alleine, ohne Trost und ein letztes Gespr\u00e4ch in funktionalen, unpers\u00f6nlichen R\u00e4umen sterben.\u201c<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dabei habe jeder Mensch ein w\u00fcrdiges Sterben verdient, das individuelle W\u00fcnsche ber\u00fccksichtige, betont Anna Wessel vom Hospizdienst \u201eDie Pusteblume\u201c der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal. \u201eDas schlie\u00dft wohnungslose Menschen ein, die die Hospizbewegung bislang wenig im Blick hatte.\u201c Erste Dienste machen sich nun auf den Weg, das zu \u00e4ndern. Dazu geh\u00f6rt auch die Pusteblume mit ihren 90 Ehrenamtlichen und ihrem breiten Netz an Pflegediensten und Heimen, mit denen sie zusammenarbeitet.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir wollen einerseits dabei unterst\u00fctzen, schneller Unterbringungsm\u00f6glichkeiten und eine gute Palliativversorgung f\u00fcr wohnungslose Menschen zu finden, andererseits aber auch eine passende Sterbe- und Trauerbegleitung bieten.\u201c Daf\u00fcr sollen nun Ehrenamtliche gefunden und vorbereitet werden.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Denn Menschen, die lange auf der Stra\u00dfe gelebt haben und in einer Parallelwelt mit eigener Infrastruktur \u2013 \u00dcbernachtungsst\u00e4tten, Wohnunterk\u00fcnften, W\u00e4rmestuben und Tafeln \u2013 unterwegs waren, \u201eticken anders\u201c, wie Streetworkerin Lena S\u00f6hnchen wei\u00df. \u201eEhrenamtliche Hospizbegleiterinnen werden wahrscheinlich mehr Geduld und Kreativit\u00e4t brauchen, wenn es um Zuverl\u00e4ssigkeit, Hygiene oder Sucht geht \u2013 und Empathie f\u00fcr einen raueren Umgangston auf der Stra\u00dfe.\u201c<\/p>\n<p>Auf der Stra\u00dfe wird schneller gestorben      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das gilt nicht nur f\u00fcr die Sterbe-, sondern auch f\u00fcr die Trauerbegleitung. Wer obdachlos ist, stirbt in der Regel schneller. Witterung, schlechter Schlaf, mangelhafte Ern\u00e4hrung, Gewalterfahrung, Angst und Stress, in Armut zu leben, beeintr\u00e4chtigen die Gesundheit. Hinzu kommen psychische Diagnosen, Suchterkrankungen, Intoxikation und Infektionserkrankungen.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Menschen in der Wohnungslosigkeit m\u00fcssen also h\u00e4ufig einen fr\u00fchen Tod ihrer Nahestehenden verkraften. \u201eAuch hier m\u00f6chten wir im Hospizdienst und der Wohnungslosenhilfe zusammenarbeiten, damit sie mit ihrer Trauer nicht alleine sind\u201c, betont Anna Wessel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eBitte, lasst mich hier nicht verrecken\u201c \u2013 Streetworkerin Lena S\u00f6hnchen von der Diakonie Wuppertal &#8211; Soziale Teilhabe kennt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":626906,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,30,1209,4418],"class_list":{"0":"post-626905","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-nordrhein-westfalen","12":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115671135992424001","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=626905"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626905\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/626906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=626905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=626905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=626905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}