{"id":627492,"date":"2025-12-06T12:08:20","date_gmt":"2025-12-06T12:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627492\/"},"modified":"2025-12-06T12:08:20","modified_gmt":"2025-12-06T12:08:20","slug":"warum-europa-auf-zeit-spielt-kommt-der-russische-kollaps-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627492\/","title":{"rendered":"Warum Europa auf Zeit spielt \u2013 kommt der russische Kollaps 2026?"},"content":{"rendered":"<p>\n        06. Dezember 2025<\/p>\n<p>              Matthias Lindner<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/shutterstock_2547796459-8ae91225971e86df.jpeg\"  width=\"4399\" height=\"2471\"  alt=\"Graph, der wirtschaftlichen Abschwung bedeutet, und im Hintergrund die Flagge Russlands.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0imageBROKER.com \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-illustration\/russian-financial-crisis-on-economic-graph-2547796459\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Europas Strategie basiert auf einer riskanten Wette: Trotz jahrelanger Fehlprognosen geht man davon aus, dass Russlands Wirtschaft 2026 kollabieren k\u00f6nnte .<\/p>\n<p>Wer die Verhandlungen \u00fcber einen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/article\/Geheimtreffen-in-Abu-Dhabi-Warum-Trumps-Ukraine-Plan-die-Welt-spaltet-11090674.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frieden in der Ukraine<\/a> beobachtet, kann die Kluft zwischen den USA und Europa nicht \u00fcbersehen. W\u00e4hrend man in Washington auf ein schnelles Ende des Krieges (zu weitgehend russischen Konditionen) setzt, stemmen sich die Europ\u00e4er noch mit aller Kraft dagegen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Wie jetzt aus einem <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2025-12-06\/europe-faces-most-difficult-moment-in-bid-to-avoid-split-with-us\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Bericht von<\/a> Bloomberg hervorgeht, k\u00f6nnte die europ\u00e4ische Haltung Kalk\u00fcl haben. Man geht demnach davon aus, dass sich die Probleme der russischen Wirtschaft im kommenden Jahr versch\u00e4rfen werden, &#8222;wodurch Putin seine Verhandlungsmacht verlieren w\u00fcrde&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Wirtschaft nahe der Stagnation<\/strong><\/p>\n<p>Diese Strategie wirkt gewagt, zumal auch in den zur\u00fcckliegenden Jahren immer wieder die Hoffnung zum Ausdruck gebracht wurde, die zahlreichen Sanktionspakete k\u00f6nnten die russische Wirtschaft zum Stillstand bringen. Bislang ist dieser Fall aber nicht eingetreten, zwischendurch erlebte die russische Wirtschaft sogar einen Aufschwung.<\/p>\n<p>Jetzt will man in Europa aber deutliche Zeichen der Schw\u00e4che in der russischen Wirtschaft erkannt haben. So wuchs das russische Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2025 nur um 1,2 Prozent. F\u00fcr die kommenden Jahre <a href=\"https:\/\/www.bofit.fi\/en\/monitoring\/weekly\/2025\/vw202541_1\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">prognostiziert die finnische Zentralbank<\/a> Wachstumsraten f\u00fcr die russische Volkswirtschaft von zwischen 0,8 und 1,3 Prozent.<\/p>\n<p>Ma\u00dfgeblich verantwortlich f\u00fcr dieses schwache Wachstum seien all jene Industrien, die vom Krieg profitieren. Dagegen seien Investitionen r\u00fcckl\u00e4ufig und viele Unternehmen w\u00fcrden an Kapazit\u00e4tsgr\u00f6\u00dfen sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, doch die Zahl offener Stellen sank im September um rund ein Viertel im Jahresvergleich. Einkommenszuw\u00e4chse sind zudem ungleich verteilt: W\u00e4hrend einige Gruppen profitieren, stagnieren L\u00f6hne und Renten inflationsbereinigt. Die Leitzinsen liegen im Bereich von 16,5 bis 17 Prozent, was die Finanzierungskosten in die H\u00f6he treibt, <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/markets\/rates-bonds\/russias-state-debt-servicing-costs-will-rise-by-23-2026-2025-09-25\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">berichtete<\/a> Reuters.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><strong>Haushaltsdefizit steigt drastisch<\/strong><\/p>\n<p>Der neue Haushaltsrahmen f\u00fcr die kommenden Jahre sieht nominal steigende Ausgaben vor, die jedoch real einer K\u00fcrzung gleichkommen. Die Mehrwertsteuer wird auf 22 Prozent erh\u00f6ht<a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/russia-economy-tax-vat-budget-war-ukraine-fbdcc44e609d6ae0a29552cf00c6891b\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">, was laut<\/a> Associated Press Mehreinnahmen von bis zu einer Billion Rubel bringen soll.<\/p>\n<p>Trotzdem wird das Haushaltsdefizit 2025 voraussichtlich auf 3,2 Prozent des BIP steigen \u2013 der h\u00f6chste Stand seit Kriegsbeginn. Offiziell flie\u00dfen mindestens 40 Prozent aller Mittel in Verteidigung und innere Sicherheit, tats\u00e4chlich d\u00fcrften die kriegsbezogenen Ausgaben noch h\u00f6her liegen.<\/p>\n<p>Die Schuldendienstkosten steigen laut den Prognosen im 2026 stark und werden 8,8 Prozent der Gesamtausgaben beanspruchen. Der Nationale Wohlfahrtsfonds ist auf etwa 51 Milliarden US-Dollar geschrumpft \u2013 die H\u00e4lfte des Bestands vor Kriegsbeginn.<\/p>\n<p><strong>Energiesektor unter massivem Druck<\/strong><\/p>\n<p>Auch der Energiesektor ger\u00e4t zunehmend unter Druck. Die F\u00f6rderung von \u00d6l, Gas und Kohle stagniert oder sinkt im Vergleich zum Vorkriegsniveau. Exportprobleme versch\u00e4rfen sich: Europa als Hauptmarkt ist weitgehend verloren, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/article\/Russland-und-China-rollen-den-Welt-Gasmarkt-auf-10635091.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">asiatische M\u00e4rkte<\/a> kompensieren dies nicht vollst\u00e4ndig, <a href=\"https:\/\/www.osw.waw.pl\/pl\/publikacje\/komentarze-osw\/2025-10-21\/rosyjska-gospodarka-w-stagnacji\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">schreibt das<\/a> polnische Centre for Eastern Studies.<\/p>\n<p>Russisches Roh\u00f6l wird demnach mit einem dauerhaften Preisnachlass von zehn bis 14 US-Dollar pro Barrel verkauft. Im September lag der durchschnittliche Exportpreis bei 57,6 US-Dollar \u2013 deutlich unter dem Haushaltsbasispreis. Die Gewinne f\u00fchrender Konzerne sind stark gesunken; im ersten Halbjahr erzielten sie zur H\u00e4lfte weniger Einnahmen als im Vorjahr.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich belasten <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/article\/Ukraine-Krieg-Die-neue-Todeszone-11102265.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ukrainische Angriffe auf Raffinerien<\/a> die Branche. Sie zwingen Moskau, mehr Roh\u00f6l statt verarbeiteter Produkte zu exportieren, was die Einnahmen des Kremls schm\u00e4lert. Auch die j\u00fcngsten Angriffe auf Tanker, die vermeintlich zur russischen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/article\/China-geht-gegen-Schattenflotte-vor-10729606.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schattenflotte <\/a>geh\u00f6ren, d\u00fcrften die \u00d6leinnahmen weiter reduzieren.<\/p>\n<p><strong>US-Sanktionen versch\u00e4rfen die Lage<\/strong><\/p>\n<p>Im Oktober setzte das US-Finanzministerium Rosneft und Lukoil auf die Sanktionsliste. Diese Ma\u00dfnahme trifft rund <a href=\"https:\/\/ecfr.eu\/article\/energy-reckoning-how-europe-can-use-us-sanctions-to-cut-moscows-oil-ties\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">drei Viertel der russischen \u00d6lproduktion<\/a> und vier F\u00fcnftel der Exporte. Indische und chinesische Abnehmer reduzieren bereits ihre Bestellungen.<\/p>\n<p>Die Sanktionen betreffen auch europ\u00e4ische Verm\u00f6genswerte. Rosneft h\u00e4lt formal Anteile an deutschen Raffinerien, die jedoch unter Treuhandverwaltung stehen. Lukoil besitzt Raffinerien in Rum\u00e4nien und Bulgarien sowie \u00fcber 750 Tankstellen auf dem Balkan.<\/p>\n<p>Das Unternehmen k\u00fcndigte Ende Oktober an, seine Auslandsverm\u00f6gen an das Genfer Unternehmen Gunvor zu verkaufen. Dessen Mitbegr\u00fcnder unterliegt jedoch selbst Sanktionen wegen seiner engen Beziehung zu Putin. Die Transaktion wirft deshalb die Frage auf, ob es sich wirklich um eine echte Entflechtung handelt oder nur um eine Umgehungsstrategie handelt.<\/p>\n<p><strong>Zivile Wirtschaft bricht ein<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend kriegsnahe Branchen wachsen, leiden zivile Sektoren. Die Automobilindustrie erlebt einen Absatzeinbruch: Die Verk\u00e4ufe sanken den Berichten zufolge teils um ein F\u00fcnftel, viele Hersteller mussten auf eine Vier-Tage-Woche umstellen.<\/p>\n<p>Der Wohnungsbau bricht ein, nachdem die Regierung verg\u00fcnstigte Hypothekenprogramme zur\u00fcckgefahren hat. Etwa ein F\u00fcnftel der Bautr\u00e4ger ist von Insolvenz bedroht. Der Schienenverkehr verzeichnet R\u00fcckg\u00e4nge beim Transport von Masseng\u00fctern.<\/p>\n<p>Die Landwirtschaft k\u00e4mpft mit steigenden Kosten und sinkenden Exporten. Russland wurde erneut zum Nettoimporteur von Agrar- und Lebensmitteln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"06. Dezember 2025 Matthias Lindner (Bild:\u00a0imageBROKER.com \/ Shutterstock.com) Europas Strategie basiert auf einer riskanten Wette: Trotz jahrelanger Fehlprognosen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":627493,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,307,1155,12,1712],"class_list":{"0":"post-627492","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-russland","19":"tag-sanktionen","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-ukraine-krieg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115672549024458557","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=627492"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627492\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/627493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=627492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=627492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=627492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}