{"id":628080,"date":"2025-12-06T17:56:17","date_gmt":"2025-12-06T17:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/628080\/"},"modified":"2025-12-06T17:56:17","modified_gmt":"2025-12-06T17:56:17","slug":"trumps-europa-expertise-zivilisatorische-ausloeschung-in-20-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/628080\/","title":{"rendered":"Trumps Europa-Expertise: Zivilisatorische Ausl\u00f6schung in 20 Jahren"},"content":{"rendered":"<p>\n        06. Dezember 2025<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Master_Trump-f8225f1dbeefe505.jpeg\"  width=\"1280\" height=\"720\"  alt=\"Trump mit EU-Flagge\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0<a href=\"https:\/\/chatgpt.com\/c\/6934434d-d70c-8330-b912-3574e1cce835\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Bild<\/a>: Shutterstock.com)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Die neue US-Strategie attackiert Europas Identit\u00e4t, Milit\u00e4r und M\u00e4rkte \u2013 und k\u00fcndigt politische Einmischung an. Warum Br\u00fcssel trotzdem Coolness simuliert.<\/p>\n<p>Die Trump-Regierung ver\u00f6ffentlicht eine radikal neue Sicherheitsstrategie, die Europa scharf kritisiert. Die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kallas reagiert <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-12\/beziehung-europa-usa-kaja-kallas\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">betont gelassen<\/a>. F\u00fcr Europa bedeutet die <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-National-Security-Strategy.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">National Security Strategy<\/a>, die k\u00fcrzlich aus dem von 51 Weihnachtsb\u00e4umen illuminierten Wei\u00dfen Haus vorgelegt wurde, h\u00f6here Milit\u00e4rausgaben, weitreichende wirtschaftliche Forderungen, eine schonungslose Diagnose europ\u00e4ischer Schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Gesehen aus dem Panoptikum der derzeitig amtierenden US-Entscheider mit der MAGA-Vorgabe, sowie eine Strategie der Spaltung, die der von Putin nicht un\u00e4hnlich ist.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend die einen von einem historischen Bruch sprechen, <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/international\/article\/2025\/12\/06\/les-etats-unis-restent-le-plus-grand-allie-de-l-ue-assure-kaja-kallas-malgre-la-publication-de-la-nouvelle-strategie-de-securite-americaine_6656238_3210.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">beschw\u00f6rt EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas<\/a> die Partnerschaft.<\/p>\n<p>Das markiert einen historischen Wendepunkt in den transatlantischen Beziehungen, so der Washingtoner Korrespondent der franz\u00f6sischen Tageszeitung <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/international\/article\/2025\/12\/06\/la-strategie-de-securite-nationale-americaine-prend-les-europeens-pour-cible-et-menage-ses-adversaires_6656210_3210.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Le Monde.<\/a> Er spricht von einer &#8222;Scheidung&#8220; und einem &#8222;Begr\u00e4bnis&#8220; der traditionellen Rolle Europas.<\/p>\n<p>Ziemlich unbeeindruckt vom Ton und Inhalt der neuen US-Sicherheitsdoktrin hob Kaja Kallas die Bedeutung des B\u00fcndnisses zwischen Europa und den USA hervor. Die USA seien &#8222;immer noch unser gr\u00f6\u00dfter Verb\u00fcndeter&#8220;, sagte sie.<\/p>\n<p><strong>D\u00fcstere Diagnose f\u00fcr den Kontinent<\/strong><\/p>\n<p>Washington diagnostiziert Europa fundamentale Probleme, die weit \u00fcber wirtschaftliche Stagnation hinausgehen. Die Strategie warnt vor einer &#8222;zivilisatorischen Ausl\u00f6schung&#8220; des Kontinents. Das Dokument prognostiziert laut <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-sicherheitsstrategie-europa-100.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Tagesschau<\/a>:<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>&#8222;Sollten die gegenw\u00e4rtigen Trends anhalten, wird der Kontinent in 20 Jahren oder weniger nicht wiederzuerkennen sein.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-sicherheitsstrategie-europa-100.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p>Im Papier hei\u00dft es pr\u00e4zise:<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">&#8222;Europa leidet nicht nur unter niedrigen Verteidigungsausgaben und wirtschaftlicher Stagnation, sondern unter einem kulturellen und demografischen Niedergang: EU\u2011\u00dcberregulierung, Migrationspolitik, Einschr\u00e4nkungen der Meinungsfreiheit, politische Repression, sinkende Geburtenraten und Verlust nationaler Identit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Wenn dieser Kurs anh\u00e4lt, wird Europa in 20 Jahren unkenntlich sein und m\u00f6glicherweise nicht mehr f\u00e4hig, ein starker Verb\u00fcndeter zu bleiben.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-National-Security-Strategy.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">National Security Strategy<\/a>, November 2025<\/p>\n<p>Die Trump-Regierung bezweifelt offen, ob bestimmte europ\u00e4ische L\u00e4nder in Zukunft \u00fcber ausreichend starke Wirtschaften und Streitkr\u00e4fte verf\u00fcgen werden, um verl\u00e4ssliche Verb\u00fcndete zu bleiben.<\/p>\n<p>Das Dokument, wie hier zu sehen, nennt als Gr\u00fcnde f\u00fcr den Niedergang Programmpunkte, die ma\u00dfgeschneidert zur Agenda der Neuen Rechten in Europa passen: &#8222;Masseneinwanderung&#8220;, die Unterdr\u00fcckung der politischen Opposition und die Zensur der Meinungsfreiheit. Die Strategie prognostiziert, dass einige Nato-Mitglieder in wenigen Jahrzehnten mehrheitlich nicht-europ\u00e4isch sein k\u00f6nnten, was die B\u00fcndnistreue, die in den Nachkriegsjahren als Selbstverst\u00e4ndlichkeit galt, nun auf unsicheres Terrain schleift.<\/p>\n<p>Und die eifrige EU-Au\u00dfenbeauftragte Kallas zur Beteuerungsmeldung anstiftet?<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnf Prozent f\u00fcr die Verteidigung<\/strong><\/p>\n<p>Das zentrale Element der US-Strategie f\u00fcr Europa ist eine drastische Erh\u00f6hung der Verteidigungsausgaben. Die Trump-Regierung fordert mit dem sogenannten &#8222;Hague Commitment&#8220; eine neue Norm: Nato-Staaten sollen k\u00fcnftig f\u00fcnf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr Verteidigung ausgeben. Das bisherige Zwei-Prozent-Ziel wird damit mehr als verdoppelt.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Das Strategiepapier erkl\u00e4rt, dass die Tage vorbei seien, in denen die Vereinigten Staaten &#8222;wie Atlas die gesamte Weltordnung&#8220; st\u00fctzten. Europa soll die prim\u00e4re Verantwortung f\u00fcr die eigene regionale Sicherheit \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Strategie stellt zudem klar, dass die Nato-Erweiterung beendet wird.<\/p>\n<p>Ein weiteres Kerninteresse der USA ist laut Papier die rasche Beendigung des Ukraine-Kriegs. Das Dokument nennt als Grund die Stabilisierung der europ\u00e4ischen Wirtschaften, die Verhinderung unbeabsichtigter Eskalation und die Wiederherstellung strategischer Stabilit\u00e4t mit Russland.<\/p>\n<p>Das US-Papier kritisiert zudem, dass europ\u00e4ische Regierungen unrealistische Erwartungen an den Krieg h\u00e4tten. F\u00fcr diese Kritik d\u00fcrfte es viel Zustimmung auch au\u00dferhalb der Neuen Rechten geben, von den Realisten, die das Kriegsgeschehen und die \u00f6ffentlichen Kassen beobachten.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Politische Einmischung angek\u00fcndigt<\/strong><\/p>\n<p>Washington verlangt von Europa die \u00d6ffnung seiner M\u00e4rkte f\u00fcr US-Produkte und einen ausgeglichenen Handel \u2013 nach dem Verst\u00e4ndnis und Gutd\u00fcnken von Trump. Die Strategie lehnt die europ\u00e4ische Klimapolitik explizit ab: &#8222;Wir lehnen die katastrophalen Ideologien des &#8218;Klimawandels&#8216; und &#8218;Net Zero&#8216; ab.&#8220;<\/p>\n<p>Die Administration k\u00fcndigt an, &#8222;patriotische&#8220;, sprich rechtsgerichtete, europ\u00e4ische Parteien strategisch zu unterst\u00fctzen \u2013 um die \u201enationale Souver\u00e4nit\u00e4t in Europa\u201c wiederherzustellen. Was man unschwer als Interesse der USA an einem gespalteten Europa erkennen kann.<\/p>\n<p>Die US-amerikanische Diplomatie solle den &#8222;Widerstand&#8220; gegen den aktuellen politischen Kurs Europas kultivieren. Was damit genau gemeint ist, wird sich noch zeigen. Erste Impulse, wie die Gewichtungen aussehen, setzte schon die programmatische Rede von Vize-Pr\u00e4sident Vance auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz.<\/p>\n<p>Zugleich proklamiert das Paper aber auch das Prinzip der &#8222;Nicht-Intervention&#8220; und des Respekts vor der Souver\u00e4nit\u00e4t anderer Nationen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/12\/05\/us\/politics\/trump-national-security-strategy.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">New York Times<\/a> analysiert in ihrer typischen harten Sicht auf Trump und seine Regierung, dass die neue US-Au\u00dfenpolitik vor allem als profitorientiert \u2013 nicht zuletzt auch zum Vorteil des Hauses Trump \u2013 beschrieben werden kann.<\/p>\n<p>Die Demokratie werde nicht mehr als Wert verteidigt. Man ziele, wie Beispiele in S\u00fcdamerika deutlich zeigen w\u00fcrden, grunds\u00e4tzlich darauf ab, anderen L\u00e4ndern Auftr\u00e4ge ohne Ausschreibung f\u00fcr US-Unternehmen aufzuzwingen.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Gelassenheit statt Emp\u00f6rung<\/strong><\/p>\n<p>EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas r\u00e4umte ein, dass Teile der US-Kritik &#8222;wahr&#8220; seien. &#8222;Nat\u00fcrlich gibt es da viel Kritik, aber ich denke, etwas davon ist auch wahr&#8220;, sagte Kallas. Die Sichtweisen beider Seiten stimmten nicht immer \u00fcberein, &#8222;aber ich denke, das \u00fcbergreifende Prinzip ist immer noch da&#8220;.<\/p>\n<p>Der deutsche Au\u00dfenminister Johann Wadephul betonte ebenfalls die B\u00fcndnistreue, verbittet sich aber &#8222;externe Ratschl\u00e4ge&#8220; zur Meinungsfreiheit und Organisation der Gesellschaft. Wadephul erkl\u00e4rte, Deutschland brauche &#8222;keine externen Ratschl\u00e4ge&#8220; zu Fragen der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung.<\/p>\n<p>Le Monde bewertet das Dokument als &#8222;historischen Bruch&#8220; mit der Nachkriegszeit. Der Washingtoner Korrespondent der Zeitung schreibt, Europa werde von den USA h\u00e4rter behandelt als deren Gegner. Der ehemalige schwedische Premierminister Carl Bildt schrieb in sozialen Medien, die Nationale Sicherheitsstrategie &#8222;positioniert sich rechts von der extremen Rechten in Europa&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"06. 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