{"id":629755,"date":"2025-12-07T11:37:16","date_gmt":"2025-12-07T11:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/629755\/"},"modified":"2025-12-07T11:37:16","modified_gmt":"2025-12-07T11:37:16","slug":"freiwilligendienste-in-israel-klagen-ueber-personalmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/629755\/","title":{"rendered":"Freiwilligendienste in Israel klagen \u00fcber Personalmangel"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/daniel-gruetzmacher-100.jpg\" alt=\"Daniel Gr\u00fctzmacher\" title=\"Daniel Gr\u00fctzmacher | Bettina Meier\/ARD-Studio Tel Aviv\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 07.12.2025 11:17 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Daniel Gr\u00fctzmacher ist einer der ersten Deutschen, die seit Beginn des Gazakriegs an einem Freiwilligendienst in Israel teilnehmen. Seine Organisation hofft, dass der Besuch des Kanzlers auch andere wieder ermutigt. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bettina-meier-107.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Bettina Meier\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bettina-meier-109.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist ein besonderer Tag f\u00fcr Daniel Gr\u00fctzmacher: Der 18-J\u00e4hrige aus Kusterdingen in Baden-W\u00fcrttemberg trifft Bundeskanzler Friedrich Merz in der Holocaustgedenkst\u00e4tte Yad Vashem bei dessen Antrittsbesuch in Israel. Als er vor drei Monaten seine Koffer f\u00fcr ein Freiwilliges Soziales Jahr packte, hatte er keine Ahnung, was ihn erwartet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jetzt ist er einer der ersten Jugendlichen, die sich seit Kriegsbeginn vor zwei Jahren beim Freiwilligendienst Aktion S\u00fchnezeichen Friedensdienste in Israel engagieren.<\/p>\n<p>    &#8222;Nat\u00fcrlich gab es Bedenken&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Israel ist in aller Munde. Nat\u00fcrlich gab es Bedenken&#8220;, sagt Gr\u00fctzmacher. Wegen der Sicherheitslage mussten die meisten deutschen Helfer ausreisen. Bei seiner Ankunft herrschte noch keine Waffenruhe. Er entschied sich dennoch zu kommen: &#8222;Man h\u00f6rt Israel und denkt an Krieg, kann sich aber vielleicht gar nicht vorstellen, wie es da tats\u00e4chlich ist.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am meisten geholfen haben ihm Menschen, die ihm von ihren eigenen Israel-Reisen und ihren positiven Erfahrungen dort erz\u00e4hlt haben. &#8222;Das waren wertvollere Kommentare, als wenn es hie\u00df: &#8218;Oh, aber hast du Angst, da zu sterben&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p>    Am Strand mit Blick auf den Gazastreifen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gr\u00fctzmacher erz\u00e4hlt, er sei beeindruckt, wie vielf\u00e4ltig die Gesellschaft in Israel sei, wie die Meinungen \u00fcber den Krieg in Gaza in der Bev\u00f6lkerung auseinandergingen und dass nicht alles schwarz-wei\u00df sei. Viele Menschen, mit denen er rede, w\u00fcnschten sich ein Ende des Krieges. Das bislang eindr\u00fccklichste Erlebnis sei f\u00fcr ihn ein Besuch am Strand in der N\u00e4he von Ashkelon im S\u00fcden Israels gewesen, von wo man direkt auf den Zaun in die Tr\u00fcmmerw\u00fcste von Gaza blicken kann.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Dann hat es auch ein paar Explosionen gegeben. Wir haben Rauchwolken gesehen und wir dann am Abend nachgeschaut, was das war.&#8220; Der ganze Gazastreifen sei eine riesige Black Box, sagt der 18-J\u00e4hrige. &#8220; Es gibt eine riesige Diskrepanz zwischen der eigenen Situation und den Leuten zwei Kilometer weiter, die gar nichts mehr haben, wo alles zerst\u00f6rt ist. Das ist schwer im Kopf zu vereinbaren.&#8220;<\/p>\n<p>    Akten auf dem eigenen Heimatort<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">W\u00e4hrend seines Aufenthalts arbeitet er in der Holocaustgedenkst\u00e4tte Yad Vashem, wo er Akten aus Stadtarchiven deutscher Gemeinden \u00fcber Opfer der Shoa aufbereitet. So sollen sie f\u00fcr Forscher und die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich werden. Dabei hat er auch Akten aus seinem Heimatort Kusterdingen bearbeitet, in dem einst KZ-H\u00e4ftlinge auf einem Marsch Station gemacht hatten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Da waren die H\u00e4ftlinge zwei Tage in einer Scheune eingesperrt und haben ihre Namen eingeritzt&#8220;, erz\u00e4hlt Gr\u00fctzmacher. &#8222;Und zu lesen, dass H\u00e4ftlinge, die zu diesem Lager geh\u00f6ren, drei Stra\u00dfen weiter von meinem Zuhause entfernt waren, das hat nochmal einen anderen Zugang gebracht, als ich ihn bisher hatte. Und hat den Holocaust, der ja eigentlich unfassbar ist, ein bisschen fassbarer gemacht.&#8220;<\/p>\n<p>    Personalmangel bei Freiwilligendiensten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nur zwei Freiwillige aus Deutschland sind derzeit mit der Aktion S\u00fchnezeichen Friedensdienste in Israel &#8211; nicht wie sonst mehr als 20. Auch andere Organisationen klagen \u00fcber Personalmangel. Die zuletzt angespannte Sicherheitslage wirkt nach, sagt Uriel Kashi. Er ist Landesbeauftragter der Aktion S\u00fchnezeichen Friedensdienste.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit 1961 setzt sich die Organisation f\u00fcr die Vers\u00f6hnung Deutschlands mit Israel nach dem Zweiten Weltkrieg ein, betreut Menschen mit Behinderungen, begleitet Holocaust-\u00dcberlebende und engagiert sich in der Erinnerungsarbeit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerade jetzt nach dem Krieg, sei diese Arbeit wichtiger denn je, sagt Kashi. &#8222;Junge Israelis lebten nach dem 7. Oktober in einer Realit\u00e4t von Bedrohung, von Raketenalarm, viele haben pers\u00f6nliche Verluste erlebt. F\u00fcr junge Menschen in Deutschland sieht die Welt v\u00f6llig anders aus.&#8220;<\/p>\n<p>    Hoffnungen an Merz-Besuch<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber gerade deshalb sei der Dialog so wichtig, so Kashi. &#8222;Weil wenn junge Menschen sich pers\u00f6nlich begegnen, dann entsteht auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander, dass man in keiner Zeitung und in keinem Social-Media-Beitrag bekommen kann.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vom Besuch des Bundeskanzlers in Israel erhofft sich Kashi, dass junge Leute in Deutschland zur Freiwilligenarbeit in Israel ermuntert werden &#8211; und dass es finanzielle Unterst\u00fctzung gibt. Gr\u00fctzmacher will Merz von seiner Arbeit in Yad Vashem erz\u00e4hlen. Und er hat noch ein Thema f\u00fcr den Kanzler: &#8222;Dass er sich mehr um den Klimaschutz k\u00fcmmern soll.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.12.2025 11:17 Uhr Daniel Gr\u00fctzmacher ist einer der ersten Deutschen, die seit Beginn des Gazakriegs an einem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":629756,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[15176,29,30,13,411,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-629755","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-freiwilligendienst","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-israel","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115678088377397516","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/629755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=629755"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/629755\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/629756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=629755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=629755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=629755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}