{"id":627553,"date":"2025-12-06T12:46:13","date_gmt":"2025-12-06T12:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627553\/"},"modified":"2025-12-06T12:46:13","modified_gmt":"2025-12-06T12:46:13","slug":"hamburg-schueler-ziehen-gegen-wehrpflicht-auf-die-strasse-das-kann-folgen-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627553\/","title":{"rendered":"Hamburg: Sch\u00fcler ziehen gegen Wehrpflicht auf die Stra\u00dfe \u2013 das kann Folgen haben"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Stra\u00dfe statt Schule: Aus Protest gegen die Wehrdienst-Pl\u00e4ne der schwarz-roten Koalition in Berlin wollen junge Menschen am Vormittag auch in Hamburg auf die Stra\u00dfe gehen. Weitere Demonstrationen sind nach Angaben der Initiative \u201eSchulstreik gegen Wehrpflicht\u201c unter anderem in Berlin, D\u00fcsseldorf, Dresden und M\u00fcnchen geplant. Anlass f\u00fcr den Streikaufruf ist die am Morgen geplante Bundestagsabstimmung \u00fcber das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind aufgerufen, sich nach den ersten beiden Schulstunden auf den Weg zum Hachmannplatz in der Innenstadt zu machen, wo um 10.00 Uhr die Demonstration beginnen soll. Wer nicht mehr in die Schule geht, ist nach Angaben der Veranstalter eingeladen, ebenfalls an der Kundgebung teilzunehmen und das Anliegen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>So soll es unter anderem an der Universit\u00e4t unter dem Motto \u201eStudierende gegen die Wehrpflicht\u201c eine Zubringerdemo geben. Start sei um 9.30 Uhr an der Blattwerk-Mensa auf dem Uni-Campus. Am Nachmittag wollen um 16.00 Uhr auf dem Stephansplatz die Jugendorganisationen etwa des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Gewerkschaft Verdi \u201eder Wehrpflicht entgegentreten\u201c. F\u00fcr alle drei Demonstrationen zusammen erwarten die Veranstalter nach Polizeiangaben rund 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen nicht als Kanonenfutter enden\u201c, hei\u00dft es auf Instagram in einem Aufruf. \u201eWir schauen nicht stumm zu wie wir und unsere Freunde per Los zum T\u00f6ten und Sterben gezwungen werden.\u201c Und weiter schreiben die Organisatoren der Protestaktionen: \u201eWir wollen nicht ein halbes Jahr unseres Lebens in Kasernen eingesperrt sein, zu Drill und Gehorsam erzogen werden und t\u00f6ten lernen.\u201c Krieg sei keine Zukunftsperspektive und zerst\u00f6re die Lebensgrundlage.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt werden sie dabei unter anderem von den Linken und mehreren Gewerkschaften. \u201eWir stehen f\u00fcr Selbstbestimmung. Wehr- oder Pflichtdienste darf es daher ebenso wenig geben wie Werbung der Bundeswehr an Bildungseinrichtungen\u201c, sagt Hamburgs DGB-Chefin Tanja Chawla. Und Hamburgs Verdi-Vorsitzende Sandra Goldschmidt betont: \u201eDen Frieden in Europa sicherzustellen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht auf die jungen Menschen abgew\u00e4lzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Was will die schwarz-rote Koalition in Berlin?<\/p>\n<p>Den Pl\u00e4nen der schwarz-roten Koalition zufolge erhalten ab Anfang 2026 alle 18-j\u00e4hrigen Frauen und M\u00e4nner einen Fragebogen, durch den ihre Motivation und Eignung f\u00fcr den Dienst in den Streitkr\u00e4ften ermittelt werden soll. M\u00e4nner m\u00fcssen ihn demnach beantworten, f\u00fcr Frauen ist das Ausf\u00fcllen freiwillig. F\u00fcr alle M\u00e4nner, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, soll zudem vom 1. Juli 2027 an die Musterung wieder zur Pflicht werden. <\/p>\n<p>Sollten sich nicht genug Freiwillige f\u00fcr die Truppe finden, k\u00f6nnte der Bundestag demnach \u00fcber eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden. Dabei k\u00f6nnte auch ein Zufallsverfahren zur Auswahl genutzt werden. Dar\u00fcber m\u00fcsste der Bundestag aber in einem erneuten Gesetzgebungsverfahren abstimmen. <\/p>\n<p>Was halten die Deutschen von den Regierungspl\u00e4nen?<\/p>\n<p>Die Musterung ganzer Jahrg\u00e4nge junger M\u00e4nner f\u00fcr den Wehrdienst finden in einer YouGov-Umfrage fast zwei Drittel der Befragten gut. In der Befragung im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 62 Prozent von rund 2.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sie bef\u00fcrworteten die Pl\u00e4ne \u201eeher\u201c oder \u201evoll und ganz\u201c. 31 Prozent sagten, sie lehnten dies \u201eeher\u201c oder \u201evoll und ganz\u201c ab. <\/p>\n<p>Eine \u201eBedarfswehrpflicht\u201c f\u00fcr den Fall, dass sich nicht genug Freiwillige finden, sehen die Befragten etwas skeptischer: 53 Prozent sagten, das sei \u201evoll und ganz\u201c oder \u201eeher\u201c angemessen. 37 Prozent halten es f\u00fcr \u201evoll und ganz\u201c oder \u201eeher\u201c unangemessen. Zehn Prozent sagten \u201ewei\u00df nicht\u201c oder machten keine Angaben. YouGov befragte zwischen dem 14. und dem 18. November 2.387 Menschen.<\/p>\n<p>Hat der Schulstreik Folgen f\u00fcr die Jugendlichen?<\/p>\n<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen nach Angaben der Schulbeh\u00f6rde selbstverst\u00e4ndlich an Demonstrationen au\u00dferhalb der Unterrichtszeit teilnehmen. Aber \u201edie Teilnahme an einem Streik oder einer Demo (gleich welchen Anlasses) w\u00e4hrend der Unterrichtszeit wird grunds\u00e4tzlich als eine unentschuldigte Fehlzeit gewertet\u201c. Eventuell verpasste Leistungsbewertungen w\u00fcrden mit null Punkten bewertet. \u201eDie Schulen sind angewiesen, eine eventuelle Abwesenheit entsprechend zu dokumentieren.\u201c <\/p>\n<p>Gleichzeitig habe die Beh\u00f6rde die Schulleitungen in einem Brief gebeten, die Wehrpflicht im Unterricht zu thematisieren. \u201eIch bitte Sie, das Kollegium mit der inhaltlichen Auseinandersetzung zu beauftragen und das Thema altersgerecht sowie themenbezogen in den Unterricht zu integrieren\u201c, hei\u00dft es in dem Schreiben von Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack. Die gesellschaftliche Relevanz dieses Themas sie hoch und biete vielf\u00e4ltige Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr einen offenen und sachlichen Austausch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stra\u00dfe statt Schule: Aus Protest gegen die Wehrdienst-Pl\u00e4ne der schwarz-roten Koalition in Berlin wollen junge Menschen am Vormittag&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":627554,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692,8923,142527,4961,105409,102160],"class_list":{"0":"post-627553","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg","11":"tag-lauterbach-joern","12":"tag-musterungen-ks","13":"tag-verteidigung","14":"tag-wehrdienst-ks","15":"tag-wehrpflicht-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115672697162935617","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=627553"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627553\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/627554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=627553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=627553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=627553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}