{"id":628722,"date":"2025-12-07T00:44:15","date_gmt":"2025-12-07T00:44:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/628722\/"},"modified":"2025-12-07T00:44:15","modified_gmt":"2025-12-07T00:44:15","slug":"der-wirecard-prozess-dauert-schon-drei-jahre-und-235-prozesstage-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/628722\/","title":{"rendered":"Der Wirecard-Prozess dauert schon drei Jahre und 235 Prozesstage an."},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das k\u00f6nnte wieder ein trauriges Weihnachtsfest f\u00fcr Markus Braun werden. Der einstige Chef des zusammengebrochenen Online-Zahlungsdienstabwicklers Wirecard sitzt seit Ende Juli 2020 in Untersuchungshaft. Rund f\u00fcnf Jahre und vier Monate ist der 56-J\u00e4hrige kein freier Mann mehr. Die Justizvollzugsanstalt M\u00fcnchen, in der Stadt nur Stadelheim genannt, wurde zu seinem Zwangs-Zuhause.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr den geb\u00fcrtigen \u00d6sterreicher, der Wirecard einst vor\u00fcbergehend in den Dax, die erste deutsche B\u00f6rsen-Liga, gef\u00fchrt hat, d\u00fcrften die emotional aufgeladenen Tage des Jahresendes eine erneute psychische Belastungsprobe werden. Denn der zust\u00e4ndige Strafsenat hat noch nicht \u00fcber die Haftbeschwerde f\u00fcr den tief gefallenen Manager entschieden. In den vergangenen Jahren nutzten entsprechende Aktionen seiner Verteidigerinnen und Verteidiger nichts: Der Wirtschaftsinformatiker musste in Untersuchungshaft ausharren und ein Stadelheimer bleiben. Er sieht nicht, wie Tierfreunde allmorgendlich ihre Hunde auf dem breiten Gr\u00fcnstreifen vor dem Gef\u00e4ngnis frei laufen lassen und Kinder zur Schule gehen.\u00a0Der Blick auf Mauern begrenzt seine Existenz.\n  <\/p>\n<p>            Zu Weihnachten gibt es W\u00fcrste mit Kartoffelsalat in Stadelheim<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Passiert nicht ein vorweihnachtliches Wunder, bleibt Braun nichts \u00fcbrig, als mit dem Advents- und Weihnachtsprogramm in Stadelheim Vorlieb zu nehmen. Immerhin kann er Besuch empfangen und an diversen Gottesdiensten teilnehmen. H\u00f6hepunkt ist sicher die festliche Vor-Weihnachtsmesse am 17. Dezember, wenn der T\u00f6lzer Knabenchor auftritt. Regierungsdirektor Clemens Schmid, Leiter der Justizvollzugsanstalt <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/orte\/aa-muenchen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>, gew\u00e4hrt Einblicke in das auch dem fr\u00fcheren Wirecard-Boss bevorstehende kulinarische Knast-Programm: An Heiligabend gibt es Spargelcremesuppe und verschiedene W\u00fcrste wie Debrecziner und Wiener mit Kartoffelsalat. Am ersten Weihnachtsfeiertag ist eine H\u00e4hnchenkeule mit Reis und Salat im Angebot, w\u00e4hrend am 26. Dezember Zucchini-Cremesuppe, Rinderbraten mit Nudeln und Blaukrautgem\u00fcse locken. Nat\u00fcrlich kommen Vegetarier und Veganer nicht zu kurz.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zu einem Rinderbraten w\u00e4re ein Glas Rotwein nicht verkehrt. Oder gibt es ausnahmsweise f\u00fcr den fr\u00fcheren Wirecard-K\u00f6nig einen Gl\u00fchwein? Mehr als f\u00fcnf Jahre hinter Gittern sind eine harte Pr\u00fcfung. Selbst an Weihnachten und Silvester herrscht ein strenges anti-alkoholisches Regiment in Stadelheim \u2013 \u201eund das aus Gr\u00fcnden der Sicherheit und Ordnung\u201c. Also keine Chance f\u00fcr die Insassen auf ein Glas Rotwein oder einen echten Gl\u00fchwein. Immerhin werden die R\u00e4ume, in denen Gottesdienste gefeiert werden, mit Adventskr\u00e4nzen und beleuchteten Tannenb\u00e4umen verziert. Weihnachten im Gef\u00e4ngnis ist durchaus stimmungsvoll: In jeder Abteilung der Justizvollzugsanstalt steht ein Weihnachtsbaum, der \u201evon den dort t\u00e4tigen Personen gegebenenfalls im Zusammenwirken mit Gefangenen dekoriert wird\u201c. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/wirecard-geschaedigte-hoffen-auf-schadenersatz-103637814\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Ob Braun ein H\u00e4ndchen daf\u00fcr hat?<\/a>\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Silvester gestaltet sich umfassend n\u00fcchtern f\u00fcr den einstigen Top-Manager und seine Mit-Gefangenen, denn \u201ees findet kein spezielles Feuerwerk f\u00fcr die Insassen statt\u201c. Braun wird, wenn die Menschen jenseits der hohen wei\u00dfen W\u00e4nde Raketen steigen lassen, auf das spartanische Gef\u00e4ngnis-Leben verwiesen.\n  <\/p>\n<p>            Rechtsanw\u00e4ltin kritisiert Fortdauer der U-Haft<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Seine Rechtsanw\u00e4ltin Theres Krau\u00dflach hat zu alldem eine klare Meinung. Unsere Redaktion l\u00e4sst sie wissen: \u201eDie lange Untersuchungshaft ist absolut unverst\u00e4ndlich. Ein weiteres Weihnachtsfest in der JVA stellt eine unzumutbare H\u00e4rte dar.\u201c Die Verteidigerin glaubt, es werfe reichlich Zweifel auf die Rechtsstaatlichkeit, dass Braun bis heute in Untersuchungshaft ist. Die Juristin aus Erfurt legt nach: \u201eEs wurde bereits unz\u00e4hlige Male vorgetragen, aus welchen Gr\u00fcnden es offenkundig ist, dass Herr Braun nicht in die strafbaren Handlungen involviert war.\u201c So sehen das der Angeklagte und seine F\u00fcrsprecherin. Es ist aber nun einmal so, dass in der deutschen Strafprozessordnung keine H\u00f6chstdauer f\u00fcr die Untersuchungshaft festgelegt ist. Der Angeklagte k\u00f6nnte bis zum Urteil hinter Gittern bleiben.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Braun weicht keinen Millimeter von seinem festen Glauben ab, er sei selbst ein Wirecard-Gesch\u00e4digter und nicht Teil einer betr\u00fcgerischen, gewerbsm\u00e4\u00dfigen Bande gewesen, wie ihm vorgeworfen wird. Die Bande sind nach seiner Lesart die anderen, eben der in Russland untergetauchte fr\u00fchere Wirecard-Vertriebsvorstand Jan Marsalek, 45, und der einstige Dubai-Statthalter des Skandal-Unternehmens, Oliver Bellenhaus. Letzterer zeigte sich gest\u00e4ndig und hofft als Kronzeuge der Anklage auf einen Strafrabatt. Der 52-J\u00e4hrige sitzt im M\u00fcnchner Prozess nur gut einen Meter hinter Braun, der sich zusammenrei\u00dft und den Abtr\u00fcnnigen zu ignorieren versucht. Der fr\u00fchere Wirecard-Chef muss einen starken Willen haben. Bleich im Gesicht sind beide Angeklagten, wobei sich der Teint von Bellenhaus, seit er 2024 der U-Haft entkommen ist, etwas verbessert hat. Braun bekommt weniger Tages-Licht ab.\n  <\/p>\n<p>            Braun tr\u00e4gt wieder seine Gerichts-Uniform<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf alle F\u00e4lle dauert der Wirtschaftsprozess, einer der spektakul\u00e4rsten in der bundesdeutschen Justizgeschichte, am 8. Dezember drei Jahre an. Ein Ende deutet sich f\u00fcr kommendes Jahr an. Wann das Urteil gegen Braun und seine Mitangeklagten gef\u00e4llt wird, ist unklar. Jahr um Jahr wurde das Haar des hageren, gro\u00df gewachsenen Ex-Wirecard-Zampanos sch\u00fctterer. Dabei tr\u00e4gt er bevorzugt seine spezielle Angeklagten-Uniform, einen dunklen Anzug samt schwarzem Rollkragen-Pullover. Braun sieht aus wie ein Priester. 235 Prozesstage liegen hinter dem Mann, der konsequent seine Unschuld beteuert und Woche f\u00fcr Woche mit Laptop und Kabel unter dem rechten Arm durch eine Seitent\u00fcr des holzget\u00e4felten Gerichtssaals tritt, um auf der Anklagebank Platz zu nehmen, den Rechner einzust\u00f6pseln, den Kopf verl\u00e4sslich zur Seite zu legen und konzentriert dem Geschehen zu folgen. Sein stetiges Spiel mit den H\u00e4nden allerdings l\u00e4sst eine gewisse Nervosit\u00e4t erahnen.\u00a0\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/die-ermittler-werfenmarsalek-dem-frueheren-wirecard-vorstandschef-markus-braun-und-anderen-verdaecht.jpeg\" alt=\"Wirecard hatte es einst sogar in den Dax geschafft.\" title=\"Wirecard hatte es einst sogar in den Dax geschafft.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Wirecard hatte es einst sogar in den Dax geschafft.<br \/>\n    Foto: Peter Kneffel, dpa<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Wirecard hatte es einst sogar in den Dax geschafft.<br \/>\n    Foto: Peter Kneffel, dpa<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es steht viel f\u00fcr Braun auf dem Spiel. Ihm werden unter anderem gewerbsm\u00e4\u00dfiger Bandenbetrug und Untreue vorgeworfen. Dem Angeklagten droht eine Gesamtfreiheitsstrafe von theoretisch bis zu 15 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Wirecard-Boss im Kern vor, mit Mitstreitern darauf hingearbeitet zu haben, den Konzern als rasant wachsendes, \u00fcberaus erfolgreiches Finanz-Unternehmen darzustellen und daf\u00fcr enorm gewinnbringende Gesch\u00e4fte in Asien erfunden zu haben. Doch inzwischen sch\u00e4lt sich seit der Wirecard-Pleite im Jahr 2020 immer sicherer heraus, dass diese Betr\u00e4ge von zusammen etwa 1,9 Milliarden Euro nicht existieren. Der Schaden ist enorm: Der einstige Linken-Politiker Fabio De Masi, ein Kenner des Wirecard-Skandals, spricht davon, \u201e\u00fcber 20 Milliarden Euro B\u00f6rsenwert haben sich \u00fcber Nacht in Konfetti aufgel\u00f6st\u201c. Gesch\u00e4digte sind Banken, Anleger und Angestellte.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Eine der ehemaligen Besch\u00e4ftigten sitzt als Zeugin am 3. Dezember vor Gericht. Die junge Frau hat ihren kleinen Buben mitgebracht. \u201eIch habe niemanden, der ihn betreuen kann\u201c, sagt die aufgeregt wirkende fr\u00fchere Angestellte des Unternehmens. Mit ihrem Kind kehrt Fr\u00f6hlichkeit in die gedr\u00fcckte Stimmung des Stadelheimer Gerechtigkeitskellers ein, in dem die Zeit bleiern stehen zu bleiben scheint. Die Mutter hat sich ihren Sohn zun\u00e4chst um den Bauch geschnallt. Er gibt lustige Laute von sich, spielt mit einem P\u00e4ckchen Papier-Taschent\u00fcchern, bei\u00dft auf ihm herum, klopft mit einem Blatt Papier auf das Mikrofon, wird schlie\u00dflich auf den Boden gesetzt, krabbelt im Gerichtssaal umher und klaut sich eine Wasserflasche. Richter Markus F\u00f6disch, der die Zeugin an dem Tag unbedingt befragen will, bleibt gelassen und meint humorvoll: \u201eDas ist Diebstahl in einer \u00f6ffentlichen Verhandlung.\u201c\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Eine Zeugin bringt ihr Kind zum Prozess mit<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/wirecard-prozess-markus-braun-spricht-im-wirecard-prozess-und-stellt-sich-als-opfer-dar-id65510431.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Fast alle lachen, Braun sp\u00e4rlicher als andere.<\/a> Die fr\u00fchere Wirecard-Mitarbeiterin gew\u00e4hrt Einblicke in ihren einstigen Berufsalltag. Sie war eine einfache Sachbearbeiterin. Wenn Interessenten von dem Unternehmen etwa eine Kreditkarte und Konten wollten, war es ihre Aufgabe, \u201ezu schauen, ob die Unterlagen passen und die Internetseite ein Impressum hat\u201c. Sie machte, was ihr auf den Tisch gelegt wurde. \u201eVielleicht war ich blau\u00e4ugig\u201c, r\u00e4umt die Mutter ein, deren Sohn fast den Ausgang des Gerichtssaals erreicht hat. Zu den Anklageb\u00e4nken und Braun zieht es den Kleinen nicht hin. Er steckt lieber zwei Pappbecher ineinander und lacht. Das sind ungew\u00f6hnliche Szenen eines ungew\u00f6hnlichen Prozesses. Es f\u00fcgt sich gut, dass der Bub nicht versteht, dass seine Mutter ehedem Porno-Internetseiten m\u00f6glicher Kunden \u00fcberpr\u00fcft hat. \u201eAdult Entertainment\u201c nennt sie das vor Gericht. Letztlich weint die Frau, als sie an das Ende des Unternehmens erinnert wird. Braun h\u00e4lt das nicht davon ab, ihr Fragen zu stellen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wer vor der Insolvenz in der Wirecard-Zentrale in Aschheim bei M\u00fcnchen etwa im Jahr 2018 zu Gast war, dem wurde versichert, die Schmuddelbranchen \u201ePorno\u201c und \u201eGl\u00fccksspiel\u201c seien nicht mehr so wichtig, die Ums\u00e4tze l\u00e4gen hier nur noch \u201eim einstelligen Prozentbereich\u201c. Prozess-Berichterstattern zeigt sich ein anderes Bild, auch durch die Ausf\u00fchrungen der jungen Frau. Zuletzt h\u00e4uften sich Medienberichte \u00fcber den Online-Gl\u00fccksspiel-K\u00f6nig Calvin Ayre, aus dessen Imperium fr\u00fcher hunderte Millionen \u00fcber die Wirecard-Konten geflossen sein sollen. Der Sohn eines kanadischen Schweinebauern lebt angeblich auf Antigua in der Karibik. Ohne Wirecard, hei\u00dft es, h\u00e4tte er sein Business nicht betreiben k\u00f6nnen. Er sei der eigentliche Mann hinter dem Skandal-Unternehmen gewesen.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch ein gewisser Ray Akhavan scheint wichtig f\u00fcr Wirecard gewesen zu sein. Der inzwischen gestorbene geb\u00fcrtige Iraner hie\u00df nur \u201eder Porno-Baron\u201c und war dem Vernehmen nach eng mit Marsalek zugange, der inzwischen als Agent des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB arbeiten soll. Marsalek habe den Gesch\u00e4ftspartner mit \u201emy Love\u201c angeschrieben, wobei der einstige Wirecard-Vorstand bekannterma\u00dfen intensiv dem weiblichen Geschlecht zugetan ist. Auf alle F\u00e4lle pflegte der nach Moskau abgehauene Marsalek den \u201ePorno-Baron\u201c und lie\u00df ihm, wie das Handelsblatt wei\u00df, Geschenke wie einen Gucci-Babybody sowie ein Kleid und Gummistiefel von Burberry zukommen. Marsalek liebte den Luxus und wusste, Feste ehedem auch in M\u00fcnchen exzessiv zu feiern.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es steckte demnach mehr Schmuddelkram in Wirecard als behauptet. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/wirtschafts-affaere-wirecard-vor-gericht-die-geschichte-von-dr-seltsam-und-mister-futsch-id64727306.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Und Marsalek?<\/a> Der aus Augsburg stammende Privat-Ermittler Tamer Bakiner hatte als einer der Ersten rausgefunden, dass sich der wie Braun aus \u00d6sterreich stammende Hasardeur und Geheimdienst-Freund per Flugzeug nach Wei\u00dfrussland und schlie\u00dflich nach Moskau abgesetzt hat. Dort soll er heute unter anderem Oligarchen helfen, Sanktionen zu umgehen. Bakiner erinnert sich: \u201eMarsalek sa\u00df noch einen Tag vor seiner Flucht friedlich beim Italiener in M\u00fcnchen. Wenn einer wie er gen\u00fcgend Geld hat, kann er locker zun\u00e4chst spurlos verschwinden.\u201c Nach Kenntnissen des Ermittlers hei\u00dft es, der fr\u00fchere Wirecard-Vorstand sei mit rund 500 Millionen Euro in Krypto-W\u00e4hrung abgehauen. Er habe eine entsprechende Festplatte mitgenommen. F\u00fcr Bakiner ist klar, dass Marsalek \u201ereichlich Geld in Russland als Gegenleistung f\u00fcr seine Sicherheit abdr\u00fccken musste\u201c. Nach Deutschland komme Marsalek nie wieder zur\u00fcck. Aber vielleicht lasse er Braun nach dessen Freilassung \u201eKryptos\u201c, also Geld f\u00fcr ein neues Leben, zukommen. Bakiner hatte einst in einer Reportage f\u00fcr den Sender RTL in einem Selbstversuch unter Beweis gestellt, dass es mit dem n\u00f6tigen Kleingeld m\u00f6glich ist, unterzutauchen, ohne Spuren zu hinterlassen.\n  <\/p>\n<p>            Marsalek soll f\u00fcr den russischen Geheimdienst arbeiten<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Marsalek, dem Journalisten in Moskau nach Jahren doch aufgelauert haben, hat w\u00e4hrend des Prozesses in M\u00fcnchen \u00fcber seinen Anwalt einen Brief lanciert, in dem er die Glaubw\u00fcrdigkeit des Kronzeugen Bellenhaus anzukratzen versucht. Das ist eine der zahllosen Merkw\u00fcrdigkeiten der an Seltsamkeiten \u00fcberreichen Wirecard-Aff\u00e4re. Abstrus wirkt besonders, wie Braun als U-H\u00e4ftling und Angeklagter in einem schriftlich gef\u00fchrten Interview mit dem Stern sich in ein besseres Licht zu r\u00fccken versucht. Er h\u00e4lt es f\u00fcr \u201eunbestreitbar, dass mich ein unvorhergesehener Ru\u0308ckschlag, ein schwarzer Schwan, mit existenzieller Wucht getroffen hat\u201c. Das werde ihn nicht davon abhalten, wieder aufzustehen, f\u00fcgt Braun martialisch hinzu. Schwarze Schw\u00e4ne sind selten. F\u00fcr Braun ist die lange Zeit der Untersuchungshaft \u201eeine absolute Grenzerfahrung\u201c. Man m\u00fcsse lernen, mit der Isolation umzugehen. Er komme mit dem Alltag zurecht, vermisse aber am meisten seine Familie.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/Wirecard-Skandal-Die-kuriose-Jagd-nach-dem-Ex-Wirecard-Vorstand-Marsalek-id57993131.html\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Der Wirecard-Stadelheimer fu\u0308hlt \u201enoch viel Kraft und Energie\u201c in sic<\/a>h und k\u00fcndigt f\u00fcr die Zeit nach seiner Freilassung an: \u201eIch werde mich definitiv neuen Themen widmen und bis ins hohe Alter arbeiten. Darauf freue ich mich schon.\u201c So hartn\u00e4ckig er Wirecard bis zum Kollaps immer gr\u00f6\u00dfer gemacht hat, so ausdauernd beteuert er seine Unschuld und will dem schwarzen Schwan entkommen. Vielleicht muss ein Mensch derart vors\u00e4tzlich an sich glauben, um 235 Prozesstage \u00fcber drei Jahre hinweg zu \u00fcberstehen und zu beteuern: \u201eJa, selbstverst\u00e4ndlich strebe ich einen Freispruch an.\u201c Was muss dann f\u00fcr eine dunkle Wand vor seinen Augen erscheinen, wenn es irgendwann im kommenden Jahr anders kommt?\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Verfahren ist schon jetzt rekordverd\u00e4chtig. Der M\u00fcnchner Audi-Prozess um den Abgas-Betrug kam mit 172 Verhandlungstagen aus. 438 werden es im Wirecard-Verfahren hoffentlich nicht, auch wenn immer neue Geschichten und Personen auftauchen. So lange dauerte das NSU-Verfahren in der Landeshauptstadt um die Morde der rechtsextremen Terrorgruppe. Richter F\u00f6disch ist jedenfalls ein geduldiger, unverdrossen Frage um Frage stellender Jurist. Seine Hartn\u00e4ckigkeit steht der Brauns in nichts nach.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefan Stahl<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Markus Braun<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Wirecard<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das k\u00f6nnte wieder ein trauriges Weihnachtsfest f\u00fcr Markus Braun werden. 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