{"id":627938,"date":"2025-12-06T16:26:14","date_gmt":"2025-12-06T16:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627938\/"},"modified":"2025-12-06T16:26:14","modified_gmt":"2025-12-06T16:26:14","slug":"paulo-siqueira-aus-brasilien-brachte-einst-capoeira-nach-europa-und-kiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/627938\/","title":{"rendered":"Paulo Siqueira aus Brasilien brachte einst Capoeira nach Europa und Kiel"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. Er ist der Mann, fast schon die Legende, die Capoeira nach Europa gebracht hat. Eine t\u00e4nzerisch, akrobatische Kampfsportart aus der Kolonialzeit in Brasilien. Durch den Kampftanz schulten sich viele afrikanische Sklaven im Nahkampf, um fliehen oder Aufst\u00e4nde anzetteln zu k\u00f6nnen. 1890 wurde der Sport daher sogar verboten. In Deutschland ist der getanzte Kampfsport mittlerweile weit verbreitet. Dank Paulo Siqueira. Was brachte den Brasilianer dazu, auszuwandern und Schulen wie etwa in Kiel zu gr\u00fcnden?<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"><a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/sport\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/sport\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/sport\/\">Kampfsport<\/a> ohne Ber\u00fchrungen &#8211; wie geht das funktioniert, zeigt Paulo Siqueira in Hamburg. Paare tanzen umeinander herum. Ihre H\u00e4nde tippen rhythmisch auf den Boden. Dann ein Tritt, der Partner b\u00fcckt sich, weicht \u00fcber den Boden aus. Beide drehen sich gekonnt umeinander herum, verfallen dann wieder in den Grundschritt. \u201eMit der Musik, nicht gegen die Musik\u201c, ruft Siqueira.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dann ein seitlicher Handstand, die F\u00fc\u00dfe schweben in der Luft, der K\u00f6rper lehnt nur auf dem Ellenbogen. Spannung. Eine Drehung zu schnell angesetzt, zack, f\u00e4llt dem Capoeira-Mann die Brille von der Nase. Schnell ist sie wieder aufgesetzt und es folgt der n\u00e4chste Tritt. Siqueira spannt seinen K\u00f6rper ins Hohlkreuz, um auszuweichen. Nur wenige Zentimeter trennen die Fu\u00dfspitze von seiner Brust.<\/p>\n<p>So brachte Siqueira Capoeira nach Deutschland<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Schon als kleiner Junge begann Paulo Siqueira mit dem afrobrasilianischen Kampftanz. \u201eIn Brasilien war das damals viel einfacher und g\u00fcnstiger, als andere Sportarten auszu\u00fcben\u201c, erkl\u00e4rt der 70-J\u00e4hrige. Doch der Weg zum Meister dauere oft 15 bis 20 Jahre, entsprechend gefragt ist so ein Mestre. \u201eCapoeira ist wie mein Arm. Es ist ein Teil von mir und es ist immer da\u201c, sagt er und grinst zufrieden.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Siqueira reiste durch halb Europa, gab Lehrg\u00e4nge in Schweden, Frankreich oder Norwegen. Dann reiste ein Hannoveraner zu Siqueira nach Brasilien, mit der Bitte, in Deutschland sein Wissen weiterzugeben. Mit nur 25 Jahren wanderte der Mestre 1980 nach Deutschland aus, um Capoeira zu unterrichten. \u201eAls K\u00fcnstler hat man hier mehr M\u00f6glichkeiten. Ich wollte richtig Gas geben\u201c, sagt er und ballt beide F\u00e4uste. So gr\u00fcndete Paulo Siqueira vier Schulen in Hannover, Hamburg, Bremen und schlie\u00dflich auch in <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/\">Kiel<\/a>.<\/p>\n<p>Capoeira-Mestre Paulo Siqueira: \u201eIch bin K\u00fcnstler\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Angst, sein Leben zur\u00fcckzulassen, hatte er nicht. \u201eIch war sehr jung, bin in einer Familie aus der K\u00fcnstlerbranche aufgewachsen, hatte bereits in der Szene gearbeitet und kannte es nur so\u201c, erz\u00e4hlt der Brasilianer. So machte Siqueira viel Musik, spielte in einer Band und nahm eine Vinyl-Platte f\u00fcr Capoeira auf. \u201eMeine Mutter ermutigte mich und sagte: Es ist schwer, aber du wei\u00dft, wie es geht.\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Konkurrenz hatte er damals in Deutschland noch nicht. \u201eNiemand kannte <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/tanzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/tanzen\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/tanzen\/\">Capoeira<\/a>, es ist eine andere Sprache und ungewohnte Musik. Das war eine schwierige Zeit. Doch ich habe es geschafft\u201c, sagt Paulo Siqueira. Schnell waren seine Kurse voll. \u201eEs war ein neues Territorium, die Menschen waren neugierig, hatten oft falsche Vorstellungen. Eine Frau kam damals und wollte mit einem Tuch \u00fcber dem Kopf tanzen. Das war toll, aber eben nicht Capoeira\u201c, erz\u00e4hlt er und lacht sein tiefes, sympathisches Lachen. Auch Trainer bildete er aus. Doch f\u00fcr viele sei es schwierig, von Capoeira zu leben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Auch mit seinen 70 Jahren ist Paulo Sequeira noch ein fitter Mestre und leitet seinen Capoeira-Unterricht lieber mit Vormachen als mit viel Reden.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/VZ6VSFJE5RDRNHIZ3IC3U6IXEA.jpeg\" \/><\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>\u201eCapoeira ist ein wichtiger Teil meines Lebens\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Siqueira steht vor der Gruppe, murmelt Anweisungen, macht eine Dehn\u00fcbung vor. Und beweist: Auch mit 70 kann man noch gelenkig sein. \u201eEs ist alles dabei: Pilates, Yoga, Kraft und Ausdauer\u201c, sagt er. Der musikalische Part sei f\u00fcr viele eine Schwierigkeit. Man m\u00fcsse eine eigene K\u00f6rpersprache entwickeln, lernen, wie Bewegungen angesetzt werden. \u201eOhne Musik gibt\u2019s kein Capoeira, deshalb dauert das Lernen etwas\u201c, sagt er und greift zum Berimbau, einem Musikbogen, dem Hauptmelodieinstrument, das beim Capoeira den <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/tanzsport\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/tanzsport\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/tanzsport\/\">Rhythmus<\/a> vorgibt.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das lange Gestell in der linken Hand, die h\u00f6lzerne Kugel vor dem Bauch. Zwischen dem gebogenen Holz und der Saite ist eine dicke M\u00fcnze gespannt. Eine Rassel in der rechten Hand haltend klopft einer von Siqueiras Sch\u00fclern mit einem St\u00e4bchen auf die Saite und es entstehen charakteristische T\u00f6ne, die sich zu einer Melodie zusammenf\u00fcgen. Das Training erinnert nun an eine <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/musik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/musik\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/themen\/musik\/\">Musikstunde<\/a>. \u201eDer Rhythmus ist klar, aber es ist noch nicht sauber\u201c, korrigiert der Mestre seinen Sch\u00fcler und zeigt ihm, wie er seine Technik anpassen kann. Auch zwei Trommeln kommen zum Einsatz, machen die Melodien noch lebendiger.<\/p>\n<blockquote><p>Ohne Capoeira kann ich nicht leben.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">Paulo Siqueira<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 hQAqgn\">Mestre der Kampfsportart aus Brasilien<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Laut Paulo Siqueira diene der Sport auch der <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/gesundheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/gesundheit\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/gesundheit\/\">Gesundheit<\/a>. \u201eDer K\u00f6rper ist mein Kapital. Man muss ihn gut und moderat behandeln\u201c, sagt der Vater von f\u00fcnf Kindern. \u201eEntweder mache ich viel Capoeira und muss selten zur Apotheke oder es ist genau umgekehrt. Die Wahrscheinlichkeit daf\u00fcr ist hoch\u201c, sagt er und r\u00fcckt zum wiederholten Mal energisch seine schwarze M\u00fctze zurecht.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Nebenbei schreibt Paulo Siqueira ein Buch \u00fcber seine Lebensgeschichte. \u201eIch habe fast alles erreicht, was ich machen wollte. Einige Etappen in meinem Leben waren viel Rambazamba. Verstehst du?\u201c, fragt er immer wieder mit starkem portugiesischem Akzent. \u201eJetzt geht es langsam eher um Ruhe und meine Gesundheit. Doch Capoeira bleibt. Ohne Capoeira kann ich nicht leben.\u201c<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. Er ist der Mann, fast schon die Legende, die Capoeira nach Europa gebracht hat. 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