{"id":629010,"date":"2025-12-07T03:43:12","date_gmt":"2025-12-07T03:43:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/629010\/"},"modified":"2025-12-07T03:43:12","modified_gmt":"2025-12-07T03:43:12","slug":"koeln-huerth-showmaster-war-sein-beruf-gottschalk-sagt-tschuess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/629010\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln\/H\u00fcrth | Showmaster war sein Beruf: Gottschalk sagt Tsch\u00fcss"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln\/H\u00fcrth (dpa) &#8211; Es gibt einen Moment in der gro\u00dfen Abschiedsshow von Thomas Gottschalk, da wird er mit dem Sandm\u00e4nnchen verglichen. Es soll geraten werden, wer von beiden j\u00fcnger ist &#8211; die glitzernde Show-Legende oder der etwas biedere Zipfelm\u00fctzen-Mann. Gottschalks alter Wegbegleiter Mike Kr\u00fcger wittert Majest\u00e4tsbeleidigung. \u00abWas f\u00fcr ein Vergleich!\u00bb, ruft er emp\u00f6rt. \u00abThomas, sie haben dich mit dem Ost-Sandm\u00e4nnchen verglichen!\u00bb<\/p>\n<p>So abwegig ist der Vergleich aber gar nicht. Jahrzehntelang hat Thomas Gottschalk den Deutschen dabei geholfen, mit einem guten Gef\u00fchl ins Bett zu gehen. War \u00abWetten, dass..?\u00bb zu Ende, wusste das Land, dass der H\u00f6hepunkt der Woche erreicht war. An diesem Abend ist es anders. Diesmal verabschiedet sich das Land von Thomas Gottschalk.<\/p>\n<p>Die RTL-Sendung \u00abDenn sie wissen nicht, was passiert\u00bb ist Gottschalks letzte gro\u00dfe Samstagabend-Show &#8211; so hat er es verk\u00fcndet. Das allein ist schon eine Nachricht. Denn Gottschalk ist nicht irgendein Moderator, sondern das Gesicht einer ganzen \u00c4ra der deutschen Unterhaltung.\u00a0<\/p>\n<p>Der Samstagabend als Ritual<\/p>\n<p>Er steht f\u00fcr ein Fernsehen, das gro\u00dfe, generationen\u00fcbergreifende Momente schuf &#8211; das vielzitierte Lagerfeuer, nach dem sich heute in Zeiten von Renten-Streit und Wehrdienst-Debatte so viele sehnen. Das Sofa, die Stars, die Bagger, der Humor als Bindemittel, die Leichtigkeit: Mit Gottschalk geht nicht nur ein Moderator, sondern auch ein Gef\u00fchl. Sein Berufskollege Rudi Carrell sang mal ein Lied mit dem Titel \u00abShowmaster ist mein Beruf\u00bb. F\u00fcr keinen galt das so wie f\u00fcr Gottschalk. Er war der Showmaster der Nation.<\/p>\n<p>Aber nicht nur das &#8211; vor wenigen Tagen hat er eine Krebserkrankung \u00f6ffentlich gemacht. \u00abIch kann nicht mehr auftreten. Ich muss gesund werden\u00bb, hatte er der \u00abBild\u00bb-Zeitung gesagt. Die Medikamente h\u00e4tten starke Nebenwirkungen. Und dennoch: F\u00fcr seine letzte Ausgabe \u00abDenn sie wissen nicht, was passiert\u00bb hatte der 75-J\u00e4hrige zugesagt. Einerseits ist da nun der ewig leichtf\u00fc\u00dfige \u00abThommy\u00bb. Andererseits die Nachricht von der Krankheit &#8211; und damit eine Ernsthaftigkeit, die mit klassischer Showlogik kaum zusammengeht. Oder doch? \u00abDenn sie wissen nicht, was passiert\u00bb, selten war ein Titel so treffend.<\/p>\n<p>Kilt, Sofa und alte Weggef\u00e4hrte<\/p>\n<p>Schnell ist an diesem Abend aber klar: Im Grunde ist egal, wie die Show hei\u00dft &#8211; heute ist sie erst einmal eine Gottschalk-Show. G\u00fcnther Jauch und Barbara Sch\u00f6neberger, mit denen er in den vergangenen sieben Jahren durch die Sendung f\u00fchrte, tragen Schottenr\u00f6cke. F\u00fcr Kenner ist der Wink schnell verstanden &#8211; sie erinnern an eine legend\u00e4re \u00abWetten, dass..?\u00bb-Ausgabe aus dem Jahr 2000, in der Gottschalk ein \u00e4hnliches Beinkleid trug.<\/p>\n<p>In der Duisburger\u00a0Rhein-Ruhr-Halle gewann Topmodel Cindy Crawford damals eine Wette um\u00a0ein ausgeblasenes Osterei, das zwei D\u00fcsseldorfer auf einem F\u00f6hn tanzen lie\u00dfen &#8211; mehr als 13 Millionen Menschen schauten vor dem Fernseher zu. Diese Anekdote erz\u00e4hlt vielleicht mehr \u00fcber Gottschalks Show-Verm\u00e4chtnis als jede Highlight-Sendung.<\/p>\n<p>Als G\u00e4ste sind Quiz-Moderator J\u00f6rg Pilawa, Schwiegermutter-Liebling Giovanni Zarrella und Humor-Veteran Mike Kr\u00fcger gekommen. Die Sendung pl\u00e4tschert etwas dahin, aus unklaren Gr\u00fcnden spielt die K\u00f6lner Karnevals-Band Kasalla im Hintergrund ihre Lieder. Gottschalk steht &#8211; symbolisch, symbolisch &#8211; vor einem gro\u00dfen Thron, l\u00e4sst aber die anderen machen, die sich in Spielchen duellieren, in denen es wiederum oft um ihn geht. Etwa in einem Gottschalk-Quiz.<\/p>\n<p>Nach etwa eineinhalb Stunden wird es dann pl\u00f6tzlich still im Studio &#8211; G\u00fcnther Jauch und Gottschalk setzen sich an einen kleinen Tisch zusammen. Es ist der Augenblick, ohne den es wohl nicht geht. Das Gespr\u00e4ch \u00fcber die Krankheit. Gottschalk spricht \u00fcber die Wende in seinem Leben.<\/p>\n<p>Jauch, Gottschalk und \u00abder Inbegriff des Gl\u00fcckskindes\u00bb<\/p>\n<p>\u00abEs ist der Moment, wo man merkt, dass man doch nicht alles im Griff hat\u00bb, sagt Gottschalk. Er ziehe sich nun zur\u00fcck &#8211; und damit ist offenbar nicht nur der Samstagabend gemeint. \u00abEs ist schon so, dass man das Gef\u00fchl hat, dass man es hinter sich hat\u00bb, sagt er. Die Lichtgestalt, die immer gr\u00f6\u00dfer war als ihre B\u00fchne &#8211; sie wirkt sehr menschlich. Es ist eine der ber\u00fchrenden Szenen des Abends, als Jauch zu seinem an Krebs erkrankten Freund sagt, er sei f\u00fcr ihn stets \u00abder Inbegriff des Gl\u00fcckskindes gewesen\u00bb.<\/p>\n<p>Die Show ist noch l\u00e4ngst nicht vorbei, als sich alle Beteiligten um ein &#8211; hach, die Symbolik &#8211; Lagerfeuer versammeln und Mike Kr\u00fcger ein Lied auf seinen alten Kumpanen Gottschalk singt (\u00abMit &#8222;Wetten, dass..?&#8220; ist er zur Legende gereift und hat zuf\u00e4llig auf der Couch manche Dame gestreift\u00bb). Mittendrin hat Kr\u00fcger einen Texth\u00e4nger &#8211; und Gottschalk noch mal einen seiner ber\u00fchmten Momente. \u00abMike ist der N\u00e4chste, der sich verabschiedet\u00bb, sagt er. Ein Treffer.<\/p>\n<p>Ein Ende im goldenen Konfetti-Regen<\/p>\n<p>Danach setzt pl\u00f6tzlich \u00abRockin\u2019 All Over the World\u00bb von Status Quo ein, noch so eine Chiffre aus dem Gottschalk-Werk. Er k\u00fcsst seine Frau Karina, es fallen goldene Konfetti-Streifen von der Decke &#8211; und dann ist Gottschalk weg. Mitten in der Show, die danach noch mehr als zwei Stunden austrudelt.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, dass es ein ziemlich verhuschter, seltsam knapper Abschied f\u00fcr einen der gr\u00f6\u00dften Unterhalter des Landes ist. Kein gro\u00dfes Finale, keine Mega-Stars, kein langer R\u00fcckblick, kein pathetischer Abgesang. Stattdessen das Sandm\u00e4nnchen und eine Karnevals-Band.<\/p>\n<p>Man kann es aber auch konsequent finden. \u00abDie gute Laune ist bei mir relativ krankhaft\u00bb, hatte Gottschalk 2020 mal der dpa gesagt. \u00abWenn ich sie verliere, sind die anderen schon am Heulen.\u00bb Die Leute seien es von ihm einfach gewohnt, dass er gute Laune verbreite. Der gro\u00dfe Tr\u00e4nenzieher-Abschied &#8211; w\u00fcrde das dazu passen?<\/p>\n<p>Zu seinem Freund G\u00fcnther Jauch sagt Gottschalk an diesem Abend: \u00abGelohnt hat sich alles.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln\/H\u00fcrth (dpa) &#8211; Es gibt einen Moment in der gro\u00dfen Abschiedsshow von Thomas Gottschalk, da wird er mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":629011,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[772,29,441,30,1420,2549,62,1209],"class_list":{"0":"post-629010","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-fernsehen","11":"tag-germany","12":"tag-koeln","13":"tag-leute","14":"tag-medien","15":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115676224321043729","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/629010","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=629010"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/629010\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/629011"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=629010"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=629010"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=629010"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}