{"id":627561,"date":"2025-12-06T12:50:25","date_gmt":"2025-12-06T12:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627561\/"},"modified":"2025-12-06T12:50:25","modified_gmt":"2025-12-06T12:50:25","slug":"kirgisistan-und-usbekistan-auf-dem-markt-der-kulturen-der-bazaar-berlin-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627561\/","title":{"rendered":"Kirgisistan und Usbekistan auf dem Markt der Kulturen: der Bazaar Berlin 2025"},"content":{"rendered":"<p>        Unter dem Funkturm wird es jedes Jahr im November ein wenig lauter, bunter und internationaler: Wenn sich die Messehallen in einen lebhaften Markt verwandeln, beginnt der Bazaar Berlin. Seit \u00fcber sechs Jahrzehnten gilt er als Deutschlands internationalste Verkaufsmesse f\u00fcr Kunsthandwerk, Design, Naturwaren und fair gehandelte Produkte und bringt rund 500 Herstellerinnen und Hersteller sowie Handelsunternehmen aus mehr als 60 L\u00e4ndern zusammen. F\u00fcr ein paar Tage entsteht hier ein tempor\u00e4rer Weltmarkt, auf dem nicht nur eingekauft, sondern vor allem Begegnungen erm\u00f6glicht werden \u2013 zwischen Kulturen, Handwerkstraditionen und sehr pers\u00f6nlichen Geschichten.<\/p>\n<p>Die Messe verbindet den globalen Kunsthandwerksmarkt, faire Handelsinitiativen, einen nachhaltigen Lifestyle und eine vorweihnachtliche Atmosph\u00e4re unter einem Dach. Inmitten dieser dichten Vielfalt treten in diesem Jahr auch Ausstellerinnen und Aussteller aus Kirgisistan und Usbekistan auf, deren St\u00e4nde weit mehr erz\u00e4hlen als das, was auf den Preisschildern steht: Geschichten von Handwerk, Wandel und neuen Horizonten zwischen Zentralasien und Berlin. Ich hatte die besondere Gelegenheit, mit ihnen ins Gespr\u00e4ch zu kommen und mehr \u00fcber ihre individuellen Wege sowie ihre Motivation zur Messe-Teilnahme zu erfahren.<\/p>\n<p>Kreative Filzkunst und Geschichten aus Kirgisistan<\/p>\n<p>Asel Sapakova ist seit fast zwanzig Jahren auf dem Bazaar Berlin pr\u00e4sent und kehrt jedes Jahr mit neuen handgefertigten Filzspielzeugen aus Kirgisistan zur\u00fcck. Ihr kleines Familienunternehmen entstand aus der Arbeit ihrer Mutter, die einst mit den ersten Figuren begann. Heute fertigt Asel gemeinsam mit einem dreik\u00f6pfigen Team jede einzelne Figur in sorgf\u00e4ltiger Handarbeit.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-73686 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/47_Kirgisistan-und-Usbekistan-auf-dem-Markt-der-Kulturen_01-1024x538.jpg\" alt=\"\" width=\"696\" height=\"366\"  \/><\/p>\n<p>Sie versteht ihre Arbeit nicht nur als Verkauf von Spielzeug, sondern von Geschichten. Hinter jeder Filzfigur steht eine kleine Legende, die Asel den Besucherinnen und Besuchern mit sp\u00fcrbarer Freude erz\u00e4hlt \u2013 etwa von den kleinen Filz-Meerjungfrauen, die nur dann einen Br\u00e4utigam finden, wenn sie sch\u00f6n genug sind und deshalb am Stand wie wartende Br\u00e4ute arrangiert werden. Solche humorvollen, alltagsnahen Erz\u00e4hlungen machen ihre Produkte f\u00fcr Menschen aus ganz unterschiedlichen L\u00e4ndern unmittelbar zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Alikhon und Margarita von Art Salon Saima aus Kirgisistan sind zum zweiten Mal auf dem Bazaar Berlin zu Gast \u2013 und doch f\u00fchlen sie sich hier bereits wie zu Hause. Seit \u00fcber zehn Jahren widmen sie sich der Herstellung von Filzprodukten, darunter fantasievollen H\u00fcten, Broschen, Dekorationsgegenst\u00e4nden, Schals, Schmuckst\u00fccken und Souvenirs, die mit ihrem ungew\u00f6hnlichen Design und nat\u00fcrlichen Materialien auffallen.<\/p>\n<p>Besonders die Filzh\u00fcte, die sie anbieten, \u00fcberraschen: Es handelt sich um warme, alltagstaugliche Kopfbedeckungen mit kreativem Twist, die durch ihre nat\u00fcrliche Zusammensetzung bei K\u00e4lte bestens sch\u00fctzen. Ihre Filzwaren verkn\u00fcpfen traditionelles Handwerk mit moderner Fantasie und laden Besucherinnen und Besucher ein, ein St\u00fcck authentischer W\u00e4rme mitzunehmen.<\/p>\n<p>St\u00fcck des Herkunftslandes nach Deutschland zu bringen<\/p>\n<p>Eugen und Olga sind in den 1990er-Jahren aus Kirgisistan nach Deutschland gezogen und haben zun\u00e4chst aus einem Hobby heraus begonnen, dem deutschen Publikum Waren aus ihrer Heimat vorzustellen. Aus gelegentlichen St\u00e4nden auf Weihnachts- und Kunsthandwerksm\u00e4rkten sowie verschiedenen Ausstellungen entwickelte sich nach und nach ein eigenes Gesch\u00e4ft, das die beiden inzwischen seit rund zw\u00f6lf Jahren hauptberuflich betreiben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-73688 size-large\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/47_Kirgisistan-und-Usbekistan-auf-dem-Markt-der-Kulturen_03-1024x538.jpg\" alt=\"\" width=\"696\" height=\"366\"  \/><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>In dieser Zeit, so erz\u00e4hlen sie, sei das Interesse an Zentralasien und an Produkten aus Kirgisistan deutlich gewachsen, was es ihnen erm\u00f6glicht habe, ihr Sortiment Schritt f\u00fcr Schritt zu erweitern. Besonders lange pr\u00e4sentierten sie auf Berliner Messen filigrane Miniatur-Jurten, die vom deutschen Publikum mit sp\u00fcrbarer W\u00e4rme und Neugier aufgenommen wurden. Eugen und Olga reisen regelm\u00e4\u00dfig nach Kirgisistan, probieren unterschiedliche Gesch\u00e4ftsmodelle aus und bleiben offen f\u00fcr neue Bereiche, in denen sich Tradition und zeitgen\u00f6ssische Formen verbinden lassen.<\/p>\n<p>Usbekische Mode und Handwerk<\/p>\n<p>Muslikhiddin Aslanov aus Samarkand, Usbekistan, ist ein erfahrener Unternehmer, der sich auf ethnische Kleidung und Souvenirs spezialisiert hat. Muslikhiddin ist nicht nur ein erfahrener Aussteller, der unter anderem in Spanien, Frankreich und Deutschland unterwegs ist, sondern er kooperiert auch mit anderen Kunsthandwerkern, um ein m\u00f6glichst vielf\u00e4ltiges Angebot zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Besonders hervorzuheben ist seine offene und freundliche Art, mit der er viele Besucher an seinen Stand zieht. Er nimmt sich Zeit, ausf\u00fchrlich \u00fcber die usbekische Kultur und die Traditionen hinter den Kleidungsst\u00fccken zu erz\u00e4hlen und jedem Kunden individuelle Aufmerksamkeit zu widmen. Diese Verbindung von traditionellem Handwerk, pers\u00f6nlicher Begegnung und weltoffener Neugier macht seinen Auftritt auf der Messe zu einem lebendigen Beispiel daf\u00fcr, wie Kulturvermittlung und Gesch\u00e4ftssinn Hand in Hand gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Geheimnis unseres Erfolgs? Einfach dazugeh\u00f6ren!<\/p>\n<p>Seit alters her geh\u00f6rt der Basar als orientalischer Markt, der sich \u00fcber die Seidenstra\u00dfe nach Ost und West ausgebreitet hat, zur nationalen Kultur in Zentralasien. Und so ist es doch ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass unsere Hersteller auch auf dem Bazaar Berlin besonders erfolgreich sind. Man k\u00f6nnte sagen, wir wissen genau, wie man mit Menschen und dieser besonderen Atmosph\u00e4re umgeht \u2013 und f\u00fchlen uns ganz harmonisch darin zuhause!<\/p>\n<p>Der Bazaar Berlin zeigt eindrucksvoll, wie vielf\u00e4ltig, lebendig und verbindend der Austausch zwischen Kulturen, Handwerk und Handel sein kann. Mit Ausstellerinnen und Ausstellern aus Zentralasien, darunter Kirgisistan und Usbekistan, \u00f6ffnet sich der Markt in Berlin Jahr f\u00fcr Jahr weit \u00fcber die Produktpalette hinaus: Es sind die Geschichten, die Leidenschaft und die pers\u00f6nliche Begegnung, die den Bazaar zu einem unvergleichlichen Erlebnis machen.<\/p>\n<p>Darya Koppel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unter dem Funkturm wird es jedes Jahr im November ein wenig lauter, bunter und internationaler: Wenn sich die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":627562,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[148476,296,29,30,2989,617,134129,80,2075,7132,5799,148477],"class_list":{"0":"post-627561","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-bazaar-berlin","9":"tag-berlin","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-geschichte","13":"tag-handwerk","14":"tag-kirgisistan","15":"tag-kultur","16":"tag-kunst","17":"tag-kunsthandwerk","18":"tag-usbekistan","19":"tag-verkaufsmesse"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115672713939842540","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627561","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=627561"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627561\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/627562"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=627561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=627561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=627561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}