{"id":628164,"date":"2025-12-06T18:45:28","date_gmt":"2025-12-06T18:45:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/628164\/"},"modified":"2025-12-06T18:45:28","modified_gmt":"2025-12-06T18:45:28","slug":"was-hinter-der-neu-erkannten-alzheimer-krankheit-late-steckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/628164\/","title":{"rendered":"Was hinter der neu erkannten Alzheimer-Krankheit LATE steckt"},"content":{"rendered":"<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Eine bislang wenig bekannte Form der <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/demenz\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1750345568\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demenz<\/a> r\u00fcckt zunehmend in den Fokus der Forschung und stellt die Diagnosepraxis grundlegend infrage. Die Erkrankung nennt sich LATE, ausgeschrieben\u00a0Limbic-predominant age-related TDP-43 encephalopathy. Sie betrifft vor allem sehr alte Menschen und wird offenbar h\u00e4ufig mit <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/alzheimer\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1681812160\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alzheimer<\/a> verwechselt. <\/p>\n<p>Eine stille Volkskrankheit bei Hochbetagten<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">LATE wurde erst in den vergangenen Jahren klar definiert. Doch inzwischen gehen <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/39807681\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Fachleute<\/a> davon aus, dass rund ein Drittel der Menschen \u00fcber 85 Jahren davon betroffen ist, ebenso etwa zehn Prozent der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen. Viele von ihnen erhielten zuvor eine Alzheimer-Diagnose, wom\u00f6glich zu Unrecht.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">\u201eBei ungef\u00e4hr jeder f\u00fcnften Person, die in unsere Klinik kommt, zeigt sich am Ende kein Alzheimer, sondern LATE\u201c, sagt der Neurologe Greg Jicha vom Sanders-Brown Center on Aging der Universit\u00e4t Kentucky der <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/11\/28\/health\/late-dementia-alzheimers.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">New York Times<\/a>. Die <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/symptome\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1668870484\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Symptome<\/a> \u00e4hneln sich zun\u00e4chst: vor allem ein nachlassendes Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">LATE verl\u00e4uft jedoch meist langsamer und weniger drastisch als Alzheimer. Eine echte Entwarnung ist das jedoch nicht, denn eine spezifische Therapie fehlt bislang.<\/p>\n<p>  Wenn zwei Krankheiten aufeinandertreffen<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Besonders kompliziert wird es, wenn LATE gemeinsam mit Alzheimer auftritt, was bei sehr alten Menschen h\u00e4ufig der Fall ist. Dann beschleunigt sich der geistige Abbau. Sch\u00e4tzungen zufolge weisen etwa die H\u00e4lfte der 85-J\u00e4hrigen mit schwerem Alzheimer zus\u00e4tzlich LATE auf. Das Zusammenspiel beider <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/krankheit\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1688030003\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erkrankungen<\/a> kann belastende Symptome verst\u00e4rken, darunter psychotische Episoden oder Inkontinenz.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Bei Alzheimer lagern sich die Proteine Amyloid und Tau im Gehirn ab. LATE dagegen entsteht durch Fehlverhalten des Proteins TDP-43. Dieses Protein, das eine Rolle bei genetischer Regulation spielt, verl\u00e4sst dabei seinen \u00fcblichen Platz im Zellkern und bildet verklumpte Ablagerungen, die Nervenzellen sch\u00e4digen.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Betroffen ist besonders der Hippocampus \u2013 das Ged\u00e4chtniszentrum des Gehirns \u2013, der bei LATE teils st\u00e4rker schrumpft als bei Alzheimer. Die Folge: Wortfindungsst\u00f6rungen und Ged\u00e4chtnisprobleme, aber weniger Einschr\u00e4nkungen bei Planung oder Alltagsorganisation, die bei Alzheimer typisch sind.<\/p>\n<p>  Wie LATE entdeckt wurde<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Dass LATE heute als eigene Demenzform gilt, ist vor allem einer <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/39807681\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Initiative von Peter Nelson<\/a>, Neuropathologe am Sanders-Brown Center, und internationalen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken. 2018 brachte er rund 35 Alzheimer-Forscher zusammen, weil er in fast einem Drittel seiner Demenzf\u00e4lle keine passende Diagnose fand. 2019 legte die Gruppe schlie\u00dflich eine Definition vor und gab der Erkrankung einen Namen.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\"><a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/brain\/article\/142\/6\/1503\/5481202\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Autopsiestudien zeigen<\/a>: Rund ein Viertel der untersuchten Gehirne \u00e4lterer Menschen weist pathologisch genug TDP-43-Ablagerungen auf, um kognitive Probleme zu erkl\u00e4ren. H\u00e4ufig tritt LATE zusammen mit Alzheimer-typischen Ver\u00e4nderungen auf.<\/p>\n<p>Warum die Unterscheidung wichtig ist \u2013 gerade jetzt<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Aufgrund neuer Anti-Amyloid-Medikamente steigt die Bedeutung einer pr\u00e4zisen Diagnose. Denn reine LATE-Betroffene profitieren von diesen Pr\u00e4paraten nicht, sie haben keine Amyloidablagerungen, gegen die die <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/medikamente\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1668870259\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medikamente<\/a> wirken sollen.<\/p>\n<p>   Ein FUNKE Liebe<\/p>\n<p class=\"text-body2 mt-2\">Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen \u2013 ehrlich, nah und alltagstauglich.<\/p>\n<p class=\"text-caption text-copy-secondary\">\n          Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n          <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/service\/newsletter-adconsent\" class=\"text-overline text-copy-accent-negative dark:underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n          zu.\n        <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Bei Mischformen ist die Lage komplexer. Manche Neurologinnen und Neurologen w\u00fcrden die <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/behandlung\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1668870380\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Therapie<\/a> anbieten, andere eher z\u00f6gern. Klar ist: Ohne sichere Biomarker bleibt die Diagnose eine Herausforderung. Noch fehlen verl\u00e4ssliche Bluttests oder Bildgebungsverfahren, die TDP-43 eindeutig anzeigen.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">An der Universit\u00e4t Kentucky l\u00e4uft nun die erste klinische Studie, die eine m\u00f6gliche Behandlung f\u00fcr LATE untersucht. Getestet wird ein Herzmedikament, das kleine Blutgef\u00e4\u00dfe erweitert. Es k\u00f6nnte so das Schrumpfen des Hippocampus verlangsamen.<\/p>\n<p>  Eine Krankheit mit vielen offenen Fragen<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Was LATE letztlich ausl\u00f6st, ist unklar. Bekannt ist jedoch, dass das Alzheimer-Risikogen APOE4 auch das Risiko f\u00fcr LATE erh\u00f6ht. Zudem gibt es Hinweise auf weitere genetische Varianten, die die Erkrankung beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Neurologinnen und Neurologen weltweit beginnen nun, \u00e4ltere Diagnosen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Manche F\u00e4lle, die jahrelang als Alzheimer galten, k\u00f6nnten sich r\u00fcckblickend als LATE herausstellen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine bislang wenig bekannte Form der Demenz r\u00fcckt zunehmend in den Fokus der Forschung und stellt die Diagnosepraxis&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":628165,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-628164","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115674108621838298","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/628164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=628164"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/628164\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/628165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=628164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=628164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=628164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}